Wetter: Definitiv nicht gut, aber fahrbar. Sehr niedrige Wolkendecke, die ziemlich knapp über der Buchensteinwand lag. Dazu leichter bis mäßiger Schneefall bei leichten Minusgraden und wenig Wind. Die Sicht war dementsprechend nicht ideal.
Geöffnete Anlagen/ Pistenbedingungen: Es waren alle Anlagen und Pisten geöffnet mit Ausnahme des Schlepplifts Kröpfl. Die Pisten waren dabei nahezu alle in einem sehr guten Zustand. Aufgrund des geringen Andrangs fuhr ich ich lange Zeit quasi die "First Lines". Später hinterließ eine kleine Neuschneeschicht seine Spuren auf den Pisten, die tiefer und bremsiger wurden. Einzig die rote Piste Nr. 2 war in schlechtem Zustand - teils eisig, teils bucklig mit sehr schlechter Schneelage und tiefen Löchern. Sie war offenbar über Nacht nicht präpariert worden und verfügt zudem nicht über ausreichende Beschneiungstechnik.
Andrang: Ich erwartete, dass es leer werden würde, aber ich habe noch nie ein Skigebiet so leer erlebt. Ich war das sechste Auto auf dem Parkplatz der 4er-Sesselbahn Buchensteinwand, der sich bis zu meiner Abreise um 14 Uhr nur in vier Reihen füllte. In Hochfilzen standen zur Mittagszeit ganze 10 Autos auf dem Parkplatz. Bis 10:30 Uhr war es nahezu gespenstisch, da ich niemanden auf den Pisten oder in den Liften sah. Erst danach waren vereinzelte Skifahrer im Gebiet unterwegs. "Reges Treiben", wenn man es denn so nennen will, herrschte lediglich an den beiden Anfängerliften an der Talstation der 4er-Sesselbahn.
Mein Eindruck vom Skigebiet:
Trotz suboptimaler Bedingungen hat mir das Skigebiet gut gefallen. Die Pisten bieten erstaunlich viel Abwechslung und eine ordentliche Länge für ein kleines Skigebiet mit ca. 20 Pistenkilometern. Highlight für mich ist die Abfahrt nach Hochfilzen, die oben schmal und etwas steiler beginnt und nach unten hin zur breiten Carving-Piste wird. Auch die schwarze 3, die zugegebenermaßen in einigen Gebieten eher rot eingestuft wäre, hat richtig Spaß gemacht. Besonders gefiel mir die Naturbelassenheit des Terrains, denn die Pisten im kompletten Gebiet sind schön kuppiert und bieten diverse Gefällswechsel. Selbst heute ein Riesenspaß.
Ein Wermutstropfen für mich ist der umständliche Einstieg in viele Pisten von der 4er-Sesselbahn Buchensteinwand aus. Wer nicht gerade bis zum Panorama-Sessellift abfahren will, um einige Meter weiter oben wieder anzukommen, muss ca. 100 Meter bergauf laufen/steigen, um auf alle anderen Pisten mit Ausnahme der 3 und 5 zu gelangen. Zudem folgt anschließend ein Ziehweg über den Bergkamm, der seinem Namen alle Ehre macht. Diese Kombination kann gut und gerne ähnlich viel Zeit in Anspruch nehmen, wie die eigentliche Liftfahrt oder die Abfahrt bis ins Tal.
Das Gebiet wirkt fast schon deplatziert in Sichtweite zum großen Skizirkus oder weiterer überregional bekannter Destinationen. Sicherlich ist die Infrastruktur in weiten Teilen nicht mehr den modernen Ansprüchen entsprechend. Zum Nostalgieskigebiet würde ich es jedoch auch (noch) nicht erklären - allein wegen des modernen Gipfelkreuz-Gebäudes, über dessen Sinn und Schönheit man sicher streiten kann. Für Schlepplift-Touristen ist mit dem Schlepplift Hochfilzen II ein 80er-Jahre-Schmankerl dabei. Der Lift von Swoboda hat zwei Kurven, eine zum Teil steile Lifttrasse sowie eine Dreiecks-Konstruktion, welche die Bügel in luftiger Höhe über eine kleine Schlucht wieder ins Tal schweben lässt. Erinnert vom Aufbau und Feeling her stark an den Sattelkurvenlift im Heutal... nur eben steiler... und nicht von Doppelmayr
Fazit: Allgemein scheint das Skigebiet seinem Status als Geheimtipp gerecht zu werden. Für einen (halben) Skitag ist das Skigebiet an der Buchensteinwand sicherlich eine gute Wahl abseits hochmoderner Liftanlagen und des großen Andrangs.