Zwischenfall bei der fixgeklemmten 3er Sesselbahn Col des Vés, Hersteller Poma, Inbetriebnahme 1981, Tignes, Frankreich:
https://vm.tiktok.com/ZGe6jPxKh/
Nähere Infos zur Bahn:
https://www.remontees-mecaniques.net/bd ... -5406.html
Wäre interessant zu wissen, was danach unternommen wurde. Vom STRMTG (Aufsichtsbehörde) erwarte ich keinen Untersuchungsbericht, für zahlreiche relevante Seilbahnzwischenfälle sind keine Berichte auffindbar, nicht einmal eine Auflistung ist verfügbar.
Da beschädigte insbes. bei den Rollenbatterien seileinlaufseitig angeordnete Seilrollen zu schweren Unfällen geführt haben (vollständige Förderseilentgleisung, also ohne Auffangen durch Seilfänger), wurden gewisse Prüfanforderungen verschärft, Einzelheiten kann man in den entsprechenden EN nachschlagen.
IMO wäre es sinnvoll, bei sämtlichen Umlauf- und Pendelbahnen die gesamte Strecke per Video überwachen zu können und zwar auch bei mittelmässigen Sichtverhältnissen (sprich ggf. auf jeder Stütze je eine Kamera talwärts und eine bergwärts ausgerichtet).
Auch eine WiFi-Abdeckung der gesamten Strecke wäre sinnvoll, damit könnte man zudem ggf. weitere Sensorik später integrieren und z.B. auch tragbare Sicherheitssysteme für den Schutz des Personals einsetzen (z.B. akustische Warnung bevor die Bahn anfährt, freigabe für Inbewegungssetzung, bei Pendelbahnen Warnung vor Stützenüberfahrt und automatischer Halt falls Quittierung von Hand des auf der Stütze arbeitenden Personals (jede Person einzeln) nicht frühzeitig genug erfolgt).
Sofern die WiFi (man könnten zwar auch andere Funksysteme einsetzen, sind jedoch dann vermutlich zu teuer, am zuverlässigsten wären sowas wie MIMO Datenmodems mit FHSS auf konzessionerten diversitären Frequenzbändern) Verbindung ausreichend zuverlässig ist, könnte man die Streckensicherung wireless ausführen, da die formale Sicherheit (hier entsprechend SIL 3) selbst alleinig durch das Kommunikationsprotokoll (vereinfacht ausgedrückt, massgebend ist die Sicherheit der Verschlüsselung) garantiert wird.
Die Zuverlässigkeit der Funkverbindung ist insofern ebenfalls massgebend, da das Timeout nachdem ein Nothalt erfolgt kurz ist. Zulässige Timeouts sind anwendungsspezifisch zu beurteilen, bricht die Funkverbindung während z.B. 200 ms zusammen und steuerungsseitig kaum Zusatzlatenz dazukomt, ist dies unproblematisch. Eine volle Sekunde wäre m.E. hingegen zu lange.
Insbes. atmosphärische Entladungen können zu breitbandigen Störungen führen, die in der Lage sind als Common Cause diversitär aufgebaute Funkverbindungen ausreichend lange zu stören, allerdings können auch klassische (hier nicht wireless gemeint) Überwachungen nicht ausreichend immun sein, insbes. FUA von Pendelbahnen.
BTW bei zahlreichen modernen Rollenbatterien wird der Verlust einer Seilrolle indirekt durch die Erfassung einer nach unten verlagerte Förderseillage erfasst, dies kann rein mechanisch erfolgen in dem sich das Förderseil durch einen Polyamidblock frisst bis das darin verlaufende einpolige Kabel durchtrennt wird (ist i.d.R. in Serie mit den Bruchstäben verdrahtet).
Die Förderseillage kann auch elektronisch überwacht werden, meist basierend auf proprietäre induktive Sensorik (sinngemäss Näherungsschalter induktiv mit interner Analogsignalauswertung) mit integrierter Signalvorverarbeitung und Kommunikationsbusinterface (seriell).
Hier noch ein Beispiel, Umstellung auf Gruppenbahn während des Betriebs
https://www.youtube.com/watch?v=ks0MLYEr7bY