Die vorletzte Juniwoche habe ich in Ungarn verbracht, wo ich in Balatonfüred eine Konferenz besucht habe. Nix dagegen, quasi eine Woche Urlaub am Balaton, alles von meinem Arbeitgeber bezahlt, ohne Urlaub nehmen zu müssen
Alles was ich damals geschrieben habe, würde ich auch heute noch unterschreiben. Ausser das mit den 'günstigen Preisen'. Als Warnhinweis für alle Europa/EU/Euro - Skeptiker: die Inflation in HU war im Jahre 2023 jenseits gut und böse, mit ±20% höher als in allen Euro - Staaten. Mikis Senf: gut so, Glück dass sie dort noch keinen Euro haben, ich hoffe dass damit die saublöde Phrase von 'Euro = Teuro' ein für allemal auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet ist. Die haben immer noch den Forint (obwohl lt. Umfragen ±70% der Bevölkerung die Einführung von Euro unterstützen, aber Haupsache ein gewisser Politiker beharrt auf seinen Forint), und trotzdem eine Teuerungsspirale wie kein Land in der Euro - Zone. Immerhin, die Preise sind - wenigstens am Balaton - in etwa so hoch wie bei mir zu Hause, wenigstens kein KulturschockIch war bis vor 3 Jahren nun alles andere als Fan von Ungarn, zu flach fand ich das Land, kaum Berge und die Skigebiete nicht der Rede wert. Ich glaube ich war von 2000 bis 2020 maximal dreimal dort, obwohl auf der Autobahn in weniger als 1 Stunde von Maribor erreichbar. Nun, auf den zweiten Blick beginne ich nach und nach auch an der pannonischen Ebene gefallen zu finden. Im Sommer 2021 haben wir mehrmals die dortigen Thermen besucht, während in Slowenien und Österreich noch 3G - Wahn herrschte, war in Ungarn alles wie gehabt: keine 3G - Kontrollen, keine Masken im Restaurant, Supermarkt etc. Und natürlich keine Grenzer die irgendwas 'kontrollieren' würden. Die günstigen Preise sind natürlich auch kein Nachteil.
B2T: Anfahrt, von Maribor sind es nur 2 Stunden Autofahrt (Autobahn bis zur Grenze, danach flotte Landstrasse, ohne eine einzige Ampel in 70 km
Wirklich nette Strasse, viel entspannter als auf der Autobahn, und vor allem am Anfang ziemlich viel Wald - so stellt man sich Ungarn meistens nicht vor:
So schon eher
Nette Ecke hier, obwohl ich beim Anblick der Gäste unweigerlich an den Ausdruck (den ich persönlich ganz und gar nicht mag) Ostblock denken musste: Ungarn, Tschechen/Slowaken, Rumänen, Ukrainer, Russen (?). Zum Glück auch etliche Deutsche, deshalb gibt es in der Gastronomie auch keine Verständigungsprobleme: mit den jungen spricht man am besten Englisch, bei der mittleren / älteren Generation kommt man eher mit Deutsch durch. Aber - Moment mal: ich habe mir die Nummernschilder der deutschen Autos am Parkplatz angeschaut: Sachsen, S. - Anhalt, Brandenburg. Also doch Ostblock
Egal, nach Ostblock sieht es hier keinesfalls aus, da habe ich in Spanien oder Griechenland schon weitaus schlimmeres gesehen:
In Ungarn mus man doch was typisch ungarisches essen, z. B. Langos mit Käse und Speck
3 Stunden im Thermalsee mussten sein
Nach dem Badespass hatte ich noch eine Autostunde am Nordufer vom Blaton, etwas nerviger wegen den vielen Ortsdurchfahrten, geht aber halbwegs. Beim Anblick des Hotels (vom Konferenzveranstalter gebucht, ich hatte da keien Einfluss) kam mir dann das Wort Ostblock noch ein letztes Mal in den Sinn, war aber drinnen wesentlich besser als von aussen gesehen, und (es war die bisher einzige heisse Woche des Jahres) mit gut funkionierenden Klimaanlage:
Von Balatonfüred und Umgebung (inkl. Halbinsel Tihany), wo ich die folgenden 4 Tage verbracht habe, nun ein paar unkommentierte Fotos:
Anderer Tag, selbe Familie
Zur Abwechslung Hechtfilet in einem der einfachen Restaurants entlang der Promenade:
Am Freitag war die Konferrenz bereits zu Mittag beendet, danach fuhr ich 'auf Umwegen' nach Hause. Eplény liegt zwar nicht am direkten Weg, es waren aber nur 30 km Umweg. Das Skigebiet, btw. das grösste Ungarns, besteht aus einer 4SB, einer DSB, vier SL und ein paar Seilliften:
Siehe auch hier: https://siarena.hu/sipalya-informaciok/siterkep/
Sommerbetrieb mit der 4SB gibt es jeweils Fr, Sa und So, von 10 bis 18 Uhr. Nun, als ich kurz nach Mittag an der Talstation angekommen bin, dreht sich nichts ... was soll das? Aber der Liftmensch sitzt in seiner Kabine, schon besser:
OK, ich hab's begriffen: der Lift bewegt sich nicht, weil es keinen Bedarf gibt, btw. gerade keiner rauf- oder runterfährt. Zuerst muss man im Restaurant, etwa 100 m von der Talstation der 4SB, das Ticket kaufen:
Umgerechnet 6.5 Eur, im Verhältniss zu den 174 m HU passt IMO der Preis:
Blick auf den Lift Nr. 1, der direkt hinter der Terasse startet:
Und jetzt geht es wirklich los, der Liftler schaltet die 4SB extra für mich ein, also kann ich Platz am Sessel nehmen während die Bahn noch steht. Bequemer geht es nicht mehr
Danach wird es flach:
Kurz vor der Bergstation kreuzt man den Kurvenschlepper Nr. 3. Im Hitergrund sieht man auch die Bergstation der DSB:
Obwohl die Bahn im Schneckentempo fuhr, wurde für den Ausstieg nochmals verlangsamt. Inzwischen begeben sogar 2 weitere Gäste zur Talfahrt:
Sehr viel gibt es oben nicht zu tun. Der Imbiss an der Bergstation der DSB schien mit geschlossen zu sein, der kleine Kinderspielplatz interessiert mich nicht mehr / noch nicht
Nochmals Bergstationen DSB und 4SB:
Umlenkscheibe Lift Nr. 2:
Ziemlich viele Kanonen gibt es, die meisten in verschiedenen Blautönen:
... ein paar haben ihre besten Zeiten schon hinter sich
Etwa 50 m von den Bergstationen steht ein kleiner Kilátó, also Aussichtsturm. Gerade hoch genug dass man über den Baumspitzen steht. Die Aussicht war kaum der Rede wert, die Luft (einen halben Tag vor der Ankunft der Wetterfront) diesig, der Himmel milchig, es war auch Saharastaub in der Luft. Mit viel Phantasie konnte man sich einbilden, im Süden den Balaton zu erkennen. Panoramafotos mit der Handycam in solchen Bedingungen zu machen, habe ich nicht einmal versucht. Immerhin war es aber hier oben gerade (noch) nicht heiss, während es am Balaton schwüle > 30 Grad gab, waren es hier eher 25, im Schatten und mit Wind konnte man es gut aushalten:
Nach einer halben Stunde geht es wieder hinunter:
Am nördlichen Ortseingang von Epleny wird man auf originelle Weise begrüsst ... :
... dito am südlichen:
Von der weiteren Heimfahrt nur noch ein paar Fotos aus dem irgendwie nettem Dorf Tapolca. Auf den ersten Blick nocht besonderes ... :
... wäre da nicht ein schöner See, genannt Malom-tó, also Mühlensee, in Ortsmitte:
Noch eine letzte Pause in Lenti, knapp vor der slowenischen Grenze noch die letzte Gelegenheit, bei einer 'Pizza Ungherese' ein paar HUF loszuwerden. Hier spricht die Bedienung sogar halbwegs slowenisch, oder wenigstens medžimurisch (Dialekt der nordwestlichsten Region Kroatiens, mit den ostlowenischen Dialekten näher verwandt als mit der kroatischen - oder slowenischen - Schriftsprache)
Gerade als ich fertig war, fielen schon die ersten Regentropfen vom Himmel. Damit war nicht nur meine erste Urlaubswoche ... nee, sorry, Konferenz