Daraus könnte man ableiten, dass in jedem Naturpark eine bestimmte Quote an Schigebieten vorhanden sein müsste, um die Verwaldung zu verhindern....Die frühere Skipiste auf dem Pfarrboden in Annaberg zeigt das Problem. Büsche und Bäume wachsen auf, die Wiese verschwindet immer mehr – ein Trend, der sich im ganzen Naturparkgebiet seit vielen Jahren fortsetzt.
Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
- gerrit
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Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
https://noe.orf.at/stories/3219673/
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Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Genau das beobachte ich seit Jahrzehnten im Mittelgebirge, genauer gesagt zwei verschiedene Szenarien:
- Wo im Mittelgebirge in den 1960er Jahren ein Skigebiet in forstlich genutzte Waldgebiete gebaut wurde, finden sich tiefer im bewaldeten Bereich keine Wirbeltiere, kaum sichtbare Insekten und keine bodendeckenden Pflanzen. Am Boden totholzzersetzende Pilze und sicherlich Mikroorganismen, sonst nichts. (In einem lichten Naturwald wird das anders aussehen.) Auf der offenen Skipiste und am Waldrand dagegen viele Blumen und Gräser, eine große Zahl an Insekten, viele Vogelarten, Füchse, Rehe, Spuren von Wildschweinen etc. - ein Lebensraum mit deutlich wahrnehmbarer Artenvielfalt. Aber Skipisten sind ja böse und Wald ist gut.
- Wo im Mittelgebirge in den 1970er Jahren die Weidewirtschaft auf offenen Flächen aufgegeben wurde, setzt umgehend die Verbuschung ein. Wo die nicht gestoppt wird, entsteht Wald. Gemäß Presseberichten gibt es aus diesem Grund heute in Deutschland wesentlich mehr Wald als noch 1960/1970 (Quelle und Zahlen liegen mir gerade nicht vor, sollte aber einfach zu finden sein). Genauso verhält es sich natürlich mit aufgegebenen Skipisten. Als Gegenmittel haben sich die Wiedereinführung extensiver Landwirtschaftsmodelle und die Beweidung durch extra für diesen Zweck eingerichtete, große Ziegenherden etabliert, die von Fläche zu Fläche transportiert werden. Teilweise entstanden Kulturvereine, deren Zweck es ist, Verbuschung zu stoppen. Deren Mitglieder laufen mehrfach jährlich über die zu erhaltenden Flächen und schneiden Büsche und Bäume heraus.
Letzteres wird man in Annaberg und im Naturpark Ötscher auch einführen müssen, wenn man die offenen Flächen erhalten möchte. Wandergäste kommen nur dorthin, wo man Aussicht hat und nicht nur stumpf durch den Wald trabt.
- Wo im Mittelgebirge in den 1960er Jahren ein Skigebiet in forstlich genutzte Waldgebiete gebaut wurde, finden sich tiefer im bewaldeten Bereich keine Wirbeltiere, kaum sichtbare Insekten und keine bodendeckenden Pflanzen. Am Boden totholzzersetzende Pilze und sicherlich Mikroorganismen, sonst nichts. (In einem lichten Naturwald wird das anders aussehen.) Auf der offenen Skipiste und am Waldrand dagegen viele Blumen und Gräser, eine große Zahl an Insekten, viele Vogelarten, Füchse, Rehe, Spuren von Wildschweinen etc. - ein Lebensraum mit deutlich wahrnehmbarer Artenvielfalt. Aber Skipisten sind ja böse und Wald ist gut.
- Wo im Mittelgebirge in den 1970er Jahren die Weidewirtschaft auf offenen Flächen aufgegeben wurde, setzt umgehend die Verbuschung ein. Wo die nicht gestoppt wird, entsteht Wald. Gemäß Presseberichten gibt es aus diesem Grund heute in Deutschland wesentlich mehr Wald als noch 1960/1970 (Quelle und Zahlen liegen mir gerade nicht vor, sollte aber einfach zu finden sein). Genauso verhält es sich natürlich mit aufgegebenen Skipisten. Als Gegenmittel haben sich die Wiedereinführung extensiver Landwirtschaftsmodelle und die Beweidung durch extra für diesen Zweck eingerichtete, große Ziegenherden etabliert, die von Fläche zu Fläche transportiert werden. Teilweise entstanden Kulturvereine, deren Zweck es ist, Verbuschung zu stoppen. Deren Mitglieder laufen mehrfach jährlich über die zu erhaltenden Flächen und schneiden Büsche und Bäume heraus.
Letzteres wird man in Annaberg und im Naturpark Ötscher auch einführen müssen, wenn man die offenen Flächen erhalten möchte. Wandergäste kommen nur dorthin, wo man Aussicht hat und nicht nur stumpf durch den Wald trabt.
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Um genau diese Verbuschung und/oder Verwaldung zu verhindern, werden mancherorts auch Tiere eingesetzt, wie zum Beispiel am ehemaligen Truppenübungsplatz in Erlangen. Da verhindert seit Jahren eine Urpferd-Herde, dass zu viel wächst.
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Ist das nicht auch eine Aufgabe der klassischen Almwirtschaft in den Bergen?srj hat geschrieben: 16.08.2023 - 14:23 Um genau diese Verbuschung und/oder Verwaldung zu verhindern, werden mancherorts auch Tiere eingesetzt
Genieße den Winter solange es ihn noch gibt
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Ja, für die Biodiversität ist Grünland gut, aber in Anbetracht des Klimawandels werden wir noch um einiges mehr an Wald brauchen.
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Könnte man meinen, ist aber so nicht der Fall.Spezialwidde hat geschrieben: 16.08.2023 - 18:01Ist das nicht auch eine Aufgabe der klassischen Almwirtschaft in den Bergen?srj hat geschrieben: 16.08.2023 - 14:23 Um genau diese Verbuschung und/oder Verwaldung zu verhindern, werden mancherorts auch Tiere eingesetzt
Wenn durch die Aufgabe der Berglandwirtschaft neue ( früher waren sie es vielleicht schon ein mal ) Waldflächen entstehen kann dieser wald auch eine Schutzfunktion haben. Damit, zumindest so lange wie noch Schnee fällt, neue Waldfläche entstehen kann darf es aber nicht zu steil sein oder es muss oberhalb schon Schutzwald haben.
Das mähen und beweiden von steileren Flächen bringt aber den Vorteil dass auf diesen Flächen sich der Schnee viel besser hält als auf Flächen wo wegen der Steilheit kein Wald wachsen kann, dafür aber viel altes Gras ist und dieses ist meist viel viel glatter und der Schnee hält schlechter.
Warum wächst wenn es zu steil ist auf freier Fläche kein Wald? Ganz einfach: Bäume wachsen zwar schon, werden aber durch die regelmässig bis auf Grund gehenden Lawinen immer wieder zerstört.
Dann kommt noch ein ganz anderes Thema zur Berglandwirtschaft dazu. Dieser Faktor hat vier Beine und sein Name hat vier Buchstaben. So lange sich dieser Faktor weiter ausbreitet wird die Berglandwirtschaft schritt für schritt weiter und schneller zurück gehen und irgendwann ihre gewünschte Aufgabe nicht mehr erfüllen können.
Ob man in dem im Artikel genannten Fall überhaupt was unternehmen muss ist fraglich. Wenn die Gegebenheiten keinen Naturparkstatus mehr zulassen muss man halt die Konsequenzen ziehen und der Region diesen Status eben wieder entziehen. Der Naturpark wurde dann halt eben von der Natur selber aufgefressen. Gibt es etwas natürlicheres?
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Du bist Schweizer. In der Schweiz hat die Landwirtschaft einen privilegierten Status.
In der EU sieht das schon etwas anders aus.
Finanziell ist die alpine Landwirtschaft ein sehr teures und Zeit intensives Hobby. Wer soll sich das in Zukunft noch antun? Die die Geld haben, haben keine dafür Zeit. Die, die Zeit haben, haben kein Geld dafür.
In der EU sieht das schon etwas anders aus.
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Kenne das Problem aus dem Sauerland, wo es einige geschützte Heideflächen gibt.
Dort wachsen auch viele kleine Bäume drin, die das Skifahren mehr und mehr verunmöglichen.
Auf manchen Flächen sorgen allerdings Schafe dafür, dass der Wald nicht die Oberhand gewinnt.
Dort wachsen auch viele kleine Bäume drin, die das Skifahren mehr und mehr verunmöglichen.
Auf manchen Flächen sorgen allerdings Schafe dafür, dass der Wald nicht die Oberhand gewinnt.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
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Re: Wald frisst Naturpark Ötscher-Tormäuer (Beispiel Skipiste Pfarrboden)
Der mit den vier Buchstaben sollte Vegetarier werden
Blöderweise werden die jungen Bäume verbissen, wo sie wachsen sollen und woanders wuchert alles zu. Auf Skigebiete als Lösung bin ich noch gar nicht gekommen. Leider je nach Höhenlage auch kein Zukunftsmodell.