In der Woche vom 09. bis 16.03.2024 (Samstag bis Samstag) hat es mich mal wieder nach Saas-Fee getrieben. Ein anderer Forennutzer war ja in der Woche vorher hier und hat ein wenig berichtet.
Die Woche lässt sich wie folgt zusammenfassen: Es war extreeeeem genial. So viel Schnee habe ich dort schon ewig nicht mehr erlebt. Und ich bin oft dort. Es gab alles: Hochwinter mit "Einsperrung" im Dorf. Feinsten Pulver in tief verschneitem Terrain. Tolle Abfahrten auf herrlichen Pisten. Frühlingsschnee. Und sogar Hochtourenverhältnisse.
Es ging los mit starkem, wirklich starkem Schneefall in der Nacht auf Sonntag, während es schon am Samstag stark windig bis stürmisch war. Was sich nebenan in Arolla abspielte, ist hier ja auch schon Thema gewesen. Es gab in Saas-Fee im Ort weit über einen halben Meter Neuschnee, am Berg dürfte es deutlich mehr als 1 Meter gewesen sein, zunächst auch bis unten herrlich fluffig. Die Landschaft wurde in eine Traumkulisse verwandelt. Die Gefahr außerhalb ließ sich erahnen. Am Sonntag waren zwar zunächst Ortslifte offen, die stellten aber am Mittag den Betrieb ein. Bis Montagmittag sollte dies so bleiben. Es herrschte Lawinenwarnstufe 4. Nicht zu unterschätzen, gerade im Gebiet von Saas-Fee. Am Kalbermatten waren die Wege gen Berg abgesperrt, keiner sollte die Bebauungsgrenze verlassen dürfen. Gerüchten zur Folge haben es aber dennoch Tourengeher Richtung Morenia versucht und mussten dort abgeholt werden.
So blieb der Sonntag auf Wanderungen in herrlichster Kulisse begrenzt, was aber auch nicht weiter schlimm war. Der "Winter" nordseits der Alpen hat viel Nachholbedarf aufgebaut. Der starke Schneefall dauerte entgegen der Prognosen bis zum späten Nachmittag an.
Am Montag war das Wetter direkt traumhaft sonnig. Der Blick aus dem Fenster paradiesisch. Doch der "blue bird" kaschiert gern die Gefahr: Es herrschte noch immer LWS 4. Geweckt wurde ich am Morgen sodann auch nicht vom Licht oder dem Wecker. Sondern dem Wumms der Sprengungen. Wie erwartet: Anlagen zu. Öffnung nur des Alpin Express I nach Vorbereitung der Pisten dort. Dies war dann irgendwann gegen 11:30/12:00 Uhr der Fall. Das übrige Gebiet blieb geschlossen.
Aber egal: Wir genossen herrlichste unberührte Powderabfahrten im Gelände, das so etwas zuließ. Am späteren Nachmittag wurde der Schnee im unteren Teil schon sehr schwer.
Dienstag dann Öffnung des Gebietes bis Mittelallalin (obere Schlepper dort vorerst außer Betrieb). Allalin 2+3 gingen die ganze Woche nicht auf - die Vorbereitungsarbeiten zogen und zogen sich. Man konnte aber erkennen, welch krasse Mengen Neuschnee das Wetter dort abgeladen hat. Weiterhin wunderbarste Powderbedingungen im ganzen Gelände zwischen Morenia und Längfluh - und vor allem Plattjen. Aus dem Jauchzen sind wir nicht rausgekommen. Dies ging quasi nahtlos ins Ächzen über als irgendwann die Beine keine Lust mehr hatten. Während anfangs der Schnee auch unten noch schön locker war (fror wohl über Nacht wieder auf), wurde er am Nachmittag deutlich schwerer. Geländeabfahrten haben damit nur noch > 2000m Spaß gemacht. LWS war übrigens noch bei 3. Vorsicht war bei der Wahl der Hänge noch immer geboten.
Mittwoch war dann ein gemütlicher Pistentag bei wunderbarem Wetter mit hier und dort einigen Wolken.
Am Donnerstag dann der einzig gute Tourentag. Die Wahl fiel auf den Allalin. Weißmies erschien wegen des großen Steilhangs im Normalweg von Hohsaas aus mit Hangneigungen deutlich über 40° angesichts der noch herrschenden LWS 3- etwas zu tricky. Schade, denn die Abfahrt vom Zwischenbergpass nach Saas-Almagell hatten wir uns toll vorgestellt.
Beim Aufstieg auf den Allalin waren wir allein. Kurz vor dem Feejoch kamen uns zwei Personen entgegen. Eine Vierergruppe machte sich gerade auf zum Grat Richtung Feechopf. Wir konnten mit den Ski bis zum Felsaufschwung vor dem Gipfel gehen - in den letzten Jahren ein Ding der Unmöglichkeit. Der Gletscher war ab dem Joch blank geweht und nur mit Steigeisen machbar.
Den Gipfel hatten wir die ganze Zeit für uns alleine - an einem der meistbestiegenen 4000er der Alpen schon mit Seltenheitswert verbunden. Wir "übergaben" den Gipfel dann an einen ca. 70 jährigen Herren mit Begleitung. Er erzählte mir, zuletzt vor 40 Jahren hier oben gewesen zu sein.
Wir entschieden uns nun auch, zum Feejoch abzufahren und von dort den Grat zum Feechopf zu nehmen. Nach etwas anspruchsvoller Kraxelei (Ski auf dem Rucksack können echt nerven) kamen wir dort an und genossen die Aussicht und die Einsamkeit in der Nachmittagssonne - ein Traum! Von dort kann man nahtlos auf das Schneefeld des Feegletschers wechseln. Wir hatten sodann eine laaange Abfahrt in feinstem Pulver vor uns, nur wenig zerfahren bisher. 1000hm bis zum Wechsel ins Skigebiet an der Bergstation der Sesselbahn Längfluh. Abends gab es Käsefondue in der Spielbodenbahn. Das haben wir quasi eingeatmet. Übrigens sehr zu empfehlen! Leckeres Fondue und tolles Setting.
Freitag war dann wieder ein erholsamer Pistentag. Diesmal war auch das Egginerjoch offen. Der linke der beiden unteren Allalinlifte war wegen eines technischen Defekts außer Betrieb. Das Seil wirkte nur noch wenig gespannt.
Alles in allem eine Woche mit Bedingungen, die ich so klasse schon wirklich Ewigkeiten nicht mehr erlebt habe. Es gibt ihn noch, den Winter
Wanderung in der Region Café Alpenblick
Ebendieses Café
Abendlicher Spaziergang in Saas-Fee
Blick aus dem Fenster am Montagmorgen
Feinste Tiefschneeabfahrten im Gebiet Morenia
Abfahrten im Plattjengebiet am Dienstag
Aufstieg zum Allalin am Donnerstag. Wer erkennt den Kopf?
Blick zum Alphubel
Gipfelkreuz Allalin
Blick zurück zum Feejoch und Allalin
Auf dem Feechopf
Ich dachte immer, die Felsnase sei der Feechopf. Aber es ist wohl der Plateaugipfel, auf dem wir uns befanden.
Die Felsnase von hinten.
Abfahrt durch die Gletscherwelt unterhalb des Alphubel.