Letzte Woche war ich geschäftlich in Südschweden, die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug nach Kopenhagen, und dann weiter mit dem Zug über die Öresundbrücke.
Damit begann der Samstag wortwörtlich hinter schwedischen Gardinen, dann ging es mit der neuen Strassenbahn in Lund, dem Øresundståg und einem Kopenhagener Stadtbus in ein recht industrielles Viertel der Stadt. Auf dem Spaziergang von des Bushaltestelle ergibt sich ein erster Blick auf das Objekt der Begierde, die 2017 erbaute Müllverbrennungsanlage "Amager Ressource Center", auf deren Dach seit 2019 ein Mattenskibetrieb stattfindet.
Noch vor dem Eingang grüßt ein Sessel aus dem Pinzgau.
Und genau so geht es auch beim Einstieg auf die Piste weiter:
Statt mit einer halbwegs modernen kuppelbaren Anlage geht es aber erst mal auf ein Förderband, daneben
der untere, schattige und recht Flache teil der Piste:
... von Föderband 1 geht es direkt weiter auf Förderband 2, inzwischen mit ein bisschen Aussicht ...
... und von Förderband 2 auf Förderband 3, wo bei der Übergang leicht bergauf geht. Die ersten Skifahrer scheitern schon an dem Anstieg. Hier sieht man neben einem weiteren Sessel aus Saalbach auch die vielen
Boxen und Kicker (die aber an diesem Tag niemand gefahren ist), und man erspäht schon den ersten und einzigen richtigen Lift, einem Tellerlift von LST. Zu diesem geht es wieder ein kleines Stück bergauf, dann kommt in der Lifttrasse fast ein wenig Retro-Ski Feeling auf, mit dem Gebüsch auf der rechten Seite könnte sich fast im Wald wähnen. Der Ausstieg ist dabei durchaus Anspruchsvoll, denn dort liegt nur die schmale Mattenspur an einem 20cm Abgrund. Ein paar junge Norddeutsche Herren stiegen deshalb auch immer bei einer Gebüschlücke vor dem letzten Steilstück aus.
Der obere Teil der Piste ist erstaunlich steil, das hätte ich bei eine Sommerskianlage im absoluten Flachland nicht unbedingt erwartet. Und zumindest hier im oberen Teil extremst rutschig, wie ohne Kanten auf blankem Eis. Dementsprechend kann man hier auf wenig von Skifahren als von halbkontrolliertem Flug auf Höhe 0 sprechen. Mit etwas Übung macht auch das aber durchaus Spaß.
Aus dem Lift nach Links sieht man übrigens einen Wakeboard Kurs. Wasserskifahrer habe ich leider nicht gesehen.
Weiter unten wurden die Matten dann wohl vor nicht allzu langer Zeit erneuert, erkennbar an der dunklen Farbe. Auf diesen neuen Matten kann man dann wirklich so etwas wie Skifahren. Es ist immer noch etwas rutschig, das Gefühl erinnert an einen Südhang im Frühling der gerade halb angefirnt ist.
Nachdem die gebuchte Stunde um ist, schnalle ich noch kurz die Ski ab und spaziere die letzten Höhenmeter zum "Gipfel". Mein Leihmaterial:
Und der Blick vom "Gipfel" zur Bergstation des Liftes. Der Aufstieg auf dem Weg ist mit Skischuhen übrigens nicht ganz ohne, und das obwohl die Skischuhe in meinem Leihset sogar mit Gehfunktion ausgestattet waren.
Oben grüßt eine Bar und einige Sitzgelegenheiten, inklusive einer Gondel. Ausnahmsweise mal nicht im Saalbach-Look, dafür ein mir bisher gänzlich unbekanntes Model:
Zum Abschluss noch ein Rückblick auf das Pistenende und die mit 85 Metern angeblich längste Kletterwand der Welt. Kletterer habe ich übrigens keine gesehen.
Fazit: wirklich Skifahren ist etwas anderes. Aber mit hat die Stunde durchaus gefallen. Fall ich wieder in der Gegend bin würde ich das nächste mal vielleicht sogar zwei Stunden buchen. Mehr aber auch nicht