Neues im Berchtesgadener Land

Infrastrukturelle Neuigkeiten aus Deutschland
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Martin_D
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von Martin_D »

Skigebietsbetreiber in Bayern, die in Zukunft noch vorhaben, einen alten Lift durch eine neue KSB zu ersetzen, werden in Zukunft ein Problem haben:
Diejenigen, die gegen einen solchen Neubau sind, werden immer sagen, dass eine solche Investition nicht nachhaltig ist und auf das Beispiel Jenner verweisen. Dem muss man erst einmal etwas entgegensetzen.
Ich halte es für sehr fraglich, ob in Bayern jemals noch irgendwo eine ausschließlich für den Skibetrieb vorgesehene KSB gebaut wird.
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MaFl
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von MaFl »

Martin_D hat geschrieben: 21.04.2023 - 15:48 Skigebietsbetreiber in Bayern, die in Zukunft noch vorhaben, einen alten Lift durch eine neue KSB zu ersetzen, werden in Zukunft ein Problem haben:
Diejenigen, die gegen einen solchen Neubau sind, werden immer sagen, dass eine solche Investition nicht nachhaltig ist und auf das Beispiel Jenner verweisen. Dem muss man erst einmal etwas entgegensetzen.
Ich halte es für sehr fraglich, ob in Bayern jemals noch irgendwo eine ausschließlich für den Skibetrieb vorgesehene KSB gebaut wird.

Jetzt werden schon Einzelereignisse extrapoliert...
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snowotz
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von snowotz »

Martin_D hat geschrieben: 21.04.2023 - 15:48 Skigebietsbetreiber in Bayern, die in Zukunft noch vorhaben, einen alten Lift durch eine neue KSB zu ersetzen, werden in Zukunft ein Problem haben:
Diejenigen, die gegen einen solchen Neubau sind, werden immer sagen, dass eine solche Investition nicht nachhaltig ist und auf das Beispiel Jenner verweisen. Dem muss man erst einmal etwas entgegensetzen.
Ich halte es für sehr fraglich, ob in Bayern jemals noch irgendwo eine ausschließlich für den Skibetrieb vorgesehene KSB gebaut wird.
Das wäre sicher auch ohne die schneearmen und wärmeren Winter rückläufig geworden.
So viele Skigebiete gibt es in Bayern nicht und die meisten haben in den vergangenen Jahren eh schon recht gut modernisiert. Wüsste gar nicht wo alles noch eine neue KSB hin sollte.
Spontan fällt mit da nur noch vielleicht Zugspitze, Sudelfeld, Spitzing, Balderschwang, Söllereck und Thalkirchdorf ein. Dann wirds schon eng.
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ThomasK
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von ThomasK »

Theo hat geschrieben: 21.04.2023 - 10:52 Wie lange hat der Investor denn schon das Hotel vor Ort? So sehr Neuland war das auch nicht und vom Winterkuchen etwas abbekommen zu wollen ist jetzt auch kein unverzeihlicher Fehler.
Die Fehler wurden und werden anderswo gemacht

Wann genau die Österreicher die Jennerbahn gekauft haben, weiß ich nicht. Das muss ungefähr 2014 oder 2015 gewesen sein.

Was ich dir sagen kann ist, dass mehrere Österreicher, die alle aus dem Salzburger Land kommen, die Mehrheit der Aktien an der Jennerbahn halten und in Berchtesgaden auch groß investiert haben. Da geht es nicht nur um die Jennerbahn, sondern auch um den Bau neuer Hotels, die die Österreicher in Deutschland errichtet haben.

Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, auch der Vorstand der Jennerbahn kommt ebenfalls aus dem Bundesland Salzburg, ist also ebenfalls Österreicher.

Eines ist sicher: Ohne die finanzkräftigen Investoren aus Österreich hätten wir auch noch heute die uralte Jennerbahn aus dem Jahr 1952. Da gab es auch einmal einen Pressetermin auf dem Jenner und die damalige bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner überreichte den österreichischen Investoren einen Scheck des Freistaates Bayern, wobei der Freistaat Bayern etwa 25 % des Seilbahnneubaus der Jennerbahn bezahlte. Die Österreicher bedankten sich und wiesen darauf hin, dass sie in Österreich alles selber hätten bezahlen müssen.

Die Hauptattraktion ist selbstverständlich das Salzbergwerk Berchtesgaden, das schon über 500 Jahre alt ist. Hunderttausende Besucher gehen da jährlich hin. Im Hochsommer muss man teilweise reservieren, da das Bergwerk die Besuchermassen gar nicht mehr bewältigen kann. Da fährt man auf einer Minieisenbahn durch das Bergwerk, fährt mit einem Floss über unterirdische Seen, rutscht auf Rutschen durch das Bergwerk und wird durch die Salzminen geführt. Man kann auch Salzsteine und ähnliches Souveniers dort kaufen.

Ein üblicher Urlaubstag sieht dann so aus, dass man mit dem Schiff über den Königssee fährt, St. Bartholomä besichtigt, vor der 2000 m hohen Watzmannostwand posiert und dann später noch mit der EUB auf den Jenner fährt. Entweder lässt man es sich im Restaurant an der Bergstation gut gehen oder aber in den Restaurants am Königssee.

Manche besuchen auch das Dokumentationszentrum auf dem Obersalzberg oder fahren mit dem Bus auf den Kehlstein. Beliebt ist auch die Fahrt mit der Obersalzbergbahn mit einer anschließenden Wanderung von der Bergstation der Obersalzbergbahn zur Mittelstation der Jennerbahn. Wieder andere gehen in Berchtesgaden in die Watzmanntherme.

Dies sind aber alles Unternehmungen von Zielgruppen, die haben mit dem Skifahren überhaupt nichts zu tun.

Durch die Neuausrichtung der Zielgruppenpolitik wird der Jenner jetzt mit den anderen Sehenswürdigkeiten im Berchtesgadener Land abgestimmt. Die Skifahrer fahren doch sowieso alle nach Österreich. Das ist aber nicht die Zielgruppe, mit denen man in Berchtesgaden Geschäfte machen kann.

Fazit: Eine gute Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich; die Österreicher können Geschäfte in Deutschland machen, verdienen aber - anders als in Österreich - gemäß den deutschen Gepflogenheiten ihr Geld im Sommer. Ich war mehrmals im Sommer auf dem Jenner; die Bedienung in der Bergstation kam kaum noch mit dem Servieren hinterher, weil alles voll war. Der Seilbahnkomplex mit der Bergstation der EUB und einem Geschäft nebst Ausstellungsraum ist nicht nur durch eine Plattform, sondern auch durch einen großen unterirdischen Verbindungssaal mit dem anderen Gebäude, in dem sich zwei Restaurants und ein Kiosk befinden, miteinander verbunden.

Die Bergstation ist nach dem Ausbau wesentlich größer, als man es von den Außenaufnahmen her annehmen würde.

Hier im Forumsteil Sommerberichte stehen ja einige Beiträge von Alpinforisten, die über ihre Bergtouren im Jennergebiet berichtet haben. Einen Bericht, bei dem der Forist vom Jenner zum Schneibstein gegangen ist, habe ich auch kommentiert.

Ich gehe davon aus, dass durch das Deutschlandticket, das am 01. Mai 2023 starten wird, jetzt noch wesentlich mehr los sein wird als früher. Der Zug fährt bis zum Bahnhof Berchtesgaden Hbf und die letzten 5 km bis zur Talstation der Jennerbahn kann man im Bus, der direkt an der Talstation hält, fahren oder auch eine wunderschöne 5 km lange Wanderung vom Bahnhof Berchtesgaden direkt an der Königsseer Ache unternehmen (Gehzeit Bahnhof Berchtesgaden - Talstation Jennerbahn ca. 1 Stunde).

Ich sehe die Zukunft der Jennerbahn nach der Neuausrichtung sehr positiv.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von judyclt »

ThomasK hat geschrieben: 20.04.2023 - 23:27 Der Jenner kann in der Disziplin Skifahren nicht gegen Zermatt antreten und Zermatt kann nicht in der Disziplin Wellenreiten gegen Hawaii antreten. Ganz einfach.
Winterberg kann mit seinen Hügeln quasi gegen niemanden antreten und floriert trotzdem. Klar, kaum Alternativen vorhanden und riesiges Einzugsgebiet. Trotzdem ein gutes Beispiel für erfolgreiches Marketing.

Ansonsten stimme ich deinen Ausführungen im Grunde genommen zu. Nur die versenkten Millionen in Beschneiung und Sesselbahnen sind schon hart.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von MaFl »

snowotz hat geschrieben: 21.04.2023 - 21:40
Martin_D hat geschrieben: 21.04.2023 - 15:48 Skigebietsbetreiber in Bayern, die in Zukunft noch vorhaben, einen alten Lift durch eine neue KSB zu ersetzen, werden in Zukunft ein Problem haben:
Diejenigen, die gegen einen solchen Neubau sind, werden immer sagen, dass eine solche Investition nicht nachhaltig ist und auf das Beispiel Jenner verweisen. Dem muss man erst einmal etwas entgegensetzen.
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Spontan fällt mit da nur noch vielleicht Zugspitze, Sudelfeld, Spitzing, Balderschwang, Söllereck und Thalkirchdorf ein. Dann wirds schon eng.
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Da gibt es schon noch ein paar.
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Theo
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von Theo »

Danke ThomasK. Die Gegebenheiten dort kenne ich durchaus ein bisschen denn ich war nicht nur als Tagesgast da sondern habe dort auch schon mehrere Nächtigungen gehabt und dementsprechend in den Orten auch was da gelassen.
Die Hauptperson ist aus dem Grossarltal und verwandt mit einer Hoteliere hier bei uns.

Kurzum, ja man hat Fehler gemacht und übertrieben. Der grösste strategische Fehler waren aber nicht die beiden übertriebenen Sessel, der Fehler war keine anständige Beschneiung zu bauen und die nur 30% Skigäste sind die unmittelbare Folge davon.

Da würden im Winter genügend Leute hinfahren zum Skifahren und alle würde gutes Geld damit verdienen, aber eben nur mit Öffnungssicherheit bei den Übernachtungsgästen und offen Pisten bei den Tagesgästen und das gibt es nur bei Vollbeschneiung.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von judyclt »

Theo hat geschrieben: 22.04.2023 - 09:55 Da würden im Winter genügend Leute hinfahren zum Skifahren und alle würde gutes Geld damit verdienen, aber eben nur mit Öffnungssicherheit bei den Übernachtungsgästen und offen Pisten bei den Tagesgästen und das gibt es nur bei Vollbeschneiung.
Sehe ich auch so. Viele Menschen sind (gedanklich) nicht flexibel und wollen diese Planungssicherheit. Diese in Verbindung mit entsprechender Vermarktung würde/hätte sicher was bewegt.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von bkk »

Theo hat geschrieben: 22.04.2023 - 09:55 Danke ThomasK. Die Gegebenheiten dort kenne ich durchaus ein bisschen denn ich war nicht nur als Tagesgast da sondern habe dort auch schon mehrere Nächtigungen gehabt und dementsprechend in den Orten auch was da gelassen.
Die Hauptperson ist aus dem Grossarltal und verwandt mit einer Hoteliere hier bei uns.

Kurzum, ja man hat Fehler gemacht und übertrieben. Der grösste strategische Fehler waren aber nicht die beiden übertriebenen Sessel, der Fehler war keine anständige Beschneiung zu bauen und die nur 30% Skigäste sind die unmittelbare Folge davon.

Da würden im Winter genügend Leute hinfahren zum Skifahren und alle würde gutes Geld damit verdienen, aber eben nur mit Öffnungssicherheit bei den Übernachtungsgästen und offen Pisten bei den Tagesgästen und das gibt es nur bei Vollbeschneiung.
Genau, aber die Preise müssten schon auch marktgerecht sein!
Ich war bisher mehrfach pro Saison dort zum Skifahren, dieses Jahr bin ich entweder zum Götschen oder gleich nach Österreich

MaFl
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von MaFl »

Ich war gerade in der Silvretta und natürlich ist das eine andere Hausnummer.

Ich kann mich aber gut erinnern, wie ich vor gut fünf Jahren den Jenner entdeckt habe, ich hatte Tränen in den Augen, so geil war das hier zum Skifahren. Top Pisten, guter Schnee und ein Panorama, wie man es selten in Deutschland findet.

Der Neubau hat auch mich nachdenklich gestimmt, insbesondere der Verlust der Schleppers zum Mitterkaser. Die Gondel habe ich verstanden und auch den neuen Sechser an der Mittelstation, aber den Rest nicht. Aber das ist nur meine Sicht.

Ob die beschlossenen Maßnahmen das Ende sind, sei dahingestellt. Ob eine Beschneiung oben, oberhalb von 1400m notwendig ist, wer weiß. Die fehlende Talabfahrt hingegen ist echter Mist.

Was hier einige Apologeten des Klimawandels - in meinen Augen sind das aber nur Spaßverderber, denn sie müssten zunächst Hallenbäder schließen und alle Hallensportarten beenden, bevor sie sich an das Skifahren machen - missverstehen ist, dass die meisten Skifahrer hier keine Tagesgäste waren. Für ein bayerisches Skigebiet war der Jenner immer relativ international und das waren keine Österreicher. Mit einem Großteil der Skifahrer verliert man also Hotelgäste, Restaurantbesucher und generell Konsumenten. Die sind erstmal weg. Dass es einen Sommertourismus gibt, ist irrelevant, denn die sind eben weg, selbiger wird aber nicht mehr, nur weil keine Skifahrer mehr kommen.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von powdertiger »

Die Investitionen für die neuen Sesselbahnen waren übertrieben, die Gondel bedient die Pisten ja auch. Also hat man zu viel investiert für die kleine Pistenfläche. 1. Fehler.
Dann hat man den Schlepplift eingestellt, der den skifahrerisch interessantesten Teil beigesteuert hat. Und wundert sich, dass wenige Skifahrer kommen. 2. Fehler.
Die Beschneiung wurde nicht zur Piste am Schlepper gezogen. Sondern die Piste aufgegeben. 3. Fehler.
Man hat Preise für die Skifahrer festgesetzt, die in Anbetracht der eher mühsamen Erreichbarkeit und der Konkurrenz nicht markfähig sind. Samt Parkplatzpreise. 4. Fehler.

Jetzt kommt man zum Schluss, Skifahren sei nicht wirtschaftlich anbietbar und beginnt, es einzustellen. Man verdient im Sommer und an Nicht-Skifahrern im Winter anscheinend genug. Aus meiner Sicht 5. Fehler. Andernorts (Österreich z.B.) werden keine Mühen gescheut, auch im Sommer (nicht nur im Winter) attraktiv für Touristen zu sein und die touristische Infrastruktur möglichst lange über's Jahr gesehen zu nutzen. Die Berchtesgadener bzw. ihr Investor sind klüger und machen es andersrum: sie konzentrieren sich auf den Sommer und Wanderer im Winter und überlassen das Geschäft mit den Skifahrern den anderen, weil sich damit angeblich kein Deckungsbeitrag erwirtschaften lässt. Götschen und Hochschwarzeck sind Auslaufmodelle wegen der niedrigen Höhe, am Jenner könnte man aber noch Jahrzehnte Skibetrieb anbieten. Das Gelände oben würde einen Ausbau zulassen, z.B. auch eine zweite Abfahrt außenrum zur Mittelstation.

Man hat kein regionales Marketing betrieben für Skifahren. 6. Fehler. Dabei hätten Sie dort besonders gute Karten. z.B.
Skifahren + Watzmanntherme
Skifahren + Nationalparkführungen
Skifahren + Salzbergwerk
Skifahren + Dokumentationszentrum
Skifahren + Rodelabend
Skifahren + Einführung Tourengehen
Anfahrt mit Bahn und Bus relativ einfach möglich
Als Ziel für Skilager der Schulen in Südostoberbayern (aber Kinder sind nicht Kunden, die man sich dort wünscht)

Meiner Meinung nach ist man dort vor Ort einfach sehr verwöhnt, denn im Sommer kommen die zahlungskräftigen Kunden bisher von allein. Und es ist kurzfristig risikoärmer und bequemer zu reduzieren und zu sparen als in den Skibetrieb zu investieren.
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GIFWilli59
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von GIFWilli59 »

Theo hat geschrieben: 22.04.2023 - 09:55 der Fehler war keine anständige Beschneiung zu bauen und die nur 30% Skigäste sind die unmittelbare Folge davon.

Da würden im Winter genügend Leute hinfahren zum Skifahren und alle würde gutes Geld damit verdienen, aber eben nur mit Öffnungssicherheit bei den Übernachtungsgästen und offen Pisten bei den Tagesgästen und das gibt es nur bei Vollbeschneiung.
Naja, aber es wurde doch in den letzten Jahren alles beschneit und tentabel war es anscheinend trotzdem nicht.
:?:
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
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judyclt
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von judyclt »

Man hat beschneit, aber eher spät, kurz und halbherzig.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von MaFl »

Wenn ich mich richtig erinnere konnte man in niedriger gelegenen Skigebieten wie Ofterschwang, Lenggries oder dem Sudelfeld in der Weihnachtswoche Skifahren und um Heilig Dreikönig waren die Gebiete eine gute Woche zu. Das ging alles nur dank beherzter Bescheinigung.
Am Jenner ging es überhaupt erst Ende Januar los. Da hatten die anderen schon über 25 Skitage hinter sich. Das ist einfach ein Missmanagement in Berchtesgaden.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von 720° »

Sollten wir nicht die Bergbahn Gesellschaft einladen, sich an der Diskussion und steilen Thesen zu beteiligen? 🤔 Diese Diskussionen von Fachleuten sind echt Mega 👍
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von MaFl »

720° hat geschrieben: 23.04.2023 - 20:29 Sollten wir nicht die Bergbahn Gesellschaft einladen, sich an der Diskussion und steilen Thesen zu beteiligen? 🤔 Diese Diskussionen von Fachleuten sind echt Mega 👍
Sitzen in Bergbahn Gesellschaften solche Brains, als dass der Sport berechtigt wäre?
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von judyclt »

MaFl hat geschrieben: 23.04.2023 - 21:54
720° hat geschrieben: 23.04.2023 - 20:29 Sollten wir nicht die Bergbahn Gesellschaft einladen, sich an der Diskussion und steilen Thesen zu beteiligen? 🤔 Diese Diskussionen von Fachleuten sind echt Mega 👍
...als dass der Sport berechtigt wäre?
Skisport hat immer eine Berechtigung ;)

Am Jenner haben die sich selbst ein Bein gestellt. Millionen investieren - auch in Beschneiung - und dann erst Ende Januar starten.
So wird das nichts. In den Weihnachtsferien muss ein Angebot gesichert sein. Seit das in Winterberg der Fall ist, ist da immer eine top Auslastung. Auch bei Sauwetter.

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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von MaFl »

judyclt hat geschrieben: 24.04.2023 - 20:54
MaFl hat geschrieben: 23.04.2023 - 21:54
720° hat geschrieben: 23.04.2023 - 20:29 Sollten wir nicht die Bergbahn Gesellschaft einladen, sich an der Diskussion und steilen Thesen zu beteiligen? 🤔 Diese Diskussionen von Fachleuten sind echt Mega 👍
...als dass der Sport berechtigt wäre?
Skisport hat immer eine Berechtigung ;)

Am Jenner haben die sich selbst ein Bein gestellt. Millionen investieren - auch in Beschneiung - und dann erst Ende Januar starten.
So wird das nichts. In den Weihnachtsferien muss ein Angebot gesichert sein. Seit das in Winterberg der Fall ist, ist da immer eine top Auslastung. Auch bei Sauwetter.
judyclt hat geschrieben: 24.04.2023 - 20:54
MaFl hat geschrieben: 23.04.2023 - 21:54
720° hat geschrieben: 23.04.2023 - 20:29 Sollten wir nicht die Bergbahn Gesellschaft einladen, sich an der Diskussion und steilen Thesen zu beteiligen? 🤔 Diese Diskussionen von Fachleuten sind echt Mega 👍
...als dass der Sport berechtigt wäre?
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Am Jenner haben die sich selbst ein Bein gestellt. Millionen investieren - auch in Beschneiung - und dann erst Ende Januar starten.
So wird das nichts. In den Weihnachtsferien muss ein Angebot gesichert sein. Seit das in Winterberg der Fall ist, ist da immer eine top Auslastung. Auch bei Sauwetter.
Genau das ist der Punkt und nicht der Klimawandel, das war einfach unglaublich blöd. In St. Johann - ähnlich hochgelegen - war durchgehend Betrieb. Die haben aber in der Woche vor Weihnachten beschneit, als ob es kein Morgen gäbe.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von tobi27 »

snowotz hat geschrieben: 21.04.2023 - 21:40Spontan fällt mit da nur noch vielleicht Zugspitze, Sudelfeld, Spitzing, Balderschwang, Söllereck und Thalkirchdorf ein. Dann wirds schon eng.
In Thalkirchdorf wird man sich wohl früher oder später nur noch auf den Hündle Bereich konzentrieren, die Thaler Lifte hatten in den letzten 5 Wintern 3x überhaupt keinen Betrieb (2x Schneemangel, 1x Corona) und der Schwand Hang läuft inzwischen auch nur noch mit Naturschnee, da die Elektronik der Beschneiungsanlage so marode ist dass man die Betriebserlaubnis verloren hat. Abgesehen davon dass Thalkirchdorf gerade mal auf 740m liegt und man mit der Hündlebahn und der Alpsee Bergwelt bereits zwei Ganzjahresgebiete in direkter Nachbarschaft hat.
Eine Investition in Beschneiung und KSB ist auf der Höhenlage in Kombination mit der Gebietsgröße eher Selbstmord.

Um aufs Thema Jenner zurückzukommen: Schade ums verschwendete Steuergeld, erst teuer investieren und jetzt nach vier Jahren auf Kosten der Allgemeinheit den noch lange nicht abbezahlten Kram einstellen? Lächerlich. Eine 6KSB nur für Rodler betreiben, das ist wie mit nem Humvee zum Bäcker fahren :nein:

Viele Grüße
Saison 2025/26 - Skitage (gesamt 30) bzw. Skigebietsbesuche (gesamt 33): 1*Schwärzenlifte, 1*Sinswang, 3*Söllereck, 1*Oberwilhams, 1*Hochhäderich, 4*Grasgehren, 1*Bödele, 2*Warth-Schröcken, 1*Oberjoch, 1*Mellau-Damüls, 1*Fellhorn-Kanzelwand, 1*Bolsterlang, 1*Ofterschwang-Gunzesried, 5*Neunerköpfle, 1*Füssener Jöchle, 1*Schattwald-Zöblen, 2*Thaler Höhe, 1*Buronlifte, 1*Spieserlifte, 1*Hündle, 1*Adelharz-Breitenstein, 1*Iberg
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von basti.ethal »

Wie ist das denn rechtlich geregelt?
Nachdem wir eine staatliche Förderung erhalten haben, ist der Besitzer verpflichtet, die Anlage mind 20 Jahre zu betreiben.
Andernfalls muss das Fördergeld wieder zurück gezahlt werden.
Wie das allerdings bei Teilbetrieb läuft, ist mir nicht bekannt.
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2x Gurgl, 3x Sölden, 12x Skiarena Silbersattel, 5x DS, 2x Skating, 1x Skitour 3xZillertal
Skisaison 22/23: 34 Skitage
1x HTX, 1x Pitztaler, 1x Gurgl, 1x Sölden, 4x Dolomiti Superski, 2xIschgl, 16x Skiarena Silbersattel, 5x Skating, 3x Skitour
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von Lord-of-Ski »

Persönlich würde ich jetzt hoffen das Hubsi hier ein Exempel statuiert und mal eine ordentliche Ansage raus haut und das Geld zurück fordert, ist schließlich dieses Jahr Wahl in Bayern!
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von bazi1234 »

Habe gerade ein paar Bilder von der letzten Saison angeschaut, und ich muss schon sagen es wahr oft sehr wenig bis nix los.
Ich habe eigentlich immer einen Smalltalk mit dem Personal am Lift gehalten und ein Satz bleibt mir da in Erinnerung: "Du bist heute der erste Skifahrer der kommt, die Pisten sollten perfekt sein".
Und da hatte er absolut recht an dem Tag habe ich meinen Rekord aufgestellt max. 89kmh. ca.5min von ganz oben nach unten. War schon geil so ganz alleine :lol: vor allem weil es ein Traumhafter Tag war.
Hier ein paar Eindrucke von der letzten Saison:
Das war an einem Samstag um 10Uhr
20230218_095706.jpg
20230212_103416.jpg
20230211_101925.jpg
20230211_105024.jpg
20230218_095709.jpg
Mein absoluter Favorit:
Neuschnee und eine frisch gemachte Piste was will man mehr :D
Vielleicht noch gutes Wetter aber dann wäre ich wahrscheinlich nicht alleine gewesen.
20230119_123800.jpg
Ich hoffe einfach das die Betriebsleiter am Jenner die Entscheidung nochmal überdenken. Es war einfach immer so schön am Freitag nach der Arbeit noch 2 oder 3 Stunden Skifahren zu gehen.
Und nur 3min fuß weg von Zuhause zur Talstation ist natürlich auch Luxus.
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basti.ethal
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von basti.ethal »

Da ist halt die Frage was dort falsch läuft.....wenn man andere kleinere Gebiete im Alpenvorland sieht, sind dort ja auch die Gäste.
Entweder sollte man am Marketing oder eben an der Preispolitik was ändern. Das Potential ist ja offensichtlich vorhanden.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von judyclt »

So sehe ich das auch. Anscheinend macht man am Jenner lieber dicht, als über Stellschrauben nachzudenken.
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Re: Neues im Berchtesgadener Land

Beitrag von Dede »

judyclt hat geschrieben: 16.06.2023 - 11:36 So sehe ich das auch. Anscheinend macht man am Jenner lieber dicht, als über Stellschrauben nachzudenken.
"man fokussiert sich auf die Kernkompetenz"
sehe hier aber auch die Politik in der Pflicht. Man kann ja nicht 20% Subventionen verteilen und dann die Lifte stillstehen lassen bzw. ggf sogar wieder weiterverkaufen.

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