Boppard und Koblenz- Beide Städte haben eines gemeinsam: Ihre Seilbahnen. Zudem haben Luftseilbahnen in beiden Städten schon eine Jahrzehntelange Tradition, genauer gesagt entstanden in beiden Städten in den 1950er- Jahren jeweils eine Doppelsesselbahn. Die Bahn in Boppard ist mit Baujahr 1954 die ältere der beiden Bahnen, Koblenz zog 1955 mit einer kurzen Doppelsesselbahn nach. Während die Bopparder Seilbahn von Hasenclever bis heute weitgehend im Originalzustand fährt, ist das Koblenzer Exemplar 2011 einer Standseilbahn gewichen. Trotzdem gibt es bis heute auch in Koblenz eine Luftseilbahn, denn 2010 wurde für die BUGA eine 3S-Bahn errichtet. Sollte sie ursprünglich nach wenigen Jahren abgerissen werden, wurde die Genehmigung der Unesco für einen Weiterbetrieb bis 2026 genehmigt. Bisher ist ungewiss, ob die Tradition der Koblenzer Luftseilbahnen 2026 nach 71 Jahren enden wird.
Nun aber zu den Bildern: Teil 1- Boppard
#1-Blick auf die inoffiziellen Stützen -1 und 0 Stütze 1 ist nämlich die dritte Stütze und knapp auf dem Bild zu sehen.
#2- Blick in die Station. Man sieht auch schon einen originalen Hasenclever-Sessel, wie er mindestens deutschlandweit nur noch hier fährt. Er hat außerdem die bei Zweiersesselbahnen mittlerweile sehr seltenen Seitenschließbügel.
#3- Talstationsinnenleben von vorne.
#4- Nun ging es auch los. Vorne ist die inoffizielle Stütze 0. Schnell fällt die langsame Fahrgeschwindigkeit von 0,7 m/s auf, durch die die 915m lange Fahrt über 20 Minuten in Anspruch nimmt. Bei einer Aussichtsbahn wie dieser ist aber, auch wenn es für den Skifahrer ungewohnt ist, diese Fahrgeschwindigkeit ausreichend.
#5- Die dritte Stütze, oder- Stütze 1
#6- Die idyllische Fahrt über Wiesen, die unteren zwei Streckendrittel überwinden die meisten Höhenmeter, je weiter man unten ist, desto steiler ist die Bahn. Oben ist die Strecke ziemlich flach.
#7- Stütze 2. Die Bahn hat übringens vor einigen Jahren ihr Erscheinungsbild dank des neuen Anstrichs stark verändert, davor war die Bahn grün. Generell machte die Bahn einen gut gepflegten Eindruck.
#8- Nach Stütze 3 sieht man teilweise kleinere Felsen auf dem Wanderweg unter der Bahn- untypisch für ein Mittelgebirge...
#9- Das dahinterliegende Spannfeld. Die Seitenschließbügel sind übringens, anders als man es auf den ersten Blick vermuten würde, recht fest geschlossen, quasi die Bügelverriegelung von 1954. Die Bügel werden aber von den Mitarbeitern auf- und zugemacht.
#10- Stütze 4 ist eine der höchsten, wenn nicht sogar die höchste Stütze der Strecke.
#11- Weiterhin geht es mit einer relativ hohen Trassierung weiter. Als Grund dafür fällt mir eigentlich nur das Einsparen von Stützen ein...
#12- Blick zu Klemme und Rollenbatterien.
#13- Ab der Doppelstütze 6 verändert sich der Verlauf der Bahn gewaltig, ab hier geht es recht flach weiter. Die kurzzeitig sehr niedrige Trassierung erinnert etwas an einen Zwischenausstieg, welcher hier aber wohl nie war...
Sie ist außerdem die letzte nummerierte Stütze. Es folgen aber noch einige Stützen...
#14- Die Verstrebung der Doppelstütze hat Hasenclever immer mal anders gebaut. Hier in X-Form, es gab aber auch horizontale Verstrebungen (Altenahr) und z-förmige Streben (Bad Lauterberg und Dinant). Dahinter erkennt man den flachen, aber wieder höher trassierten Abschnitt bis zur Bergstation.
#15- Es folgt ein recht freies Spannfeld.
#16- Außerdem gibt es noch eine Wechsellaststütze. Die Rollenbatterie sieht zwar nicht mehr original aus, aber angesichts der anderen Form des Stützenkopfs kann ich mir vorstellen, dass es hier schon seit dem Bau eine Wechsellastrollenbatterie gibt.
#17- Es folgt ein weiteres Spannfeld.
#18- Sessel vs. Panorama.
#19- Viel niedriger kann man eine Dreibeinstütze aber nicht mehr bauen...
#20-Die Bergstation nähert sich!
#21- Angekommen!
#22- Der namensgebende Vierseenblick, welchen man nach einem kurzen Fußmarsch erreicht.
#23- Blick auf den oberen, flachen Teil.
#24- Oben ist auch die Abspannung per Spanngewicht.
#25- Blick in die Bergstation.
#26- Blick auf eine Rollenbatterie. Die Rollen sind von LST. Relikt von früher: Die 2er-wippe ist noch grüg gestrichen.
#27- Nun geht es wieder ins Tal
#28- Mittlerweile wird sie immer seltener: Die Zweierrollenbatterie.
#29- Nun wird ein schönes Panorama frei.
#30- Eine der vielen, unnummerierten Stützen.
#31- Einer der wenigen Sessel, bei dem die Sitze noch holzfarben und nicht weiß sind.
#32- Die Wechsellaststütze, diese Rollenanordnung sieht man heute meist an Schleppliften.
#33- Doppelstütze 6.
#34- Sessellift mit Panorama.
#35- Das Gelenk des Seitenschließbügels. Wie man sieht, ist unter der blauen Farbe noch die Grüne...
#36- Stütze 4.
#37- Hinter Stütze 3 erkennt man Boppard und eine Eisenbahnstrecke.
#38- Eines der 10 Fahrradgehänge, welche zwischen den 80 Doppelsesseln unterwegs sind.
#39- Hinter Stütze 2 sieht man, dass es langsam schattig wurde. Also nochmal die warme Sonne genießen!
#40- Stütze 1. Hier sieht man noch gut das grün, in dem einst die ganze Bahn erstrahlte.
#41- Nun ging es in den Schatten.
#42- In der Talstation steht auch ein grüner Sessel rum!
#43- Die Stützen, deren Nummerierung wohl unter 1 wäre, wenn sie existieren würde.
#44- Eine Klemme fährt durch die Rollenbatterie, deren Rollen auch hier neueren Datums sind. Fazit für Boppard:
Eine tolle, gut gepflegte, nostalgische Doppelsesselbahn, absolut empfehlenswert!
Zuletzt geändert von Nocki am 28.09.2023 - 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
Teil 2- Koblenz
Etwas über 20 Minuten Autofahrt entfernt liegt die Seilbahn Koblenz. Die 3S-Bahn ist etwas kürzer als die Bopparder Seilbahn, aber mit 4,5 m/s deutlich schneller, für eine 3S-Bahn aber verhältnismäßig langsam. Aber auch hier gilt: Es ist eine Aussichtsbahn, die Geschwindigkeit ist ausreichend.
#1- Blick auf den Großteil der Trasse. Links des Bildes wären noch Stütze 1 und die Talstation.
#2- Es ist gut erkennbar, dass der Großteil des Verlaufs das Spannfeld über den Rhein ist.
#3- Blick auf die Beschleunigungsstrecke der Talstation.
#4-Stütze 1 ist sehr asymetresch: Die talfahrende Seite ist etwas niedriger als die bergfahrende und die Fundamente stehen nicht in einer rechteckigen Anordnung.
#5- Der Anfang des schätzungsweise 700m langen Spannfelds.
#6- Blick nach Süden.
#7- Weiter geht es zur Festung Ehrenbreitstein.
#8- Das "Steilstück" der Bahn, welche 112 Höhenmeter überwindet.
#9- Stütze 2 ist dutlich symmetrischer als ihr Pendant im Tal. Ganz symmetrisch ist sie aber nicht, dann...
#10- ...in beiden Stationen sind die Stationsein- und ausfahrten auf unterschiedlichen Höhen, ein möglicher Grund fällt mir dafür nicht ein.
#11- Die Bergstationseinfahrt.
#12- Blick zu den Reifenförderern.
#13- Hier wird eine Tür geöffnet.
#14- Blick in die Kabine
#15- Von unten haben die Kabinen eine Art Laufrollen.
#16- Die Ausmaße der 3S- Stützen sind schon gewaltig!
#17- Blick von oben auf das Spannfeld.
#18- Nun trat ich die Talfahrt an.
#19- Stütze 2, eine typische DM-3S-Stütze.
#20- Nun geht es das Spannfeld runter, das Foto wurde etwa auf Höhe der Bergstation gemacht. Der höchste Punkt der Strecke ist auf Stütze 2, denn dan geht es leicht bergab zur Bergstation.
#21- Kabine, Rhein, Straße, Eisenbahn, Schiff- alles dabei!
#22- Blick in die Kabine.
#23- Ein Seilreiter und eine Kabine.
#24- Auf diesem Bild wird deutlich, wie asymmetrisch Stütze 1 ist.
#25- Vor der Talstation wird, genauso wie vor der Bergstation, kurz der Blick in die Stationstechnik frei.
#26- Angekommen!
#27- Zoom zur Klemme, welche gleich abgekuppelt wird.
#28- Blick auf das erste Stück zur Stütze 1.
Fazit zu Koblenz:
Auch die Seilbahn in Koblenz ist fahrenswert, auch wenn sie nicht so beschaulich ist wie jene in Boppard, zumal sie eventuell schon in 3 Jahren abgerissen wird. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass die Seilbahn, welche noch immer ziemlich beliebt ist, langfristig erhalten werden kann.
Fazit gesamt:
Beide Bahnen sind fahrenswerte Seilbahnen mit einer gewissen Tradition. Schön ist auch, dass sie nur rund 20 min. mit dem Auto voneinander entfernt sind, sodass sie sich leicht kombinieren lassen.
Daher: von
Warum soll die Bahn jetzt ggfs. in 3 Jahren wieder abgerissen werden?
Ich weiß, dass die Bahn ursprünglich nur als temporäre Installation gedacht war, aber dann wurde ja entschieden, dass sie dauerhaft bleibt.
Warum also jetzt wieder die Abrisspläne?
Mt. Cervino hat geschrieben: 28.09.2023 - 16:29
Warum soll die Bahn jetzt ggfs. in 3 Jahren wieder abgerissen werden?
Ich weiß, dass die Bahn ursprünglich nur als temporäre Installation gedacht war, aber dann wurde ja entschieden, dass sie dauerhaft bleibt.
Warum also jetzt wieder die Abrisspläne?
Irgendwas sollte dazu auf der letzten UNESCO-Welterbe-Sitzung entschieden werden, habe aber nix gefunden
Letzter Stand mit der UNESCO war Betrieb bis 2026, worüber man gerade auch wegen der BUGA 2029 reden wollte.
Danke für die ausführlichen Berichte, @Nocki. Ich mag ja diese alten Bahnen und ihren besonderen Flair.
Ab und zu fahren wir dann mit der 1953 erbauten Doppelsesselbahn von Assmannshausen auf den Niederwald. https://de.wikipedia.org/wiki/Niederwal ... annshausen
Bergwanderer hat geschrieben: 15.10.2023 - 23:32
Danke für die ausführlichen Berichte, @Nocki. Ich mag ja diese alten Bahnen und ihren besonderen Flair.
Ab und zu fahren wir dann mit der 1953 erbauten Doppelsesselbahn von Assmannshausen auf den Niederwald. https://de.wikipedia.org/wiki/Niederwal ... annshausen
Gerne!
Ja, die nostalgischen Bahnen haben ihren Charme. In Assmannshausen war ich zwar leider noch nie, aber zumindest in der ebenfalls von Weigmann gebauten Sesselbahn Burg.