Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

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CrystalMountain
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Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von CrystalMountain »

Ein Massenandrang von Bergsteigern, die über den Höllentalsteig auf die Zugspitze klettern wollten, hat zeitweise zu Wartezeiten von bis zu 3 Stunden geführt. Grund waren viele eher unerfahrene Gipfelstürmer, die Probleme bei der Überwindung der "Randkluft" hatten, dem Übergang vom Gletscher zum Fels.

https://www.t-online.de/leben/reisen/de ... eiten.html

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Tri_Line
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Tri_Line »

:aerger: Wenn man etwas nicht kann, dann sollte man es erst üben :nixweiss: .Skifahren lernt man ja auch nicht auf der schwarzen Piste.


Normalerweise gibt es das ja nur am Mount Everest etc. ,oder?
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albe-fr
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von albe-fr »

Tri_Line hat geschrieben: 26.08.2023 - 20:20 Skifahren lernt man ja auch nicht auf der schwarzen Piste.
wobei hier eher der Vergleich mit einer roten Piste angebracht wäre.
Tri_Line hat geschrieben: 26.08.2023 - 20:20 Normalerweise gibt es das ja nur am Mount Everest etc. ,oder?
normalerweise greift es die Presse nur auf wenn es dort passiert, sowas ist auf Modetouren, egal ob Kletterroute, Klettersteig, Ski- oder Hochtour durchaus üblich. Im Zweifel hilft frueh dran und dann schnell sein.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Jensibua »

Also, an eine kleine Warteschlange vor der Randkluft kann ich mich bei meinem Aufstieg über das Höllental auch erinnern. Die Wartezeit war aber nicht so lang. Das war 1983...
ThomasK
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von ThomasK »

CrystalMountain hat geschrieben: 26.08.2023 - 19:42 Ein Massenandrang von Bergsteigern, die über den Höllentalsteig auf die Zugspitze klettern wollten, hat zeitweise zu Wartezeiten von bis zu 3 Stunden geführt. Grund waren viele eher unerfahrene Gipfelstürmer, die Probleme bei der Überwindung der "Randkluft" hatten, dem Übergang vom Gletscher zum Fels.

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Ich bin ja auch schon etliche Male über das Höllental auf die Zugspitze gegangen.

Das Problem ist einfach, dass die Bedingungen auf dem Höllentalferner so stark schwanken. Mal ist es so, dass man völlig problemlos ohne Steigeisen über den Gletscher gehen kann und der Gletscher direkt am Fels anliegt, sodass die Breite der Randkluft Null ist und man ohne Probleme vom Gletscher aus die Seile des Klettersteigs erreichen kann.

Es kann aber auch passieren, dass die Lücke von einem Meter oder auch 1,5 Meter beträgt und man dann vom Gletscher aus direkt zu den Halteseilen und Stufen abspringen muss.

Da ich nie Bergsteigerausrüstung - von meinen normalen Bergschuhen einmal abgesehen - dabei habe, muss man sich dann beim 1,5-Meter-Sprung sehr gut konzentrieren damit man dann gleich die Stufen des Klettersteiges ergreifen kann.

Meiner Ansicht nach ist es dringend erforderlich, dass man den bestehenden Klettersteig, der an der Randkluft auf 2480 m Seehöhe beginnt, einfach um den Höllentalferner verlängert und ihn dann auf das Geröllfeld unterhalb des Höllentalfernes bei etwa 2250 m Seehöhe wieder auf den Normalweg einmünden lässt.

Zuständig für die Genehmigung ist die Gemeinde Grainau.

Die Zugspitze IST ein Touristenberg und es ist meiner Meinung nach hochgradig unverantwortlich, den Klettersteig nicht um den Höllentalferner zu verlängern.

ENTWEDER man macht es so wie Zermatt und verzichtet auf einen Klettersteig zwischen Hörnlihütte und Matterhorn, weil man Bergwanderer nicht auf dem Gipfel des Matterhorns sehen will.
ODER aber man akzeptiert, dass die Zugspitze - anders als das Matterhorn - ein Touristenberg ist, sodass man den Klettersteig vollständig baut.
Was meiner Meinung nach NICHT geht, ist die aktuelle Situation, bei der man den Klettersteig zu 90 % baut und man dann auf die letzten 10 % verzichtet mit dem völlig bescheuerten Argument, dass man die Zugspitze nicht verschandeln will und auch nicht so viele Menschen auf der Zugspitze haben will und den Leuten bewusst sein sollte, dass sie sich im Hochgebirge befinden.

Das Argument mit dem Hochgebirge ist alleine schon deshalb völlig irrwitzig, weil jedem klar ist, dass man von Hammersbach aus 2300 Höhenmeter gehen muss, wenn man auf die Zugspitze gehen will. 2300 Höhenmeter Anstieg ist logischerweise kein Mittelgebirge mehr.

Einmal musste ich umkehren, aber schon an der Gletscherzunge des Höllentalferners, da der ganze Schnee weg war und alles Blankeis war. Ich ging mit meinen Bergschuhen ein paar Meter auf den Gletscher und flog dann auf die Fresse, sodass ich umkehren musste.

Das Problem ist auch, dass an der Höllentalangerhütte IMMER vor Blankeis gewarnt wird, selbst wenn man ohne Probleme durch den Schnee ohne Steigeisen gehen könnte. Das spricht sich natürlich herum, sodass die Leute diese Hinweise nicht mehr ernst nehmen.

Für die Leute, die an der Randkluft stehen, habe ich volles Verständnis. Wenn über-über-vorsichtig gewarnt wird, dann versucht man es eben so und macht die Probe auf das Exempel.

________________

Ich kann übrigens jedem die Bergtour von Garmisch-Partenkirchen über Hammersbach und das Höllental auf die Zugspitze empfehlen. Das ist eine großartige Bergtour. Man findet sehr viel internationales Publikum auf dem Klettersteig. Man hört Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und jede Menge slawischer Sprachen. Manchmal kommen auch ostasiatische Sprachen dazu.

Wer Lust hat, kann dann am Nachmittag über das Reintal nach Garmisch-Partenkirchen zurückgehen. Meistens fahre ich dann mit dem Zug um 22.07 Uhr ab Garmisch-Partenkirchen nach München zurück.

Das Tolle beim Höllental ist, dass einem die ganzen Fahrradfahrer erspart bleiben. Da gibt es nur Fußgänger und das ist gut so.

Die schönste Stelle ist meiner Meinung nach die obere Irmerscharte auf einer Seehöhe von 2772 m. Dann öffnet sich schlagartig der Blick nach Westen und auf einen Schlag sieht man den Eibsee, 1800 Höhenmeter unter sich liegen. Von der oberen Irmerscharte hat man einen großartigen Blick auf die gesamte Trasse der Seilbahn Zugspitze.

Gäbe es eine Umfrage "Was ist der schönste Platz von ganz Deutschland?" dann wäre bei mir die obere Irmerscharte ein heißer Kandidat für den ersten Platz. Hier im Video sieht man sie mit Ausblick auf die Bergstation der Seilbahn Zugspitze. Im Video steht der Filmer von 18:37 bis 19:04 auf der oberen Irmerscharte und hat einen großartigen Ausblick auf die Seilbahn Zugspitze.

https://youtu.be/RIR56zB95kA?si=V6jW5G0ESzmUYygr&t=1117

An der oberen Irmerscharte beginnt dann der Endspurt und je nach Kondition ist man dann in ca. 20 - 25 Minuten auf der Zugspitze.
valdebagnes
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von valdebagnes »

ThomasK hat geschrieben: 27.08.2023 - 02:38
Da ich nie Bergsteigerausrüstung - von meinen normalen Bergschuhen einmal abgesehen - dabei habe, muss man sich dann beim 1,5-Meter-Sprung sehr gut konzentrieren damit man dann gleich die Stufen des Klettersteiges ergreifen kann.
tja, jedem sei sein eigenes Risiko gegönnt.
Vielleicht sollte man dort gleich noch einen Mitarbeiter anstellen, der einem die Hand reicht, oder gegen Zusatzgebühr gleich ganz hinauf trägt.

Ich kann deine Argumentation ja grundsätzlich nachvollziehen, aber das ist eine Spirale ohne Ende.
Wenn man diese 10% dann noch touristengerecht ausbaut, kommt der nächste und argumentierte, das man noch Treppen braucht weil es genug Touristen gibt, die nur Turnschuhe dabei habe.
Bis zum Flip-Flop geeigneten Weg.

Was unserer Gesellschaft immer mehr abhanden kommt ist die Eigenverantwortung für das eigene Handeln einzustehen.
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Kris
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Kris »

Bin ja oft positiv überrauscht, wie normal traditionell in Bayern die alpinen Klettersteige noch sind, bzw. sein dürfen.
Es hat sich hier in den letzten 40 Jahren kaum etwas geändert.

Während zB in Italien viele Klettersteige ganz neu aufgebaut wurden. Mit knallhart gespannten feuerverzinkten Seilen, feuerverzinkten Befestigungsstreben. Deren Abstände werden auf eine Normweite verkürzt, es ist ein ständiges Umhängen erforderlich. Jeder Abschnitt trägt eine Nummernplakette zur Identifikation. Ehemals normale seillose Abschnitte wurden ebenso mit Seil versehen. Das hart gespannte Seil verläuft stets im gleichen Abstand nah am Felsen, so dass man sich stets zu diesem bücken muss zur Handführung.

Bei der Trittausrüstung verhält es sich tw. noch ärger: Ehemals mit sporadischen Eisenstäben oder Bügeln aller Art normal ausgestattetes oder ganz freies Felsgelände wurde mit unzähligen kleinen homogenen Podesten (feuerverzinkt) versehen. So dass man aufpassen muss, nicht über diese zu stolpern wegen der hohen Dichte. Die Podeste (manchmal mit angeschweißter Antirutschplatte drauf) oder Klammern sind alle gleich, da ist nichts mehr mit verschiedenen Epochen und impliziter Abwechslung.

War neulich in der Brenta, das wurde dort mittlerweile komplett neu überarbeitet, ist schon recht unangenehm. Es fühlt sich an, wie als Dackel an der Leine gehen zu müssen. Konsequenz ist übrigens, dass sich viele nicht mehr einhängen weil zu nervig. Ein Handlauf, mehr nicht.
Denn mit dem vielen Bling-Bling ist das Bergerlebnis einfach dahin. Das Pendant zur homogenisierten Pistenautobahn, oder zum 8er KSB-Sessel mit Bubble und Poheizung sozusagen.

AT ist auch nicht viel anders, zumindest bei den für Tourismusvereine angelegten Steigen. Viele alte Steige wurden banalsaniert. Haushaltsleitern vom Baumarkt nicht unähnlich.

In BY hingegen: locker! War letzte Woche wieder positiv überrascht ...
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Bergfan »

valdebagnes hat geschrieben: 27.08.2023 - 09:31
Bis zum Flip-Flop geeigneten Weg.

Den gibt es, sogar in dreifacher Ausführung.

Beweis (bei minus 3 Grad):
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Theo »

Da kommen aber jetzt halt auch ein paar Dinge zusammen.
Dass immer vor Blankeis gewarnt wird ist sicher nicht gut und zwar aus dem angesprochenen Grund.
Die offizielle Homepage der Tourismusregion ist hingegen wieder viel zu lasch, denn alpine Erfahrung nötig und Klettersteigausrüstung empfohlen ist für die derzeitigen Verhältnisse schlicht zu wenig.
Dass Problem ist halt derzeit wohl dass die Randkluft über 2 Meter hat und unterhöhlt ist so dass nicht die ganze Mannschaft auf der Kante stehen kann, sowie dass die untersten Tritte höher liegen als die Gletscherkante, lediglich das Seil geht tiefer. Mit rüber springen geht es also sicher nicht mehr.
Jetzt braucht mal also alpine Ausrüstung welche beim hochgehen schwer im Rucksack wiegt und die Handhabung dieser Ausrüstung sowie alpine Erfahrung sind nun Grundvoraussetzung und unabdingbar.
Ausrüstungstechnisch schauen die wo da zuoberst stehen soweit man erkennen kann zwar nicht so schlecht aus, aber eben wenn nun wichtige Ausrüstung nicht dabei ist dann wird es halt schwierig.
Wichtig ist halt dass man in solchen Situationen dass man einander hilft bevor man weiter geht und gegebenenfalls auch mal etwas von der eigenen Ausrüstung, falls es für eine eigenes weiter kommen entbehrlich ist, für die anderen zurück lässt.
Ob man ausbauen soll oder nicht will ich nicht beurteilen, dass ist ein anderes Thema. Falls man das macht geht es sicher einfacher als vorgeschlagen, da es sich ja um eine räumlich sehr eingegrenzte Problemstelle handelt.

Tja, uns sonst sind dass dann immer noch die Berge. Wenn man nicht mehr weiter kommt dreht man eben um.

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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Tri_Line »

Bergfan hat geschrieben: 27.08.2023 - 11:57
valdebagnes hat geschrieben: 27.08.2023 - 09:31
Bis zum Flip-Flop geeigneten Weg.

Den gibt es, sogar in dreifacher Ausführung.

Beweis (bei minus 3 Grad):
Zum Glück gibt es die Seilbahn. Sonst würde der nicht da stehen ;D.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Bergwanderer »

Wenn ich das hier so lese, hat diese Route auf die Zugspitze nur noch wenig mit Bergsteigen zu tun. Mir fällt da der Begriff "Modegipfel" ein.
Zum Glück bieten die Alpen genug andere, großartige und ruhigere Berge für ein schönes Bergerlebnis in beeindruckender Natur.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Kris »

Bergwanderer hat geschrieben: 27.08.2023 - 13:01 Wenn ich das hier so lese, hat diese Route auf die Zugspitze nur noch wenig mit Bergsteigen zu tun. Mir fällt da der Begriff "Modegipfel" ein.
Zum Glück bieten die Alpen genug andere, großartige und ruhigere Berge für ein schönes Bergerlebnis in beeindruckender Natur.
Der Weg durch das Höllental zur Zugspitze ist schon sehr spannender: zunächst durch die Klamm, dann immer weiter hinauf, über den großen deutschen Gletscher, immer noch tief von Bergflanken eingeschlossen, dann über den Klettersteig die Wand entlang hinauf zum Bergrücken, irgendwann öffnet sich das große Panorama, und plop, steht man schon oben im Rummel der Seilbahntouristen. Hat schon was.

Bin es damals gegangen um Bilder von der Bergung der Kabine der Zugspitzbahn zu machen, nachdem der Rettungswagen in diese hineingefahren war. Es waren am Gletscher vielleicht fünf weitere Seelen unterwegs zu der Zeit. Glaube es war im September.

Die Warteschlange bildet sich wohl in der Hauptsaison zu gewisser Zeit genau dann, wenn der Tross nach dem Frühstück im Höllentalangerhaus aufbricht, und sich mehr oder weniger synchron den Weg raufwindet bis zum großen Eis. Eine Stunde früher aufbrechen, oder drei Stunden später, und man dürfte am Gletscher wahrscheinlich ziemlich alleine sein...?


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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von ThomasK »

Theo hat geschrieben: 27.08.2023 - 12:44 (...)
Ob man ausbauen soll oder nicht will ich nicht beurteilen, dass ist ein anderes Thema. Falls man das macht geht es sicher einfacher als vorgeschlagen, da es sich ja um eine räumlich sehr eingegrenzte Problemstelle handelt. (...)

Der Witz ist ja, dass man, wenn man von Hammersbach auf die Zugspitze geht, nicht nur über einen Klettersteig geht, sondern über drei Klettersteige.

In Hammersbach (748 m), das in Grainau eingemeindet ist, geht man, wenn man aus der Zahnradbahn aussteigt, zunächst auf einer Forststraße los, die an der Talstation der Materialseilbahn, über die die Höllentalangerhütte versorgt wird, endet. Danach beginnt ein normaler Bergwanderweg, der sich kurz vor den Klammeingangshütte der Höllentalklamm teilt. Entweder man geht durch die Höllentalklamm oder aber über den Stangensteig, der über die Höllentalklamm u.a. über die Eiserne Brücke hinüberführt. Hier steht der Youtuber, der über den Stangensteig geht, auf der Eisernen Brücke und guckt in die Höllentalklamm.

https://youtu.be/4tfMlrNdps4?si=Cr0eZL9HndJHV2Oo&t=29

Sowohl der Weg durch die Höllentalklamm als auch der Stangensteig sind bestens gesichert.

Ich gehe fast immer den Stangensteig, auch wenn dadurch ca. 120 - 150 Höhenmeter Gegensteigung anfallen.

Auch wenn der Stangensteig ein bestens gesicherter und ungefährlicher Klettersteig ist, passieren dort Unfälle. Vor einigen Jahren ist dort ein Schüler abgerutscht und war nach dem Sturz in die Klamm sofort tot.

An der Höllentalangerhütte (1381 m) entscheidet sich dann, wie es weitergeht. Viele gehen auf einem normalen Wanderweg zum Kreuzeck (1652 m) und haben dort die Möglichkeit mit der 2S-Bahn zurückzufahren. Manche gehen von der Höllentalangerhütte aus entweder über das Hupfleitenjoch oder auch über die Rinderscharte zum Osterfelder (2057 m) und fahren von dort aus mit der Osterfelderbahn (Alpspitzbahn) einer 80-PB mit 3813 m Länge und 1287 m Höhendifferenz ins Tal zurück. Wieder andere gehen von der Höllentalangerhütte über das Matheisenkar zur Alpspitze (2628 m). Wer auf die Zugspitze (2962 m) oder zur Riffelscharte (2161 m) will, geht über die hölzerne Brücke, die über den ausgetrockneten Bach führt, weiter.

Jetzt beginnt ein normaler Bergweg; nach einer guten halben Stunde Gehzeit zweigt der Weg zur Riffelscharte nach rechts ab und zur Zugspitze geht es nach links. Auf dem Felsen ist ein Doppelpfeil mit den beiden Enden Z <-> R angeschrieben.

Jetzt beginnt für die Zugspitzgeher der zweite Klettersteig. Er durchquert das Brett. Das wird mit Hilfe von Leitern und Quersprossen nebst Halteseil erreicht.

https://youtu.be/T_0LXB3XMR0?si=K9qZEyX1_TPGY1LW&t=7

Hier im Video ist die eigentliche Querung zu sehen. Die Leiter selbst befindet sich etwas weiter unten. Das alles spielt sich auf einer Seehöhe von ca. 1700 m ab, also weit unterhalb des dritten Klettersteiges. Im Video selbst ist ab 0:52 die Riffelscharte (2161 m) zu sehen. Von der Riffelscharte kann man an der anderen Seite zur Haltestelle Riffelriss (1638 m) der Zahnradbahn weitergehen.

Nach dem zweiten Klettersteig geht man weiter am großen Felsklotz vorbei und schwingt sich auf den Grünen Buckel. Jetzt ist man auf etwa 2000 m Seehöhe. Danach geht es peu a peu durch eine Sandreiße weiter aufwärts bis man auf einer Seehöhe von etwa 2250 m - 2280 m auf die Gletscherzunge des Höllentalferners trifft.

Nun überquert man den Höllentalferner und erreicht dann an der Randkluft bei einer Seehöhe von 2480 m den dritten Klettersteig, der über die Irmerscharte (2660 m), die obere Irmerscharte (2772 m) bis zur Zugspitze (2962 m) führt.

So und das ist jetzt der Knackpunkt.

In Zermatt ist man absolut konsequent und sagt, dass für Freizeitwanderer ohne Bergausrüstung an der Hörnlihütte bzw. 30 Höhenmeter oberhalb der Hörnlihütte Schluss ist. Ab dort haben nach Zermatter Auffassung Freizeitwanderer nichts mehr zu suchen, weswegen es keinen Klettersteig auf das Matterhorn gibt. Auch für mich ist dann Schluss, denn gäbe es auf das Matterhorn einen Klettersteig, dann wäre ich schon längst oben gewesen.

In Grainau ist man jedoch inkonsequent. Man kann nicht mit drei Klettersteigen alles sichern, aber dann an der entscheidenden Stelle, die sich zudem witterungsbedingt immer wieder ändert, einsparen.

Wie man am Foto, das im ersten Posting dieses Threads verlinkt ist, erkennen kann, wäre es überhaupt kein Problem am Waxensteinkamm entlang die 200 Höhenmeter um den Höllentalferner herum auch noch zu sichern, so wie man das beim zweiten Klettersteig, also dem Brett, auch gemacht hat.

Diese Inkonsequenz ist sehr gefährlich.

____________________


Das Allergefährlichste am Höllentalklettersteig ist aber, wenn man ins Gewitter kommt. Dann hat man in der Tat ein echtes Problem.

Hier gilt folgende Regel, die den Neulingen von den Erfahrenen eingeprägt wird: Befindet man sich bei Beginn des Unwetters unterhalb der Randkluft, also auf maximal 2480 m Seehöhe, dann kehrt man um, um zur Höllentalangerhütte (1381 m) zurückzukehren, auch wenn es sehr ätzend ist bei tosendem Sturm die 1100 Höhenmeter zurückzugehen. Befindet man sich bei Beginn des Unwetters jedoch oberhalb der Randkluft, also höher als 2480 m Seehöhe, dann ist es für die Umkehr zu spät. Dann ist es in der Tat das kleinere Übel die letzten 500 Höhenmeter bis zur Zugspitze (2962 m) durchzuziehen, weil dort die Seilbahn wartet. Wenn die letzte Seilbahn weg ist, dann kann man immer im Münchner Haus auf dem Zugspitzgipfel übernachten. Bei Überfüllung setzt man sich dann die ganze Nacht auf den Fußboden.

Der Hüttenwirt steht auch in Kontakt mit der Bayerischen Zugspitzbahn. Wenn alle Stricke reißen und bei einer Komplettüberfüllung gar nichts mehr geht, dann fährt die Bayerische Zugspitzbahn im Notfall außerhalb der Betriebszeiten auch nachts, um die Leute ins Tal zu bringen. Um vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen die Genehmigung zu bekommen auch nachts fahren zu dürfen, war es notwendig, die Seilbahn Zugspitze mit starken Scheinwerfern auszustatten, um im Notfall in der Nacht die ganze Trasse ausleuchten zu können. Außerdem bekamen die beiden Kabinen Scheinwerfer, wobei wie bei einem Straßenfahrzeug zwei weiße Lichter in Fahrtrichtung und zwei rote Lichter in Gegenrichtung installiert wurden.

Die Bergbahnen helfen sich auch gegenseitig. Als beispielsweise einmal bei Nachtfahrten die Tiroler Zugspitzbahn ein Problem hatte und nicht mehr fahren konnte, hat die Tiroler Zugspitzbahn die Bayerische Zugspitzbahn informiert. Die Bayerische Zugspitzbahn hatte schon längst Dienstschluss, aber für die Tiroler Zugspitzbahn nahm man dann mitten in der Nacht die Seilbahn Zugspitze in Betrieb und brachte die Leute ins Tal. Am Eibsee standen dann auch Busse, die die Fahrgäste nach Ehrwald brachten.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Spezialwidde »

Kris hat geschrieben: 27.08.2023 - 14:50
Die Warteschlange bildet sich wohl in der Hauptsaison zu gewisser Zeit genau dann, wenn der Tross nach dem Frühstück im Höllentalangerhaus aufbricht, und sich mehr oder weniger synchron den Weg raufwindet bis zum großen Eis. Eine Stunde früher aufbrechen, oder drei Stunden später, und man dürfte am Gletscher wahrscheinlich ziemlich alleine sein...?
Mitte/Ende August ist dort erfahrungsgemäß immer die Hölle los wenn Bayern und BaWü sich im Zentrum der Sommerferien befinden und die letzte längere Schönwetterperiode des Bergsommers ansteht. Da entscheiden sich viele dann spontan für eine Tagesreise. Jetzt nach der letzten Wärmeperiode werden die Tage wieder zu kurz und es wird da oben wieder richtig zapfig, da haben dann einfach zu viele Leute dieselbe Idee...Nur so heftig wie dieses Mal ist es schon selten. Wenn halt zu viele Bremsklötze dabei sind läppert sich die Wartezeit.
Genieße den Winter solange es ihn noch gibt
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von zonk »

Kris hat geschrieben: 27.08.2023 - 14:50
Bergwanderer hat geschrieben: 27.08.2023 - 13:01 Wenn ich das hier so lese, hat diese Route auf die Zugspitze nur noch wenig mit Bergsteigen zu tun. Mir fällt da der Begriff "Modegipfel" ein.
Zum Glück bieten die Alpen genug andere, großartige und ruhigere Berge für ein schönes Bergerlebnis in beeindruckender Natur.
Der Weg durch das Höllental zur Zugspitze ist schon sehr spannender: zunächst durch die Klamm, dann immer weiter hinauf, über den großen deutschen Gletscher, immer noch tief von Bergflanken eingeschlossen, dann über den Klettersteig die Wand entlang hinauf zum Bergrücken, irgendwann öffnet sich das große Panorama, und plop, steht man schon oben im Rummel der Seilbahntouristen. Hat schon was.

Bin es damals gegangen um Bilder von der Bergung der Kabine der Zugspitzbahn zu machen, nachdem der Rettungswagen in diese hineingefahren war. Es waren am Gletscher vielleicht fünf weitere Seelen unterwegs zu der Zeit. Glaube es war im September.

Die Warteschlange bildet sich wohl in der Hauptsaison zu gewisser Zeit genau dann, wenn der Tross nach dem Frühstück im Höllentalangerhaus aufbricht, und sich mehr oder weniger synchron den Weg raufwindet bis zum großen Eis. Eine Stunde früher aufbrechen, oder drei Stunden später, und man dürfte am Gletscher wahrscheinlich ziemlich alleine sein...?
Bin mal um 4 in hammersbach los, um 9 am Gipfel gewesen. Und mal um 9 los und um 14 Uhr oben gewesen. Beides recht ordentlichen Schrittes. Aber der war vor allem in letzterem Fall notwendig, weil den ganzen Berg ablaufen, darauf hatte ich auch keine Lust. Aber zum punkt:es war in beiden Fällen nix los, weil einmal sehr früh, einmal sehr spät
Zuletzt geändert von TPD am 29.08.2023 - 18:49, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Bilder aus Zitat entfernt. Bitte Zitate sinnvoll einsetzen, damit der Lesefluss nicht unnötig gestört wird.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Bergfan »

ThomasK hat geschrieben: 27.08.2023 - 15:58

Auch wenn der Stangensteig ein bestens gesicherter und ungefährlicher Klettersteig ist, passieren dort Unfälle. ...

Wie oft bist du den Klettersteig namens "Stangensteig" schon hinaufgeklettert?

ThomasK hat geschrieben: 27.08.2023 - 15:58

...wäre es überhaupt kein Problem am Waxensteinkamm entlang die 200 Höhenmeter um den Höllentalferner herum auch noch zu sichern,

Einfacher wäre doch eine 3S-Bahn vom Höllentalanger bis zum Gletscher-Resteis und von dort eine unterirdische Standseilbahn bis auf die Zugspitze. :D :D :D :D
zonk
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von zonk »

Ich halte die Erwähnung der mangelnden Konsequenz der Verantwortlichen bzgl des wegebaus an der Zugspitze durchaus für gerechtfertigt. Bauen das Ding nahezu voll aus, aber lassen den alpinsten Teil quasi frei. Ganz oder gar nicht wäre eigentlich die beste Lösung. Ohne auch nur einen fitzelchen Drahtseil hätte sich die ganze Sache mit Anstehen, Massen etc sehr schnell erledigt. Da das nun aber nicht der Fall ist, müssten sie über kurz oder lang, erst recht bei steigendem Risiko durch den schmelzenden Gletscher sich mindestens über eine oftmals verrückbare/verstellbare leiterbrücke erstmal Gedanken machen. Oder gar eine Verlängerung des klettersteiges in Erwägung ziehen, der ein längeres begehen des höllentalferners nicht mehr nötig werden lässt. Wäre nicht die erste Route, die klimawandelbedingt geändert werden müsste

Bergfan
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Bergfan »

Auch wenn es sich dabei "nur" um die Zugspitze handelt, sollte doch allen, die sich dort abseits der betonierten und mit Geländern versehenen Flächen herumtreiben, bewusst sein, dass im Gebirge jeder Schritt der letzte sein kann.

Warum wird dann immer Vollkasko verlangt? Warum muss für alles und jedes jemand anders verantwortlich sein? Hirn ausschalten und losmarschieren? Wenn es nicht mehr weiter geht, Hubschraubertaxi rufen, ohne vor her nach dem Preis der "Rettung" zu fragen?

Muss das sein?
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von zonk »

Ich glaube nicht mal, dass die meisten Bergsteiger da eine vollkaskomentalität besitzen. Es ist schlicht eine wahnsinnig populäre, leicht zu erreichende, doch recht hochalpine bergtour, die dank social media und dem outdoor boom nochmals kräftig Zulauf erfahren hat in den letzten Jahren. Aber allein die schiere Masse macht das Problem und somit sollte man, da eine Abweisung oder permit kaum gehen, das Ding eher leichter gestalten, um den Fluss in Gang zu bringen und somit die Unfall Gefahr oder eben nur staus(die ja auch Unfälle, weil Zeitverlust, stressfaktor, etc generieren können) zu vermeiden. Ist ne zweischneidige Angelegenheit. Aber die Höllentaltour in dieser Trassierung aufrecht zu erhalten, wird über kurz oder lang eh kaum möglich sein.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Bergfan »

Leichter gestalten? Nein!

Einfach die unteren 5-10 Meter der Leiter entfernen, das würde schon mal einen Großteil der "Gipfelstürmer" abschrecken und sie zum Umkehren zwingen. Vor allem diejenigen, die ohne Ausrüstung unterwegs sind.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Kris »

Bergfan hat geschrieben: 02.09.2023 - 11:20 Leichter gestalten? Nein!

Einfach die unteren 5-10 Meter der Leiter entfernen, das würde schon mal einen Großteil der "Gipfelstürmer" abschrecken und sie zum Umkehren zwingen. Vor allem diejenigen, die ohne Ausrüstung unterwegs sind.
Passable Idee. Um den Gletscher bzw. den Klettersteig darüber zu erreichen, muss man bereits einige Höhenmeter bewältigen, die "Lust" umzukehren ist dann enstrpechend gering.
Weiter unten ist jedoch bereits ein erster, einfacher Steig, hier würde es sich anbieten, die zu vielen Stäbe zum drauf gehen (Anforderung: Haushaltsleiter bewältigen) sinnvoll auszudünnen...
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Schneefuchs »

Das macht Sinn, viele Klettersteige haben ja eine Schlüsselstelle im Einstieg zum "Aussieben". Eventuelles Blankeis auf dem Gletscher kann man natürlich nicht simulieren.

Ansonsten hat man die Randkluft wohl entschärft:

https://www.alpenverein-muenchen-oberla ... haeltnisse

"In den vergangenen Tagen wurde von der Firma Alpin Bau Dörfler neue Trittbügel in den Fels bei der Randkluft zur Zugspitze gebohrt, sowie die Stahlseile verlängert und verankert. Der Übergang hat sich somit wieder um einiges erleichtert, dennoch braucht es einiges an "Mut" und "Armkraft" für den "Sprung" über die Randkluft. "
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von ThomasK »

Schneefuchs hat geschrieben: 06.09.2023 - 09:01 Das macht Sinn, viele Klettersteige haben ja eine Schlüsselstelle im Einstieg zum "Aussieben". Eventuelles Blankeis auf dem Gletscher kann man natürlich nicht simulieren.

Ansonsten hat man die Randkluft wohl entschärft:

https://www.alpenverein-muenchen-oberla ... haeltnisse

"In den vergangenen Tagen wurde von der Firma Alpin Bau Dörfler neue Trittbügel in den Fels bei der Randkluft zur Zugspitze gebohrt, sowie die Stahlseile verlängert und verankert. Der Übergang hat sich somit wieder um einiges erleichtert, dennoch braucht es einiges an "Mut" und "Armkraft" für den "Sprung" über die Randkluft. "

Ich begrüße die Maßnahme sehr, halte sie aber nicht für ausreichend.

Ziel sollte es sein den Klettersteig nicht nur an der Randkluft zu verlängern, sondern ihn vollständig um den Höllentalferner herumzuführen.

Alternativ könnte man auch vom Hubschrauber aus schwarze Asche über den Höllentalferner verstreuen, damit er wesentlich schneller schmilzt. Wenn der Höllentalferner in einigen Jahren verschwunden ist, dann gibt es keine Randkluft mehr, sondern geht dann über die Sandreiße direkt zum Klettersteigeinstieg.

Als ich das erste Mal als damals noch Jugendlicher über das Höllental auf die Zugspitze ging, war der Höllentalferner mindestens dreimal so mächtig wie heute. Heute ist vom Höllentalferner im Vergleich zu 1982 ungefähr 70 - 80 % des Eisvolumens abgeschmolzen.

Jahr für Jahr kann man sehen, wie der Höllentalferner immer kleiner wird.
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Schneefuchs »

ThomasK hat geschrieben: 06.09.2023 - 10:43 Alternativ könnte man auch vom Hubschrauber aus schwarze Asche über den Höllentalferner verstreuen, damit er wesentlich schneller schmilzt.
:lol: Perfekt, dass ich da nicht selber drauf gekommen bin! :lol:
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Re: Bergsteiger-Stau: Schlange Stehen auf der Zugspitze

Beitrag von Bergfan »

ThomasK hat geschrieben: 06.09.2023 - 10:43
Ich begrüße die Maßnahme sehr, halte sie aber nicht für ausreichend.
Dann plane doch eine Rolltreppe oder noch besser eine unterirdische Standseilbahn. Ist für dich doch ein Leichtes.

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