Nicht selten berichten Tourengeher nach einer gelungenen Firnabfahrt von einer Art metaphysischen Erfahrung. Oft befinden sie sich in einem Trance-ähnlichem Zustand, aus dem sie nur langsam und träge wieder erwachen. Befragt man Firnisten nach dem gerade Erlebten, so umschwirrt sie meist eine tiefe, innere Ruhe. Sie wirken geradewegs so, als hätten sie nach einer langen Zeit vergeblichen Suchens und Herumirrens nun endlich Frieden mit sich selbst geschlossen, ihrer Existenz gewissermaßen Sinn einverleibt.
Während der Abfahrt verschmelzen Firn und Ski zu einer harmonischen Entität: Das Geräusch der sich sanft in den Schnee eingrabenden Kufen erinnert in seiner Schönheit an eine Oper von Verdi, sein unschuldiges Glitzern an das Lächeln der Mona Lisa. Man wird dem Gefühl der Unsterblichkeit wohl nie näher kommen als im Moment eines beherzten Firnschwunges.
Quelle: Bergwelten, Link: https://www.bergwelten.com/a/berg-abc-firn
Ein wenig, wenn auch etwas augenzwinkernder, Pathos ist schon angebracht nach der ausgefallenen Firnsaison 2023 und damit letztlich 26 Monaten ohne (Frühjahrs-)firn. Auch die letzten 4 Versuche am Walmendingerhorn, in Kappl und am Zugspitz waren nur eingeschränkt erfolgreich; immer war die Abstrahlung zu schlecht oder es einfach auch zu warm, sodass der Harschdeckel nur stellenweise gerade so trug. Zwar gab es völlig überraschend und absolut sensationell Ende Januar, teils Anfang Februar praktisch ganztags den „jungen Firn“ südseitig unterhalb von 1700m was sicherlich das Highlight des Winters war. Aber der richtige schmierig-zischende Frühjahrsfirn war es eben auch noch nicht. Und Pistenfirn ist natürlich auch eine feine Sache, aber das Fahrgefühl im Gelände ist nochmal ein ganz anderes.
Nun also endlich. Natürlich hielt sich auch diesmal am Vorabend Bewölkung oder sogar Nebel mit hoher Luftfeuchte. Die Strahlungswerte waren daher mal wieder nicht wirklich gut und so war der Harschdeckel gerade unten raus nicht überall komplett tragend. Nach der 3. Fahrt hatte ich aber den Dreh raus (für mich hier die Erstbefahrung) und die guten Hänge ausgemacht. Generell war eher NW als NO-seitig angesagt und ein wenig Mikroklima war sicherlich auch dabei. Steile NO-Hänge waren von der Früh weg schon sumpfig; so war die Kleegrube heute keine Option.
Der Sommerberghang war dabei kaum zerfahren, sicherlich auch da die L1 schon ausser Betrieb war und am Tag nach dem Neuschnee in dem Bereich länger Nebel drin hing, was die Powderhunter fernhielt.
So gab es von 9.30-13.40 in gut 4 Stunden mit nur einer kurzen Espressopausen insgesamt 8 Fahrten. Richtig aufgefirnt hatte es auch erst nach 11.
(1) Start, oben um halb 10 noch gefroren
(2) Mittendrin
(3) Ausfahrt im Bereich des Colouirs; hier in dem Bereich teils nicht tragend
(4) Rückblick zur Lärmstange
(5) In der zweiten Fahrt. Dieser Steilhang ist schon sumpfig, daher nur vorsichtig abgerutscht..
(6) Dritte Fahrt - weiter östlich, was deutlich besser geht
(7) Unten schon sommerschneeähnlich, aber leicht bremsend
(8) Nach 11 firnt es auch richtig gut auf…
(9) Zisch!
(10) Unten ging die Rinne zum L1 gut… (11) …auf die „Spaltenzone“ war aber zu achten
(12) Snowbiker (?) im Gelände (13) Auch die Ex-Piste unterm L1 zur 6SB ging gut (14) Die Motive wiederholen sich… (15) In der „Stromleitungsrinne“; die Gittermasten sorgen durchaus für etwas Flair. (16) Der Auslauf der Rinne (17) Der Übergang zum staubigen (Fast-)Sommerschnee (18) Hier unten gibt es einige Varianten
(19) Nochmal eine Fahrt zur „Stromleitungsrinne“
(20) Szenerie (21) In der Spaltenzone (22) Es waren unten einige Murmeltiere unterwegs
(23) Um 13.40 nehmen die Einsinktiefen spürbar zu, das war es jetzt.
Nach einer längeren Pause ging es um 15 Uhr nochmal ganz hoch auf die Pisten. Natürlich sind die Erwartungen nicht hoch und im Vergleich zu diesem Firnzauber kann das so oder so nicht ansatzweise mithalten. Tatsächlich sind die Pisten schon ziemlich zerfahren und teils wuselt es etwas, auch wenn es keine Wartezeiten hat. Ziemlich gut geht aber auch diesmal wieder die äußere Olpererpiste mit ihren (künstlichen?) Kupierungen. (24) Blick von oben auf den ZwiDeGo Hang - wohl noch ein paar Wochen zu früh (25) K2 (26) Die 11a am L2 geht nur im flachen Cruiserstück noch gut (27) Olperer (28) Die äussere Piste geht bis um 4 gut (29) Auf frischer Bullyspur (noch nicht der Präparierung) gehts zum TFH, wo der einzige wirkliche Buckelhang wartet (30) Hier gibts aber eine frische Bullyspur - da keine Piste, auch gut vertretbar (31) Statistik Teil 1 (32) Statistik Teil 2
Auch noch ein Videoausschnitt vom Sommerberg (3min.):
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