NeusserGletscher hat geschrieben: 01.03.2024 - 00:23
It's capitalism, stupid! Wenn es sich nicht rechnet, dann wird es nicht gemacht.
Nein, es ist nicht Kapitalismus, weil ein entscheidendes Element des Kapitalismus ist, dass alles einen Preis hat. Zb auch Umweltverschmutzung oder Schädigung des globalen Klimas.
Das ist übrigens auch der Grund, warum Kommunismus nicht funktioniert: Disfunktionelle Preisbildung und damit immer eine Schieflage von Angebot und Nachfrage.
Wir machen das halt aktuell dadurch, Klima veränderndes verhalten nicht ausreichend zu sanktionieren.
Fab hat geschrieben: 29.02.2024 - 20:44
@Finn77
Eigentlich vermisse ich immer noch was von dir zu der Tatsache, dass immerhin über 1/3 CO2-Einsparung schon gelungen ist.
Nicht so schlecht, wie ich finde. Sind für dich good news bad news?
Nein, das ist natürlich super, wenn auch immer noch viel zu wenig. Und zum Thema Kernenergie sei jedem dieses Statement von Herrn Söder und die Entgegnung Habecks empfohlen. Ich hab für euch schon für die richtige Stelle vorgespult:
Fab hat geschrieben: 28.02.2024 - 17:46
- und im Alleingang wird keiner das Klima retten.
Zu Verrücktheiten jedwelcher Art besteht kein Anlass.
Und wir reden hier ja noch nicht mal von "Klima retten", selbst China ist uns auch hier schon wieder meilenweit voraus. Wie laut muss denn die Glocke noch schlagen, bis ihr sie hört? Die Zukunft kann nur im Klimaschutz liegen. https://www.tagesschau.de/wissen/klima/ ... a-100.html
Mt. Cervino hat geschrieben: 29.02.2024 - 16:27
Wer glaubt er kann sein ganzes Haus inkl. Wärmepumpe im Januar komplett dauerhaft autark mit PV-Strom versorgen, nur weil er noch einen 10kw Speicher dran hängt, hat es leider auch nicht verstanden.
(...)
Mein Posting war missverständlich. Natürlich spielen hier viel zu viele Faktoren mit, als dass man immer von Autarkie ausgehen kann. Wenn es ein paar Tage mal dunkel und kalt ist, muss der Strom natürlich woanders herkommen.
Mir ging es vor allem auch darum, das Stromnetz zu entlasten und auch einen Eigenvorteil zu haben. Im Moment stockt der PV-Ausbau auch deshalb, weil vielerorts keine Netzkapazitäten mehr da sind, um zu Spitzenzeiten im Sommer den Strom zu verteilen. Dezentrale Speicher können helfen, den Stromfluss in beide Richtungen zu reduzieren. Damit kann man Lastkurven glätten, aber natürlich keine Dunkelflauten aus der Welt schaffen.
Was mich interessieren würde ist die Frage, ob man den großen Anteil an durch Strom erzeugter Wärmeenergie, nämlich Prozesswärme in der Industrie, nicht wieder mit anderen Energieträgern herstellt, zB. mit Biomasse wie früher.
Die Industrie liegt in vielen Ländern bei 40-50%, und ich wage zu behaupten, dass der meiste Stromverbrauch dort in Wärmeproduktion geht. (wer da mehr Infos hat, bitte her damit!) Dort werden teilweise so hohe Temperaturen benötigt, dass Wärmepumpen dies nicht bringen können. Und direkte Wärmeerzeugung mit Strom ist so ziemlich das dümmste, das man machen kann.
biofleisch hat geschrieben: 29.02.2024 - 22:50
"immer wieder die gleichen uralten Pseudoargumente"
Ich würde dich bitten, die letzten drei Seiten bitte mal nach Pseudoargumenten von mir zu suchen und sie bitte aufzulisten. Nur damit ich verstehe, was für dich "Pseudoargumente" sind. Merci !!
stephezapo hat geschrieben: 01.03.2024 - 08:32
Und direkte Wärmeerzeugung mit Strom ist so ziemlich das dümmste, das man machen kann.
Kommt drauf an, welche Art von Wärme man benötigt.
Ein Lichtbogen ist schon eine gute Sache.
Biomasse ist voll ausgereizt. Das muss eher weniger, als mehr werden.
AT will jetzt Biogas machen. Tja ... Bin schon gespannt, wie das dann konkret aussieht, ob die Abwärme genutzt werden wird, bzw. Gas direkt eingespeist.
Firn77 hat geschrieben: 01.03.2024 - 08:11
Nein, das ist natürlich super, wenn auch immer noch viel zu wenig. Und zum Thema Kernenergie sei jedem dieses Statement von Herrn Söder und die Entgegnung Habecks empfohlen. Ich hab für euch schon für die richtige Stelle vorgespult:
Firn77 hat geschrieben: 01.03.2024 - 08:11
Nein, das ist natürlich super, wenn auch immer noch viel zu wenig. Und zum Thema Kernenergie sei jedem dieses Statement von Herrn Söder und die Entgegnung Habecks empfohlen. Ich hab für euch schon für die richtige Stelle vorgespult:
Firn77 hat geschrieben: 01.03.2024 - 08:31
Und wir reden hier ja noch nicht mal von "Klima retten", selbst China ist uns auch hier schon wieder meilenweit voraus.
Bei der Stromerzeugung ist der Anteil der nicht fossilen Quellen in Deutschland erheblich größer als in China: [world in data].
Selbst bei dem gesamten Primärenergieverbrauch liefern Sonne und Wind in D fast einen doppelt so hohen Beitrag wie in China: [world in data]
Der direkte Vergleich Welt-EU27-China-Deutschland verweist auch eine nicht aus der Welt zu schaffende Falschmeldung in das Reich der Märchen: Sowohl die EU27 als auch Deutschland sind beim Energiemix besser als China und die gesamte Welt.
Lediglich bei Hydropower ist uns China weit voraus. Weil ihnen halt die Geografie ermöglicht hat, mit ein paar Kubikmetern Beton einen Fluss im Tal zu stauen. Bei uns sind leider die Standorte für Stauwerke weitgehend erschöpft.
Hydropower ist im Gegensatz zu Sonne und Wind eine steuerbare Energiequelle. China braucht hier keine zusätzlichen Speicher, weil der Damm selbst der Speicher ist.
Und auch, wenn es weh tut: Hätten wir wenigstens unsere AKWs weiter erhalten, anstatt sie zu verschrotten, dann stünde Deutschland sowohl bei der Stromerzeugung als auch bei dem gesamten Primärenergieverbrauch heute erheblich besser da.
Überschlägig hätten wir mit dem weiteren Betrieb der AKW jährlich 150 Millionen Tonnen CO2 sparen können. Vergleicht dies einmal mit den soganannten "Einsparungen", die gerne immer wieder diskutiert werden. Zum Beispiel Tempolimit: 6,7 Millionen Tonnen Co2. Gebäudeenergiegesetz: insgesamt 40 Millionen Tonnen CO2, wenn man bis 2030 alle Jahre zusammen rechnet. Im Vergleich dazu hat Deutschland seit 1990 seine jährlichen Emissionen um 400 Millionen Tonnen gesenkt. Mit einem weiteren Betrieb der AKW wären es nun 550 Millionen Tonnen.
Aber die gleiche Sorte Energie-"Exerten", die seinerzeit mit dem Ausstieg aus den AKW auf das Klima gepfiffen haben, spielen sich heute erneut als die Hüter der reinen Lehre der Energiewende auf. Müssen hier erst die Lichter ausgehen bis auch der letzte begreift, dass Leute aus dieser Filterblase mehrheitlich keine Ahnung haben?
stephezapo hat geschrieben: 01.03.2024 - 08:32
Und direkte Wärmeerzeugung mit Strom ist so ziemlich das dümmste, das man machen kann.
Das hängt ganz davon ab, ob im Winter genügend steuerbare Energie zur Verfügung steht. Heizen mit Strom ist in Ländern wie Frankreich oder der Schweiz weit verbreitet. Weil sie aus bekannten Gründen auch im Winter genügend Energie haben.
In Deutschland ist es, von Einzelfällen abgesehen, blanker Unsinn. Weil wir im Sommer die Energie mit zusätzlichen Kunstbauten erzeugen und speichern müssen, um sie dann im Winter wieder in das Stromnetz einzuspeisen. Wobei dann im Winterhalbjahr die Solarzellen kaum noch einen Ertrag liefern, die Speicher dagegen bis auf die letzte Kilowattstunde ausgequetscht werden.
Hätten wir 90 Pumspeicherkraftwerke mit der Kapazität eines Grande Dixence, sähe die Rechnung schon etwas anders aus. Haben wir aber nicht und werden wir mangels geeigneter Standorte auch nie haben.
NeusserGletscher hat geschrieben: 01.03.2024 - 10:53
Hätten wir 90 Pumspeicherkraftwerke mit der Kapazität eines Grande Dixence, sähe die Rechnung schon etwas anders aus. Haben wir aber nicht und werden wir mangels geeigneter Standorte auch nie haben.
NeusserGletscher hat geschrieben: 01.03.2024 - 10:53
Überschlägig hätten wir mit dem weiteren Betrieb der AKW jährlich 150 Millionen Tonnen CO2 sparen können. Vergleicht dies einmal mit den soganannten "Einsparungen", die gerne immer wieder diskutiert werden. Zum Beispiel Tempolimit: 6,7 Millionen Tonnen Co2. Gebäudeenergiegesetz: insgesamt 40 Millionen Tonnen CO2, wenn man bis 2030 alle Jahre zusammen rechnet. Im Vergleich dazu hat Deutschland seit 1990 seine jährlichen Emissionen um 400 Millionen Tonnen gesenkt. Mit einem weiteren Betrieb der AKW wären es nun 550 Millionen Tonnen.
Allein daran sieht man worum es den Grünen nicht geht: Um sofortigen Klimaschutz und CO2 Einsparung.
Aber auch worum es ihnen geht und was wichtiger als obiges ist: Ideologie
NeusserGletscher hat geschrieben: 01.03.2024 - 10:53
Hätten wir 90 Pumspeicherkraftwerke mit der Kapazität eines Grande Dixence, sähe die Rechnung schon etwas anders aus. Haben wir aber nicht und werden wir mangels geeigneter Standorte auch nie haben.
Pancho hat geschrieben: 01.03.2024 - 11:38
Wer hat den Atomausstieg in D auf den Weg gebracht?
Wer hat den Atomausstieg in mitten einer prekären Energieversorgungslage vollzogen?
Und wer hat seine Meinung zum Atomausstieg nach geänderter Faktenlage korrigiert?
Pancho hat geschrieben: 01.03.2024 - 11:38
Wer hat den Atomausstieg in D auf den Weg gebracht?
Wer hat den Atomausstieg in mitten einer prekären Energieversorgungslage vollzogen?
Und wer hat seine Meinung zum Atomausstieg nach geänderter Faktenlage korrigiert?
So prekär war das wohl dann doch nicht.
Auf dem europäischen Markt mit einem Stromverbrauch von 3315 Terawattstunden fallen die 30 Terawattstunden der drei letzten stillgelegten deutschen Atomkraftwerke jedenfalls kaum ins Gewicht. Die Bundesnetzagentur kommt daher zu dem Ergebnis, der Atomausstieg habe die Strompreise nicht beeinflusst. Die Großhandelspreise liegen deutlich unter denen des Vorjahres.
Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man bei dem Projekt Atomausstieg langfristig planen muss und selbst die Betreiber nun wenig Spielraum zum nochmaligen Umsteuern gesehen haben.
Also bitte keine Ideologischen Grabenkämpfe um die letzten 3 Meiler losbrechen.
Und wer ist noch mal der Chef der Bundesnetzagentur? Richtig: Kläuschen Müller.
Und zu welcher Partei gehört der noch mal und wer ist sein größter Kumpel?
Wer das beantwortet versteht, warum deine Antwort nicht ganz ernst gemeint sein kann.
Pancho hat geschrieben: 01.03.2024 - 11:38
Wer hat den Atomausstieg in D auf den Weg gebracht?
Als Regierung? Rot-Grün unter Schröder 2001.
Gesellschaftlich / Puplizistisch? Eindeutig die Grünen bzw. die Grünen sind ja aus der Anti-AKW und Friedensbewegung hervor gegangen.
Dass Merkel mit ihrer 360° Wende (nicht zu verwechseln mit einer grünen 360° Wende ) die Laufzeiten am Ende noch einmal verkürzt hat, ändert nichts an dem Umstand, dass diese Entscheidung dem grünen Zeitgeist geschuldet ist.
NeusserGletscher hat geschrieben: 01.03.2024 - 10:53
Hätten wir 90 Pumspeicherkraftwerke mit der Kapazität eines Grande Dixence, sähe die Rechnung schon etwas anders aus. Haben wir aber nicht und werden wir mangels geeigneter Standorte auch nie haben.
Aha. Also bei Kernfusionsreaktoren heißt es stets, die werden nie serienreif und dann kostengünstig Energie liefern. Wo finde ich in Deinen verlinkten Artikeln konkrete Angaben zu Machbarkeitsstudien und Kosten? Aber wenn das am Ende funktioniert und bezahlbar ist, dann können wir auch gerne weiter Wind und Solar ausbauen. Aber in dieser Reihenfolge und nicht umgekehrt. Bislang waren solche Zukunftsvisionen auch nicht sehr zuverlässig.
Wir sollten daher nicht hier über irgendwelche Luftschlösser diskutieren. Das ist ähnlich erbaulich wie die Diskussionen über die hochtrabenden Ausbaupläne in Zermatt, von denen bis heute auch nur ein Bruchteil umgesetzt wurde, was sie seit über 10 Jahren diskutieren (Garten, Rosenritz, Stockhorn).
Pancho hat geschrieben: 01.03.2024 - 12:20
Die Preise sind tiefer als vor dem Atomausstieg.
Schreib das zur Strafe 10x mal auf ein Blatt.
Ich meine das total ernst.
Meinst Du die Erzeuger- oder die Abnahmepreise? Letztere haben sich leider seit 2000 nahezu verdreifacht. Bzw. wenn man die Statistik bis 2024 fortschreibt, dann haben sie sich sogar mehr als verdreifacht. Aktuell kosten die Kilowattstunde Industriestrom 19 Cent (2000: 6 Cent) und für private Haushalte sogar 40 Cent (2000: 14 Cent).
Pancho hat geschrieben: 01.03.2024 - 11:56
Also bitte keine Ideologischen Grabenkämpfe um die letzten 3 Meiler losbrechen.
Darum geht es mir gar nicht. Aber die gleiche Sorte "Experten", die vor 20 Jahren faktenfrei behauptet hat, Sonne und Wind könnten Atom locker ersetzen, stehen heute vor dem Scherbenhaufen der Entscheidungen ihrer Amtsvorgänger: Explodierende Kosten, Netzstabilität wird zunehmend schlechter und zusätzlich müssen wir auch noch Kohle verfeuern, was die Klimabilanz schlechter aussehen lässt als die von Ländern wie Frankreich.
Wie viele Gelegenheiten wollen wir denen denn noch geben um zu beweisen, dass sie es nicht drauf haben? Bzw. wie viele Experimente können wir uns wirtschaftlich noch leisten?
Pancho hat geschrieben: 01.03.2024 - 11:38
Wer hat den Atomausstieg in D auf den Weg gebracht?
Wer hat den Atomausstieg in mitten einer prekären Energieversorgungslage vollzogen?
Und wer hat seine Meinung zum Atomausstieg nach geänderter Faktenlage korrigiert?
Und wer hat zehn Jahre nach Beschluss des richtigen Atomausstiegs viel zu wenig in die Entwicklung neuer Technologien gesteckt, und alles auf die "Brückentechnologie" Putin-Gas gesetzt, ohne zu wissen, wo die Brücke hingehen soll?
Die gesamte Thematik ist meiner Überzeugung noch viel zu kurz gesprungen denn spätestens nach der Ölkrise 1973 hätte man bereits beginnen müssen, die generelle Energieabhängigkeit vom Ausland abzubauen. Hätte man damals damit begonnen, den Export landwirtschaftlicher Produkte stark einzuschränken und die dadurch freiwerdenden Flächen zum Anbau biosprit/biogastauglicher Pflanzen zu nutzen, wären wir unbeabsichtigt aber doch heute beim Co2 - Thema deutlich weiter und auch nicht vom Russenverbrecher erpreßbar geworden.
Die Kernfusuion ist sicher Zukunftsmusik aber als viel wichtiger erachtete ich die Forschungsförderung jener Reaktorechnologien die auf die Weiterverarbeitung bestehender radioaktiver Abfälle zielt. Dies nicht primär mit dem Blickpunkt Energiegewinnung sondern mit dem Hauptziel Menge und Halbwertszeit der Abfälle so zu verringern das wir nicht mehr ein hochradioaktives Erbe zukünftigen Generationen ans Bein binden. Auch deshalb müsste ein eventuelles Endlager so beschaffen sein, das man die dort eingelagerten Abfälle in den nächsten hundert Jahren bei Bedarf auch noch wieder rausholen kann.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
Firn77 hat geschrieben: 01.03.2024 - 15:19
Und wer hat zehn Jahre nach Beschluss des richtigen Atomausstiegs viel zu wenig in die Entwicklung neuer Technologien gesteckt, und alles auf die "Brückentechnologie" Putin-Gas gesetzt, ohne zu wissen, wo die Brücke hingehen soll?
Rot-Grün, siehe unten zitiertes Sitzungsprotokoll 14/209 vom 14.12.2001
Bundestag Archiv hat geschrieben:
Auch die FDP-Abgeordnete Birgit Homburger kritisierte, dass der Atomausstieg zulasten des Klimaschutzes gehe. Anstelle der abgeschalteten Kraftwerke müsste, wenn nicht auf importierte Kernenergie, massiv auf fossile Brennträger zurückgegriffen werden. Die Konzeptlosigkeit rot-grüner Politik zeigte sich in den Augen der Liberalen an kaum einer Stelle so deutlich wie bei der Energieversorgung und beim Klimaschutz.
Plenarprotokoll 14/67 vom 5.11.1999 - Birgit Homburger (FDP) hat geschrieben:
Ähnlich unsinnig ist es, die Diskussion über den Ausstieg aus der Kernenergie zu führen, ohne ein Energiekonzept vorgelegt zu haben. Deswegen fordern wir von der F.D.P.-Bundestagsfraktion Sie mit unserem Entschließungsantrag erneut auf, diesen Ausstieg im Hauruck-Verfahren zu beenden. Denn sonst müßten Sie verstärkt auf klimaschädliche, fossile Brennstoffe und die Aktivierung alter Kraftwerke setzen. Wir fordern die Vorlage eines Energiekonzepts unter Darstellung, wie realistische Energie- und Energieersatzmengen in einem angemessenen Zeitraum zu erreichen sind.
Anm: dieses Konzept kenne ich nicht, obwohl nun 23 Jahre ins Land gegangen sind
Plenarprotokoll 14/209 vom 14.12.2001 - Birgit Homburger (FDP) hat geschrieben:
Trotzdem bleiben viele Fragen offen, die die Bundesregierung nach wie vor nicht beantwortet hat. Im Zentrum steht die Frage, wie die rot-grüne Bundesregierung die Energieversorgung eines Industrielandes wie der Bundesrepublik Deutschland bei gleichzeitiger Erreichung des Klimaschutzziels sicherstellen will.
[...]
Das ist nicht nur eine nationale, sondern auch eine internationale Frage, weil die Bundesrepublik Deutschland internationale Verpflichtungen beim Klimaschutz übernommen hat. Deshalb haben wir vonseiten der FDP mehrfach darauf hingewiesen, dass man, wenn man den Ausstoß an Treibhausgasen wirklich verringern will, einschlüssiges Energiekonzept braucht. Genau daran fehlt es. An kaum einer Stelle zeigen sich die Kurzsichtigkeit und die Konzeptionslosigkeit rot-grüner Politik so deutlich wie bei der Energieversorgung und beim Klimaschutz.
[...]
Dieser Bericht hat erneut bestätigt, dass ein Ausstieg aus der Kernenergie auf Kosten des Klimaschutzes gehen wird.
[...]
Der Bericht zeigt zwei Szenarien auf: Das eine Szenario geht davon aus, dass man auf Gas und Kohle ausweicht; das andere Szenario geht davon aus, dass man auf Gas und erneuerbare Energien ausweicht. Beide Szenarien gehen also davon aus, dass Gas als fossiler Energieträger massiv genutzt wird. Daher muss die Nutzung dieser Energieträger ausgeweitet werden, wenn Sie die Kernenergie ersetzen wollen. Das geht voll zulasten des Klimaschutzziels.
Guck mal schau, da behaupte noch jemand, man habe es nicht wissen können. Das war vor über 25 Jahren. Wer hats verbockt? Rot-Grün!
Halten wir doch noch mal fest:
Abseits der für solche Debatten üblichen Folklore stechen für mich zwei Kernaussagen heraus:
Bereits 2001 wusste Rot-Grün dass der Ausstieg aus der Kernenergie nur mit einer massiven Ausweitung der Nutzung von Gas als Energieträger funktionieren wird. Das war von vorne herein so von Rot-Grün geplant. Wer ab jetzt noch einmal behauptet, dies habe Frau Merkel zu verantworten, der lügt vorsätzlich!
Weiterhin wusste Rot-Grün seit 1999, dass ein Ausstieg aus der Kernenergie die international verbindlich vereinbarten Klimaziele gefährden könnte. Wer ab jetzt noch behauptet, dies sei die Schuld nachfolgender Regierungen, der lügt vorsätzlich!
Doch damals wie heute waren und sind die Grünen komplett beratungsresistent und gleichzeitig fachlich nicht in der Lage, die Folgen ihrer Entscheidungen zuverlässig abzuschätzen.
Heute braucht niemand aus diesem Milleu über das baldige Ende der Menschheit durch den Klimawandel zu jammern. Hätten sie seinerzeit einfach mal nur den Gegenargumente mehr Bedeutung beigemessen, dann hätte man rechtzeitig auch in die Forschung von Speichern einsteigen können. Statt dessen haben sie Solarzellen und Wind komplett über-subventioniert und vermögenden Investoren eine Gelddruckmaschine geschenkt. Zeitweise bekamen die Besitzer eine höhere Einspeisevergütung für ihren Sonnenstrom, als die Kunden am Markt zahlen mussten. Und bei Dunkelheit und Windstille durften dann die "Vertreter der alten Energiewirtschaft" die Dreckarbeit leisten.
Und bis heute ist Strom in Deutschland genau deswegen so teuer, weil Strom aus Sonne und Wind reine Rosinenpickerei ist. Wenn sich die Windräder drehen und die Solarzellen glühen, dann klingelt die Kasse oder der heimische Zähler läuft rückwärts. Ist beides nicht vorhanden, dann muss die immer geringer ausgelastete und damit wirtschaftlich betreibare "alte Energiewirtschaft" die Kohlen ins Feuer schaufeln.
Und unterm Strich sind die Auswirkungen auf den Klimaschutz global gesehen marginal, weil kaum ein anderes Land diesen Weg mitgeht. Einen gewissen Anteil an volatilen Energiequellen mischen sie zwar bei bzw. bauen dies aus. Aber so dumm, intakte Kraftwerke abzuschalten, ohne dass gleichwertiger Ersatz zur Verfügung steht, dass schaffen nur die Deutschen.
NeusserGletscher hat geschrieben: 01.03.2024 - 17:01
Bereits 2001 wusste Rot-Grün dass der Ausstieg aus der Kernenergie nur mit einer massiven Ausweitung der Nutzung von Gas als Energieträger funktionieren wird. Das war von vorne herein so von Rot-Grün geplant. Wer ab jetzt noch einmal behauptet, dies habe Frau Merkel zu verantworten, der lügt vorsätzlich!
Weiterhin wusste Rot-Grün seit 1999, dass ein Ausstieg aus der Kernenergie die international verbindlich vereinbarten Klimaziele gefährden könnte. Wer ab jetzt noch behauptet, dies sei die Schuld nachfolgender Regierungen, der lügt vorsätzlich!
Das ist von so einer Realitätsfremde, das kann man ja kaum mehr ernst nehmen. Brauchst du wirklich 25 Jahre alte Protokolle, um dein Kernenergie-Weltbild zu untermauern? Seither sind 6 (!) Bundesregierungen an der Macht (gewesen). Ich sag ja gar nichts gegen Merkels Gasstrategie, aber du kannst doch nicht abstreiten, dass auf Seiten der Erneuerbaren in der gleichen Zeit viel zu wenig passiert ist. Im Übrigen kam auch die Denkwende bei Merkel durch Fukushima - da war sie auch sechs Jahre an der Macht. Auch in diesen sechs Jahren wusste man längst, was zu tun ist. Was du ja sogar belegst - aber passiert ist auch hier - nichts.
Am Ende ist die Vergangenheit eh wurscht, kann man nicht mehr ändern. Ich bin froh, dass wir gerade - ENDLICH - auf einem guten Weg sind und hoffe, dass das jetzt endlich mehr in Fahrt kommt. Hätten wir nur schon vor zehn Jahren haben können, aber nun gut...
Steck deine Energie vielleicht ein wenig mehr in die Zukunft als in vermeintliche Meinungshoheiten über die Vergangenheit zu erlangen. Meine Güte...