Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

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Lagorce
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Re: Tödlicher Unfall 8-MGD Tünek Tepe (Antalya)

Beitrag von Lagorce »

Danke.

Mein Vorschlag wäre, eine neue Haupttopicgruppe (mit blauem Hintergrundbalken)

SEILBAHNEN/ROPEWAYS

zu eröffnen und den bestehenden Inhalt von "Seilbahnen" dort zu verschieben.

Ideal wären noch Unterteilungen wie Technik, Reportagen, Unfälle,... jedoch keine nicht-seilbahnspezifische Untergruppierung.

Sinnvoll wäre es zudem, zumindest neue Topics von "Infrastrukturelle Neuigkeiten" in Seilbahnen zu eröffnen. Habe selbst keine Zeit um "Infrastrukturellen Neuigkeiten" zu verfolgen, deshalb verpasse ich zahlreiche interessante seilbahnbezogene Topics, die dort erstellt wurden.

(Dieser Beitrag kann gelöscht werden, da OT.)

Modde hat geschrieben: 13.04.2024 - 18:19Danke für den Hinweis, mein amateurhafter Fehler zu glauben, dass
ein Thema mit Seilbahnbezug im Seilbahnen Sub-Forum zu finden sein würde :wink:
War kein Fehler deinerseits, die Topic-Unterteilung ist unpraktisch, hatte selbst zuerst das Topic unter Seilbahnen eröffnet jedoch nicht validiert, habe den Text dann in das neue Topic kopiert. Verschiedene Zwischenfälle wurden unter Seilbahnen diskutiert.


( Diskussion zum Zwischenfall in Tünektepe ist hier:
viewtopic.php?p=5439037#p5439037 )

Lagorce
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Lagorce »

Kann jemand den Flanschdurchmesser sowie der Schraubendurchmesser einschätzen?

Z.B. 3. Foto hier:
https://www.akdenizgercek.com.tr/antaly ... alilar-var

Interessant wäre, u.a. mittels FEA mal ermitteln, ob die Dimensionierung fachgerecht durchgeführt wurde und zudem ist insbes. die Ermüdungsfestigkeit zu überprüfen.

M.E. könnte eine Unterdimensionierung aufgrund unsachgemässer Berücksichtigung dynamischer Belastungen zu dieser Lochanordnung der Flanschverbindung geführt haben, aber nur eine Vermutung meinerseits.

Ob die Ringflanschverbindung falsch ausgelegt wurde, müsste man konkret anhanden der effektiven Abmessungen nachrechnen. Für gewisse Einschätzungen ist nicht einmal seilbahnspezifisches Fachwissen erforderlich, da solche Verbindungen ebenfalls u.a. im allgemeinen Stahl- und Anlagenbau verbreitet sind.

Mangels Informationen ist es nicht möglich, eindeutig quantitativ zu belegen, ob die Grundursache auf ein Versagen der Schraubverbindungen der Stützenteile zurückzuführen ist, und/ober ob etwaige unerwartete Überbelastungen, am ehesten im Stützenkopfbereich, ebenfalls eine Rolle spielten.

Ein unglückliches Zusammenspiel verschiedener Faktoren zum Zwischenfall geführt haben.

Was die Lochanordnung sowie Schraubendurchmesser betrifft, möchte ich mich lieber auf effektive Daten basieren, deshalb bin ich auch nicht in der Lage formeller einzuschätzen, ob z.B. das Problem bei der Auslegung inkl. Dimensionerung liegt, und/oder ob die Einsatzbedingungen ebenfalls massgebend waren (z.B. falsche oder fehlende Schrauben, Qualitästsproblem, falsche Montage, Korrosion, usw.).

Mal abwarten, ob brauchbare Infos auftauchen.
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Ram-Brand
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Ram-Brand »

Warum sollte man dort nicht eine EUB bauen.
In anderen Ländern gibt es andere Vorschriften.

Und wenn es Ausnahmegenehmigungen für andere Anlagen schon gab, warum nicht auch für diese.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von stephezapo »

Vorallem hat der Seilbahntyp wohl sicher nichts mit dem Unfallhergang zu tun.
Entweder sind Teile der Konstruktion unzureichend dimensioniert, oder man hat beim Bau oder der Wartung gepfuscht.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Mr400Liter »

Kris hat geschrieben: 14.04.2024 - 02:50 In den Bildern sieht das komisch aus, als ob es Schrauben mit unterschiedlicher Länge hätte.
Ist mir auch gleich aufgefallen... Sieht man auch bei oberen Flansch sehr gut.

Auch spannend, dass es mehr oder weniger keine Verformungen an den Verbindungsstellen gibt.
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Ram-Brand
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Ram-Brand »

Mal sehen ob man mehr erfährt.
Auf Youtube gibt es jetzt unzählige Videos.

Im steilen Felsen steht vor der Stütze die umgefallen ist eine weitere auf drei Beinen.
Also ist das Spannfeld zur umgefallenen nicht so groß.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Nocki »

Ram-Brand hat geschrieben: 15.04.2024 - 20:49 Mal sehen ob man mehr erfährt.
Auf Youtube gibt es jetzt unzählige Videos.

Im steilen Felsen steht vor der Stütze die umgefallen ist eine weitere auf drei Beinen.
Also ist das Spannfeld zur umgefallenen nicht so groß.
Das ist m.E. der Grund dafür, dass es nicht mehr verletzte gab. Wäre das Seil auf den Boden aufgeschlagen (ist es soweit ich gesehen habe ja nicht), hätte es wohl mehr Tote gegeben. Gut, dass die zweite Stütze die plötzlich höhere Last ausgehalten hat, wobei mich das zugegebenermaßen wundert. Grund: Der bisher vermutete Grund (Durch Blitzschlag erhöhte Last) würde ja eher auf eine geringe Dimensionierung hindeuten. Dass die andere Stütze aber die plötzlich stark erhöhte Last aber geschafft hat spricht ja eigentlich für eine gute Dimensionierung. D.h. Entweder ist der Blitzschlag schon Jahre her und es hat sehr lange eine zu große Kraft gegeben, der Blitzschlag hat auch die Schrauben beschädigt oder es gab noch einen anderen äußeren Einfluss.
Würdet Ihr sagen, an der Theorie ist was dran?
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Harzwinter »

Es liegt ein vorläufiges Untersuchungsergebnis zum Unfall der Tünektepe EUB in Antalya vor.

Zusammenfassung, so weit ich es verstanden habe und so weit es die für die Fachbegriffe teils unglückliche Google-Übersetzung ins Deutsche oder Englische hergibt:

- Wartungsmängel: Von 156 zu ersetzenden Teilen wurden wegen Kommunalwahlen und Feiertagen lediglich 19 ersetzt. Wie lange der Teiletausch aufgeschoben wurde, wird nicht genannt.
- Rollensystem an der betroffenen Stütze beschädigt. Dadurch erhöhte Zugkraft des Seils auf die Stütze.
- Schraubverbindungen der Flansche der betroffenen Stütze unzureichend und korrodiert.

Quellen: Automatische Google-Übersetzung folgender türkischsprachiger Artikel:

https://www.haberturk.com/antalya-daki- ... di-3677371
https://www.ntv.com.tr/galeri/turkiye/a ... G88pfRYRaw
https://www.dw.com/tr/antalyadaki-telef ... a-68809661
Lagorce
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Lagorce »

Da wie bereits erwähnt 2001 oder 2002 eine Doppelmayr Gondelbahn mit einem 1224 m langen Seilfeld in Betrieb ging (sehr hohe Stützen und entsprechend erhöhte Spurweite), sollte sowas wie 400 m eher unproblematisch sein. Massgebend sind u.a. Querpendelfreiheiten damit keine Kollisionen in der Mitte des Seilfeldes stattfinden, damit wird die Spurweite festgelegt; zudem muss die seitliche Führungssicherheit des Förderseils gewährleistet sein (Auflage-/Niederhaltekräfte bei den Rollenbatterien). Die CEN Berechnungen sind da zwar m.E. bzgl. Mindestspurweiten etwas merkwürdig.

Zahlreiche CEN-Einschränkungen haben absolut nichts direkt mit der Technik und der Sicherheit der Bahn selbst zu tun. Wo "CEN" (EN-Konformität) nicht erforderlich ist, sind Bodenabstände uneingeschränkt, bei Sesselbahnen sollte man sie dennoch beschränken, bei geschlossenen Kabinen jedoch nicht unbedingt (siehe 3S mit sehr hohen Ortsbetonstützen).
Bodenabstand hat mit der Abseilung bei Bergung zu tun sofern keine Bergebahn (Rettungsbahn) vorhanden ist, was bei Einseilkabinenumlaufbahnen selten ist).

Verschieden lange Schrauben könnten auf einen nachträglichen Austausch deuten. Kann mir zwar nur vorstellen, dass man Schrauben einzeln austauschte, Stützen muss man ja nicht mehr nachträglich zerlegen. Wirkt zwar nicht sehr seriös, ist jedoch unproblematisch solange die Mindestlänge eingehalten wird.

Infos zu HV Schrauben, Peiner ist einer der bekannten Herstellern, hier nur als Beispiel, zurzeit ist völlig unbekannt, welche Schrauben im Einsatz waren, ggf. Fachlieratur online suchen:
https://www.peiner-ut.com/wp-content/up ... n_2023.pdf


Edit: Siehe Video von 00:01:03 bis 00:01:06

Was man bei ca. 00:01:05 sieht ist mir unklar, kann jemand bestätigen, ob es sich wirklich um ein Stützenfundament handelt? Links im Bild erkennt man sowas wie die Befestigung einer Abspannung (Stange zur Querverstrebung). Hat jemand andere Fotos oder Videos gesehen, die da weiterhelfen?
Kurz danach sieht man eine [Edit: möglichreweise] blockierte Seilrolle (vermutlich Lager, ist nicht so extrem selten) durch die sich das Förderseil gefressen hat, dies hat jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf das Antriebsmotordrehmoment, solage es geht werden die Klemmen durch die beschädigte blockierte Seilrolle gezogen:

Teleferiğin Bakımlarının Bahanelerle Ötelendiği Belirtildi | TV100 Ana Haber

Direktlink
https://youtu.be/vP-OBIcDIgo?t=63

M.E. ist unzureichend Freiraum vorhanden, um sowohl hydraulisch drehend:
Beispiel hier:
https://www.enerpac.com/de/hydraulische ... LowProfile
wie auch dehnend (axial vorspannend):
Beispiel hier:
https://www.enerpac.com/de/oberseiten-s ... cTopsideGT
anzuziehen.

Vielleicht kann man noch die Mutter von Hand einführen und anziehen, danach jedoch nicht mehr mit kontrolliertem Drehmoment da man mit dem Werkzeug gar nicht mehr dazukommt. Schlagschlüssel oder Schlagschrauber kann man höchstens für Kontermuttern einsetzen. Für Planetengetriebe mit Aussenvierkantabtrieb und Innenvierkantantrieb ist der Freiraum zu knapp und das Drehmoment ist nicht sehr genau.

Grössenordnung der Aussengewinde der Anker, metrisches Regelgewinde: Z.B. M27, M37, M49.
Montagewerkzeug erfordert mehr raum um das Sechskant der Mutter als verfügbar, da das Loch falsch angeordnet ist, wurde vermutlich einfach gar nie eine Mutter eingesetzt, das sehr homogene Aussehen der Feuervezinkung im Umfeld des Lochs deutet klar darauf hin, dass dieser Befestingungspunkt gar nie verschraubt wurde.


Hier noch ein Video wo man die Stützen sehen kann, bei c.a. 00:13:13, talseits der beschädigten Stütze verläuft ein langes Seilfeld, diese ist nicht mit einer der Stützen bei der Bergstationsausfahrt zu verwechseln:

Tunektepe Cable Car - Antalya

Direktlink
URL direkt bei 00:13:13: https://youtu.be/ummv8qfRp5A?t=793


Hier noch ein Video wo man den Stützenkopf sehen kann, bei ca. 00:05:30:

2.The two most amazing Cable car's of Eurasia.TUNEKTEPE Seilbahn Antalya.Emil's trips.Emil's reisen

Direktlink
URL direkt bei 00:05:30: https://youtu.be/KHipACCSkr8?t=330


Technische Daten von Plakat beo 00:00:48:
https://www.youtube.com/watch?v=xn51dyxlyCM
Horizontale Länge: 1593.35 m
Schräge Länge: 1706.40 m
Höhenunterschied: 599.57 m
Förderleistung: 1200 Pers/h
Fahgeschwindigket: 5 m/s
Baujahr: 2016

Obwohl die Kabinen veraltet aussehen ist die Bahn doch erst etwa 8 Jahre alt, habe Datum nicht überprüft.

Falls bei einer Stütze wie auf dem Foto eine Verankerung gar nicht verschraubt wurde, erstaunt mich gar nichts mehr. Pfuscherei bei der Montage, Abnahme und Betrieb.
Auch noch Glück gehabt, dass die Spannung des Förderseils und der Terrainverlauf eine Katastrophe verhinderten.


Höhere Reibung in einer paar wenigen Seilrollen merkt der Hauptantrieb gar nicht, auch wenn die blockieren läuft der Antrieb weiter (siehe Col des Vés, Forumsuche geht nicht, da unter 4 Zeichen). Siehe auch die Kabinengruppierung Zillertal.

Blitzeinschlag kann z.B. Seil , Gummienlagering der Seilrollen sowie feste Kabel und Windmessgeräte beschädigen. Die Strukturelle integrität von Stahlbaustützen wird auch bei direktem Blitzeinschlag nicht beeinträchtigt. Vielleicht sind lokal ein paar Metallperlen und Spuren die von hohen örtlich sehr begrenzten und sehr kurzzeitigen thermischen Einwirkungen durch den Stromimpuls während der Entladung entstehen. Bei direktem Einschlag und hohem Impulsstrom wird nach Impedanzen

Korrosion in Meeresnähe kann ein grösseres Problem darstellen, da spielt der Korrosionsschutz eine wichtige Rolle.


Edit: AF Parser erkennt YT Video TS nicht, Youtube Links wurden korrigiert.

Edit:
Bin nicht sicher, ob Rolle vollständig blockierte, könnte auch gehemmt weitergedreht haben. Die Schäden an der im Video gezeigten Rollenbatterie haben sich über einen gewissen Zeitraum entwickelt und wurden mangels Kontrolle und Wartung nicht erkannt.
Zuletzt geändert von Lagorce am 16.04.2024 - 08:08, insgesamt 2-mal geändert.

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GMD
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von GMD »

In Asien wurden in den letzten 20 Jahren viele EUB gebaut, die in Europa niemals genehmigt worden wären. Durch unwegsames Gelände, riesige Bodenabstände und eben lange Spannfelder. Da habe ich mich immer gefragt, wie holt man da im Falle einer Panne oder Unfalls die Leute in den Kabinen raus, wenn der Heli nicht fliegen kann?

Aber zurück zum Ereignis in der Türkei. Jemand hat was von Meeresklippen und Mikroklima geschrieben. Nun, Ankara liegt im Landesinneren, es muss sich also um einen See handeln und nicht das Meer. Die Kabinen sehen nach Carvatech aus. Sind sie es auch, oder baut STM die selber?
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von ThomasK »

GMD hat geschrieben: 16.04.2024 - 01:13 In Asien wurden in den letzten 20 Jahren viele EUB gebaut, die in Europa niemals genehmigt worden wären. Durch unwegsames Gelände, riesige Bodenabstände und eben lange Spannfelder. Da habe ich mich immer gefragt, wie holt man da im Falle einer Panne oder Unfalls die Leute in den Kabinen raus, wenn der Heli nicht fliegen kann?

Aber zurück zum Ereignis in der Türkei. Jemand hat was von Meeresklippen und Mikroklima geschrieben. Nun, Ankara liegt im Landesinneren, es muss sich also um einen See handeln und nicht das Meer. Die Kabinen sehen nach Carvatech aus. Sind sie es auch, oder baut STM die selber?

Das ist kein See, das ist das Mittelmeer.

Man kann nur hoffen, dass die 80-Pendelbahn Tahtali, die sich nur ein paar Kilometer entfernt ebenfalls am Mittelmeer befindet, besser gewartet wird, denn bei dieser Pendelbahn wären im Falle eines Falles die Unfallfolgen bei weitem härter.

Hoffentlich klappt die Überprüfung der technischen Anlagen in der Türkei in Zukunft besser.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von F. Feser »

Guido, Antalya, nicht Ankara. Die Bahn liegt im Südwesten der Stadt in Richtung Kemer und überquert die (inzwischen) Schnellstraße. Zu meiner Jugend war das noch ne kleine Landstrsse :-)
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Lagorce »

Meine Zeitangabe für das Video war falsch, siehe ab ca. 00:00:58, man sieht eine beschädigte Rollenbatterie. Dessen Wippen sehen nicht sehr robust aus, man müsste allerdings einen Massstab als Referenz im Bild sehen.

IMO fehlten möglicherweise gewisse Schrauben bei den Flasnchen und die vorhandenen versagten ohne ihre vorgeschriebene Bruchkraft zu erreichen. Bereits eine banale M20 8.8 Schraube weist eine so hohe Bruchkraft auf, dass bei einem Versagen auf Zug Teile deformiert worden wären (sichtbare Spuren) und hier wären onehin 10.9 HV Garnituren sinnvoll.

Meeresnähe ist kein Problem sofern beim Bau berücksichtigt und die Seilbahn fachgerecht unterhalten und betrieben wird. Im asiatischen Raum verlaufen mehrere rekordverdächtige moderne Seilbahnen z.T. direkt über dem Meer und allgemein betrachet wurden doch einige seilbahnen in Meeresnähe erstellt.

Offensichtlich wurde die Bahn nicht fachgerecht gewartet. IMO ist der Unfall in erster Linie auf schweres menschliches Versagen zurückzuführen sofern nicht sabotiert wurde.

Falls noch interessante Videos autfauchen, bitte posten.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von GIFWilli59 »

GMD hat geschrieben: 16.04.2024 - 01:13 In Asien wurden in den letzten 20 Jahren viele EUB gebaut, die in Europa niemals genehmigt worden wären. Durch unwegsames Gelände, riesige Bodenabstände und eben lange Spannfelder. Da habe ich mich immer gefragt, wie holt man da im Falle einer Panne oder Unfalls die Leute in den Kabinen raus, wenn der Heli nicht fliegen kann?
In dem dritten Artikel, den Harzwinter verlinkt hatte, steht drin, dass sich darüber keiner Gedanken gemacht hat. Es gab kein Bergekonzept.
Übersicht über meine Berichte
2020/21: 101 Tage
Skitouren (75): 18x Willingen, 15x Steinach, 12x Winterberg, 7x Gr. Inselsberg, 6x Ilmenau, 6x Ernstthal, 5x Schneekopf, je 1x Elkeringhausen, Döllberg/Suhl, Goldlauter, Jena, Kassel, Oberhof
Ski Alpin (14): 8x Willingen, 5x Winterberg, 1x Winterberg+Willingen
Resteski (12): 8x Winterberg, 2x Schneekopf, 2x Steinach
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von GMD »

Ups, Antalya und Ankara verwechsle ich aufgrund der ähnlichen Schreibweise immer wieder. Dabei weiss ich eigentlich schon, wo die Orte liegen. Danke für den Hinweis Florian!
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von ThomasK »

GIFWilli59 hat geschrieben: 16.04.2024 - 08:30
GMD hat geschrieben: 16.04.2024 - 01:13 In Asien wurden in den letzten 20 Jahren viele EUB gebaut, die in Europa niemals genehmigt worden wären. Durch unwegsames Gelände, riesige Bodenabstände und eben lange Spannfelder. Da habe ich mich immer gefragt, wie holt man da im Falle einer Panne oder Unfalls die Leute in den Kabinen raus, wenn der Heli nicht fliegen kann?
In dem dritten Artikel, den Harzwinter verlinkt hatte, steht drin, dass sich darüber keiner Gedanken gemacht hat. Es gab kein Bergekonzept.

Wie ich schon schrieb, hat da eine EUB sowieso nichts verloren.

Da gehört eine 120-PB hin mit einer Bergebahn.

Selbstverständlich müsste auch die 120-PB ordentlich gewartet werden.

Da reiht sich eine Fehlentscheidung an die andere.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Nocki »

ThomasK hat geschrieben: 16.04.2024 - 13:46
GIFWilli59 hat geschrieben: 16.04.2024 - 08:30
GMD hat geschrieben: 16.04.2024 - 01:13 In Asien wurden in den letzten 20 Jahren viele EUB gebaut, die in Europa niemals genehmigt worden wären. Durch unwegsames Gelände, riesige Bodenabstände und eben lange Spannfelder. Da habe ich mich immer gefragt, wie holt man da im Falle einer Panne oder Unfalls die Leute in den Kabinen raus, wenn der Heli nicht fliegen kann?
In dem dritten Artikel, den Harzwinter verlinkt hatte, steht drin, dass sich darüber keiner Gedanken gemacht hat. Es gab kein Bergekonzept.

Wie ich schon schrieb, hat da eine EUB sowieso nichts verloren.

Da gehört eine 120-PB hin mit einer Bergebahn.

Selbstverständlich müsste auch die 120-PB ordentlich gewartet werden.

Da reiht sich eine Fehlentscheidung an die andere.
Warum unbedingt eine PB? PBs sind vielleicht aus verkehrsplanerischer Sicht nicht schlechter als EUBs, wohl aber aus Sicht des Fahrgasts. Gerade bei solch einer Panoramabahn will man allen Gästen einen Rundumblick ermöglichen. Somit kann ich es auch durchaus verstehen, dass man sicht dort für eine EUB entschieden hat. Wie man an den Beispielen gesehen hat, können EUBs solch ein Terrain durchaus bewältigen. Nur halt mit Bergekonzept...
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von ThomasK »

Nocki hat geschrieben: 16.04.2024 - 14:08
ThomasK hat geschrieben: 16.04.2024 - 13:46
GIFWilli59 hat geschrieben: 16.04.2024 - 08:30
In dem dritten Artikel, den Harzwinter verlinkt hatte, steht drin, dass sich darüber keiner Gedanken gemacht hat. Es gab kein Bergekonzept.

Wie ich schon schrieb, hat da eine EUB sowieso nichts verloren.

Da gehört eine 120-PB hin mit einer Bergebahn.

Selbstverständlich müsste auch die 120-PB ordentlich gewartet werden.

Da reiht sich eine Fehlentscheidung an die andere.
Warum unbedingt eine PB? PBs sind vielleicht aus verkehrsplanerischer Sicht nicht schlechter als EUBs, wohl aber aus Sicht des Fahrgasts. Gerade bei solch einer Panoramabahn will man allen Gästen einen Rundumblick ermöglichen. Somit kann ich es auch durchaus verstehen, dass man sicht dort für eine EUB entschieden hat. Wie man an den Beispielen gesehen hat, können EUBs solch ein Terrain durchaus bewältigen. Nur halt mit Bergekonzept...

Die EUB führt über eine Autobahn und wenn man die Leute abseilen würde, dann müsste man die Autobahn sowieso sperren.

Fährt jedoch bei der 120-PB die Bergebahn, dann kann der Betrieb auf der Autobahn weiterlaufen.

Ich bleibe dabei: Läge das Gebiet in der Schweiz, dann hätte das BAV an dieser Stelle niemals eine EUB genehmigt. Entweder hätte das BAV verlangt, dass die Autobahn eingehaust werden muss oder ein sehr kurzes Spannfeld von vielleicht 100 m Länge über die Autobahn gebaut wird, sodass die Fahrgäste dann über die Stützen neben der Autobahn hätten gerettet werden können. Aber ein riesiges 500 m langes EUB-Spannfeld über die Autobahn, so wie das hier gemacht worden ist, ist in der Schweiz niemals genehmigungsfähig. Außer natürlich - und das sage ich natürlich schon die ganze Zeit - man baut eine Pendelbahn mit Trag- und Zugseilen. Dann geht das natürlich.

P.S.: Da fällt mir gerade ein, dass man das bei der Pendelbahn Beckenried - Klevenalp mal so gemacht hat. Ein riesiges Spannfeld über die Autobahn mit großem Bodenabstand; zwei Tragseile und Zugseil pro Fahrbahn - passt:

https://youtu.be/Cf0_UQjYlSc?si=QvZqJ3wxatcL8I3P&t=321
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von ATV »

ThomasK hat geschrieben: 16.04.2024 - 15:08 P.S.: Da fällt mir gerade ein, dass man das bei der Pendelbahn Beckenried - Klevenalp mal so gemacht hat. Ein riesiges Spannfeld über die Autobahn mit großem Bodenabstand; zwei Tragseile und Zugseil pro Fahrbahn - passt:
Das wurde nicht von der Pendelbahn Beckenried-Klewenalp so gemacht. Die Bahn stand vorher schon da, man hat einfach die Autobahn drunter durch gebaut und ein Schutzgerüst darüber. Die heutige Bahn wurde 1972 gebaut. Der Seelisbergtunnel und die A2 erst 1975
Hier das Luftbild 1975:
Beckenried1975.JPG
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
ThomasK
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von ThomasK »

ATV hat geschrieben: 16.04.2024 - 16:06
ThomasK hat geschrieben: 16.04.2024 - 15:08 P.S.: Da fällt mir gerade ein, dass man das bei der Pendelbahn Beckenried - Klevenalp mal so gemacht hat. Ein riesiges Spannfeld über die Autobahn mit großem Bodenabstand; zwei Tragseile und Zugseil pro Fahrbahn - passt:
Das wurde nicht von der Pendelbahn Beckenried-Klewenalp so gemacht. Die Bahn stand vorher schon da, man hat einfach die Autobahn drunter durch gebaut und ein Schutzgerüst darüber. Die heutige Bahn wurde 1972 gebaut. Der Seelisbergtunnel und die A2 erst 1975
Hier das Luftbild 1975:
Beckenried1975.JPG

Danke für den Hinweis. Ich nehme an, dass man bei der Konzessionsgenehmigung für die Pendelbahn schon wusste, dass man dort eine Autobahn bauen würde, da dies üblicherweise 10 - 20 Jahre vorher bekannt ist.

Ggf. können wir das wegen OT in diesem Thread auch in einem anderen Thread klären.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von markus »

Wie viele dieser Top Infos von Thomas K sind eigentlich seriös? 5%?
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Lagorce »

markus hat geschrieben: 16.04.2024 - 18:28 Wie viele dieser Top Infos von Thomas K sind eigentlich seriös? 5%?
Heute bist du besonders grosszügig. :)

Wollte mal hier anworten:
viewtopic.php?p=5437666#p5437666
Hab's dann gelassen.


Hier sind Bilder des Videos:
https://www.yirmidort.tv/gundem/telefer ... rdu-172520

Die Seilrollen sehen merkwürdig aus, als würden Bordscheiben fehlen. Da die Achsen noch vorhanden sind, müssten Bordscheiben auseinanderbrechen um herunterzufallen, oder es gab gar keine Bordscheiben. Hat jemand eine bessere Erklärung?
Auch das Rillenprofil des Gummienlagerings sieht merkwürdig aus. Wippenteile machen keinen robusten Eindruck, usw.

IMO stammen gewisse Schäden nicht vom Zwischenfallereignis (insbes. Aufprall am Boden, evtl. auf Fels oder Stein), da hat sich vermutlich irgendwas vorher abgespielt und wurde nicht bemerkt. Das Problem mit der Rollenbatterie ist das eine, nur gehe ich nicht davon aus, dass alleinig dies zum Versagen der Schraubenverbindungen führte.

Sogar bei einer kleinen M20 (Regelgewinde, d.h. "nicht Feingewinde") in 8.8 (anstelle 10.9 als Teil einer HV Garnitur) wäre bei intakter Schraube die Zugfestigkeit so hoch, dass beim Versagen der Schraubverbindung erkennbare Verformungen bei Anschlussteilen sichtbar wären.
Ganz wenige verteilte M20 Schrauben in 8.8 wären ausreichend, um die Stützenteile zusammenzuhalten (hier ohne ausreichenden Sicherheitsfaktor gemeint, inkl. Berücksichtigung der Ermüdung). Logischerweise sind bei nur 8 Schrauben grössere Gewindedurchmesser als M20 zu erwarten.

Eine nicht vorgeschwächte M20 8.8 Schraube versagt ab 203 kN (ca. "20 Tonnen"), Nenn-Spannungsquerschnitt beträgt dabei 245 mm2.
Siehe Tabelle 4 von ISO 898-1:2013, mit Google Volltext der Norm suchen, betrachte Normencopyrights als rechtswidrig, da sobald Normen in gesetzlichen Vorschriften erwähnt werden, müssten diese ebenso wie Gesetze kostenlos frei zugänglich sein. Wie die Normen dann anderweitig finanziert werden ist mir völligst egal.


Ist dieser Pressekonferent was Sachdienliches zu entnehmen? Verstehe leider kein Türkisch.
https://www.youtube.com/watch?v=Jutq3AoMsgU
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von ATV »

Youtube kannst du auch Transcripten lassen und dann durch den Translator jagen. Leider fehlt mir dazu im Moment die Zeit.
Den Hinweis von Kris mit dem unterhalb des Förderseiles verlaufenden Schalterseil find ich noch interessant. Ist diesed auchvauf der Stütze welche umgefallen ist, abgespannt gewesen?
-> meine Fotos könnt ihr weiterhin auf meiner Webseite --> www.stahlseil.ch ansehen.
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Nocki »

Lagorce hat geschrieben: 16.04.2024 - 20:00 Ist dieser Pressekonferent was Sachdienliches zu entnehmen? Verstehe leider kein Türkisch.
https://www.youtube.com/watch?v=Jutq3AoMsgU
Ich auch nicht, aber Youtube kann das auch automatisch auf Englisch übersetzen. Wirklich gut kann ich es aber nicht zusammenfassen, halbwegs verständlich ist es aber.
Viele Grüße vom DM-und Girak-fan :ja: :wink:
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Re: Tünektepe Gondelbahn (Antalya, Türkei): Tödlicher Zwischenfall

Beitrag von Lagorce »

@ATV:
Danke. Habe erst jetzt festgestellt, dass man die Untertiteln als Transcript ASCII Text copy/pasten und z.B in Google Translate übersetzen kann.
Da lag ich völlig falsch, dachte es sei eine Pressekonferenz über erste technische Erkenntnisse. Leider völlig uninteressant, irgendwas Politisch-Juristisches.

Telecom- und Schalterseil verlaufen gelegentlich einige Meter unterhalb der Förderseile, damit können Kabinen diese Seile bzw. Kabel nicht berühren.
Beispiel hier, talseitig der Stütze verlaufen die Kabel erdverlegt:
viewtopic.php?p=5168968#p5168968

Erdverlegung ist teuer und bei Weitem nicht überall machbar (=bezahlbar), wobei manchmal auch die eingesetzten Maschinen lächerlich sind, kenne keinen Bereich, der so unzuverlässig, schlecht organisiert und ineffizient wie der Hoch- und Tiefbau ist.


Hier sieht man noch nicht direkt im Zwischenfall involvierte Teile der Gondelbahn:

Direktlink
Link (bei 00:05:57) : https://youtu.be/ny1Sfo8Xxk0?t=357


Weiteres Videos:

https://www.youtube.com/watch?v=0skjl60AMD0
https://www.youtube.com/watch?v=FZvtvp_mfSA

Kabinen sind von Carvatech.

Keine Ahnung wer STM genauer ist, habe dies noch gefunden:
https://www.remontees-mecaniques.net/bd ... ferik.html

Vereinfachte Kurzfassung:
Gegründet 1998. Stellte zuerst unter Doppelmayr Lizenz her, ab 2005 wurden eigene Bahnen hergestellt. Ca. 80 Beschäftigte und 3-4 Bahnen (Sessel- und Gondelbahnen) pro Jahr. Ziel ist, etwa 10 Anlagen pro Jahr zu erstellen.

Na ja, jemand anders wollte früher mal eine grosse Pendelbahn abkupfern, ging leider tragisch aus.

Habe möglicherweise gewisse Videos mehrmals gepostet. Muss die Posts nochmals durchlesen.

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