Aber wer hat offen? Le Markstein und Schnepfenried! In Schnepfenried war ich schon eimal und fand es bissel langweilig, da die Abfahrten überwiegend kurz sind und das Gebiet zu großen Teilen aus praktisch einem Hang besteht, der sich nach unten hin auffächert. Mit meinem Sohn zum Anfangen super, für mich zu öde (und der hintere Bronner-Lift hatte mich bei meinem bisher einzigen Besuch dort auch nicht überzeugt). Aber Le Markstein? – da war ich nur mal mit den Jungs am Anfängerhang. Das war vor dem Lockdown 2020. Einer der beiden hatte null Bock, der andere konnte nach ein paar Metern fahren. Beide hatten einige Wochen vorher einen Samstags-Einsteiger-Skikurs am Notschrei beendet, der Große in dem Fall ohne es zu können (er liest sicher nicht mit
Aber Le Markstein war ja mehr als der Anfängerhang. Ich hatte schon schöne Fotos von dort gesehen. Und das weckte mein Interesse am Gesamtgebiet schon seit dem Erstbesuch. Nun denn. Mittwochs geöffnet mit praktisch Vollbetrieb – warum nicht?
Also ging es morgens gemütlich kurz vor 8 zuhause los. Fahrzeit laut Google Maps: 1:15 h – etwa 25 min länger als zum Feldberggebiet in Fahl. Bis an den Fuß der Vogesen lief es gut. Die letzten 10 Kilometer waren jedoch herausfordernd – die letzte 4 ab dem Lac de la Lauch konnte man nur noch hoffen, dass man irgendwie ankommt. Praktisch nicht geräumte Straße und der Hinweis „Route non salée“ (ungesalzene Straße) – mit 30 bis 40 km/h ging’s aber doch ganz gut.
Straßenzustand:
Oben angekommen ergatterte ich einen Parkplatz in der zweiten Reihe auf dem zweiten Platz vom Lift her gesehen – näher geht kaum! Perfekt! Doch nun erstmal in die Skistiefel rein, ohje – ich bin fetter geworden und bekomme sie kaum zu. Denke ich. Schließlich geht’s dann doch. Der Weg zur Liftkasse war kurz. Seit dem letzten Besuch hat man hier ein schönes „Accueil“-Gebäude hingesetzt. Mit sauberen, modernen Toiletten, Schließfächern, einem Hors-Sac-Raum (Selbstverpflegungsraum) und natürlich zeitgemäßen Kassen. Der Skipass sollte mich 20 Euro (!) für den Tag plus 2 Euro für die (natürlich zuhause vergessene) Access-Card kosten. Das war dann gut die Hälfte von dem, was für diesen Tag am Feldberg fällig gewesen wäre (39,- Euro).
Doch nun Ski an und los geht’s! Erst einmal zum Einfahren auf die Anfängerhänge an den Liften „Grenouillére 1 bis 3“. – wobei Nummer 1 und 2 Parallelanlagen sind und der 3er oft zu ist. Heute aber war der 3er offen (mit Ausnahme einer Stunde Mittagspause) und 1 und 2 liefen abwechselnd und später beide. Der 1er ist hierbei sehr langsam, der 2er mindestens doppelt so schnell. Aber perfekt zum Schleppliftfahren üben bzw. den ersten KSSL-Kontakt.
KSSL §Grenouillére 1+2" (links 2, rechts 1) :
…und die Piste "1 - Grenouillére 1" dazu:
… sowie Piste "2 - Grenouillére 2" – sie verläuft auf der anderen Seite der Doppelliftanlage, ist aber praktisch gleich trassiert, dafür etwas schmaler und ohne technische Beschneiung:
Nochmal von unten nach oben. War zwar bissl neblig, aber die Sicht war doch erstaunlich gut zum Fahren:
Da der KSSL „Grenouillére 3“ noch am Aufstarten war, ging es für mich dann erstmal weiter hinab zu den Tremplin-Liften. Hier aber erstmal die Bergstation der Marke „Seilscheibenausstieg“ des KSSL „Tremplin 1“:
Pflichtfoto – alles perfekt präpariert, hier Piste „4 - Tremplin 1“:
KSSL-Romantik:
Nochmal Piste „Tremplin 1“ – nette blaue Waldabfahrt:
Auf der Tremplin-Piste hatte man auch ordentlich technisch Schnee produziert – da dieser nicht breit geschoben wurde, ergaben sich einige recht hohe Coupierungen in der Abfahrt, was dann doch für nettes Bauchkribbeln beim Drüberfahren sorgte. Später hatte man die „Gipfel“ dann teilweise abgesperrt – eine gewisse Unfallgefahr (dahinterstehende Skifahrer) ist da ja schon gegeben.
KSSL „Tremplin 1“ mit dazugehöriger Abfahrt im unteren Teil. Zum Lift muss man etwas oberhalb die Lifttrasse kreuzen und eine Kurve durch den Wald fahren:
Auf mich wartet jedoch nebenan der KSSL „Tremplin 2“ – man beachte auch hier die mörderischen Wartezeiten:
Dieser Lift überraschte nebst angenehmem Fahrkomfort auch mit einer recht heftigen Kurve und einer schönen fliegenden Umlenkscheibe:
Die dazugehörige Piste „Tremplin 2“ war doch schon etwas steiler, aber ja auch rot markiert:
Für mich ging es noch ein Stück weiter hinüber. Eigentlich dachte ich, das Skigebiet wäre schon zu Ende, aber da tat sich noch ein Lift auf: der „Fédérale 1+2“ als monströse Doppelanlage und vermutlich so etwas wie der Hauptlift hier. Die Abfahrt hierher war nur kurz, da oben ist grad die Bergstation des „Tremplin 2“:
Der KSSL „Fédérale“ offenbart sich als wahres Lift-Monster. Direkt nach dem Start steil rauf, extrem ruppig und ausgleiert und mit gleich vierfachem Katapultstart plus mehreren Katapultierungen auf der Strecke wegen des stets wechselnden Profils – nix für schwache Nerven! Erwähnt werden sollte wohl auch, dass freilich auch die Schlepptrasse ein bisschen vereist und mit diversen „Löchern“ staffiert war, damit auch nur die ganz Harten oben ankommen
Doch hier das Bild vom „Fédérale“
…dieser führt auf den Jungfrauenkopf (1268 m) – und zwar gaaaanz rauf. Entsprechend „gut“ war die Witterung da oben. Aber besser als das Schwitzen in der letzten Saison bei 15 Grad plus in den Alpen.
Pistenplan auf dem Jungfrauenkopf:
Auf der Abfahrt kreuzt man die Route des Crêtes, der man im Sommer gern auch einen besuch abstatten kann. Landschaftlich großes Kino auf diesem mittleren Abschnitt! Im Winter aber hier gesperrt und von den Fédérale-Liften ebenso überquert wie vom Steinlebachlift und diversen Abfahrten.
Hier wäre die Straße:
Ein paar Meter unterhalb des „Fédérale“-Doppels steht die Talstation des KSSL „Steinlebach“. Dieser scheint aber etwas „lost-placig“ und ist (noch?) nicht angebügelt, besser gesagt „angetellert“. Er erschließt immerhin noch zwei weitere blaue und eine schwarze Abfahrt:
Nochmal das Gesamt-Ensemble im Bereich Fédérale/Steinlebach, geradezu kommt die blaue 10 runter, die man auch von der Bergstation auf dem Jungfrauenkopf erreichen kann, war aber ebenso wie die schwarze „9 Charlon“ nicht präpariert und offiziell gesperrt. Gefahren wurde dort freilich trotzdem, ging eigentlich relativ gut, aber Tiefschnee ist halt nicht so mein Ding. Gefühlt waren hier hinten im Gebiet abseits der geöffneten Pisten übrigens mehr Leute unterwegs als auf den präparierten Abfahrten – wobei es dennoch auch hier generell eher leer war. In dem größeren Gebäude im Bild existierte wohl mal eine Bar (angeschrieben „Nocturne Bar“
Doch nun wieder hinüber in den Anfängerbereich! Vom Jungfrauenkopf gibt es eine blaue Abfahrt namens „Bichettes“, welche „retour station“, also zurück zum Parkplatz usw. führt. Dort muss (!) man die Ski abschnallen und über die Straße laufen, ehe man im Anfängerbereich wieder auf die Piste kommt. Mehrere Schilder weisen darauf hin. Aufgrund der geschlossenen Schneedecke auf der Straße machte das aber niemand. Ausser mir – aber auch nur, weil ich zum Auto zur Trinkpause wollte.
Schließlich zurück im Anfängerbereich war nun auch der „Grenouillére 3“ in Betrieb. Den nutzte ich dann doch ein paar mal hintereinander für Schwünge im Flachen zum enspannen. Wenn man hier die inoffizielle Querverbindung zu den übrigen beiden Anfängerliften nimmt (auch präpariert, aber nicht im Pistenplan), hat man die ultimative Flach-Abfahrt. Für komplette Anfänger perfekt, für mich entspannend nach dem Gekrampfe am Fédérale-Lift. Zudem hat der hiesige Lift noch den Vorteil, dass er nur ein Baby-KSSL ist, der vom Personal per Hebel gekuppelt wird. Also sehr gemütlich, sanft und vor allem mehrfach an diesem Tag mein Privat-Skilift mit gleich zwei Privat-Pisten (von denen eine eben noch inoffiziell-halbkriminell-befahrbar ist
..und eine fliegende Umlenkscheibe hat der KSSL „Grenouillére 3“ auch noch:
Piste „Grenouillére 3“:
Blick zu den beiden anderen Anfängerliften – ja, das ist hier sowas wie eine Anfänger-Skischaukel mit 10 m Höhenunterschied
Später kehrte ich dann um kurz vor 12 (ich hatte keinen Plan wie spät es ist, denn Uhren sah ich nirgendwo) im Bergrestaurant „Le Tremplin“ ein – auch jüngeren Datums und sehr schick und sauber. Obwohl SB, schmeckt das essen recht gut. Die Preise sind wie in Frankreich üblich fast auf schweizer Niveau (ausser für Kaffee, Crêpes und Flammkuchen), Ich lasse mir die „Munstiflette“ (Kartoffelauflauf mit Münsterkäse überbacken) zu 15,90 Euro schmecken. Das erscheint mir sogar recht günstig, denn ein Mini-Stück Kuchen würde 6,50 Euro kosten – ebenso wie mein Bier. Der normale Flammkuchen wäre aber für 8,90 Euro zu haben gewesen, eine Crêpe ab 3,50 Euro und mein Espresso kam 2,- Euro. Man kann sich’s ja aussuchen oder den „salle hors-sac“ nutzen.
„Munstiflette“:
Nach dem Essen fuhr ich das ganze Gebiet noch mal kreuz und quer ab, immer schön im Wechsel die „harten“ Lifte und die Anfängeranlagen – so konnte man immer mal entspannen. Die beiden „Tremplin“-Anlagen haben (erwähnte ich das schon?) die obligatorische KSSL-Kurve, welche beim „Tremplin 2“ sogar recht scharf ausfällt, die Snowboarder mussten hier richtig auf Kante um die Ecke driften… . Die Kurve am ersten Tremplin-Lift ist eher Alibi. Mit kleinerer Ablenkung – wäre eventuell auch ohne gegangen – aber wer KSSL hat, braucht Kurven!!! Merk‘ Dir das, Köpflelift in Muggenbrunn!
Nun noch ein paar Impressionen:
Inoffizielle Verbindungspiste an der „Grenouillére“-Skischaukel (wie oft habe ich jetzt schon auf Französisch „Strampelanzug“ geschrieben???):
Ab und an zeigt sich kurz blauer Himmel:
Auch hinten durch den Wald ging es (im Langlaufbereich, nicht wirklich gesperrt):
Kurve am „Tremplin 1“:
Hach, wie ist der Winter schön?:
Offpiste (also auf der eigentlichen schwarzen „9 - Charton“), Blick zum Jungfrauenkopf mit den Bergstationen der „Fédérale“-Lifte:
Schwarze „9 - Charton“ nach unten gesehen, eher rot:
Blick vom Jungfrauenkopf quasi über die „Bichettes“-Abfahrt zur Station Le Markstein mit den Restaurants, Sportladen usw.:
Recht eisig hier oben, Blick über die Fédérale-Abfahrt zur Iglu-Bar, leicht unterhalb dieser befindet sich die fliegende Umlenkscheibe des KSSL „Tremplin 2“.
Der nächste Schnee kommt:
Am KSSL „Grenouillére 1“ hat jemand zur Auffahrt die Doppeltraktion gewählt (2 Schleppstangen im Abstand von 1 - 2m):
Nochmal die rote „5 - Tremplin 2“, gaaaanz hinten zeigt sich schwach das nahe Rheintal:
Auf der roten „7 - Fédérale“, Blick zum Jungfrauenkopf mit der Bergstation der Doppel-KSSL „Fédérale 1+2“:
Nochmal Winterwonderland, es gab an mehreren Stellen Waldwege zwischen den Pisten, die es offiziell nicht gibt, die aber teils sogar präpariert waren:
http://robertbock.de/robertbock.de/Skig ... 49.jpg[img][/img]
Und damit ist der Bericht an sich zu Ende:
Fazit und Infos:
Le Markstein ist ein sehr abwechslungsreiches und doch für einen Tag ausreichend großes Gebiet. Es hat mich positiv überrascht. Es gab nicht eine Stelle, wo ich gedacht hätte „sch… Piste“. Die Lifte sind scheinbar im Großen und Ganzen gut gewartet, die Abfahrten waren – wenn geöffnet – perfekt präpariert. Das Liftpersonal hat sehr oft die Schleppstange gereicht und hat auch (zurück-) gegrüßt. Auch in der Gastronomie waren alle (ich hatte mit 5 Mitarbeiter(inne)n zu tun…) wirklich freundlich. Man hat sich wohl und willkommen gefühlt.
Geeignet ist das Gebiet für alle: vom blutigen Ski-Erstling über den Anfänger und Fortgeschrittenen bist zum Profi und Offpiste-Crack – hier wird jeder glücklich.
Erreichbar ist das Gebiet ab dem Raum Mulhouse über Thann oder Guebwiller , die Straßen werden in den Vogesen auf den Bergstraßen nur geringfügig geräumt (Schneepflug, eventuell ein Hauch Splitt, Winterreifen sind unabdingbar (und auch Pflicht!), Schneeketten empfehlenswert, insbesondere nach Neuschnee. Es ist immer mit Fahrzeugen mit Sommerreifen und überforderten Fahrern zu rechnen!
Wer per ÖV anreisen will: aus dem Raum Basel wäre das sogar möglich mit dem Regionalzug oder TER200 ab Basel SBB (Abfahrt 6:21