Christen Glauben Kirche

... darf auch mal absolut nix mit dem Thema des Forums zu tun haben!
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Frans
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Frans »

Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 09:03 Im Grundsatz beschreibt die Bibel das der Mensch böse ist- dass ist wohl auch in der Realität kaum zu leugnen.
Die Bibel vertauscht Böse aber gern mit Fehler. Ausserdem gibt die Bibel zusätzliche Moralvorstellungen, welche laut Bibel "Böse" sind, aber in unseren Welt doch überhaupt nicht schlimm sind. Schonmal an ein attraktiven Frau/Mann gedacht? Pfui...
Mattheus 5 (Einheitsübersetzung) hat geschrieben:27 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Jesus gibt danach sofort auch noch ein paar sehr hilfreiche "Tipps" mit auf die Hand:
Mattheus 5 (Einheitsübersetzung) hat geschrieben:29 Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
30 Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Jesus hätte besser mal eine psychologische Beratungsstelle gegründet und dort professionelle Psychologen angestellt, die Menschen mit Gottes Segen helfen würden, ohne sich selbst verletzen zu müssen. Diese "Tipps" sind einfach widerlich und - rate mal - früher haben Menschen sich genau wegen solche Bibeltexte sich selbst verletzt!
Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 09:03 In unserer auch so aufgeklärten Welt gehen die Menschen mehr aufeinander los als je zuvor.
Nein, einfach nein... Die Idee das alles immer nur schlimmer wird, entspricht einfach nicht die Realität. Die Welt macht grosse Fortschritte, auch wenn noch genug Elend um uns herum ist. Aber ich wette mit dir, du würdest lieber jetzt als im Mittelalter leben wollen.
Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 09:03 Für mich zeichnet sich ein gläubiger Christ nicht durch die Anzahl seiner Kirchenbesuche aus, sondern eher ob er wenigstens versucht nach den 10 Geboten zu leben.
Jesus nimmt es aber auch mit den 10 Geboten gar nicht so genau, siehe seine Sonntagsarbeit. Das hat man in Zeiten vom neuen Testament bereits Gotteslästerung gefunden. Gehe bloss nicht Sonntags Skifahren, ins Restaurant oder so, denn dann müssen Leute für dich arbeiten.
Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 09:03 Ich habe mir beispielsweise privat als auch im Geschäftsleben zu eigen gemacht möglichst nicht zu lügen.
Das ist eine sehr gute Eigenschaft von dir, aber dafür brauchst du hoffentlich keine Bibel.
Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 09:03 Christlicher Glaube macht in meinen Augen das Zusammenleben einfacher, weil sich jeder an gewisse Regeln hält.
Naja, das gleiche kann man auch für andere Religionen sagen. Und Atheisten sind auch keine chaoten, ganz im Gegenteil... Schau dir dazu mal ein paar Vorträge von Richard Dawkins an.
Pancho hat geschrieben: 23.11.2023 - 10:22 Aussicht auf das Paradies nach dem Tod lässt einen vieles davor ertragen, was sonst nicht hinnehmbar wäre.
Richtig. Und wenn das nicht funktioniert, gibt es noch die Hölle, wo man auf Ewig leiden muss. Das ist als würde ich meine Freundin eine Pistole auf der Stirn setzen und sagen: "Liebe mich, denn ich liebe dich auch. Aber falls du dich gegen mir entscheidest - knalle ich dich ab." Das nennt man Erpressung.
valdebagnes hat geschrieben: 23.11.2023 - 12:47 Die 10 Gebote fördern auch nicht die wirklich die Toleranz anderen gegenüber wenn ich mir das erste ansehe:
"Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir. "
Ist leider in vielen Religionen Bestandteil und fürht und führe schon immer dazu 'Andersgläubige' zu bekehren oder wenn nicht erfolgreich zu bekämpfen.
Absolut richtig! Diese Exklusivität ist besonders bei Abrahamitische Religionen präsent, also Christentum, Judentum und Islam, welche alle auf die 10 Gebote zurückgreifen. Gläubige diese Weltreligionen sind eigentlich auch Atheisten, mit Ausnahme von einen Gott. Früher war es in viele kleine Religionen aber üblich, mehrere Götter zu verehren. Und wieso sollen die ausgerechnet alle Unsinn sein, aber dein eigenen Gott nicht?
Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 13:06 Im übrigen würde ein gläubiger Christ für mein Dafürhalten niemals Waffen segnen, oder gar Kriege auch nur gutheißen.
Das kollidiert doch schon sehr offensichtlich mit " Du sollst nicht töten".
In unsere heutigen Zeit nicht nein, weil unsere Moralvorstellungen sich grundsätzlich geändert haben. Aber lehne dich bloss nicht allzu weit aus dem Fenster raus, Christen waren Jahrhunderte lang sehr gut darin dieses fünfte Gebot zu ignorieren. Sogar Gott selbst nimmt es mit dieses Gebot gar nicht so genau. Lies dazu einfach mal die Bibel von vorne bis hinten und staune, was da so ab geht. Was moderne Christen unter "Glauben" verstehen, ist Rosinenpickerei. Es werden nur die schönen Bibeltexte zusammen gesucht, die konform des christlichen Dogmas sind, und den Rest wird ignoriert. Aber der christliche Gott ist gar nicht so lieb als wir denken. Nochmal ein Zitat aus der 10 Gebote:
Exodus 20 (Einheitsübersetzung) hat geschrieben:5 Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
Oh-ha, ich könnte sogar noch bestraft werden, wenn meine Urgrosseltern Feinde von Gott waren. Das nenne ich mal Top Moral! :roll: :flop:
Zuletzt geändert von Frans am 23.11.2023 - 14:02, insgesamt 1-mal geändert.

Victorfoxi
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Victorfoxi »

@Frans ich erwähnte ja bereits das man die sprechende Schlange vielleicht nicht bildlich genau nehmen muss.

Und NEIN, die aufgeklärte Gesellschaft die sich so rührend aus ihrer vermeidlichen Intelligenz speist hat noch in den 90iger Jahren gut 60 Kriege weltweit geführt.
Das ist einsamer Rekord.

Bezüglich der Selbstverständlichkeiten wie dem Unterlassen von Lügen, empfehle ich einmal die Abendnachrichten anzuschauen.
Wer behauptet in der Politik würde nicht gelogen das sich die Balken biegen, dem ist nicht zu helfen.
Die ach so aufgeklärten, urbanen und modernen Menschen machen sich die niedrigsten Instinkte zu eigen, wenn es nur zum eigenen Vorteil gereicht.
Natürlich gibt es auch genug Nicht Christen die vorbildlich leben und ihre Mitmenschen nicht die Pest an den Hals wünschen.
Die leben dann aber eben auch ohne Glauben so wie Gott sich das ansatzweise vorstellt :D
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von judyclt »

Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 15:20 Natürlich gibt es auch genug Nicht Christen die vorbildlich leben und ihre Mitmenschen nicht die Pest an den Hals wünschen.
Die leben dann aber eben auch ohne Glauben so wie Gott sich das ansatzweise vorstellt :D
Was ist denn der Unterschied zwischen "vorbildlich" und "nach Gottes Vorstellung"?
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Spezialwidde »

Victorfoxi hat geschrieben: 23.11.2023 - 15:20
Wer behauptet in der Politik würde nicht gelogen das sich die Balken biegen, dem ist nicht zu helfen.
Wobei sich da die Balken nicht biegen, die splittern. Was ist denn eigentlich Religion? Für mich nichts anderes als Politik bzw auch Staatsführung. Schauen wir doch mal in die Vergangenheit des Christentums was unter dessen Deckmantel alles passiert ist, Kreuzzüge, Missionsreisen und was weiß ich. Welchen Stellenwert die Kirche im Mittelalter hatte. Nämlich den einer Regierung. So wie es heute in islamisch geführten Staaten eben der Islam ist. Ich habe mit jeder Religion ein Grundsatzproblem und zwar ist das nichts anderes als von Menschen ausgeübter Zwang auf andere Menschen. Also etwas komplett weltliches. Ein Papst/hoher Priester oder was weiß ich ist auch nur ein Mensch, wer hat ihn denn bitteschön dazu berechtigt im Namen Gottes zu handeln? Wir sind jetzt mittlerweile glücklicherweise in der Situation dass wir in der Ausübung der Religion relativ frei sind. Bei meinen Großeltern sah das noch ganz anders aus, der gesellschaftliche Zwang war enorm. Das hab ich als Kind auch noch spüren dürfen und gerade deswegen distanziere ich mich auch so davon.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von gerrit »

Ich gebe zu, einen Thread wie diesen hätte ich im AF eher nicht erwartet....
Trotzdem noch ein wenig Senf von mir, auch wenn ich alles andere als bibelfest bin wie manche hier (worüber ich durchaus staune).
Ich habe irgendwie in Erinnerung, dass das mit der ersten Sünde mit dem Baum der Erkenntnis zusammenhängt und postuliere mal, dass das Streben nach Erkenntnis wohl eine der Eigenschaften ist, die den Menschen ausmachen.
Wie ja hier valdebagnes schlüssig und m.E. auch richtig ausgeführt hat, können Glaubensdiskussionen letztlich nie zu einem endgültigen Ergebnis führen, da in dieser Welt niemals Beweise für oder gegen die Existenz Gottes gefunden werden können. Die Hoffnung auf eine Klärung dieser Frage muss also auf einen Zeitpunkt nach dem individuellen Tod aufgeschoben werden. Ein Leben nach dem Tode hätte daher nicht nur den Reiz aus der Tatsache, dass es dann noch weiter etwas zu erleben (kann man das dann so sagen?) gäbe, sondern auch bzw. vielleicht vor allem aus der Möglichkeit, Antworten auf einige Fragen zu bekommen, die auf dieser Welt einfach nicht beantwortet werden können, also die Aussicht auf Erkenntnis.
In diesem Falle möchte ich einen Begriff einführen, den ich mal als die "systemimmanente Erkenntnisungerechtigkeit" bezeichnen möchte.
Man kann an ein Leben nach dem Tod glauben oder auch nicht. Gehen wir einmal davon aus, es gibt eines, dann können sich diejenigen, die daran geglaubt haben, freuen, und dann denen, die nicht daran geglaubt haben, aber natürlich trotzdem weiterleben, verkünden, dass sie ja doch recht gehabt haben.
Ungekehrt ist es leider anders, denn wenn es kein Leben nach dem Tod gibt, werden diejenigen, die das so vorhergesehen haben, niemals die Befriedigung erlangen, recht gehabt zu haben, während diejenigen, die daran geglaubt haben, nie merken werden, dass sie falsch gelegen sind.
Nimmt man zum ewigen (oder wenigstens zum über den biologischen Tod hinausgehenden) Leben noch die Frage nach der Existenz Gottes hinzu, dann gibt es schon 4 Möglichkeiten:
1. Es gibt keinen Gott und es gibt kein Leben nach dem Tod. (keiner wird je Erkenntnis erlangen)
2. Es gibt Gott, aber es gibt kein Leben nach dem Tod. (auch darüber wird keiner von uns jemals Klarheit haben).
3. Es gibt keinen Gott, aber es gibt ein Leben nach dem Tod.
4. Es gibt Gott und es gibt ein Leben nach dem Tod. (wären beides spannende Optionen)
Man kann natürlich auch darüber spekulieren, was denn genau ein "Leben nach dem Tod" überhaupt sein kann. Soweit ich weiß, gehen alle Religionen davon aus, dass es ein Weiterleben gibt, und in allen Religionen ist es dann auch ein individuelles Weiterleben als individuelle Person. Das ist für die Religionen natürlich auch ein wichtiges Postulat, denn nur wenn es mich als Person weiter gibt, kann ich mir durch "regelkonformes" Verhalten vielleicht Goodies für nachher erarbeiten. Man könnte sich aber auch ganz andere Szenarien vorstellen: ich bin ja kein Physiker, soweit ich mich erinnere, können in den physikalischen Theorien Dinge (Materie, Energie,...) nicht einfach verschwinden. Es könnte ja auch sein, dass das - auf einer anderen Ebene - auch für jede Art von Information gilt. Das Wesen eines Menschen bzw. wohl insgesamt eines Lebenwesens kann daher auch als Summe von Informationen gesehen werden, auf einen Teil davon können Menschen / andere Lebewesen in Form ihrer bewußten Erinnerung zugreifen, andere Informationen bleiben im Unterbewußten, haben aber trotzdem Auswirkungen. Man kann nun postulieren, dass all diese Erinnerungen ausschließlich im Gehirn abgespeichert sind, dann gehen sie mit dem Tod des Individuums unwiederbringlich verloren. (Und es gibt kein Leben danach) Exisitieren diese Informationen jedoch immateriell unabhängig vom Gehirn, wäre dieses also nur ein Werkzeug, dem biologischen Individuum Zugriff auf diese Informationen zu geben, dann könnte es so etwas wie ein Leben nach dem Tod geben. Das müsste aber nicht bedeuten, dass es sich dabei um ein individuelles Leben handelt, d.h. dass man als die individuelle Person, die man in diesem Leben ist bzw. war, weiterexistiert. Trotzdem könnten die Informationen, die sich so durch die vielen vielen menschlichen und gerne auch tierischen Leben auf dieser Welt angesammelt haben, weiter existieren, auch wenn es sich dabei nicht um das in den Religionen postulierte und vermutlich von vielen von uns auch durchaus gewünschte individuelle Weiterleben handelte.
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
Daß wir echt waren, werde ich auch noch erfinden! (Josef Zoderer)
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Frans »

Das Thema Leben nach dem Tod ist in der Tat sehr spannend. Es kommt wahrscheinlich fort aus der menschliche Drang, doch eine bestimmte Bedeutung zu haben und das Leben ein zusätzlichen Sinn zu geben. Wenn das hier unser einzigstes Leben ist und wir nach dem Tod genau dort sind wie vor der Geburt, nämlich non-existent, dann fühlt sich das Leben auf Erde erstmal ziemlich Sinnlos an. Witzigerweise hat genau das der Autor vom biblischen Buch Kohelet auch erkannt, deshalb schreibt er in Kapitel 3 und 9 so unbefangen und pessimischtisch über der Tod und das wir alle, egal ob Tier oder Mensch, gerecht oder ungerecht, das gleiche Schicksal erwarten werden. Nach christlich/jüdische Tradition ist der Autor von Kohelet König Salomo, welche Gott zum schlausten Mensch auf Erden gemacht hat. Historisch-kritisch betrachtet kann er aber wohl nicht der Autor gewesen sein, das Buch sei dafür zu Jung. Das macht aber nichts für den Gläubigen aus, sowohl für religiöse Christen als Juden ist es schliesslich Gottes Wort. Und eben in klaren Widerspruch zur Himmel / Hölle Lehre aus dem neuen Testament.

Ob es einen Gott gibt und ob es ein Leben nach dem Tod gibt weiss ich nicht. Für mich ist Gott die wissenslücke der Menschheit. Alles was wir (noch) nicht erklären können, ist Gott. Natürlich kann ich nicht die nicht-existenz von Gott belegen, aber ebenso wenig kann ich auch nicht belegen, dass es keine Feen und Elfen gibt. Zum Glück funktioniert so die Welt auch nicht. Aussergewöhnliche Behauptungen, erfordern aussergewöhnliche Beweise. Aber man kann schon die Grundbausteine eines jeden Glaubens untersuchen und bewerten. Da ich in eine protestantische Familie aufgewachsen bin, hab ich viel über die Bibel lernen (müssen) und bin ausgerechnet am Bibelstudium vom Glauben abgefallen. Die Bibel ist für mich die perfekte Quelle zu belegen, dass es die klassische (christliche) Gott - wie sie in der Bibel beschrieben wird - nicht geben kann. Passend dazu die Theodizee, auch "The Problem of Evil" genannt.

Klar gibt es heutzutage viele Gläubigen, welche die Bibel nur noch Spirituell interpretieren. Für mich ist das aber klare Rosinenpickerei und Selbstbetrug. Klar, die Kirche und deren Geistlichen/Theologen müssen sich modernisieren und Bibeltexte "neu interpretieren", sonst werden sie noch schneller unglaubwürdig und überflüssig. Wenn Menschen sich durch ihren Glauben getrost und gestärkt fühlen, dann mag ich sie das gönnen. Aber gib dann auch offen zu, dass man sich selbst ein wenig hinters Licht führen lässt. Ich stelle mir als Agnost dann lieber ein wirklich liebenden und sorgsamen Gott vor, die nicht das ist, was in der Bibel propagandiert wird.
Spezialwidde hat geschrieben: 23.11.2023 - 17:49Wir sind jetzt mittlerweile glücklicherweise in der Situation dass wir in der Ausübung der Religion relativ frei sind. Bei meinen Großeltern sah das noch ganz anders aus, der gesellschaftliche Zwang war enorm. Das hab ich als Kind auch noch spüren dürfen und gerade deswegen distanziere ich mich auch so davon.
Völlig korrekt, Glauben war leider gar nicht so freiwillig früher und in manche konservative Kreisen/Familien sind immer noch Leute darin "gefangen". Besonders in den Vereinigten Staaten scheint das noch viel vor zu kommen. Und in der islamitischen Welt ist die freiwilligkeit oft so gar noch nicht gegeben...
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Victorfoxi »

Zuerst muss man zwischen Kirche und Glauben differenzieren!
Die Kirche hat ihre Auslegung der Bibel und vor allem hat sie ihre Interessen- das muss nicht immer korrelieren.
Da steht "Du sollst nicht rumhuren", von Enthaltsamkeit bis zur Ehe steht da kein Wort.
Und mir ist es auch vollkommen egal ob Maria nun Jungfrau war oder nicht, es geht doch um den Kern der Botschaft.
Oder noch ein Beispiel: da steht ihr sollt euch nicht berauschen. Heißt für mich, man soll nicht vollkommen betrunken in der Stadt rumgrölen oder andere nach ein paar Gläschen im Straßenverkehr gefährden, oder auch auf der Skipiste! Das heißt aber eben nicht das es nicht auch zwei drei Gläschen guten Tropfen zum noch besseren Essen geben darf!
Jesus hat selbst Wasser zu Wein verwandelt- das vergessen einige Kirchenvertreter gerne in ihrem Oberlehrerton!

Wichtig ist (nicht nur für Christen) das wir unsere teils sehr schlechten Impulsreaktionen im Griff haben.
Egal- nur ein Kratzer, fahr weiter.
NEIN, ich bin Schuld und hole den Besitzer des anderen Fahrzeuges auf den Parkplatz- wenn der genauso tickt dann wird man sich schnell einig.
Man fährt mit dem guten Gefühl nach Hause alles richtig gemacht zu haben, statt sich im Bett zu wälzen ob es vielleicht doch nicht nur ein Kratzer war und der Parkplatz vielleicht eine Kameraüberwachung hat?!

Nein- für mich geht es beim Glauben und christlichen Leben nicht um Erziehung- schon gar nicht von anderen.
Es geht darum sich selbst im Griff zu haben und so ein besseres und entspannteres Leben zu führen.
Ich weiß auch nicht was nach dem Tot kommt, aber wenn das kommt was ich glaube, dann habe ich wenigstens nicht alles falsch gemacht.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Frans »

Victorfoxi hat geschrieben: 24.11.2023 - 09:09 Die Kirche hat ihre Auslegung der Bibel und vor allem hat sie ihre Interessen- das muss nicht immer korrelieren.
Das mag für die Katholische und Orthodoxe Kirchen gelten, aber nicht für die Protestanten. Wenn Protestanten sich nicht mehr in der Botschaft ihre Kirche wiederfinden können, wechseln sie oder gründen eine neue Kirche, denn für sie steht genau das Glauben an erste Stelle und nicht die Kirche. Deshalb gibt es innerhalb des Protestantismus soviele unterschiedliche Kirchen.
Victorfoxi hat geschrieben: 24.11.2023 - 09:09 Da steht "Du sollst nicht rumhuren", von Enthaltsamkeit bis zur Ehe steht da kein Wort.
Tatsächlich steht nirgendwo wörtlich in der Bibel, dass man vor der Ehe Enthaltsam sein muss. Aber es gibt einige Bibeltexte, die da recht klar darauf hindeuten. Ausserdem darf man sich laut Bibel nicht scheiden, wenn man verheiratet ist.
Victorfoxi hat geschrieben: 24.11.2023 - 09:09 Und mir ist es auch vollkommen egal ob Maria nun Jungfrau war oder nicht, es geht doch um den Kern der Botschaft.
Aber dann ist es für dich eigentlich egal, was so in der Bibel steht, und hast du dir dein Gott selbst zurecht gelegt. Fühl dich frei das zu tun (mir ist das egal :wink: ), aber eben, du führst dich selbst ein wenig hinters Licht.
Victorfoxi hat geschrieben: 24.11.2023 - 09:09 Oder noch ein Beispiel: da steht ihr sollt euch nicht berauschen. Heißt für mich, man soll nicht vollkommen betrunken in der Stadt rumgrölen oder andere nach ein paar Gläschen im Straßenverkehr gefährden, oder auch auf der Skipiste! Das heißt aber eben nicht das es nicht auch zwei drei Gläschen guten Tropfen zum noch besseren Essen geben darf!
Jesus hat selbst Wasser zu Wein verwandelt- das vergessen einige Kirchenvertreter gerne in ihrem Oberlehrerton!
Das steht aber nur irgendwo am Rande. Alkohol ist in der Bibel überhaupt nicht verboten, vielleicht haben deshalb Mönche auch mal mit Bier uzw. angefangen, wenn sie von der Kirche schon keine Frau haben dürften. Ich würde sogar behaupten, dass sehr konservative Christen sogar mehr Alkohol geniessen als der Durchschnitt. Zumindest wie ich es aus konservativen Kreisen kenne, ist besonders Bier und Wein sehr beliebt.
Victorfoxi hat geschrieben: 24.11.2023 - 09:09 Es geht darum sich selbst im Griff zu haben und so ein besseres und entspannteres Leben zu führen.
Das ist ein gutes Lebensmotto, aber dafür braucht es wirklich kein (christlichen) Glauben.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Martin_D »

Ich persönlich finde es vollkommend unspannend, mich mit Aussagen zu beschäftigen, die prinzipiell nicht überprüfbar sind. Da nehme ich eine naturwissenschaftliche Perspektive ein. Aber jeder soll sich damit beschäftigen, womit er will, solange er das seinen Mitbürgern auch zugesteht.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von judyclt »

Martin_D hat geschrieben: 24.11.2023 - 17:00 jeder soll sich damit beschäftigen, womit er will, solange er das seinen Mitbürgern auch zugesteht.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von chrissi5 »

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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von F. Feser »

Das schöne ist - du darfst das gerne glauben. Das ist das schöne daran. So lange jeder macht was ihn glücklich macht aber andere nicht bekehren will ist doch alles fein - kritisch wird es immer nur dann wenn einer meint seine Wiese ist grüner als die des Nachbarn und die muss auch grün werden… ist im übrigen recht universell anwendbar auf Religion, Sexualität bzw. Geschlechter usw.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Und genau da liegt das Problem. Selbst bei uns mischt sich die Kirchen im Namen des Glaubens in das Privatleben unbeteiligter Dritter ein. Sie sitzen ohne Legitimation in Ethikräten und Kommisionen, nehmen Einfluss auf die Politik, diskriminieren Leute z.B. auf Grund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts (was allen anderen gesetzlich verboten ist) und lassen sich dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlen. Als privater Freizeitverein können die ja von mir aus machen was sie wollen, wobei auch dann die Abgrenzung zu allgemein als problematisch angesehenen Sekten schwierig ist. Aber warum bekommen die lauter Sonderrechte und werden vom Staat bezahlt?
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von F. Feser »

ich vermute, dass das irgendwas mit unserer Geschichte zu tun haben könnte, bin mir da aber nicht so ganz sicher. aber du hast recht. das thema gehört auf den Prüfstand, hat aber ja nichts (zumindest nicht im allerdirektesten Sinne...) mit dem was ich oben schrieb zu tun - also dem "jedem das sein"...
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Victorfoxi »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 26.11.2023 - 21:28 Und genau da liegt das Problem. Selbst bei uns mischt sich die Kirchen im Namen des Glaubens in das Privatleben unbeteiligter Dritter ein. Sie sitzen ohne Legitimation in Ethikräten und Kommisionen, nehmen Einfluss auf die Politik, diskriminieren Leute z.B. auf Grund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts (was allen anderen gesetzlich verboten ist) und lassen sich dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlen. Als privater Freizeitverein können die ja von mir aus machen was sie wollen, wobei auch dann die Abgrenzung zu allgemein als problematisch angesehenen Sekten schwierig ist. Aber warum bekommen die lauter Sonderrechte und werden vom Staat bezahlt?
Vom Steuerzahler? Was bezahlt der Steuerzahler?
Sie bekommen Kirchensteuer, dass liegt wohl daran das wir geschichtlich nun mal ein christliches Land sind- unser Grundgesetz fußt in nicht unerheblichem Maße auf christlicher Weltansicht. Wem das nicht paßt, der soll aus der Kirche austreten, schon bezahlt er auch keine Kirchensteuer mehr. Wo ist das Problem?
Die Kirche kann ihr Engagement aber auch gerne zurückfahren- vielleicht betreiben dann ja die modernen Islamverbände z.B. die Kindergärten!
Oder das soziale Engagement um die älteren Menschen, können gerne auch Roboter übernehmen.
Kirchen sind ja überflüssig.
Zum Sterben kommt der Rost und kein Pastor- Asche zu Asche, Staub zu Staub.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Pistencruiser »

Victorfoxi hat geschrieben: 27.11.2023 - 21:16
Seilbahnjunkie hat geschrieben: 26.11.2023 - 21:28 Und genau da liegt das Problem. Selbst bei uns mischt sich die Kirchen im Namen des Glaubens in das Privatleben unbeteiligter Dritter ein. Sie sitzen ohne Legitimation in Ethikräten und Kommisionen, nehmen Einfluss auf die Politik, diskriminieren Leute z.B. auf Grund ihrer Sexualität oder ihres Geschlechts (was allen anderen gesetzlich verboten ist) und lassen sich dafür auch noch vom Steuerzahler bezahlen. Als privater Freizeitverein können die ja von mir aus machen was sie wollen, wobei auch dann die Abgrenzung zu allgemein als problematisch angesehenen Sekten schwierig ist. Aber warum bekommen die lauter Sonderrechte und werden vom Staat bezahlt?
Vom Steuerzahler? Was bezahlt der Steuerzahler?
Sie bekommen Kirchensteuer, dass liegt wohl daran das wir geschichtlich nun mal ein christliches Land sind- unser Grundgesetz fußt in nicht unerheblichem Maße auf christlicher Weltansicht. Wem das nicht paßt, der soll aus der Kirche austreten, schon bezahlt er auch keine Kirchensteuer mehr. Wo ist das Problem?
Die Kirche kann ihr Engagement aber auch gerne zurückfahren- vielleicht betreiben dann ja die modernen Islamverbände z.B. die Kindergärten!
Oder das soziale Engagement um die älteren Menschen, können gerne auch Roboter übernehmen.
Kirchen sind ja überflüssig.
Zum Sterben kommt der Rost und kein Pastor- Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Pssst! Wo bleibt denn die christliche Gelassenheit?
Nahe zu alle christlichen Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kindergärten, sonstige Wohlfahrtseirichtungen wie Diakonie/Caritas etc. werden zu fast 100 % Prozent aus allgemeinen Steuermitteln, also vom Staat finanziert.
Weiter werden die Kirchen noch mit zusätzlichen ca. 600.000.000 € p/A von Bund und Ländern allimentiert, genießen aber weiterhin das Privileg kirchliches Arbeitsrecht zur Geltung zu bringen. Womit ist das heute noch zu rechtfertigen (ausser mit uralten erpressten Verträgen)?

Und man darf sich wohl schon die Frage stellen, wieso der Staat als Erfüllungsgehilfe mit seinen Institutionen automatisiert die Kirchensteuer einzieht. (Gibts noch nichtmal in weitestgehend katholischen Ländern wie Spanien oder Italien)
Diese ganze alten Verträge sollten mal auf den Prüfstand um die in 19 Jhdt. begonnene halbherzige Säkularisierung endlich abzuschließen.
Die einen kennen mich — die anderen können mich...!
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Seilbahnjunkie
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Victorfoxi hat geschrieben: 27.11.2023 - 21:16 Vom Steuerzahler? Was bezahlt der Steuerzahler?
Sie bekommen Kirchensteuer, dass liegt wohl daran das wir geschichtlich nun mal ein christliches Land sind- unser Grundgesetz fußt in nicht unerheblichem Maße auf christlicher Weltansicht. Wem das nicht paßt, der soll aus der Kirche austreten, schon bezahlt er auch keine Kirchensteuer mehr. Wo ist das Problem?
Die Kirche kann ihr Engagement aber auch gerne zurückfahren- vielleicht betreiben dann ja die modernen Islamverbände z.B. die Kindergärten!
Oder das soziale Engagement um die älteren Menschen, können gerne auch Roboter übernehmen.
Kirchen sind ja überflüssig.
Zum Sterben kommt der Rost und kein Pastor- Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Ja, genau dieses Märchen erzählen Kirchenvertreter in jeder Talkshow. Das macht es aber nicht wahrer. Wie Pistencruiser schon sagte, für die Dienstleistungen die die Kirche erbringt wird sie vom Staat bezahlt. Der Staat finanziert also z.B. Kindergärten in denen die Kinder (auch atheistische, das weiß ich aus eigener Erfahrung) beeten müssen. Was würdest du sagen, wenn dein Kind mangels Alternative in einen muslimischen Kindergarten müsste, den du mit deinen Steuern und Gebühren bezahlen musst, und dort muslimische Gebete lernen würden?

Ähnlich verhält es sich in den Schulen. Christlicher Religionsunterricht wird ganz natürlich in den Stundenplan intgriert und von staatlichen Leerern gelehrt. Andere Religionen gibt's nicht zur Auswahl und das neutrale Ethik wird erst dann angeboten, wenn die Schüler religionsmündig sind. Das macht man nämlich nur, damit sich nicht alle vom Religionsunterricht abmelden um eine Freistunde zu haben. Bei uns hat man den Religionsunterricht dann schön weiter in den Stundenplan integriert, während Ethik am Nachmittag unterrichtet wurde. Das hatte dann den umgekehrten Effekt und die meisten Schüler haben sich lieber die geschenkten Noten in Reli abgeholt statt nachmittags dableiben zu müssen.

Auch bei Krankenhäusern sind die Kirchen keine Wohltäter. Die Mutter eines Freundes, die selbst sehr gläubig ist, hat mir mal erzählt wie das lief als ihr Krankenhaus von der Kirche übernommen wurde. Da wurde radikal durchsaniert, schlimmer als bei kommerziellen Betreibern. Allerdings hatte sie keine Aufstiegschancen mehr, denn die Führungspositionen wurden nur noch mit Ordensschwestern besetzt.
Jedem anderen Betreiber wäre eine solche Diskriminierung untersagt worden. Aber christliche Einrichtungen dürfen ja auch homosexuelle Mitarbeiter feuern oder einfach nur Kindergärtner die aus der Kirche austreten.

Der Staat finanziert die Kirchen aber auch noch wesentlich direkter. Er bezahlt die Gehälter der Bischöfe, Erzbischöfe, Kardunäle, etc.
Natürlich ist das geschichtlich begründet, weil man die Kirchen vor 200 Jahren enteignet hat, aber wer wird bitte so lange nach der Enteignung noch derart fürstlich dafür entlohnt? Wie schwer tut man sich beispielsweise mit der Entschädigung von im dritten Reich enteigneten Juden? Da bekommen nicht die Nachfahren auf alle Ewigkeit ein Gehalt bezahlt.

Und die Kirchensteuer gibt es nicht nur weil wir so ein christliches Land sind, die gib's nämlich sonst nirgends. Die haben die Nazis eingeführt um die Kirch ruhig zu stellen, hat auch ganz gut funktioniert.
Und einfach austreten reicht nicht unbedingt um aus der Kirchensteuer rauszukommen. Erst mal musst du eine Austrittsgebühr bezahlen, wohl gemerkt, für einen Verein in den du nie selbst eingetreten bist. Und wenn du dann noch mit einem Kirchenmitglied verheiratet bist, Pech gehabt. Deine Kirchensteuer heißt dann zwar ab sofort Kirchgeld, sonst ändert sich aber nichts.
Stell dir mal vor du müsstest für den Sportverein in dem dich deine Eltern als Kind angemeldet haben, ohne dich zu fragen, eine Austrittsgebühr zahlen, und wenn deine Frau oder dein Mann weiter Mitglied sind, dann musst du deinen Beitrag weiterhin zahlen. Wo gibt's denn sowas?

Wie gesagt, als privates Freizeitvergnügen meinetwegen, aber bitte nicht ständig in das Leben von Leuten einmischen die damit nichts zu tun haben wollen.

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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von gerrit »

Ich wäre ja ab der Volksschule für einen verpflichtenden vergleichenden Religionsunterricht, in dem den Kindern die verschiedenen Religionen präsentiert werden, darauf hingewiesen wird, dass alle Religionen gleich gut sind, dass Religionen, deren Bücher und Dogmen aus wissenschaftlicher Sicht Menschenwerk sind, dass man sich gerne eine davon aussuchen kann, aber auch keiner Religionsgemenischaft anzugehören erlaubt und gleich gut ist.
Erinnerungen: meine Berichte seit 2005 (bzw. 1983)
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

gerrit hat geschrieben: 28.11.2023 - 10:03 Ich wäre ja ab der Volksschule für einen verpflichtenden vergleichenden Religionsunterricht, in dem den Kindern die verschiedenen Religionen präsentiert werden, darauf hingewiesen wird, dass alle Religionen gleich gut sind, dass Religionen, deren Bücher und Dogmen aus wissenschaftlicher Sicht Menschenwerk sind, dass man sich gerne eine davon aussuchen kann, aber auch keiner Religionsgemenischaft anzugehören erlaubt und gleich gut ist.
Gemäss Bildungsplan 21 wird an Schweizer öffentlichen Schulen über die verschiedenen Religionsgemeinschaften unterrichtet und dabei auch über Sekten gesprochen. Dazu kommt je nach Schülerzahl der Unterricht, wo von der Religionsgemeinschaft selbst bezahlt wird. Sofern die Schülerzahl gross genug ist auch integriert im Fächerplan oder am Samstag. Wie es an private Schule damit ist, hängt auch vom Kanton ab, der sie beaufsichtigt. Zu meiner Schulzeit war das noch nicht der fall.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

Für mich gibt es Gott nach dem Tod.

Wenn nicht, so habe ich mein Leben mit den christlichen Grundwerten gelebt, wie sie überliefert wurden. Für das Langen gleichgesinnte Mitmenschen es geht auch ohne eine rückwärtsgewandte römisch Katholische Kirche. Auch habe ich über andre Glaubensrichtungen gelesen wie die zwei andre Abraham Religionen. Ebenso die Schriften der Zoroastrier, der erste monastische Religion der Welt. Wie auch über Fernöstlichen sowie über vergangene, sofern es Schriften oder Darstellungen dazu gab. Jedenfalls hat das mein Glaubenshorizont bereichert. Man kann so auf einer andre eben über Religionen diskutieren.

Na für, die nicht an Gott glauben und nach dem körperlichen Tod doch feststellen, dass es einen gibt. Bevor ihr euch eine Antwort überlegt, wäre es gut, sofern ihr Mut habt, könnt ihr dazu folgende Filme ansehen. Und dazu Gedanken machen. Es geht darin über Glauben und Gott, aber nicht über eine spezifische Religion.

Beide Filme sind vom gleichen YouTuber, im zweiten Film geht er auch auf Kommentare vom vorhergehende ein. Deswegen habe ich beide verlinkt.

Ist Glauben sinnvoll ?: https://youtu.be/LVu64yw9myg?si=QPTpdNrOV4BJFOJp
Zeitbedarf: 11:55 Minuten

Unfassbare Studie: GEHIRN nach dem TOD noch AKTIV?: https://youtu.be/4MzjGUdFSpc?si=cEg-wS0La6gE7KLx
Zeitbedarf: 14:37 Minuten (Mit integrierter Werbung 1:30 Minuten)

Viel Spass beim Nachdenken über Gott und die Ewigkeit.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

Maria Magdalena eine Zeitzeugin vom Leben Jesus

War eine zentrale biblische Figur des Neuen Testaments, deren Rolle in der Entwicklung des Christentums weiterhin diskutiert und diskutiert wird. Ihr Name stammt aus ihrer Heimatstadt Magdala, einem Fischerdorf am Westufer des Tiberias-Sees. Papst Franziskus erhob das Andenken Maria Magdalenas am 22. Juli 2016 in den Status der Festlichkeit, um die Bedeutung dieses treuen Jüngers Christi zu betonen. Die konischen Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes setzen Maria als Zeugnis für Jesu Kreuzigung, Beerdigung und Auferstehung.

Klar ist, dass Jesus in ein vom Patriarchat geprägte Jüdischen unter römischen Vorherrschaft ihnen geboren ist. Wie er die Gesellschaftliche rolle, der Frau persönlich verortet, ist mich reine Spekulation. Am nächsten kommt die Rollenveränderung der Maria Magdalena in der Römisch Katholischen Kirche heran. I m Urchristentum hatten die Frauen, noch eine bedeute Rolle in der Glaubensverkündung innen. Als das Christentum sich offiziell als Staatsglauben durchsetzen konnte, hatte das eine schlechte Folge für das Frauenbild in der Glaubenslehre über Jahrhunderte. Erst so langsam zeichnet sich eine Veränderung ab.

Um die Worte von Sankt Augustinus zu zitieren: "Die Wahrheit ist wie ein Löwe. Du musst sie nicht verteidigen. Lass sie los. Sie wird sich selbst verteidigen."

Von Maria Magdalena gibt es auch Bibelfilme Fassung wie dieser hier: https://www.moviepilot.de/movies/maria-magdalena-2018. Zeitbedarf: ca. 80 Minuten. Mit etwas suchen findet man auch andre Filmquellen.

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Fractio Panis eine versteckte Astrotheologische Botschaft

Die Katakomben der Priscilla, an der via Salaria Rom, mit christlichen Freskos aus dem 2. und 3. Jahrhundert geschmückt.
Bild der Katakombe: https://www.wga.hu/art/zearly/1/2mural/ ... greek1.jpg
Bild mit dem Brotbrechen: https://www.wga.hu/art/zearly/1/2mural/ ... greek2.jpg

„Was wir wollen, glauben wir gerne“, das wussten schon die Römer. Wir neigen dazu, Dinge leicht zu glauben, die uns ins Konzept passen.

Die Szene stellt sieben Personen an einem Tisch dar, sechs Männer und eine Frau. Sechs von ihnen sitzen so, wie die Menschen der Antike bei ihren Mahlzeiten sassen. Die siebte Person jedoch, eine bärtige Gestalt, sitzt etwas abseits am Rande des Tisches. Sein Kopf ist zurückgeworfen, er hält ein kleines Brot in den Händen, und seine vor ihm ausgestreckten Arme zeigen, dass er es bricht. Auf dem Tisch unmittelbar vor ihm steht eine Tasse mit zwei Henkeln. Weiter entlang des Tisches stehen zwei grosse Teller, einer mit zwei Fischen, der andere mit fünf Broten. An den beiden Enden des Bildes sind Körbe mit Broten zu sehen, vier Körbe an einem Ende, drei am anderen.

Die Katakomben der Priscilla an der Via Salaria in Rom befinden sich in einem Steinbruch, der in römischer Zeit für Bestattungen genutzt wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich von dem Namen der Frau ab, die das Land für den Bau der Grabstätte gestiftet hat. Die Katakomben wurden vom 2. Jahrhundert bis zum 5. Jahrhundert in den Tuffstein gegraben und erreichten dann ihre endgültige Struktur, die insgesamt 13 Kilometer unterirdische Gänge umfasst. Einige der Wände und Decken in den Katakomben weisen feine Dekorationen auf, die biblische Szenen darstellen. Sie enthalten viele Wandmalereien, die Heilige und frühchristliche Symbole darstellen. Fractio Panis ein Bild, das in einer Zeit gemalt wurde, als die Regierenden nicht gut auf die Christen zu sprechen waren. So blieb dem unbekannten Künstler nicht anderes übrig, die eigentliche Botschaft vom Bild zu verstecken. Das Bild wurde so gestaltet wie ein typisches römische familiäre Totenmal darstellt. Wie es in der Stadt Rom von den Bürgerfamilien abgehalten wurde.

In der Liturgie ist Fractio panis (lateinisch: Brotbrechen) der Ritus des Brechens des sakramentalen Brotes im Rahmen der Eucharistiefeier vor der Austeilung an die Kommunikanten. Das Bild hier hat auch eine Astrotheologische Bedeutung. Man erkennt darin den Geburtsmonat vom Jesus wie auch, dass eine astronomische Epoche zu Ende ging und eine neue anfing. Dazu gibt ein Buch darüber Auskunft auch online: https://www.askelm.com/star/index.asp

Mit dieser Information könnt ihr in einem Astronomieprogramm (z. B. Celestina und Stellarium) die Planetenkonstellation aus dieser Zeitepoche darstellen lassen. Oder hier könnt auch diesen Vortrag dazu ansehen als Alternative: https://youtu.be/r1fynA3jeg4?si=aJyMrMN99pQmEHnp Zeitbedarf: 63:55 Minuten.

So, mit der Information bekommt die Darstellung von Fractio Panis eine ganz andre Bedeutung wie auch die zwei Evangelien. Im Neuen Testament gibt es Orte, die über die Zeit der Krippe Jesu sprechen. Eine davon ist über seine Geburt, als die Hirten ihm Geschenke gaben, wie im Lukasevangelium aufgezeichnet (2:1-20), eine zweite Beschreibung wird über die Zeit der Magier (Sterndeuter aus Persien) nach Matthäus (2:1-18). Der Künstler wie auch die zwei Evangelisten hatten ein Wissen über den Verlauf der Himmelskörper und über die Sternbilder. Wahrscheinlich wollte sie zusätzlich mit dieser Botschaft die Bedeutung von Jesus unterstreichen für die damaligen lebenden Menschen. Auch bei den Propheten aus dem ersten Bibeltestament lässt sich solches Wissen nicht ganz ausschliessen, vor allem im späteren Verlauf (Babylon).
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

Zurück zu einem typischen Thema: Berge in der Bibel

Berge spielen in vielen Religionen eine herausragende Rolle. Sie sind Orte, wo Gott bzw. die Götter wohnen oder besonders nahe sind. Auf Bergen werden oft göttliche Botschaften übermittelt. Deshalb befinden sich viele Heiligtümer auf einem Berg. Im Neuen Testament wird oft von »dem« Berg gesprochen, auf den Jesus geht. Dies ist weniger ein Hinweis auf einen bestimmten Berg. Es zeigt vielmehr die besondere Bedeutung von Jesus: Er betet und handelt auf dem Berg. Das heisst, dass er Gott besonders nahe ist. Wenn er den Menschen erzählt, was Gott von ihnen möchte, kommt seine Botschaft unmittelbar von Gott. Aus bzw. am Fuss eines Berges hält er deshalb auch seine grosse, programmatische Rede (Matthäus 5–7; Lukas 6,17-49). Auf einem Berg sehen drei Jünger Jesus in der Herrlichkeit Gottes (Matthäus 17,1-13; Markus 9,2-13; Lukas 9,28-36).

Zunächst eine Vorbemerkung zur Geografie der Bibel. Die geographischen Angaben in 1. Mose 2 (Garten Eden) können auf keiner Weltkarte nachvollzogen werden. Nach der Sintflut jedoch sind die geografischen Angaben in der Bibel sehr genau, wie man zum Beispiel im Buch Josua sehen kann. Es gibt unzählige geographische Einzelheiten, die so präzise sind, dass man die Bibel sogar benutzen kann, um Archäologie zu betreiben und nach ihren Angaben zu graben.

Morija (1. Mose 22)
Karmel (1. Könige 18)
Sinai (2. Mose 20)
Garizim und Ebal (5. Mose 27-28)
Pisga (5. Mose 3,25-27)
Tabor (Lukas 9, 28-36)
Golgatha (Matthäus 27)
Ölberg (Lukas 24,50)

Zu Bibeltexte von verschiedenen Übersetzungen: https://www.bibleserver.com/

Ararat (1. Mose 8 )

Im Sintflut Bericht (1. Mose 6,5) kommt der Berg zwar vor. Wahrscheinlich, weil der Berg der höchste Bekannte war ihn ihrem Lebensraum. Die Geschichte ist zwar theologisch sinnvoll, so konnte z. B. die ganze Ahnenreihe von Kain damit beendet werden. Gemäss Bibel kommt Abraham der Stammvater Israels aus der Stadt Ur im Mesopotamien. Dort war sein Vater Terach Tempeldiener vom Mondgott Nanna. Terach verlas die Stadt Ur, um nach Heran in der heutigen Südtürkei (ca. 1000 km) zu gelangen. So wie er dürfte auch der Sintflut Bericht aus dem Gilgamesch-Epos mit den Händlern die dortigen Menschen erreicht haben. Mit fortschreitender mündlichen Erzählung der Sintflut Bericht dürfte sie Bibel affin geworden sein.
Aus Keilschrifttexten ist dort seit dem 3. Jt. v.Chr. die Stadt ur bzw. uri(m) belegt. Sie wird auf Tell el-Muqēǧǧir ca. 250 km südöstlich der Stadt Babel/Babylon lokalisiert. Die von 1922 bis 1934 von Sir Leonard Woolley geleiteten Grabungen legten eine bis zu 60 ha grosse Stadt frei, deren Blütezeit im 3. Jt. v.Chr. war. Am Ende des 3. Jt. v.Chr., während der 3. Dynastie von Ur, beherrschte die Stadt ein Imperium von 23 Stadtstaaten im Süden Mesopotamiens. Aus dieser Zeit stammt auch der teilweise ergrabene Tempelturm (Zikkurat) für den Mondgott Nanna/Sîn. Nach der Eroberung durch Elam um 2000 v.Chr. schwand der politische Einfluss von Ur, die Stadt blieb jedoch weiterhin ein überregionales kultisches Zentrum. Insbesondere in der Zeit der neubabylonischen Herrschaft (7./6. Jh. v.Chr.) spielte Ur nochmals neben dem nordmesopotamischen Haran eine wichtige Rolle als zentraler Kultort für Sîn.
Quellen: https://www.odb.bibelwissenschaft.de/or ... .php?n=120
https://youtu.be/CtQ6s_w1Akc?si=gS1OtrW_JtP1jVib Zeitbedarf: 43:30 Minuten
https://de.wikipedia.org/wiki/Gilgamesch-Epos
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

Ein Text, wo die Theologen herausfordert. (1. Mose 6) Septuaginta (LXX) Altgriechisch
Καὶ ἐγένετο ἡνίκα ἤρξαντο οἱ ἄνθρωποι πολλοὶ γίνεσθαι ἐπὶ τῆς γῆς, καὶ θυγατέρες ἐγενήθησαν αὐτοῖς. 2ἰδόντες δὲ οἱ υἱοὶ τοῦ θεοῦ τὰς θυγατέρας τῶν ἀνθρώπων ὅτι καλαί εἰσιν, ἔλαβον ἑαυτοῖς γυναῖκας ἀπὸ πασῶν, ὧν ἐξελέξαντο. 3καὶ εἶπεν κύριος ὁ θεός Οὐ μὴ καταμείνῃ τὸ πνεῦμά μου ἐν τοῖς ἀνθρώποις τούτοις εἰς τὸν αἰῶνα διὰ τὸ εἶναι αὐτοὺς σάρκας, ἔσονται δὲ αἱ ἡμέραι αὐτῶν ἑκατὸν εἴκοσι ἔτη. 4οἱ δὲ γίγαντες ἦσαν ἐπὶ τῆς γῆς ἐν ταῖς ἡμέραις ἐκείναις καὶ μετ᾽ ἐκεῖνο, ὡς ἂν εἰσεπορεύοντο οἱ υἱοὶ τοῦ θεοῦ πρὸς τὰς θυγατέρας τῶν ἀνθρώπων καὶ ἐγεννῶσαν ἑαυτοῖς· ἐκεῖνοι ἦσαν οἱ γίγαντες οἱ ἀπ᾽ αἰῶνος, οἱ ἄνθρωποι οἱ ὀνομαστοί.
Quelle: https://www.die-bibel.de/bibeln/online- ... /GENESIS-6

Übersetzung: Die Gottessöhne und die Riesen.
Und es begab sich: Die Menschen vermehrten sich auf der Erde, und ihnen wurden Töchter geboren. 2 Und da die Söhne Gottes sahen, dass die Töchter der Menschen gut waren, nahmen sie sich Weiber von allen, die erwählt waren. 3 Und Gott der Herr sprach: Mein Geist soll nicht ewig in den Menschen bleiben, denn sie sind Fleisch, und ihre Tage sind hundertzwanzig Jahre. 4 Und die Riesen waren auf Erden in jenen Tagen und danach, als ob die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen kämen und sich selbst zeugten; das waren die Riesen von Ewigkeit her, die Männer, die mit Namen genannt wurden.
Theologische Textinterpretationen Links: https://www.bibelstudium.de/articles/19 ... ottes.html
oder https://equip.sbts.edu/article/who-are- ... -nephilim/

Die „Sumer und Akkad“ in Mesopotamien entwickelten im Verlauf der Zeit eine Vielzahl von Göttern. Es gibt Keilschrifttexte, wo einen sehr ähnlichen Inhalt aufweisen wie die ersten Sätze. In der Kunst wurde der Herrscher grösser gezeichnet, als die Untertanen. Ein Beispiel dafür ist die Narām-Sîn-Stele (auch Naramsin-Stele) ist eine Siegesstele des akkadischen Königs Narām-Sîn. Zum Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Nar%C4%81m-S%C3%AEn-Stele Auch im nächsten Bild ist der König grösser dargestellt. Diese Darstellung zeigt, wie die Untertanen den Sonnengott Šamaš (Schamasch) anbeten. Zum Bild: https://de.m.wikipedia.org/wiki/%C5%A0ama%C5%A1 Die Darstellung eines Riesen deutet hier auf den Herrscher hin, wo mehr Macht besass als die Untertanen. Der erste Textteil deutet für mich auf die Kultur der Sumer wie auch der Akkader hin. Wo eine Aufnahme in die Bibel der Christen fand.

-------------------------

Die Sumer wie auch die Akkader betriebe ein Handel mit der Indus-Kultur, wie es die Warensiegel Funde beweisen. Auch gibt, es hinweise in den Keilschrifttexten. Den die Sumer waren mit, den Bewohner von dort Genetisch verwand wie auch vom Persischen Golf.
Bild Warensiegel: https://www.harappa.com/content/indus-v ... stern-asia

Sie waren auch die ersten wo ein Hafenbecken anlegten in der Stadt Lothal. Siehe: https://de.wikipedia.org/wiki/Lothal Auch bemerkenswert ist das sie keine nachweisbaren Kriege führte gegen andre Städte im Gegensatz zu Mesopotamien und das über Jahrhunderte.
Die bronzezeitliche Indus-Kultur, auch Indus-Zivilisation oder Harappa-Kultur, war eine der frühesten städtischen Zivilisationen. Sie bestand etwa in den Jahren 2800–1800 v. Chr. entlang des Indus im Nordwesten des indischen Subkontinents. Die Indus-Kultur erstreckte sich über fast das gesamte heutige Pakistan sowie Teile Indiens und Afghanistans, insgesamt umfasste sie 1.250.000 km² und damit eine grössere Landfläche als das antike Ägypten und Mesopotamien zusammen. Sie war neben diesen eine der drei frühesten Zivilisationen der Welt.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Indus-Kultur

Am Interessanten ist, dass ihre Stadthäuser einen Hausinternen Trickwasserbrunnen hatten, so wie ein WC mit manueller Wasserspülung. Siehe Grafik: https://www.dkfindout.com/us/history/in ... us-cities/ Hier ein Bild wie sie einen Markt darstellten in einem indischen Museum. Ob die Menschen solche Kleidung trugen, ist reine Spekulation. Was auch überrascht, sie haben relativ viele Kinder Spielsachen gefunden. Siehe Bild: https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... 2_0508.JPG

Nach den Bildern von den Warensiegeln verfügten sie über eine Symbolschrift. Aber im Alltag schrieben sie vielleicht auf Palmblätter oder auf einem andrem Material wo verwest. Jedenfalls fanden sie keine grössere zusammenhängende Texte. Auch weisen die Städte keine eigentlichen Prunkbauten auf, von Machthaber. Somit fehlen Darstellungen auf Wände weg als Informationsquelle. Aus den Funden von menschlichen Überresten. Weis man, dass die Mutter auf die älteste gebärfähige Tochter ihr Besitzt vererbte. Und die Söhne mussten das mütterliche Haus verlassen. Was auch anders war, ist ihr Glauben. Und das trotz der Handelsbeziehungen über Jahrhunderte. Hier ein Bild wo eine Göttin wo auf einem Thron sitzt, begleitet von einer Gesellschaft wie auch Dinner. Siehe Bild: https://www.harappa.com/content/lady-spiked-throne

Ein Vergleich mit der Indus-Kultur zeigt deutlich auf, was eine patriarchal geprägte Gesellschaftsmachtkultur bewirkt.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

Wer die Vergangenheit nicht kennt, der wiederholt die Fehler.

Mönch Girolamo Maria Francesco Matteo Savonarola (lateinisch Hieronymus Savonarola; * 21. September 1452 in Ferrara; † 23. Mai 1498 in Florenz) war ein italienischer Dominikaner, Bussprediger und Kirchenreformator.

Titel: Weltuntergangsprophet der Vergangenheit: Gorilamo Savonarola von Prof. Ganteför

https://youtu.be/egnU1NWzOOE?si=eQiss8i_t9G14wST

Zeitbedarf: 40:15 Minuten
Der Papst bangte um sein vatikanisches Bordell

Mit dem Karnevalsdienstag des Jahres 1497 hatte der fromme Tugend-Terror in Florenz seinen Höhepunkt erreicht. Der Abstieg liess nicht lange auf sich warten. Papst Alexander VI., der aus dem Vatikan ein luxuriöses Familien-Bordell und aus der Kirche einen mafiösen Clan gemacht hatte, exkommunizierte Savonarola.

Savonarola – verdammt und noch heute verehrt

Der kam vor Gericht, wurde gefoltert und im Mai 1498 erst gehängt und dann verbrannt. Und doch: So sehr sich Savonarola in Fanatismus verirrt hat – sein Kampf für ein Christentum der einfachen Leute wirkte fort und inspirierte grosse Theologen von Martin Luther bis Ivan Illich. Die evangelische Kirche verehrt ihn heute als Märtyrer. Und 1998 leitete der damalige Papst Johannes Paul II. ein Verfahren zur Seligsprechung Savonarolas ein, das bis heute nicht abgeschlossen ist.
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/savonaro ... t-100.html

Die krassen Gegenbilder zu Papst Alexander VI. stärkt also letztlich, nach einigen Jahrzehnten, das Bestreben sich zu distanzieren. Also vor allem auf die Moral zu achten. Die angeblich lockere Sexualmoral der konfessionellen Rivalen – also aus der Sicht der Katholiken der Lutheraner, der Calvinisten, umgekehrt der Katholiken aus der Sicht der Lutheraner und Calvinisten – wird zu einem gängigen Propagandamotiv. Auch Luther schreibt ja allen Päpsten die ungeheuerlichsten Ausschweifungen wie Inzest und ähnliches zu. Die Gegenseite ist des Teufels und das zeigt sich an ihrer Sexualmoral. Das zwingt das Papsttum zu strengen Reformen und damit schwingt das Pendel eben zur Gegenseite aus. Man wird sehr streng in Sachen Sexualität, was man bis zu Renaissance eben absolut nicht gewesen war. Die Römisch Katholischen Kirche wie auch andere Kirche leiden heute noch darunter.

Sie verpassten, die familiäre bezogene Sexualmoral anzupassen an den Zeitgeist in der gelebten Gesellschaft. Denn durch die neue Verhütung Methoden im 20. Jahrhundert konnten sich die Frauen und Paare freier entfalten in dieser Beziehung. Sodass der Geschlechtsverkehr nicht nur der reinen Fortpflanzung diente. Statt die alte kirchliche Sexualmoral zu verteidigen, hätten sie besser auf eine geschlechtergerechte Sexualmoral gesetzt.
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Re: Christen Glauben Kirche

Beitrag von Chlosterdörfler »

Über die Feiertage zum Jahreswechsel ist der Glauben und Aberglaube bei manchen Zeitgenossen und Sportlern wie auch Künstlern nahe. Dazu habe ich diesen Vortrag gefunden. Wer sich den Vortrag anschaut, weiss danach, was die Habsburger mit Vampiren zu tun haben.

Von YouTuber Copeylius, mit Herrn Manuel Stübecke, über jede Menge "Superstitionen - eine Annäherung an Volks- und Aberglauben".
Zum Vortrag: https://youtu.be/bM6cpMUFNtQ?si=s9Zt589Ju6RzF5AQ Zeitbedarf: 80:34 Minuten
Vorstellung beginnt bei 1:40
Vortrag beginnt bei 7:30
Fragerunde beginnt bei 50:35

Gefährlich wird es, wie im Vortrag erwähnt, wenn es um die eigene Gesundheit oder die Gesundheit Dritter geht. Hinzu kommen die Esoteriker, die es eigentlich nur auf das Bankkonto der "Opfer" abgesehen haben. Aber auch hier gibt es ganz Vernünftige, die die Lücke des Kirchenaustritts auf ihre Weise füllen.
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