Sonntag 18.02.: Anreise, Kronplatz, Edelweisstal
Wir starteten unsere Fahrt aus Steinach am Brenner, wo wir am Vortag schon ein wenig im kleinen aber feinen Skigebiet Bergeralm gefahren sind. Mein Plan war es, heute meinem Vater den Kronplatz zu zeigen, den ich schon aus der Vorsaison Ende November kannte und dessen breite Pisten absolut genial waren.
An der Talstation in Reischach war schon fast kein Parkplatz mehr zu kriegen, weswegen ich mich von meiner Vorstellung der leeren Pisten schnell wieder verabschiedete. Unsere vorgebuchten Dolomiti Superski-Tickets holten wir uns ganz unkompliziert per QR-Code am Automaten, echt eine gute Lösung um Warteschlangen an der Kasse zu vermeiden. Danach ging es mit der Kronplatz 1+2 nach oben, wo definitiv viel los war.
Die Pisten hielten aufgrund der viel zu hohen Temperaturen schon am Morgen nicht mehr, nach vier überfüllten Talabfahrten Richtung Olang, Percha und Reischach entschieden wir dann hier abzubrechen und lieber schonmal weiter Richtung Alta Badia zu fahren, in der Hoffnung dass es dort etwas leerer sei...
So fuhren wir über die kurvige Straße ins Gadertal, checkten schonmal in unsere Unterkunft ein, die sich etwa auf halber Höhe von Corvara zum Campolongo Pass befand und standen gegen 13:30 an der 6KSB Pralongiá.
Wir entschieden dann, das Edelweißtal anzufahren, welches sich mittels einer langen blauen Abfahrt nach Corvara und der Gondelbahn Borest erreichen lässt. Hier war es tatsächlich eine ganze Ecke ruhiger als am Kronplatz, wir ließen uns von dem sulzigen Schnee nicht stören und genossen erstmal das einzigartigen Panorama der Dolomiten um uns herum.
Es gab ein leckeres Mittagessen auf der Forcelles Hütte, danach machten wir noch ein paar Abfahrten am Col Pradat. Die Bahn hat eigenartige Kabinen in denen man nicht wirklich steht, sondern sich halb sitzend an einer schmalen Bank anlehnen kann. Solche Kuriositäten finde ich spannend und würden wir die nächsten Tage noch häufiger sehen.
Die Rückfahrt zum Hotel erfolgte danach über Borest und Boé.
Montag 19.02.: Grödener Tal und Seceda
Heute war unser erster ganzer Tag im Sella Gebiet. Ursprünglich wollten wir Richtung Arabba und Marmolada, Bergfex zeigte aber starken Wind, weswegen wir lieber in Richtung Gröden aufbrachen. Der Schnee auch morgens schon eher weich mit „Betonunterlage“. Gut, bei den Temperaturen ist das kein Wunder.
Wir sind also kurz vor 8:30 am Pralongiá gestartet, zum Borest runter und haben mit der Liftkette in Richtung Grödnerjoch begonnen. Schon relativ umständlich das ganze. Insgesamt sind von Corvara bis oben 5 Bahnen erforderlich, wahrscheinlich weil hier mehrere Betreibergesellschaften möglichst viel "Pieps" an ihren Liften haben wollen? Mich erinnert das etwas an den Weg von Zell nach Gerlos in der Zillertal Arena ^^. Das Panorama ist natürlich traumhaft schön, weswegen es mich auch nicht störte. In der Plans/Frara Gondelbahn kamen unter uns auf der Piste schon die Massen entgegen, zum ersten Mal richtig anstehen mussten wir dann am Cir Sessellift. Es deutete sich also an, dass es voll wird…
Oben angekommen sind wir auf Empfehlung dann erstmal die schwarze Cir (Nr 2) runter. Eine coole Piste, morgens noch schattig und hart, für meinen Geschmack aber top. Der fixe 2er Sessel brachte uns wieder hoch. Solche Lifte werden in Italien ja scheinbar immer noch gerne genutzt und gebaut. Unten in Wolkenstein begann dann aber das absolute Chaos auf dem Verbindungsweg vom Dantercepies zum Ciampinoi (hoffe das stimmt so, ich tue mich mit den Namen hier echt schwer ^^). Von den Seiten liefen Menschen auf und über die Piste während man z.T. Slalom um gestürzte Wintersportler fahren musste.
An der Gondel mussten wir ca. 10 Minuten anstehen, dann schnell auf die Saslong. Hier sind wir (natürlich) erstmal nicht weit genug links gefahren und landeten am Sochers-Ciampinoi Sessel
Dann aber unser eigentliches Tagesziel: Seceda
Dann fuhren wir La Longia. Diese war sehr voll (wie fast alles heute), hat aber trotzdem super Spaß gemacht. Im unteren Teil merkte man um kurz vor 12 schon deutlich den Sulz, aber landschaftlich ist es auch hier ein absolutes Highlight wie man an den Felswänden vorbei fährt.
Anschließend ereilte uns aber die böse Überraschung des Tages: Nichts ahnend fuhren wir mit der fast leeren 8er Gondel wieder hoch, oben standen an der Pendelbahn dann aber die Leute im Zick-Zack bis draußen vor der Überdachung. Die 7. Gondel war unsere, eine halbe Stunde hat das gedauert. So lange habe ich ehrlich gesagt noch nie an irgendeinem Skilift angestanden. Hierzu habe ich direkt mal mehrere Fragen:
* Mir erschließt sich das Konzept hier nicht: Im unteren Bereich eine 8EUB, die dann aber nur zu dieser viel kleineren Pendelbahn führt. Wenn die Gondelbahn mal ausgelastet ist, wo sollen die Leute dann hin? Den ganzen Tag Talabfahrt oder wie? ^^
* Hat man das jeden Morgen wenn man in St. Ulrich wohnt? Oder war unsere Fahrt zur Mittagszeit einfach ungünstig? Sowas kann ich in solch einem „Premium“ Skigebiet echt nicht nachvollziehen…
Naja, als wir oben ankamen gab es erstmal Mittagspause auf der Mastlé Hütte. Tolles Essen, freundliche Bedienung. Der Kaiserschmarrn war einsame Spitze!
Nach ein paar Fahrten an Fermeda und Col Raiser traten wir dann den Rückweg an. Hier haben wir noch die tollen Carving-Pisten am Sochers 4er und Ciampinoi 6er mitgenommen. Diese waren trotz Nachmittag und der hohen Temperaturen im Top-Zustand.
Die schwarze Talabfahrt am Ciampinoi war dann aber nicht mehr so dolle. Mitlerweile war es hügelig und rutschig, mein Vater stürzte (nichts passiert), schnell wieder rüber zum Dantercepies. Die Fahrt vom Grödner Joch zurück war dann "schwimmen mit den Massen". Zum Glück ist aber alles sehr flach hier, daher nicht wirklich gefährliche Situationen mit anderen Skifahrern. Was passiert eigentlich wenn man von Gröden hier runter fährt und nicht den Dolomiti Super Skipass hat? Man wird ja nicht durch ein Drehkreuz daran gehindert. Ist man dann in Corvara gestrandet?
Abschließend sind wir via Borest und Boé zum Campolongo-Pass und dann via Cherz und Maserei zurück zu unserer Unterkunft gefahren. Auf dem Weg vom Boé zum Pass hatten wir dann noch die schlechteste Piste des Tages (von oben ganz rechts) mit riesigen Haufen. Die hätten wir uns lieber gespart.
Insgesamt waren die Pisten nicht im Top-Zustand (kann das Skigebiet nix für, es ist einfach zu warm). Highlights mussten man sich daher etwas heraussuchen. Dennoch hatten wir einen tollen Tag. Die Region ist echt beeindruckend und wartet in Gröden mit vielen langen und im Gegensatz zu Alta Badia auch steilen Pisten auf.
Dienstag 20.02.: Arabba und Marmolada
Heute ging es dann also zur „Königin der Dolomiten“. Ich hatte im Vorhinein viel gelesen über Wartezeiten von über einer Stunde, daher wollten wir auf schnellstem Wege dahin um das zu vermeiden. Somit standen wir pünktlich um 8:30 am Pralongiá. Wir haben dann den Weg über Boé zum Campolongo gewählt anstatt über Cherz zu fahren, weil Vizza laut Schild erst um 9:10 aufmacht. An den Sellaronda-Liften schon beachtliche Warteschlangen, ich wurde langsam nervös
Mit den zwei Liften sind wir dann nach dem "Stress" auf der Sella Ronda entschleunigt durch diese landschaftlich wirklich sehr reizvolle Ecke des Skigebiets gefahren (gilt fast überall im Gebiet, hier aber nochmal besonders). Die lange Abfahrt runter nach Malga Ciapela hielt noch gut und war auch nicht sehr voll. Unten an der Gondel hatten wir dann ca. 15 Minuten Wartezeit
Die Auffahrt mit den drei Pendelbahnen ist natürlich alles andere als komfortabel, dafür geht sie wenigstens schnell. Anbei einige verzweifelte Versuche durch die Scheiben ein paar Fotos zu erhaschen. Der Ausblick oben ist wirklich beeindruckend, der Sella Stock liegt einem zu Füßen und man kann gefühlt die ganzen Dolomiten vor sich sehen. Fast noch besser fand ich aber eine Sache die diesen Winter Seltenheitswert hat: Pulvrigen Schnee auf der Piste.
Zur Piste: Der Strom an Menschen riss auch trotz Taktung der Bahn nicht wirklich ab, sodass man sich den Weg schon etwas suchen musste. Trotzdem ist die Abfahrt ein Highlight. Ob ich es nochmal machen würde…. weiß ich nicht. Der Zeitaufwand ist groß, aber wer es noch nicht gemacht hat, sollte auf jeden Fall mal zur Marmolada hochfahren.
Auf dem Rückweg ist mein Vater dann am Tellerlift oben falsch abgebogen, sodass er nicht zur 4KSB rüber kam (Zaun im Weg, ich erspare mir weitere Kommentare
Die Tatsache dass die Padon-Sesselbahn fast leer war bestätigte meine Vermutung, dass es gut war früh rüber zu fahren. Der Großteil der Menschen strömte jetzt erst Richtung Marmolada-Pendelbahn.
Das zweite Highlight des Tages waren dann für mich die Pisten an der Porta Vescovo. Die Rote in Richtung Pordoijoch war zwar aufgrund der Sellaronda-Völkerwanderung quasi unfahrbar, dafür konnte man es aber auf den schwarzen Abfahrten richtig krachen lassen. Hier gefiel mir insbesondere die 5 (Sourasass) wirklich gut. Die Funifor zum Gipfel ist auch Top, gefühlt bin ich noch nie so eine schnelle Seilbahn gefahren. Somit wurden hier einige Wiederholungsfahrten gemacht
Da es Hütten-mäßig an der Porta Vescovo eher mau aussieht, wagten wir uns später dann doch mal Richtung Pordoijoch. Es gab Mittagessen auf der Fodom Hütte. Das Essen war Top, die Musik auch.
Anschließend fuhren wir aber direkt wieder zurück, die Schlange an der 4KSB Lezuo war uns zu riesig obwohl die Pisten oben verlockend gut aussahen. Hier könnten sie wirklich mal was kapazitätsstärkeres hinstellen, Pistenfläche ist da genug und fast alle, die hochfahren, fahren eh die Sella Ronda weiter…
Auf dem Rückweg über die grüne Sella Ronda gönnten wir uns noch eine letzte Abfahrt von oben an der Porta Vescovo
Die Pisten waren nun die bereits bekannten zusammengeschobenen Haufen mit Eis dazwischen. Das Niveau der Skifahrer war im Schnitt auch eher niedrig, sodass man schon echt aufpassen musste. Wir waren froh am Passo Campolongo dem Gedrängel wieder entkommen zu können und traten die Rückfahrt via Cherz und Pralongiá zu unserer Unterkunft an. Auf den blauen Pisten kann man den Tag schön entspannt ausklingen lassen.
Die Pisten waren insgesamt deutlich besser als gestern, da es auch ein paar Grad kälter war. Rückblickend war das wohl der beste Skitag der Tour, wir hatten wenn man die Sellaronda-Pisten ausklammert echt nur gute Abfahrten, die Marmolada ist ein Erlebnis und Porta Vescovo rockt
Mittwoch 21.02.: 5 Torri und Lagazuoi
Nachdem ich meinen Dad nun zwei Tage auf den schwarzen Pisten von Gröden und Arabba gequält hatte, musste nun mal ein "Genuss-Skitag" eingelegt werden
Nach einer Fahrt Pralongiá 2 sind wir die lange 9A Richtung Armentarola angetreten, hier kann man im Grunde einfach laufen lassen. Unten am Parkplatz angekommen kam dann auch relativ schnell ein Bus, in den wir so ziemlich als letzte einsteigen konnten. Mit dem Busfahrer haben wir leider eine sehr negative Erfahrung gemacht, worauf ich hier jetzt aber nicht weiter eingehen will. Davon abgesehen hat das für mich in Anbetracht der Skipass-Preise schon ein bitterer Beigeschmack für diese kurze Fahrt 8€ pro Person abzunehmen, und wenn man nicht aufpasst sind es direkt mal 18€.
Nach der Fahrt über die kurvige Passstraße ließ der Blick auf die Warteschlange an der Lagazuoi-Gondel nichts gutes veheißen. Vor allem mussten wir hier heute ja zweimal fahren da wir uns auch noch die 5 Torri anschauen wollten. Mit ca. 15 Minuten hielt sich das Warten dann aber doch in Grenzen (unglaublich dass ich 15 Minuten Wartezeit am Lift mal als „kurz“ empfinden würde aber so weit ist es diese Woche schon gekommen
Nach der Auffahrt in der wirklich sehr spektakulär trassierten Sardinenbüchse ging es dann auf die Piste Richtung Cinque Torri. Die war echt klasse, griffig und nicht überfüllt (Kapazität der PB sei Dank…).
Dann ging es in den Falzarego 3er. Vom Tal aus rechts des Lifts war alles gesperrt für Slalom-Training. Naja, um ins „Hauptgebiet“ zu kommen, mussten wir eh links lang. Ein cooler kleiner Skiweg durch den Wald, dann Ankunft an der 4er KSB "5 Torri", die quasi die Hauptanlage im Gebiet darstellt. Hier war nun auch die vom Tal gesehen linke Piste gesperrt für GS-Training, grrrr….
Die anderen Abfahrten auf dieser Seite waren aber auch sehr lohnenswert und hielten aufgrund der Höhenlage gut durch. Wir hätten hier gerne ein paar Wiederholungen gemacht, wenn da nicht die völlig überlasteten Lifte wären, mit Wartezeiten jenseits der 10min… Kann man hier nicht mal was neueres hinstellen? Gerade die Fedare hat ja wirklich schon Museums-Charakter ^^. So sind wir alles nur einmal gefahren, dies war aber wirklich sehr schön.
Auch schön war dann der Rückweg über Croda Negra. Nach dem Lift folgt jedoch ein schmaler Skiweg mit einigen Gegenanstiegen (jetzt wissen wir es ^^).
Auch will hier nun jeder Lift genutzt werden um zurück Richtung Alta Badia zu kommen, das heißt wieder in den Falzarego 3er - Das Slalom-Team war weg, die Piste blieb aber gesperrt - und danach noch einen Tellerlift fahren, bevor wir erneut an der Lagazuoi-Gondel standen. Mittlerweile stauten sich die Menschen bis auf den Parkplatz zurück und wir erlebten (erneut) die längste Wartezeit die ich jemals an einer Seilbahn/Skilift/whatever hatte: knapp 40 Minuten bis wir in der Gondel waren.
Jaaa die Abfahrt nach Armentarola ist landschaftlich einmalig, sie ist wirklich schön zu fahren, sie kann sicherlich für vieles entschädigen, aber dafür nicht… Gut, wir haben es uns ja so ausgesucht, als wir am Morgen erst zu den fünf Türmen gefahren sind, aber wirklicher Genuss kam nach der Strapaze an der Gondel nicht mehr auf (spreche hier für uns beide).
Unser Plan war es eigentlich auf der Scotoni-Hütte Mittag zu machen, da die Leute aber schon vor dem Eingang eine Schlange bildeten, verwarfen wir dies wieder.
Es tut mir leid, dass ich hier so negativ klinge. Ich will kein Dolomiten/5 Torri/Cortina Bashing betreiben. Es bleibt einfach die Erkenntnis, dass diese Tour bei solchen Menschenmengen im Gebiet keinen Sinn macht. Die Infrastruktur ist dort einfach nicht dafür ausgelegt und man wartet am Ende mehr als man skifährt. Wir haben uns eine Lehre daraus gezogen und unseren Plan, morgen im Fassatal zu fahren, verworfen. Die halbe Sellaronda für den Rückweg am Nachmittag wollen wir uns echt nicht antun. Wir bleiben den Sella-Pisten lieber fern und fahren bei uns in Alta Badia, da ging es nämlich am Nachmittag noch wirklich gut!
Zurück zum Tag: Das Pferdegespann bringt uns zurück ins Hauptgebiet. Echt witzig das ganze, als es ein Stück bergauf ging hat der Kutscher sogar kurz angaloppiert. Da stört es mich auch nicht (anders als bei der Busfahrt, lol), dafür 3€ extra zu bezahlen. Dann eine Fahrt im Schlepper und eine Warteschlange am Piz Sorega. Naja, die kann uns heute auch nicht mehr schocken
Dann noch ein paar coole Abfahrten am Piz La Ila, das Mittagessen wurde dann in der Ütia de Trausines gegessen. Die würde ich eher nicht weiterempfehlen, Getränke waren sehr teuer und das Essen im Vergleich zu den Vortagen weit abgeschlagen. Es hatte wohl schon einen Grund warum es überall sonst rappelvoll war, hier aber noch viel frei.
Wir haben uns dann zum Ausklang des Tages noch etwas durchs Gebiet „treiben lassen“, das heißt die Pisten gefahren die noch gut aussahen und uns bei den Liften mit wenig Wartezeit angestellt.
Insgesamt war das eher ein durchwachsener Tag, woran wir zum Teil auch selber schuld sind. Es gab definitiv tolle Pisten an den 5 Torri, aber die Lagazuoi Tour gehört für mich im Gegensatz zur Marmolada in die Kategorie "kann man machen, muss man aber nicht". Noch einmal würde ich es nur bei deutlich weniger Andrang machen.
Donnerstag 22.02.: Skigebietstour in Alta Badia
Wie angesagt zog es sich heute zu. Null Sonnenstunden, leichter Schneefall. Macht nichts, heute hatten wir eh keine großen Ambitionen außer das Gebiet von Alta Badia mal abzugrasen. Der Start war also wie immer um 8:30 Uhr am Pralongiá. Dann sind wir am Col Alto und der Arlara Sesselbahn ein paar Abfahrten gefahren.
Anschließend ging es zum Piz La Ila, denn die Gran Risa wollten wir natürlich nicht verpassen, und ich muss wirklich sagen: Wow! Das ist mal ein Brett. Eine durchgehend sausteile Piste auf der man sich richtig schön gen Tal stürzen kann
Unten war die Warteschlange an der Gondel erwartungsgemäß recht lang, daher entschieden wir uns kurzerhand einmal die Abfahrten auf der anderen Straßenseite auszuprobieren. Die Schneebedingungen hier unten würde ich mal als "Crud" bezeichnen. Angefrorene Schneematsche mit bisschen Neuschnee-Auflage. Mir hat es ganz gut getaugt, mein Vater war weniger begeistert, weswegen wir am Sponata auch den Rückweg antraten und nicht noch weiter in Richtung Heiligkreuz fuhren.
Wieder oben am Piz La Ila (coole 2S Gondelbahn übrigens, leider mit Stehkabinen) fuhren wir dann via La Fraina zum Piz Sorega. Hier machte ich den Fehler und wollte Richtung Pralongiá, wählte stattdessen aber eine der blauen Pisten nach St. Kassian. Die Warteschlange kannten wir schon von gestern. Hier scheint irgendwie ein Ungleichgewicht im Skigebiet zu herrschen, da die ganzen Abfahrten auf dieser Seite alle bei der Piz Sorega Bahn münden und es keine Alternative gibt.
Augrund des aufziehenden Nebels starteten wir dann die "Flucht nach unten" und fuhren ins Edelweisstal. Die Abfahrten gaben hier jedoch langsam den Geist auf, weswegen wir nach der Mittagspause zurück und mit der Boé-Gondel hochfuhren.
Hier wollte ich noch die schwarze Piste am Vallon 2er Sessel fahren. Die Piste war wirklich klasse und wird nicht sehr stark frequentiert. Oben kamen wir sogar aus dem Nebel heraus und hatten einen spektakulären Blick aus der Nähe auf das Sella-Massiv.
Unten am Campolongo angekommen fuhren wir dann noch die beiden Pisten an den Cherz-Sesselbahnen. Das ist eine schöne ruhige Ecke, das wissen wohl auch die Skilehrer, die hier unterwegs waren. Besonders die rote Piste hat uns hier sehr gut gefallen.
Nach vier Tagen haben wir dann auch endlich mal die rote Piste am Pralongiá gefunden (21a). Diese führt nicht direkt zur Sesselbahn zurück, sondern eher zum Schlepper auf der anderen Seite der Passstraße. So ließen wir dann den Tag mit einigen Abfahrten im Bereich Pralongiá ausklingen.
Freitag 23.02.: Schneechaos und Stillstand am Brenner
Angesichts der mehr als 20 cm Neuschnee die für heute angesagt waren, waren wir unsicher ob wir uns überhaupt auf die Pisten wagen oder lieber früh aufbrechen, damit wir nicht noch am Campolongo Pass stecken bleiben. Letztlich sind es dann doch noch 3 einsame Tiefschnee-Abfahrten am Pralongiá-Sessel geworden (Pralongiá 2 war gar nicht in Betrieb, wahrscheinlich wegen Wind). Danach entschieden wir, es sein zu lassen und lieber etwas früher den Rückweg nach München anzutreten.
Das Schneetreiben im Gadertal war schon ziemlich dicht, ging dann im Pustertal allerdings in Regen über (Schade für die Talabfahrten am Kronplatz). Als wir dann nach kurzem Stau an der Mautstation auf die Brenner-Autobahn auffuhren, waren wir eigentlich guter Dinge, den kritischen Part nun überstanden zu haben. Um ca. 13:30 standen wir dann vor der Mautstelle Sterzing erneut im zäh fließenden Verkehr, als noch ca. drei Autos zwischen uns und der Schranke standen, sahen wir allerdings dass es auch hinter der Mautstation nicht mehr weiter ging. Nach ca. einer halben Stunde Stillstand begann dann die Polizei, die Autos von der Autobahn zu lotsen. Ein kurzer Blick auf autobrennero.it bestätigte, dass die Autobahn zwischen Sterzing und dem Brenner komplett gesperrt wurde. 10 Minuten früher und wir wären wohl noch durchgekommen…
So wie ca. 10000 andere machten wir uns also nun auf den Weg zur Passstraße, in der Hoffnung so nach Österreich zu kommen. Der Verkehrsfunk meldete schon, dass auf der Gegenfahrbahn der Autobahn zahlreiche LKW bei unerlaubten Überholmanövern liegen geblieben sind, und dort auch alles dicht sei. Oh Mann, da fährt man einmal in seinem Leben nach Südtirol und dann sowas
Auf der Passstraße ging es im Schneckentempo voran. Als wir dann nach ca. 2,5 Stunden in Gossensass ankamen, stand dort auch schon ein Polizeiauto. Die Straße muss auch kurz vor uns gesperrt worden sein, also alles umsonst: Umdrehen und zurück nach Sterzing.
Während ich schon auf booking.com nach Unterkünften in der Umgebung suchte, blieben wir dann nochmal ca. 2 Stunden im "Gridlock" im Ort Sterzing stecken. Die Anwohner werden sich auch bedanken über das Chaos …
Wir haben uns dann im Eurospar mit Verpflegung eingedeckt. Als wir auf dem Parkplatz standen, hatte die Polizei um ca. 18:30 die Auffahrt auf die Autobahn wieder freigegeben. Wir versuchten also unser Glück und waren nach 19 Uhr tatsächlich durch die Mautstation durch. Der Verkehr lief danach langsam aber beständig, bis wir vor der Grenze standen. Scheinbar war in Österreich immer noch die Bahn zu, also standen wir nochmal ca. 1,5 bis 2 Stunden fest (zum Glück jetzt mit Proviant).
Als es dann endlich lief, wagten wir auch keine Experimente mehr. Das Navi schickte uns über Seefeld und Garmisch, ich kaufte aber lieber schnell online ein Pickerl und wir fuhren über die Autobahn nach München, welches wir dann kurz nach Mitternacht erreichten.
Fazit
Die Skigebiete in den Dolomiten sind landschaftlich wirklich einzigartig. Auch wenn ich jemand bin, dem Dinge wie Panorama beim Skifahren tendenziell weniger wichtig sind, kann man die Schönheit der Region, gerade im Bereich der Marmolada und in Richtung Cortina, nicht leugnen. Alta Badia ist von den Pisten her eher flach, das macht aber nichts denn sie machen trotzdem Spaß und man ist ja recht schnell in Arabba oder Gröden wo es reichlich steile Pisten gibt. Dass wir die Sella Ronda aufgrund völlig überfüllter Pisten eher gemieden haben, war unserer schlechten zeitlichen Planung geschuldet.
Die Lift-Infrastruktur ist insgesamt nicht auf dem gleichen Level wie etwa in Österreich, was ich an einigen Stellen schön finde (z.B. Sesselbahnen Fermeda und Vallon), an anderen aber auch echt nicht mehr zeitgemäß (Seceda Pendelbahn aus St. Ulrich, einige Lifte an den 5 Torri, etc.). Das hat dann bei viel Andrang eher was vom Anstehen an der Achterbahn im Freizeitpark als vom Skifahren. Auch kann ich nicht nachvollziehen, wieso man keinen offizielles Skibus zum Lagazuoi anbietet und sich lieber auf das Chaos und die Abzocke mit den privaten Anbietern einlässt.
Werde ich denn nochmal wieder kommen? Die Frage erübrigt sich wohl. JA! Den ganzen Bereich vom Pordoijoch über das Fassatal und Sella Joch nach Gröden haben wir ja noch gar nicht gesehen. Allerdings werde ich dann nicht mehr im Februar kommen und auf tiefere Temperaturen hoffen. Auch glaube ich, dass Gröden mich als Ausgangspunkt eventuell mehr anspricht als Alta Badia, jetzt wo wir z.B. Lagazuoi und Marmolada schonmal gemacht haben.