Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

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Petz
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Petz »

snowflat hat geschrieben: 15.03.2024 - 14:52Na, wenn der Grenztunnel Füssen mal kein Dosiersystem darstellt :roll: Aber schön die Probleme wieder hinter die Grenze verlagern :naja:
Das nennt sich mit anderen Worten Verursacherprinzip. Es gibt nunmal auch keine rechtliche Verpflichtung zum Ausbau von Strassen aber sehr wohl eine zum Schutz der eigenen Bevölkerung.
Für den Wirtschaftsverkehr, sprich jene Fahrzeuge die aus beruflichen Gründen dort unterwegs sein müssen, reichte die Kapazität auch der bestehenden Straße problemlos aus; diejenigen die sie zum Privatvergnügen nutzen können sie ja zu Zeiten außerhalb hohen Verkehrsaufkommens und Dosierung befahren.
Abgesehen davon bildet u. a. die Haarnadelkehre beim Wirtschaftsverkehr auch kein Nadelöhr weil diejenigen die die Straße kennen, dort kein "brems-, und blöd guck" - Verhalten an den Tag legen.
Daher würde ich auch nur die technisch nötige Sanierung und Upgrade des Lermooser Tunnels durchführen.
Zuletzt geändert von Petz am 15.03.2024 - 16:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Bergfan
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Bergfan »

Aus den Kommentaren bei TT:
Tunnelportale sind mit die großen Bremser im flüssigen Verkehr. Keine Ahnung, warum unsere Lieblingsnachbarn erstmal bremsen müssen, sobald sie das Loch sehen
Das hat einen Grund: Eure Lieblingsnachbarn rauschen ohne Tempolimit heran und werden dann vor eurem Loch auf 80, wenn nicht sogar auf 50 runter"beschleunigt". Da muss man doch bremsen :) :)
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Ron »

Petz hat geschrieben: 15.03.2024 - 16:09 Für den Wirtschaftsverkehr, sprich jene Fahrzeuge die aus beruflichen Gründen dort unterwegs sein müssen, reichte die Kapazität auch der bestehenden Straße problemlos aus; diejenigen die sie zum Privatvergnügen nutzen können sie ja zu Zeiten außerhalb hohen Verkehrsaufkommens und Dosierung befahren.
Für die Paznauner, Söldener, Pitztaler usw. ist, was du "Privatvergnügen" nennst, aber absolut "Wirtschaftsverkehr". Die verdienen eine menge Geld an dieses Verkehr.
Ich versteh aber immer noch das Problem nicht. Ja, am Samstagen gibt es für einige stunden (6 bis 8 ) Kolonnenverkehr und Staus auf die ganze Strecke von Füssen bis Imst und v.v. Auch dank Blockabfertigung und Geschwindigkeitsbegrenzung. (50 in Lermosertunnel) Und das ist für die Anwohner kein Spass. Aber abgesehen von die Paar Stunden am Samstag, gibt es eigentlich auf die ganze Strecke nur selten ein Problem.
Also kann mir bitte jemand erklären was ein Tunnel hier lösen werde? Weniger Verkehrsaufkommen am Samstag sicher nicht, weil die alternative Routen noch Zeitaufwändiger oder teurer oder beide wären.
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Petz
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Petz »

Ron hat geschrieben: 15.03.2024 - 17:56Für die Paznauner, Söldener, Pitztaler usw. ist, was du "Privatvergnügen" nennst, aber absolut "Wirtschaftsverkehr". Die verdienen eine Menge Geld an diesem Verkehr.
Das aber nicht bei allen ankommt ansonsten hätte Tirol nämlich nicht statistisch das zweitniedrigste Durchschnittseinkommen in Österreich im Verhältnis zu den Lebenshaltungskosten... :naja:
Ron hat geschrieben: 15.03.2024 - 17:56Also kann mir bitte jemand erklären was ein Tunnel hier lösen werde? Weniger Verkehrsaufkommen am Samstag sicher nicht, weil die alternative Routen noch zeitaufwändiger oder teurer oder beides wären.
Die angepeilte Lösung bringt auch meiner Ansicht nach keine Verbesserung; diese wäre nur mit langem Fernpaßbasis-, und Tschirganttunnel erreichbar. Nachdem diese aber politisch nicht durchsetzbar ist bliebe nur, die Verkehre an Grenze und in Nassereith so zu dosieren das der Verkehr flüssig bleibt damit Einsatzfahrzeuge Einsatzorte jederzeit ohne große Verzögerungen erreichen können.
Blockabfertigungen bringen nichts weil die staubildungsanfälliger sind als ein kontinuierlicher limitierter Fahrzeugdurchsatz sprich Handhabung so wie die LKW - Dosierungspraxis an der Grenze Kufstein.
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snowflat
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von snowflat »

:echtkrank:
Die Mautpläne am Fernpass würden „immer absurdere Blüten“ treiben, sagt der Grünen-Klubobmann Gebi Mair. Denn laut Tiroler Rettungsdienstgesetz fallen die Bergretter auch im Einsatzfall nicht unter den Regelrettungsdienst, der eine Ausnahme erhalten soll.
Die Regierungsvorlage zum Tiroler Straßengesetz soll am 20. März im Landtag verabschiedet werden. Darin wurden eben die Befreiungen von der Mautpflicht angeführt. „Dass die Wirtschaftskammer von der Maut am Fernpass befreit werden soll, die Bergrettung aber bezahlen müsste, zeigt, wie unausgegoren die Pläne für die Fernpasstunnels sind“
Quelle: Bergrettung müsste bei Einsätzen Fernpass-Maut zahlen
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Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Petz
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Petz »

snowflat hat geschrieben: 15.03.2024 - 22:02:echtkrank:
„Dass die Wirtschaftskammer von der Maut am Fernpass befreit werden soll, die Bergrettung aber bezahlen müsste, zeigt, wie unausgegoren die Pläne für die Fernpasstunnels sind“
Die Wirtschaftskammer hält sich wohl offenbar für systemrelevant und hat vermutlich Lobbyismus bis zur Bewusstlosigkeit betrieben... :wall:
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von j-d-s »

Diese "Rettungswege"-Argumentation ist vorgeschoben. Denn das kann man ziemlich einfach lösen, indem man wie die Schweiz eine Rega einrichtet - der Heli steht nicht im Stau und ist immer schneller.

Wobei selbst für Rettungswägen höchst zweifelhaft ist, dass das wirklich relevant ist, denn die werden kaum über den Fernpass fahren mit Blaulicht (von Reutte sind die immer schneller als von Imst).

Unterm Strich bleibts natürlich in jedem Fall dabei, dass das Sinnvollste ist, komplett die Autobahn fertigzubauen, also von der A7 zur Inntalautobahn. Auch wenn das die NIMBYs nicht einsehen, kann es halt nicht funktionieren, wenn eine Autobahn endet, aber der Verkehr überwiegend Transitverkehr ist.

Generell - wenn man mal vergleicht, mit den Nachbarländern, in Österreich herrscht eine latent Autobahnausbaufeindliche Haltung, während alle anderen mal mehr, mal weniger konsequent ihre Autobahnen ausbauen (Fun fact: In D ist sogar der Ausbau des Deutschen Ecks im Planungsbeschleunigungsgesetz des Bundestags enthalten), aber in Österreich gibt es eine Art Fundamentalopposition gegen jeden noch so sinnvollen Neubau, Ausbau und sogar Instandhaltungsmaßnahmen. Man setzt in Österreich lieber auf Sperrungen, Spurverminderungen, Abfahrtsverbote, Tempolimits, Wegelagerei-Ampeln und ähnlichen Quatsch und beschwert sich anschließend darüber, dass es zu viel Stau gibt.
Zuletzt geändert von j-d-s am 17.03.2024 - 12:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Seilbahnjunkie
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Seilbahnjunkie »

j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 12:15 Diese "Rettungswege"-Argumentation ist vorgeschoben. Denn das kann man ziemlich einfach lösen, indem man wie die Schweiz eine Rega einrichtet - der Heli steht nicht im Stau und ist immer schneller.
In Tirol steht an jedem Misthaufen ein Heli bereit, warst du überhaupt schon mal da?
Und Polizei und Feuerwehr fliegen auch zu jedem Einsatz?
j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 12:15 Wobei selbst für Rettungswägen höchst zweifelhaft ist, dass das wirklich relevant ist, denn die werden kaum über den Fernpass fahren mit Blaulicht (von Reutte sind die immer schneller als von Imst).
Es ist nicht nur am Fernpass Stau, sondern auf der ganzen Strecke. Ich frag mich grad echt ob du das nur vom Hörensagen kennst.
j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 12:15 Unterm Strich bleibts natürlich in jedem Fall dabei, dass das Sinnvollste ist, komplett die Autobahn fertigzubauen, also von der A9 zur Inntalautobahn. Auch wenn das die NIMBYs nicht einsehen, kann es halt nicht funktionieren, wenn eine Autobahn endet, aber der Verkehr überwiegend Transitverkehr ist.
Ja klar, und dazu dann noch die Ötztal- und Paznauntalautobahn, vielleicht auch gleich noch ins Pitztal?
j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 12:15 Generell - wenn man mal vergleicht, mit den Nachbarländern, in Österreich herrscht eine latent Autobahnausbaufeindliche Haltung, während alle anderen mal mehr, mal weniger konsequent ihre Autobahnen ausbauen (Fun fact: In D ist sogar der Ausbau des Deutschen Ecks im Planungsbeschleunigungsgesetz des Bundestags enthalten), aber in Österreich gibt es eine Art Fundamentalopposition gegen jeden noch so sinnvollen Neubau, Ausbau und sogar Instandhaltungsmaßnahmen. Man setzt in Österreich lieber auf Sperrungen, Spurverminderungen, Abfahrtsverbote, Tempolimits, Wegelagerei-Ampeln und ähnlichen Quatsch und beschwert sich anschließend darüber, dass es zu viel Stau gibt.
In Österreich ist man halt aufgewacht (zumindest teilweise) und hat gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann.
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Petz
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Petz »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 16.03.2024 - 13:29In Tirol steht an jedem Misthaufen ein Heli bereit, warst du überhaupt schon mal da?
Und Polizei und Feuerwehr fliegen auch zu jedem Einsatz?

In Österreich ist man halt aufgewacht (zumindest teilweise) und hat gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann.
Dann sollte der werte Herr j-d-s gefälligst auch die Mehrkosten für die von ihm gewünschte Heliinfrastruktur bezahlen; dazu kommt noch das ein Heli bei schlechter Sicht nicht fliegen kann. Letzteres selbst erlebt als ich vom KH Zams nach Innsbruck für ne Herzkathederuntersuchung geflogen werden sollte aber bereits in Schönwies in den Rettungswagen umgeladen werden musste weil tiefliegende Wolken den Flug über die Imster Höhe verunmöglichten.

In AT ist die Politik auch nur deshalb "aufgewacht worden" weil es jede Menge Protest gegen die Verkehrsbelastung in den transitgeplagten Regionen gab und auch Strafverfahren wegen Überschreitung der Luftschadstoffgrenzwerte drohten. Nachdem Letztere in Kürze EU -weit weiter verschärft werden, verbietet sich alles was zu einer Zunahme der Verkehrsbelastung führt von selbst.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von j-d-s »

Nur dass ein Stau eben mehr Abgase verursacht als fließender Verkehr. Die immer wieder geäußerte Behauptung, bessere Straßen führten zu mehr Verkehr, ist eine reine Legende. Oder glaubst du ernsthaft, es gibt irgendjemanden, der auf einmal öfter in den Urlaub oder zu einer Tagesfahrt zum Skifahren fährt, nur weil am Fernpass kein Stau mehr ist? Das ist auch ganz ohne Stau teuer genug.

Man hat bisher immer gesehen, dass das Konzept "Stau provozieren um Verkehr zu verringern" nie funktioniert hat, das muss man auch mal einsehen statt auf widerlegten Thesen zu beharren.
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Petz
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Petz »

j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 23:14Oder glaubst du ernsthaft, es gibt irgendjemanden, der auf einmal öfter in den Urlaub oder zu einer Tagesfahrt zum Skifahren fährt, nur weil am Fernpass kein Stau mehr ist?
Bei Urlaubsfahrten nicht, mal ganz abgesehen davon das sich diese auch auf Zeiten geringer Verkehrsbelastung legen liessen; bei Tagesfahrten sehr wohl weil längere Staus und der dadurch bedingte Zeitverlust diese dann sinnlos werden lassen. Und wenn man den Verkehr bereits an den Grenzen so dosiert das der Verkehr auf der Strecke flüssig bleibt, wird die Region von der staubedingten Schadstoffbelastung verschont.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von flamesoldier »

j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 12:15 Unterm Strich bleibts natürlich in jedem Fall dabei, dass das Sinnvollste ist, komplett die Autobahn fertigzubauen, also von der A9 zur Inntalautobahn.
Die gibts schon, nennt sich A99, A8 und A93. :?:
45 Skitage in der Saison 17/18:
14x Saalbach, 9x Hintertuxer Gletscher, 5x Kitzsteinhorn, 3x Zillertalarena, 3x Warth/Schröcken, 3x Mellau-Damüls (davon 1x inkl. Faschina), 1x Kitzbühel, 1x Wildkogel Arena, 1x Silvretta Montafon, 1x Schmittenhöhe, 1x Diedamskopf, 1x Sonnenkopf, 1x Fellhorn-Kanzelwand, 1x Ski Arlberg

50 Skitage in der Saison 18/19:
11x Saalbach, 10x Hintertuxer Gletscher, 7x Serfaus-Fiss-Ladis, 5x Sörenberg, 3.5x Axamer Lizum, 2x Mellau/Damüls, 2x Savognin, 2x Ischgl-Samnaun, 2x Warth-Schröcken, 2x Obergurgl/Hochgurgl, 2x Diedamskopf, 1x Sölden, 0.5x Muttereralm

51 Skitage in der Saison 19/20:
14.5x Saalbach, 4x Kals/Matrei, 3x Hochgurgl, 3x Hochzeiger, 3x Kühtai, 2.5x Kappl, 2x Hintertux, 2x Sölden, 2x Glungezer, 2x Savognin, 2x Diedamskopf, 1x Galtür, 1x Ischgl, 1x Rifflsee, 1x Schlick2000, 1x Hochoetz, 1x Malbun, 1x Kitzsteinhorn/Maiskogel, 1x St. Jakob i.D., 1x Sillian Hochpustertal, 1x Wildkogel, 0.5x Schmittenhöhe, 0.5x See
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scratch
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von scratch »

j-d-s hat geschrieben: 16.03.2024 - 23:14Die immer wieder geäußerte Behauptung, bessere Straßen führten zu mehr Verkehr, ist eine reine Legende. Oder glaubst du ernsthaft, es gibt irgendjemanden, der auf einmal öfter in den Urlaub oder zu einer Tagesfahrt zum Skifahren fährt, nur weil am Fernpass kein Stau mehr ist? Das ist auch ganz ohne Stau teuer genug.
Warum ist es eine Legende, dass bessere Straßen zu mehr Verkehr führen? Welche Quellen hast du zu dieser Behauptung, Volker Wissing?

In unserer Gemeinde wird seit langem wegen einer Umgehungsstraße diskutiert und dass diese zu mehr Verkehr führen würde, davon geht eigentlich jeder aus. Warum? Weil aktuell müssen LKW auf der Autobahn bleiben. Kommt die Umgehung, dürfen sie wieder auf der Landstraße fahren und das werden sie, weil es günstiger für sie ist. Und der ein oder andere PKW wird auch wieder eher von der Autobahn runter fahren, weil der Weg kürzer und mit der Umgehung vielleicht (erstmal) auch schneller ist als auf der Autobahn.

Genauso bin ich mir sicher, wenn man die A95 von D bis zur A12 in AT verbinden würde, dass die Verkehrsmenge ansteigen würde. Und ja, auch wir würden dann wohl öfter mal übers WE in die Berge fahren wenn man hier schneller durchkommen würde.

"Der Ausbau des Verkehrssystems führt langfristig dazu, dass es mehr Verkehr gibt. Das lässt sich seit Jahrzehnten beobachten. „Was im Volksmund gilt, ist mittlerweile auch unter Verkehrsforschern unbestritten“, sagt Tobias Kuhnimhof. „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.“ Die Fachwelt spricht in diesem Zusammenhang von induziertem Verkehr. " aus https://www.wiwo.de/politik/deutschland ... 156-2.html

"Mehr Straßen und bessere Straßen sorgen leider auch dafür, dass mehr Menschen öfter Auto fahren. Zahlreiche Studien belegen: Die Anzahl der gefahrenen Kilometer steigt proportional mit dem Straßenausbau mit." https://www.basicthinking.de/blog/2019/ ... ed-demand/
oder direkt die Studien https://www.researchgate.net/publicatio ... d_Practice

"Langjährige Erfahrungswerte in der Verkehrsplanung zeigen: Gibt man dem Auto mehr Platz, ist das Ergebnis nicht selten mehr Autoverkehr.
Wissenschaftler*innen sprechen hierbei von einem „Induzierten Nachfrage-Effekt“. Wenn der Verkehr auf einem Streckenabschnitt, wo es jahrelang regelmäßig Stau gab, nach einem Ausbau der Straße wieder fließt, verspricht er eine schnellere Reisezeit als vorher. Für die Menschen, die zuvor wegen der Staus bspw. auf die S-Bahn zurückgegriffen oder gar nicht erst den weiter entfernten Job angenommen haben, wird das Auto als Verkehrsmittel auf einmal attraktiv: Sie drängen auf die Straße. Kurzfristig entlastet, leidet der Streckenabschnitt wegen des zusätzlichen Autoverkehrs mittelfristig wieder unter zu hohem Verkehrsaufkommen" https://www.vcd.org/artikel/mehr-strass ... utoverkehr

Und wenn dir das als Fakten noch nicht reicht, dann lies dir auch gerne mal das "Downs-Thomson-Paradoxon", "Jevons-Paradoxon" oder "Braess-Paradoxon" durch, vielleicht wird dir dann klarer, warum das so ist.
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ThomasZ
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von ThomasZ »

scratch hat geschrieben: 17.03.2024 - 07:34 In unserer Gemeinde wird seit langem wegen einer Umgehungsstraße diskutiert und dass diese zu mehr Verkehr führen würde, davon geht eigentlich jeder aus. Warum? Weil aktuell müssen LKW auf der Autobahn bleiben. Kommt die Umgehung, dürfen sie wieder auf der Landstraße fahren und das werden sie, weil es günstiger für sie ist. Und der ein oder andere PKW wird auch wieder eher von der Autobahn runter fahren, weil der Weg kürzer und mit der Umgehung vielleicht (erstmal) auch schneller ist als auf der Autobahn.
Ist das denn mehr Verkehr oder "nur" anders verteilt?
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von scratch »

ThomasZ hat geschrieben: 17.03.2024 - 09:51 Ist das denn mehr Verkehr oder "nur" anders verteilt?
Bei uns wäre es in erster Linie anders verteilt. Also von der Autobahn runter auf die Landstraße. Meinte also damit, dass bei uns auf der Landstraße dann mehr Verkehr sein würde. Auf der Autobahn dagegen weniger, was man aber nicht so merken würde.
Die öffentlichen Verkehrsmittel spielen bei uns leider eh kaum eine Rolle, so dass dann deshalb welche von diesen auf PKW umsteigen würden.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von j-d-s »

Ich meinte natürlich die A7, die bis zur Inntalautobahn fertiggestellt werden muss.

Ganz generell ist die Aussage, dass es mehr (und nicht nur verlagerten) Verkehr gäbe, wenn die Straßen besser sind, allenfalls in geringem Umfang relevant (so 5% oder so). Aussagen, dass man dadurch so viel Verkehr zusätzlich erzeugen würde, dass es sogar mehr Stau gibt als zuvor, würde ich in das Reich der Sagen und Mythen verweisen. Das müsste erstmal in der Breite nachgewiesen werden.

Denn man muss dabei immer trennen und kann nicht einfach "rohe" Statistiken nehmen:
-Es gibt natürlich einen nennenswerten Anteil an Verkehrsverlagerung. Dies ist allerdings i.d.R. sogar wünschenswert, weil so Fernverkehr eben auf die Autobahn verlagert wird statt durch den Ort zu rollen, oder weil die Fahrstrecken kürzer werden (=weniger Co2-Ausstoß, Wirtschaftswachstum wegen kürzerer Lieferzeiten von Waren). Freilich würde München->Oberland mit einer Fernpassautobahn diesen Weg nehmen statt durchs Unterland - da wird aber ne ganze Menge Benzin und Zeit eingespart, wovon alle profitieren, nicht zuletzt die Umwelt und die Anwohner, durch deren Ort der Verkehr nicht mehr fährt.
-Wirtschaftswachstum und Bevölkerungszuwachs führen auch zu einer Verkehrszunahme. Man kann nicht immer mehr Fachkräfte wollen, mehr Güterproduktion, und unbegrenzte (illegale) Zuwanderung praktizieren, dann aber erwarten, dass der Verkehr nicht wächst.
-Ein erheblicher Anteil von Verkehr wird auch dadurch induziert, dass öffentliche Verkehrsmittel oftmals erheblich schlechter sind, Fahrzeit viel länger, Komfort miserabel, Fußwege, Taktung usw., zudem ließe sich sicherlich einiges an Verkehr reduzieren, wenn man ein Recht auf Homeoffice für Bürojobs einführt (davon würde auch die Umwelt ganz enorm profitieren), da dann Pendelnotwendigkeit stark reduziert würde.
-Außerdem zu nennen sind die enormen Wohnkosten in Großstädten, die zum Pendeln zwingen (ist ja nicht so, dass die Leute freiwillig jeden Tag 50 km einfache Strecke pendeln - sie können sich halt die Großstadt nicht leisten). Hier müsste man mit einem ganzen Maßnahmenpaket gegensteuern: Unternehmen dazu bringen, sich öfters in Randgebieten oder im ländlichen Raum anzusiedeln. Wohnungsbau massiv beschleunigen und dabei auch zahlreiche Zusatzkostenfaktoren reduzieren, bspw. in Bezug auf Energieeffizienz und Lärmschutz - da gibt es Berechnungen, dass allein durch diese die Baukosten heute 40% höher sind als in den 70ern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die letzten 70 Jahre beweisen, dass Straßen- und insbesondere Autobahnbau in erheblichem Maße zum Wirtschaftswachstum und Wohlstand beiträgt (nicht ohne Grund haben die osteuropäischen Länder - sowie die BRD-Regierung im Osten - sofort 1990 angefangen, massiv Autobahnen zu bauen) und die heute teilweise vertretene Ansicht, Verkehr sei generell schlecht und müsse reduziert werden, rückschrittlich und wohlstandsreduzierend ist.

Besonders problematisch ist dabei, dass man zunehmend den NIMBYs und BANANAs (build absolutey nothing anywhere near anything, das sind Greenpeace, Umwelthilfe, Grüne, Bund Naturschutz usw.) immer mehr Raum eingeräumt hat und sie heute sogar Bauprojekte auf Jahrzehnte verhindern können. Hätte man so in den Jahrzehnten bis 2000 gehandelt, gäbe es heute keine Autobahnen, weil jeder die beim Nachbarort haben will und überall ein "unersetzlicher Naturraum" ist.
Inzwischen betrifft das alle Bereiche: Straßen, Wohngebiete, Solarparks, Windräder, Bahnlinien, Stromtrassen, ...

Der "Österreichische" Ansatz ist dabei besonders schädlich, weil er rein punitiv ist und möglichst vergraulen will, statt auf Anreize zu setzen oder Alternativen zu bieten und vor allem von vornherein jeden Ausbau der Straßen ausschließt (da sind quasi NIMBY und BANANA Gesetzesprinzip).
Das geht sogar so weit, dass man, als Beispiel, seit Jahrzehnten keine Verbindung der Rheintalautobahnen (also die in Vorarlberg mit der Schweizer Seite verbinden) baut (und dabei gäbe es dort sicher nahezu gar keinen "induzierten Verkehr"), sodass der Verkehr halt weiter durch die Ort rollt. In Salzburg ist man nicht in der Lage, eine Tunnelsanierung so durchzuführen, dass zwei Spuren pro Richtung erhalten bleiben. In Wien verhindert die Grüne Bundespartei die Fertigstellung des Rings (obwohl sogar als Tunnel geplant), übrigens gegen den Willen der Wiener SPÖ. Aber dem ganzen die Krone setzt auf, dass man unwillens ist, in Bezug auf die Brennerautobahnerhaltung Nägel mit Köpfen zu machen. Man kann den Wecker danach stellen, dass in wenigen Jahren die Luegbrücke ganz gesperrt oder einspurig gemacht werden muss, weil der Bürgermeister von Gries hier nicht am ständigen torpedieren gehindert wird - bis der Verkehr dann durch seine Ortsdurchfahrt rollt.
Und dann wird man vermutlich in der Innsbrucker Landesregierung ihn auch noch damit belohnen, dass man den Transitverkehr durch Gries verbietet, statt den Bürgermeister die Suppe auslöffeln zu lassen, die er sich selber eingebrockt hat.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

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Der "österreichische Ansatz" wird aber mit Ausnahme von einigen wenigen eingebremsten Projekten von der Bevölkerung mitgetragen und als Regierung dagegen zu handeln würde einem politischen Selbstmord gleichkommen.
Auch solltest Du Dir die Argumentation des Grieser Bürgermeisters mal genauer ansehen denn der will deshalb keine Sanierung der Luegbrücke weil er einen Tunnelbau als Brückenersatz für viel sinnvoller hält. Und ich stimme dem deshalb zu weil man in der Zeit die der Bau des relativ kurzen Tunnels erforderte, den Verkehr auf der alten Brücke mit relativ geringen Einschränkungen fortführen könnte anstelle diesen durch jahrelange Beeinträchtigungen durch den Quasineubau der Brücke zu behindern.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von scratch »

j-d-s hat geschrieben: 17.03.2024 - 12:47Aussagen, dass man dadurch so viel Verkehr zusätzlich erzeugen würde, dass es sogar mehr Stau gibt als zuvor, würde ich in das Reich der Sagen und Mythen verweisen. Das müsste erstmal in der Breite nachgewiesen werden.
Alles klar...es ist also so wie immer.
Du hast eine persönliche Meinung (ist völlig ok) und tust so, als wäre das Fakt, ohne Daten und wirkliche Fakten zu nennen (hier wird es anstrengend). Die von mir angebrachten Argumente liest du entweder gar nicht oder ignorierst du, damit deine Meinung nicht ins wanken gerät.

Ja kann man machen. Aber ich kann dich weder ernst nehmen, noch hab ich Lust mit dir weiter zu diskutieren. :hallo:
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von j-d-s »

Ich habe lediglich darstellen wollen, dass man so eine Behauptung erstmal belegen müsste (also dass durch Ausbauten von Straßen so viel zusätzlicher - nicht verlagerter oder durch bspw. Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum verursachter - Verkehr entstehen würde, dass es sogar mehr Stau gibt als zuvor).

Generell ist es dabei natürlich so, dass reine Aussagen von "Experten" kein Beleg sind, genausowenig Studien, welche diese Aspekte unberücksichtigt lassen. Man muss das genau analysieren, um herauszufinden, wie glaubwürdig solche Behauptungen von "Experten" und Studien sind, sprich, die Inhalte lesen.

Wir haben das in ähnlicher Form bei der "Klimawandel"-Debatte: Diverse Meteorologen und Studien behaupten da immer wieder, Skifahren sei im Jahr 2100 (oder 2050) unter einer bestimmten Seehöhe nicht mehr möglich. Unterschlagen wird dabei, dass 90% solcher Aussagen alleine auf Naturschnee beruhen.
Deshalb halte ich solche Aussagen und Studien für unglaubwürdig - denn es gibt, wenn auch selten, auch Studien, die das Berücksichtigen. Im konkreten Beispiel meine ich diese hier (https://link.springer.com/article/10.10 ... 22-02394-z). Da wird dezidiert aufgeführt, welchen Einfluss Hangexposition, Höhenlage, Beschneiung usw. haben, in welchen Szenarien der Erwärmung (bis zu 4 Grad, derzeit ist ja 1,5 Grad das Ziel), für wie viele Tage der Saison.
Solche Studien sind dann tatsächlich fundiert und hilfreich, um eine wissenschaftsbasierte Meinungsbildung zu ermöglichen (gut, man muss sich die Zeit nehmen, die Studien auch wirklich komplett zu lesen und nicht nur Zusammenfassungen).

Es steht dir natürlich frei, für dich persönlich einfach die Aussagen von anderen zu glauben ohne sie zu überprüfen. Das ist dann aber halt keine fundierte Meinung.
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scratch
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von scratch »

j-d-s hat geschrieben: 17.03.2024 - 14:38 Ich habe lediglich darstellen wollen, dass man so eine Behauptung erstmal belegen müsste
Nein, du hast behauptet, dass es eine "reine Legende" sei, dass man durch bessere Straßen mehr Verkehr bekommen würde und dazu keinerlei Argumente geliefert. Ganz pauschal verallgemeinert.
Und jetzt drehst du den Spieß um und sagst, dass ich das Gegenteil erstmal beweisen müsse und dir meine angeführten Quellen nicht gut genug seien? Und dass man es genau analysieren müsse, auf welche Strecken es dann wirklich zutrifft und wo nicht?
Du hast bestenfalls die Artikel kurz überflogen, auf die Links mit Studien hast du doch gar nicht geklickt und erst recht nicht gelesen. Behauptest aber stattdessen, dass ich Aussagen von anderen einfach glaube ohne sie zu überprüfen.

Und dann kommt auch noch die Ablenkung zu einem anderen Thema, was hier komplett fehl am Platze ist. :top:
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Typisches Verhalten von ideologisch Verblendeten. Was nicht zum eigenen Narrativ passt wird ignoriert oder angezweifelt. Es werden ständig neue Quellen gefordert, eigene Behauptungen aber nicht belegt.
Petz hat geschrieben: 17.03.2024 - 13:06 Der "österreichische Ansatz" wird aber mit Ausnahme von einigen wenigen eingebremsten Projekten von der Bevölkerung mitgetragen und als Regierung dagegen zu handeln würde einem politischen Selbstmord gleichkommen.
So ist es. Unser j-d-s hat halt noch nicht gemerkt, dass tiroler Politiker von Tirolern und österreichische Politiker von Österreichern gewählt werden, nicht von deutschen Touristen.
Petz hat geschrieben: 17.03.2024 - 13:06 Auch solltest Du Dir die Argumentation des Grieser Bürgermeisters mal genauer ansehen denn der will deshalb keine Sanierung der Luegbrücke weil er einen Tunnelbau als Brückenersatz für viel sinnvoller hält. Und ich stimme dem deshalb zu weil man in der Zeit die der Bau des relativ kurzen Tunnels erforderte, den Verkehr auf der alten Brücke mit relativ geringen Einschränkungen fortführen könnte anstelle diesen durch jahrelange Beeinträchtigungen durch den Quasineubau der Brücke zu behindern.
Ja, theoretisch wäre das so, die Praxis sieht aber anders aus. Die Luegbrücke wird im Sommer 25 auf zwei Fahrspuren reduziert, weil die äußeren Spuren dann keinen Schwerverkehr mehr tragen können. An einzelnen Reisewochenenden sollen alle 4 Spuren geöffnet werden, aber nur mit einem absoluten Schwerverkehrsverbot. Das ist aber unabhängig von der eigentlichen Sanierung, das liegt nur an der Tragfähigkeit der Brücke. Die Klage führt also nur dazu, dass sich der Baustart und damit die Fertigstellung verzögert, nicht aber der Beginn der Einschränkungen.

Auf der Bundesstraße wird es garantiert ein striktes Fahrverbot geben. Außnahmen wird es nur für eng gefassten Quell- und Zielverkehr und für die Busse des öffentlichen Verkehrs (nicht Flixbus) geben.
Aus dem Grund ist ja auch die Klage von Italien sehr amüsant.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von Petz »

Das Luegbrückenverkehrskonzept geht aber von einem Brückenersatzbau und nicht vom Tunnelersatz (gegen den sich die Asfinag aus Kostengründen mit Händen und Füßen wehrt) aus. Würde man den Tunnel bauen gäbe es:

A) Keine Einschränkungen die durch die Neubaumaßnahmen selbst notwendig werden.

B) Könnte man mit einer flexiblen Verkehrsführung (Fahrzeuge über 3,5 to. nur auf den beiden inneren Spuren in Kombination mit Überholverbot führen) alle Fahrspuren noch weiterhin nutzen.

Weil die Brücke von der Asfinag (und nicht von einer Mafiabude wie die Ponte Morandi) unterhalten und die damalige Sanierung/Verbreiterung/Verstärkung von renommierten erfahrenen Firmen durchgeführt wurde, gehe ich davon aus das die Brücke mit der von mir beschriebenen modifizierten Verkehrsführung bis zu einer Tunnelfertigstellung genutzt werden könnte.
Und nachdem ich weiß welche Stahlträger bzw. Grobbleche aus denen man Träger zusammenschweißte bei der Kernsanierung vor 10 Jahren eingebaut wurden, (hatte nämlich das persönliche Vergnügen die Trümmer von Waggons auf Schwerlastsattelschlepper zu verladen) hätte ich überhaupt keine Bedenken das die nicht durchhalten würden.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von GIFWilli59 »

Ja, so eine invertierte Verkehrsführung nenne ich sie mal, also Lkw links, Pkw rechts, könnte die Haltbarkeit der Infrastruktur erhöhen (auch beim Fahrbahnbelag). Habe ich aber noch nirgends gesehen, ist dann vielleicht doch zu unfallanfällig...gerade an Anschlussstellen.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von snowflat »

Man will das Verkehrsproblem gar nicht lösen:
So trifft Mattle in den kommenden Wochen mehrmals den bayrischen Europaminister Eric Beißwenger. Zuletzt ist der Unmut über die Einführung einer Maut bei den deutschen Nachbarn nämlich gestiegen. Aber: „Das Verkehrsproblem entsteht nicht in Tirol, sondern schon an der Grenze. Das Hauptproblem ist, dass Deutschland Straßen, Tunnels und Autobahnen direkt an unsere Grenze baut. So viel Verkehr kann und will Tirol aber nicht aufnehmen“, nimmt Mattle das Nachbarland in die Pflicht.
Quelle: Unmut wegen Fernpass-Maut, Mattle nimmt Deutschland in die Pflicht
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Re: Verkehrssituation und Straßenprojekte in Österreich

Beitrag von siri »

snowflat hat geschrieben: 18.03.2024 - 10:42 So viel Verkehr kann und will Tirol aber nicht aufnehmen“[/b],
Es wäre mal interessant um wieviel der Verkehr weniger würde wenn mal 2 Jahre kein Deutscher mehr Tirol als Urlaubsziel ansteuern würde :roll:

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