




Bei einer Wanderung im Sommer 2020 fiel mir auf, dass sie die alte Schleppliftruine am Blomberghaus wieder ertüchtigt hatten – der Antrieb wurde erneuert und alles frisch gestrichen. Ein wahres Wunder, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Ich musste wirklich zweimal hinsehen.
Der eigentliche Skibetrieb am Berg ist längst eingestellt worden. Der zweite Schlepper am Berg oben auf der Wiese von unten aus links der DSB-Bergstation ist wohl schon vor 20 Jahren abgebaut worden und der Kurzbügler im Tal dient nur noch den Rodlern. Aber auch der nun reaktivierte LSAP-Lift, baugleich dem SEBA vom Tal, ist nur für Schlittenfahrer vorgehen. - Skibetrieb gibt es keinen. Man kann, glaube ich, aber noch die DSB nutzen, um dann auf einer Skiroute bzw. eben der alten Talabfahrt nach unten wedeln. Kaum zu glauben, dass im oberen Bereich links der DSB in den 2000ern noch eine Dreiersesselbahn als Projekt verzeichnet war.
https://www.der-blomberg.de/winterrodeln

Hier noch eine Aufnahme aus 2007 vom besagten LSAP-Hang links der DSB (von unten aus). Hieß wohl Almlift und war wahrscheinlich auch ein SEBA.
So ließ ich an einem sonnigen Tag im Februar 2023 die Ski im Keller und nahm statt dessen Sohn und Holzschlitten mit.
Ich rechnete mit großem Andrang, doch schon bei der Anfahrt ging alles überraschend gemütlich zu. Auf der B471 war von einem 1A-Wochenendtag nichts zu merken, kein Stau, kein Stress und Parkplätze sollte es auch noch genug geben. Einer Frau wechselte ich noch einen Schein, damit sie die Parkuhr bezahlen konnte – es kam kein Danke, nur ein muffiges Grummelgeräusch und ein mürrischer Blick. Aber die Sonne schien und ich ging ohne Launenknacks zur Kasse weiter.
Dort wurde ich vor der Rodelabfahrt im Wald gewarnt, die an jenem Tag sehr vereist gewesen sein soll, aber wir wollten uns ja nur am Schlepplift vergnügen. Man kauft eine Karte, die für Sesselbahn und Rodellift gültig ist – man kann aber auch beliebig oft die DSB benutzen und nicht lediglich für eine Berg- und Talfahrt etwa.

Mal wieder in der schönen DSB Blomberg – von SEBA anno 1971 erbaut und 1.700 m lang. In den 2000ern hatte es hier noch die alten roten Sitze.

Hier eine alte Aufnahme von damals... die guten, alten Seitenschließbügel. Das Wort dürfte da draußen kaum einer mehr kennen
2012 gab es sogar noch Skibetrieb – aber ohne die beiden Schlepper am Berg oben. Der linke – Almlift hieß er – war 2007 bei meinem Erstbesuch bis aufs Liftlerhäusl schon geschliffen und er Blomberglift dümpelte als Ruine vor sich hin.

Der Zielhanglift rechts der DSB – müsste mittlerweile wie sein gleichnamiger Bruder in Lenggries drüben den Rodlern (Rodelnden?) vorbehalten sein. 2012 war das noch ein schöner Kurzbügler.
HIER gibt es noch Bilder vom damaligen Skiausflug. Da lief auch noch der alte Stemag-Kurzbügler einen Hügel weiter nördlich. Die Ötzlifte in Kochel dürfte es noch geben – leider habe ich es seitdem nicht mehr dorthin geschafft, weil es Paulchen-Panther-mäßig immer eine Regenwolke gab, wenn ich mal einen schnellen SL-Trip ins nahe Oberland machen wollte

Gemütlich schwebt man im alten Lift nach oben – im Schatten war es natürlich noch frisch, aber an der Sonne sollte es dann frühlingshaft werden. Den Schlitten bekommt man übrigens vom Liftpersonal auf eine Halterung am Sessel postiert – somit hat man die Hände frei, was ganz praktisch ist zwecks fotografieren oder Riegelfuttern.

Die Sommerrodelbahn...

Das lange Waldstück – am Ende wird es immer steiler.


Immer wieder interessant – die Stützenkonstruktion vor der Mittelstation bzw. Ausstiegsstelle für die Winterrodelbahn. Trotz Eisbahn tummelten sich da die meisten Leute.



Mir gefällt die alte Bahn einfach – in 10 Jahren steht hier bestimmt eine EUB.

Es wird steiler, aber das Ende ist noch nicht erreicht. 1.700 Meter immerhin an Länge – das hatte der Holzerlift auf der Reiteralm auch...

Seitenblick

Blick zurück – dadurch dass der Blomberg in der ersten Reihe steht – wie auch das Hörnle in Bad Kohlgrub – hat man hier immer einen wahnsinnig schönen Ausblick.

Immer noch kein Ende in Sicht...

Aber bald hat man die malerische Bergstation erreicht.

Im Juli 2007 war die Bergstation noch ohne Bemalung, was ich längst vergessen hatte und mir erst zuhause beim Betrachten der alten Fotos wieder aufgefallen ist.
Mein Begleiter wollte noch 50 Sesseln bei der Umkehr zusehen, aber dann machten wir uns auf den Weg zum Blomberghaus. Hier war in der Früh der Weg auch noch recht eisig und wegen der anderen Fußgänger zog ich es vor, nicht auf dem Schlitten den Steilhang nach unten zu fahren.

Endlich am Lift – für mich eine Premiere, denn bislang war ich im Schlepper nur mit Skiern bergauf gefahren.


Der Liftler war recht freundlich – ich setzte mich mit meinem Sohn auf den Liftschlitten – den eigenen muss man bei der Fahrt hinter sich her ziehen. Ein Kind vor uns sollte alleine fahren – die Mutter war schon bei der Hälfte angelangt, da drehte es die Kleine und der Liftschlitten überschlug sich. Wenigstens halfen ein paar anderen dem Kind gleich und es war nichts Schlimmes passiert. Das arme Kind wird wohl den Lift gehasst haben. So wie ich bei meinem Seilliftfiasko irgendwann Mitte der 80er am Hauser Kaibling...

Im Blomberghauslift – dass ich den mal noch fahren würde, hätte ich vor 2020 niemals gedacht. Aber vor 2020 hätte man sich so einiges nie ausmalen können...


Das Liftlerhäusl an der Bergstation war neu – 2020 stand da, glaube ich, noch das alte.

Die Bergstation

Der Lift hat eine urige Lage, aber dadurch, dass er voll der Sonne ausgesetzt ist, sollte der Schnee bald weich werden. Später taute er an einigen Stellen weg und man fuhr über braune Stellen. Aber ich bin Optimist – besser hier in der Sonne, als eine vereiste Strecke durch den Wald und die Gefahr, irgendwo dagegen zu knallen. Ich bin einmal mit Kumpels die vereiste Schlittenbahn von der Firstalm am Spitzingsee runter – NIE WIEDER...

Jener Tag war wettermäßig perfekt. Aber wenn man dazu noch einen alten Schlepplift fahren darf, den man schon abgeschrieben hatte...

Hier die Strecke im oberen Bereich – man kann also nicht einfach so irgendwo über die Almwiese runterschlitteln, sondern muss sich an diesen eingezäunten Bereich halten. Weiter drüben hätte man eh nicht weiter können, weil sich an ein eingezäunter Forstweg befindet. Am Nachmittag sollte es hier immer mehr braune Stellen und Unebenheiten geben. Ich musste mich immer ganz hinten auf den Schlitten setzen und nach hinten lehnen, damit wir durch den weichen Sulz kamen. Bis Donnerstag sollte ich dann wg. Kreuzschmerzen wie um 40 Jahre gealtert herumlaufen, aber der Spaß war es wert.

Im flachen Mittelstück blieb man oft im nassen Schnee liegen. Weiter hinten tendierte der Schlimmer jedes Mal, nach rechts zur Begrenzung auszuscheren. Das ärgerte mich dann doch ein wenig.

Wieder einmal stehen geblieben – vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof zum Schlitten fahren. Also Kamera raus und Lift knipsen. Zwischendrin begaben wir uns auf die Seite rechts vom Lift, wo sich das Blomberghaus befindet. Da war eine Bank in der Sonne frei – also Brotzeit raus und mal so richtig relaxen. Ich wäre dann beinahe eingeschlafen, aber mein Begleiter drängte zurück zum Lift.

Der Nachmittag im weichen Schnee zog sich dann, aber was macht man nicht alles. Die Liftfahrten dienten mir dann als Erholungspause.

Jedenfalls hatte sich das Tagesticket voll gelohnt – irgendwann traten wir dann den Rückweg zur Bergstation an. Über den steilen Waldweg neben der Blombergbahn wäre ich auch ohne Begleitung eines Kindes nicht runter gefahren – dann lieber genussvoll in der alten DSB den genialen Ausblick genießen.

Einige kamen erst jetzt...

Den Weg schaffte ich geschlauchter Schlittenanfänger nicht in einem Stück – erst mal noch ausruhen, bevor es steil wird.

Oben genossen wir noch die Aussicht...


Mein Begleiter wollte gar nicht mehr von der Bergstation weg und beobachte interessiert die Umlenkung... wie kann man sich nur für so was interessieren

Im Lift – dazu schöner Fernblick...

Blick nach links unten, wo der Stallauer Weiher ist. Da hat es am Nordhang neben der Bundesstraße einst auch mal einen Schlepper gegeben. Als Kind ist er mir, glaube ich, mal aufgefallen...aber ganz sicher bin ich mir nicht mehr

Im Juli 2007 war der Lift aber bereits abgebaut...



Ich überlegte schon, noch einmal eine DSB-Runde zu drehen, doch es wurde recht kühl und mein Begleiter meldete schon Hunger an.

Die Mittelstation kann nur bei der Bergfahrt benutzt werden. Links geht es dann irgendwo ins Tal runter. Diese Strecke durch den Wald hätte mich jetzt eh nicht gereizt. Aber da war noch was los und manche fuhren mit ihren Säuglingen sogar von ganz oben runter. Ich hätte das nie gemacht.



Wieder am Zielhanglift, dessen Umlenkung recht gut im Wald versteckt ist.

Schöne Abendstimmung jenes Spätwintertags...
Mit krummem Rücken und bösen Vorahnungen schleppte ich unseren Familienholzschlitten zum Parkplatz und wir fuhren wieder in die Stadt zurück – nun war doch einiges auf der Garmischer Autobahn los, aber davor genoss ich noch die Fahrt über die Landstraße, das gelbe Sonnenlicht und die Dörfer nördlich von Tölz, wo es einst einige Seillifte gegeben hat, die längst weg sind und mich irgendwie nie richtig interessiert haben. Dafür war ein LSAP nun wieder aufgeploppt, eine einzelne Ausnahme vermutlich, darum war der Tag was Besonderes, auch wenn jetzt die Schlittenabfahrt eher in den Bereich „mal ganz nett“ entfällt. Beim nächsten gescheiten Winter dann doch lieber wieder in den Olympiapark, wo man es – wenn auch ohne Lift – krachen lassen kann.