Dreitannenlift und der Rest - Spitzingsee 05.01.2024

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Gleitweggleiter
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Dreitannenlift und der Rest - Spitzingsee 05.01.2024

Beitrag von Gleitweggleiter »

Etwas zu optimistisch hatte ich vermutet, dass es am Spitzingsee - als Münchner Hausskigebiet bisher konsequent gemieden - weniger Urlaubsgäste als in den anderen einschlägigen Destinationen hätte, sodass an einem Freitag in der Urlaubszeit bei bedecktem Himmel dann auch nicht allzuviel Tagesausflügler unterwegs sein sollten. Das hat sich nicht bestätigt. Es waren sehr viele Urlauber, Skikurse, Familien und generell Anfänger unterwegs. Die Pisten waren dementsprechend schnell hinüber. Den Tag gerettet hat der schöne Dreitannenlift, der merkwürdigerweise nur wenig befahren wurde. Dieser Bericht soll daher auf das Positive fokussieren, und das Glas als halbvoll und nicht halbleer ansehen, wobei natürlich für einen Einzellift eher 20 statt der aufgerufenen 46 EUR marktüblich wären.

Vorweg noch kurz weitere Kritikpunkte: Auch da zunächst nur eine Kasse geöffnet war, ergab sich um 8.45 eine Wartezeit von 13min in der Sutten. Zwar kann man das Ticket online kaufen. Dennoch müsste man in der Früh zur Kasse um sein Kennzeichen freizuschalten zum Parken (sonst 15 EUR). Aussagegemässs könnte man wohl auch die gedruckte Bestätigung des Ticketkaufes im Auto deponieren und das Kennzeichen am Nachmittag freischalten - aber das könnte u.U. mit Komplikationen verbunden sein.
Auch gab es keine Parkplatzeinweiser, was immer - so sind die Leute einfach - zu schlechter Parkdisziplin führt. Um 8.45 waren aber noch viele Plätze frei und auch die Anfahrt gestaltete sich problemfrei - zurück gegen 16.30 vielleicht insgesamt 10min extra; auf der dann wie so oft vierspurigen Autobahn rollte es letztlich ganz gut mit um 100 km/h dahin (natürlich würde es noch besser gehen, wenn alle verstehen würden, dass der Standstreifen explizit freigegeben ist).
Schließlich noch konnte ich im ganzen Skigebiet an den Liftstationen keine Toilette finden (eventl auch übersehen) - das ist schon ungewöhnlich.

Jetzt also zum Positiven: Der Dreitannenlift ist ein schöner Schlepper aus dem Jahr 1959 (alle Angaben auch nachfolgend aus lift-world), der mit gut 900 Meter Länge und 150 Höhenmeter auch ordentlich dimensioniert ist. Trasse und Piste sind weniger hängend, als ich es von der Geographie vermutet hätte. Die Piste ist eine schöne blaue Genusscarvingangelegenheit. Überhaupt die einzige Piste im Gebiet, wo man mal ein paar Carvingschwünge ausfahren konnte. Meist wurde sie nur als Rückfahrt ins Hauptgebiet zum Kurvenlift genutzt. Wartezeiten gab es nie mehr als ein Bügel. An allen anderen Schleppern gab es stets Wartezeiten von einigen Bügeln bis hin zu 2-3 Minuten (an den KSBs erst recht). Warum hier so wenig Wiederholungsfahrten durchgeführt wurden, bleibt ein Rätsel. Gerade als Skilehrer wäre ich doch nur hier gefahren, anstatt der Buckel- und Eisschlachten überall sonst, insb an den KSB. Besonders steil oder schwierig ist die Schlepptrasse auch nicht.

Jedenfalls blieb die (möglicherweise auch unbeschneite) Piste bis zuletzt in gutem bis brauchbaren Zustand. Zwar auch hier teils leichte Buckelbildung. Dank der geringen Neigung konnte man mit dem Auftrieb der Allmountaincruiser hier aber gut drüberpflügen.

Überraschend gut ging auch das Offpistegelände auf der anderen Liftseite. Es hatte einen tragfähigen und homogenisierten Harschdeckel wie normalerweise erst im Früjahr, d.h. historische Spuren waren weitgehend „herausgewaschen“. Ein Traum wäre es natürlich gewesen, wenn dies oberflächlich leicht angetaut wäre („aufgefirnt“ ist wohl nicht der ganz richtige Begriff). So bleib es zwar hart, aber nicht eisig und dank der homogenen leicht aufgerauhten Oberfläche sowie der geringen Neigung ging das im kupierten Gelände doch ziemlich spassig zu fahren. Auf jeden Fall zehn Mal besser als alle anderen Pisten im Gebiet.

Nun zu den Bildern:
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(1) Suttenabfahrt in der Früh, vom Zustand noch gut wenn auch hart…
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(2) …sehr bald aber ein Anfängerslalom. Wichtig ist auch, immer mitten auf der Piste stehen zu bleiben bzw. liegen zu bleiben und die Pistenbreite für die „Schwünge“ voll auszunutzen.
Im übrigen ist das Gebiet für Anfänger überhaupt mE nicht wirklich gut geeignet, da hauptsächlich rote (wenn auch eher hellrote) Pisten, v.a. an den beiden KSBs.
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(3) Sprung zum Rosskopf, dem höchsten Punkt auf knapp 1580m. Wird durch eine kurze steile DSB erschlossen.
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(4) Rückseitenpano zu den Schindern, dem Guffert und Konsorten
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(5) Die an sich schöne schwarze Abfahrt vom Rosskopf - zwar eher wenig frequentiert, aber hart bis gefährlich eisig.
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(6) katastrophale Abfahrt zur Stümpflingbahn.
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(7) Der Valepperalplift - an sich eine schöne recht lange Anlage mit nettem Ambiente, hier mit Blick zum Hinteren Sonnwendjoch.
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(8) Trasse und die eigentlich schöne kupierte Piste. Die würde aber nur Spass machen, wenn man sie vernünftig durchballern kann. Jedoch teilt sie die oberen Hälfte mit der überlasteten Stümpflingpiste sowie einem Babylift - heute also keine Chanche.
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(9) Schön ist die Trasse allemal
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(10) Noch kurz der Osthanglift - soll zwar auch von 1961 sein aber, auch dank massiv sichtbarer Beschneiungsinfrastruktur, Null Ambiente. Dazu eine Geräuschkulisse wie Samstags im Ikea.
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(11) Der Nordhanglift von 1959, hier auch meist Wartezeiten von 1-2min und damit voller als es wirkt. Retropunkte durch Talstations-Radio. Funpark (Wellenkurs) an sich nett aber eisig.
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(12) Jetzt geht der Skitag los, endlich am Dreitannenlift.
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(13) Trasse gegen Bodenschneid.
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(14) Die lässige Dreitannenpiste
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(15) Variantenbereich oben
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(16) Variantenbereich unten
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(17) Dreckige Abfahrt zum Kurvenlift
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(18) Kurvenlift mit Kurve, die Piste war auch nix mehr
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(19) Nochmal am Dreitannen mit Pausenplatz im Variantenbereich
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(20) Auch nochmal der Spitzingsee bei der Zufahrt ins Gelände.

Waren dann insgesamt 14 Fahrten an dieser tollen Anlage. Einkehr übrigens recht gut an der ganz netten Unteren Firstalm
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(21) Statistik


Fazit: An sich ist das schon ein Eldorado für den Schleppliftfan - wenn es bloss etwas abgelegener liegen würde…Eventl nochmal an einem Wochenende außerhalb der Urlaubszeit mit unsonnigem Wetter. Dafür ist es gut geeignet, denn die Bodensicht war heute stets tadellos. Auch haben neben dem Dreitannenlift einige Abfahrten durchaus Potential bei weniger Betreib - speziell an der Valepperalm, die rassige Rosskopfabfahrt und auch die nett trassierte Suttenabfahrt. Reizvoll wäre sicherlich auch die heute gesperrte Grünseeabfahrt.
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Re: Dreitannenlift und der Rest - Spitzingsee 05.01.2024

Beitrag von gReXi »

Sehr schöner Bericht. 2013 bei meinem bisher einzigen Besuch war es dort um Ecken winterlicher.

Dazu z.B. hier mein Video vom Kurvenlift:
Direktlink
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Re: Dreitannenlift und der Rest - Spitzingsee 05.01.2024

Beitrag von vovo »

Danke für den Beitrag - solange die alten Lifte noch stehen, muss ich da auch mal wieder hin. Aber nur unter der Woche außerhalb der Ferien...
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Re: Dreitannenlift und der Rest - Spitzingsee 05.01.2024

Beitrag von ChrisB1 »

Gleitweggleiter hat geschrieben: 06.01.2024 - 11:25 Schließlich noch konnte ich im ganzen Skigebiet an den Liftstationen keine Toilette finden (eventl auch übersehen) - das ist schon ungewöhnlich.
Also zumindest bei der Stümpflingtalstation (dort im Durchgang des alten Stationsgebäudes) und beim Kurvenlift (unten neben dem Liftstüberl, weiß aber gar nicht, ob dieses heuer überhaupt noch geöffnet hat) gibts Toiletten. Und die Toiletten oben in der Jagahüttn kann auch jeder benutzen.
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