„Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
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„Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Nachdem man die italienische Version des geschichtsträchtigen Tourismusortes wegen der historischen Vorbelastung streichen wollte, hat man nun einen Rückzieher gemacht: „Breuil-Cervinia“ wird nach landesweiten Protesten nicht zu „Le Breuil“.
https://www.suedtirolnews.it/italien/le ... t-cervinia
In St. Moritz hat man übrigens vor Jahrzehnten eine ähnliche Entscheidung wie in Cervinia getroffen. Der Ort ist eigentlich historisch rätoromanischsprachig. Im Tourismus hatte sich aber schon früh der deutsche Ortsname St-Moritz und nicht der rätoromanische Ortsname San-Murezzan etabliert, so dass man sich entschloss, den deutschen Ortsnamen offiziell zu übernehmen. Auch als Amtssprache konnte sich das Deutsche durch den Tourismus etablieren.
Eine ähnliche Problematik mit der Benennung von geographischen Begriffen (sog. „Toponomastik“) gibt es übrigens seit Jahren in Südtirol. Die italienischen Bezeichnungen wurden unter dem faschistischen Regime Mussolinis erfunden, um eine Italianisierung der Region zu forcieren.
Bis heute sind die italienischen Ortsnamen die offiziellen Bezeichnungen in Südtirol geblieben, was dort immer wieder zu Diskussionen führt. Im ebenfalls autonomen Aostatal ist man längst wieder zu den französischen Ortsnamen zurückgekehrt, was durch die Umbenennung von Breuil-Cervinia sichtbar werden sollte.
https://www.suedtirolnews.it/italien/le ... t-cervinia
In St. Moritz hat man übrigens vor Jahrzehnten eine ähnliche Entscheidung wie in Cervinia getroffen. Der Ort ist eigentlich historisch rätoromanischsprachig. Im Tourismus hatte sich aber schon früh der deutsche Ortsname St-Moritz und nicht der rätoromanische Ortsname San-Murezzan etabliert, so dass man sich entschloss, den deutschen Ortsnamen offiziell zu übernehmen. Auch als Amtssprache konnte sich das Deutsche durch den Tourismus etablieren.
Eine ähnliche Problematik mit der Benennung von geographischen Begriffen (sog. „Toponomastik“) gibt es übrigens seit Jahren in Südtirol. Die italienischen Bezeichnungen wurden unter dem faschistischen Regime Mussolinis erfunden, um eine Italianisierung der Region zu forcieren.
Bis heute sind die italienischen Ortsnamen die offiziellen Bezeichnungen in Südtirol geblieben, was dort immer wieder zu Diskussionen führt. Im ebenfalls autonomen Aostatal ist man längst wieder zu den französischen Ortsnamen zurückgekehrt, was durch die Umbenennung von Breuil-Cervinia sichtbar werden sollte.
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Interessant, hatte ich gar nicht mitbekommen.
Aber beim Breuil-Cervinia zu bleiben bzw. zurückzukehren ist sicherlich die beste Lösung, wobei kaum jemand Breuil sagt bzw. etwas damit anfangen kann.
Man kennt den Ort eben als Cervinia und nicht anders...
Aber beim Breuil-Cervinia zu bleiben bzw. zurückzukehren ist sicherlich die beste Lösung, wobei kaum jemand Breuil sagt bzw. etwas damit anfangen kann.
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valdebagnes
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
ich kenne den Ort aus Skiatlanten der 80er Jahre eigentlich als Breuil-Cervinia und hatte mich irgendwann man gefragt warum er irgendwann nur noch Cervinia genannt wurde.
Bin dem aber dann nicht tiefer nachgegangen.
Bin dem aber dann nicht tiefer nachgegangen.
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zonk
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Mir war gar nicht bewusst, dass das nur noch cervinia heisst. War in den letzten 10 Jahren 3 mal da und hab immer breuil cervinia gesagt, bzw breuil. So wirds auch bei einheimischen oben genannt, in Wikipedia, auf diversen bergfexes, snowtrex etcpepe. Von einzelnen Menschen da mal nur cervinia gehört,hab das aber eher als Abkürzung empfunden.
- Tiob
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Ich finde „Le Breuil“ schwierig auszusprechen, wenn man es nicht kennt. „Cervinia“ klingt in meinen Ohren auch modäner.
Aber das ist natürlich kein Argument, wenn es sich um Ortsnamen handelt, die von einem faschistischen Regime künstlich eingeführt wurden. Bei Toponymen sollte konsequent das Territorialitätsprinzip gelten, wie in der Schweiz: Offiziell sind nur die Namen der historisch angestammten Sprache.
Aber das ist natürlich kein Argument, wenn es sich um Ortsnamen handelt, die von einem faschistischen Regime künstlich eingeführt wurden. Bei Toponymen sollte konsequent das Territorialitätsprinzip gelten, wie in der Schweiz: Offiziell sind nur die Namen der historisch angestammten Sprache.
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j-d-s
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Ähem, in der Schweiz sind sogar örtlich ungebräuchliche Ortsnamen "halboffiziell" im HLS (Historisches Lexikon der Schweiz), siehe Delsberg (statt Delemont) oder Sitten (statt Sion) (ja, ich weiß, die Straßenschilder sind normalerweise im Gegensastz dazu einsprachig in der Mehrheitssprache des jeweiligen Ortes). Nur bestimmte veraltete Bezeichnungen wie Bellenz statt Bellinzona und Martinach statt Martigny werden nicht verwendet.
Ich persönlich halte es ja für das sinnvollste, bei Mehrsprachigkeit auch mehrere Ortsnamen gleichberechtigt zu nutzen, allerdings nicht als Doppelform, sondern so wie in Südtirol - dass jemand dort auf Deutsch Ortisei oder Selva sagt statt St. Ulrich oder Wolkenstein, wäre mir neu (und die Einheimischen sprechen ja obendrein muttersprachlich sogar Ladinisch, also keins von beiden Varianten).
Im Falle von Cervinia und St. Moritz wäre es wohl sogar ziemlich töricht, auf eine andere Namensvariante zu wechseln, weil diese zwei Namen eben bekannte "Marken" sind - ihre anderssprachlichen Varianten dagegen kaum.
Ganz generell finde ich ja Orts- und Straßenumbenennungen aus politischer Korrektheit falsch, und für die Anwohner sicherlich nervig, weil man dann überall die Adresse ändern muss. Und ggf. muss man dann sogar Broschüren neu drucken usw.
Ich persönlich halte es ja für das sinnvollste, bei Mehrsprachigkeit auch mehrere Ortsnamen gleichberechtigt zu nutzen, allerdings nicht als Doppelform, sondern so wie in Südtirol - dass jemand dort auf Deutsch Ortisei oder Selva sagt statt St. Ulrich oder Wolkenstein, wäre mir neu (und die Einheimischen sprechen ja obendrein muttersprachlich sogar Ladinisch, also keins von beiden Varianten).
Im Falle von Cervinia und St. Moritz wäre es wohl sogar ziemlich töricht, auf eine andere Namensvariante zu wechseln, weil diese zwei Namen eben bekannte "Marken" sind - ihre anderssprachlichen Varianten dagegen kaum.
Ganz generell finde ich ja Orts- und Straßenumbenennungen aus politischer Korrektheit falsch, und für die Anwohner sicherlich nervig, weil man dann überall die Adresse ändern muss. Und ggf. muss man dann sogar Broschüren neu drucken usw.
- intermezzo
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Nix da mit halboffiziell. Delsberg ist der (schweizer-)deutsche Name für den jurassischen Kantons-Hauptort Delémont, genauso wie Sitten (für Sion) oder Siders (für Sierre) in der Deutschschweiz verwendet werden und im Alltag gebräuchlich sind. Bei den Ortschaften, in denen eine starke Zweisprachigkeit vorherrscht - wie beispielsweise in Biel/Bienne oder Freiburg/Fribourg - sind Doppelnamen üblich.j-d-s hat geschrieben: 05.12.2023 - 02:54 Ähem, in der Schweiz sind sogar örtlich ungebräuchliche Ortsnamen "halboffiziell" im HLS (Historisches Lexikon der Schweiz), siehe Delsberg (statt Delemont) oder Sitten (statt Sion) (ja, ich weiß, die Straßenschilder sind normalerweise im Gegensastz dazu einsprachig in der Mehrheitssprache des jeweiligen Ortes). Nur bestimmte veraltete Bezeichnungen wie Bellenz statt Bellinzona und Martinach statt Martigny werden nicht verwendet.
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Im Falle von Cervinia, gilt es zu unterstreichen, dass diese Benennung keinesfalls den älteren franko-provenzalischen Flurnamen "Breuil" zu ersetzen beabsichtigte, sondern lediglich die in den dreißiger Jahren auf einer unbewohnten Sommeralm neu entstandene Wintersportsiedlung bezeichnete. Es ist demnach falsch zu behaupten, dass der Ortsname Cervinia Ausdruck der faschistischen Italianisierungspolitik war, wie andernorts in Süd-Tirol oder Aostatal üblich (Cormaiore, Valtornenza, Porta Littoria, usw.).
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Also ich halte mich da an die Schweizer Landeskarte, dort steht "Breuil-Cervinia" ... 
https://map.geo.admin.ch/index.html?top ... 1090539.23
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Interessant.
Ich habe mich tatsächlich nie mit den beiden Namen auseinander gesetzt und wusste auch nicht, dass Breuil die französiche Version ist.
Hier laut Wikipedia übrigens:
Ich habe mich tatsächlich nie mit den beiden Namen auseinander gesetzt und wusste auch nicht, dass Breuil die französiche Version ist.
Hier laut Wikipedia übrigens:
Lustige Übersetzung!Breuil ist der französische und Cervinia (nach Cervino, dem Matterhorn) der italienische Name des Ortes. Beide Bezeichnungen wurden zu einem Doppelnamen zusammengefasst und bedeuten übersetzt etwa Sumpfiges Gebiet am Matterhorn.
EIN FRANKE IM LÄNDLE
Ihr könnt gerne auf Instagram vorbeischauen: https://www.instagram.com/powderhuntr
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Eine grosse Umbenennungsaktion aus politischer Korrektheit: Squaw Valley ist nun Palisades Tahoe! Squaw Valley hielt die olympischen Winterspiele 1960 ab.
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Biel, Siders, und Freiburg sind spezielle Beispiele, da die Städte historisch zweisprachig sind bzw. unmittelbar auf der Sprachgrenze liegen. Fribourg wird m.E.n. häufig dem Freiburg vorgezogen um eine Verwechslung mit Freiburg i.B. zu vermeiden.intermezzo hat geschrieben: 05.12.2023 - 06:27 Nix da mit halboffiziell. Delsberg ist der (schweizer-)deutsche Name für den jurassischen Kantons-Hauptort Delémont, genauso wie Sitten (für Sion) oder Siders (für Sierre) in der Deutschschweiz verwendet werden und im Alltag gebräuchlich sind. Bei den Ortschaften, in denen eine starke Zweisprachigkeit vorherrscht - wie beispielsweise in Biel/Bienne oder Freiburg/Fribourg - sind Doppelnamen üblich.
Zumindest in Graubünden muss irgendwann mal eine größere Umbenennung zu den rätoromanischen Ortsnamen passiert sein. Ich erinnere mich, dass meine Großeltern noch ausschließlich die Deutschen Ortsnamen genutzt haben, die heute kaum noch in Gebrauch sind (zum Beispiel Schuls=Scuol). Auf alten Postkarten sieht man häufig noch die alten deutschen Ortsnamen. Ein Teil der Orte in Graubünden hat aber auch interessanterweise beide Namen offiziell behalten (Disentis/Muster, Brigels/Breil usw.).
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
In den Dolomiten ist die Situation noch verworrener. Das Gebiet ist mehrheitlich ladinischsprachig und besitzt trotzdem noch eine offiziellen italienischen Namen da es in Italien liegt und dann noch einen offiziellen deutschen Namen weil es ein Teil Südtirols ist (eine Minderheit in der Minderheit quasi).j-d-s hat geschrieben: 05.12.2023 - 02:54 Ich persönlich halte es ja für das sinnvollste, bei Mehrsprachigkeit auch mehrere Ortsnamen gleichberechtigt zu nutzen, allerdings nicht als Doppelform, sondern so wie in Südtirol - dass jemand dort auf Deutsch Ortisei oder Selva sagt statt St. Ulrich oder Wolkenstein, wäre mir neu (und die Einheimischen sprechen ja obendrein muttersprachlich sogar Ladinisch, also keins von beiden Varianten).
Wolkenstein ist ein fast schon mystischer Name wie aus einem Fantasygeschichte. Den würde ich glaube ich auch alleine aus touristischen Gründen beibehalten.
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Interessantes Thema - und da es hier jetzt nicht mehr nur um italienische Ortsnamen geht, sondern auch um die in der Schweiz und einen in den USA, kann ich folgendes beisteuern:
In Österreich ist mir in Atlanten bzw. auf Karten die unterschiedliche Schreibweise von Badgastein bzw. Bad Gastein aufgefallen.
Wikipedia weiß dazu folgendes:
In Österreich ist mir in Atlanten bzw. auf Karten die unterschiedliche Schreibweise von Badgastein bzw. Bad Gastein aufgefallen.
Wikipedia weiß dazu folgendes:
Der Ort hieß in den letzten Jahrhunderten Wildbad bzw. Wildbad Gastein. Von 1906 bis 1996 hieß die Gemeinde Badgastein. Mit 1. Jänner 1997 wurde die Schreibweise auf Bad Gastein festgelegt. Der Name „Gastein“ geht auf zwei indogermanische Wurzeln zurück und bedeutet entweder „grauer Fluss“ oder „gischtender Fluss“. Das älteste noch vorhandene Dokument mit der Namensform „Gastuna“ findet sich 963 in einer Urkunde der Edlen Rosmuot.
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j-d-s
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Ich meinte damit, dass "vor Ort" in der Schweiz meistens nur die lokale Sprache ausgeschildert ist, die der jeweilige Ort hat - sogar in Basel verweisen die Straßenschilder auf "Delemont", nicht Delsberg. Es gibt auch ein paar Fälle, wo bspw. Doppelnamen verwendet werden, aber es ist eben nicht generell so wie in Südtirol, wo immer mindestens italienisch+deutsch aufgeführt ist, und in Ladinien noch ladinisch zusätzlich.intermezzo hat geschrieben: 05.12.2023 - 06:27Nix da mit halboffiziell. Delsberg ist der (schweizer-)deutsche Name für den jurassischen Kantons-Hauptort Delémont, genauso wie Sitten (für Sion) oder Siders (für Sierre) in der Deutschschweiz verwendet werden und im Alltag gebräuchlich sind. Bei den Ortschaften, in denen eine starke Zweisprachigkeit vorherrscht - wie beispielsweise in Biel/Bienne oder Freiburg/Fribourg - sind Doppelnamen üblich.j-d-s hat geschrieben: 05.12.2023 - 02:54 Ähem, in der Schweiz sind sogar örtlich ungebräuchliche Ortsnamen "halboffiziell" im HLS (Historisches Lexikon der Schweiz), siehe Delsberg (statt Delemont) oder Sitten (statt Sion) (ja, ich weiß, die Straßenschilder sind normalerweise im Gegensastz dazu einsprachig in der Mehrheitssprache des jeweiligen Ortes). Nur bestimmte veraltete Bezeichnungen wie Bellenz statt Bellinzona und Martinach statt Martigny werden nicht verwendet.
Das ist sogar insofern eine Eigenheit, weil "Eigensprachliche" Bezeichnungen für fremde Orte bspw. in Deutschland relativ häufig sind - die Wegweiser führen nach "Warschau (Warszawa)" und "Prag / Praha".
- Tiob
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Re: „Le Breuil“ gestrichen: „Cervinia bleibt Cervinia“
Welche Emotionen bei einem vermeintlich banalen Thema wie Ortsnamen aufkommen können zeigt sich im schon seit Jahrzehnten tobenden Ortstafelstreit in Kärnten, bei dem es um die lokale slowenische Minderheit geht.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ortstafelstreit
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ortstafelstreit