
Nachdem ich ja arbeitsbedingt im Salzburger Land unterwegs war, wollte ich bei der Rückfahrt nach Lech auch nicht einfach die Skigebiete so links lassen...so oft hat man ja auch nicht die Gelegenheit das Notwendige mit dem Nützlichen zu verbinden. Also bin ich nach dem Termin noch etwas gen Westen gefahren, um mir am nächsten Tag endlich mal Fieberbrunn inkl. der Verbindung nach Saalbach anzuschauen...

^^ Ankunft um halb 9 Abends in Fieberbrunn.
Übernachtet habe ich im Sporthotel Fontana in Fieberbrunn, direkt neben der Piste. Hatten wir bei unserer Grand Tour 2019 (ja, ich weiß, ich bin euch noch die ganzen Berichte schuldig...), stets kleinere, billige Häuser, bin ich dieses Mal in einem Bettenbunker aus den 80er Jahren untergekommen. Der Alleinunterhalter am Keyboard gab schon seine Version von Helene Fischer zum Besten, die Gäste aus Nah und Fern saßen Großteils gelangweilt in der ungemütlichen Hotellobby während ein Paar ihren DiscoFox zum besten gab... brrr...

^^ Zimmer mit Nostalgietelefon neben dem Bett.

^^ Bettenbunker Fontana direkt neben den Skipisten.

^^ "Gemütlicher" Frühstückssaal ... naja...Piefke Saga im Jahr 2019.
Seis drum, ich war ja auch nur wegen dem Skifahren hier. Ich hatte für Fieberbrunn inkl. Verbindung nach Saalbach lediglich 2,5h Zeit. Für den Fieberbrunner Teil, sollte das ja auch allemal reichen. Dass ich von Saalbach selbst wenig sehen sollte, war mir auch klar. Ich war schlichtweg neugierig auf Fieberbrunn, hatte ich es zu meinen Innbrucker Zeiten doch nie in das von der Freeride World Tour bekannte Gebiet geschafft.
Pünktlich um 8 Uhr stand ich an der Streuböden GUB, die als einzige Anlage im Gebiet von Fieberbrunn so früh in den Betrieb starten sollte. Anders als in Flachau am Tag zuvor, schien die Sonne von der Früh weg mit voller Kraft, trotzdem war es nicht wirklich warm...also rein ins Vergnügen!

^^ Die Doischberg EUB früh am Morgen noch nicht in Betrieb. Ehemalige Bahn der EXPO Hanover aus dem Jahr 2000. Einzige Hauptanlage im Gebiet Fieberbrunn, die ich nicht gefahren bin...

^^ Fotogene GUB Streuböden - die farbgleiche GUB Kohlmais in Saalbach ist ja seit dieser Saison Geschichte.

^^ Erste Abfahrt an der GUB Streuböden - schön!

^^ Nochmal die 5 Gondeln mit meinem Bettenbunker Fontana.

^^ Bei meiner nächsten Bergfahrt war dann auch die zweite GUB Lärchfilzkogel geöffnet. Von hier oben hat man einen schönen Ausblick auf das Hochfilzental inkl. dem Ort Flachau.

^^ Was für eine perfekte erste Abfahrt runter von Lärchfilzkogel zur 4KSB Lärchfilzen mit dem Blick ins Tal. Ein Pistentraum!

^^ Halb 9 am Lärchfilzen 4er. An dem Sprichwort "Der frühe Vogel fängt den Wurm" ist definitiv was dran.

^^ Gemütliche Trasse der Hauptbeschäftigungsanlage in Fieberbrunn. Anders als am Tag zuvor, finde ich hier unmodellierte Pisten mit Kurven und Geländekuppen.

^^ Erster Blick auf die leider noch geschlossene EUB Reckmoos Nord. Die relativ späte Öffnung nach 9 Uhr zu dieser Jahreszeit etwas unverständlich...

^^ Nach 3 Fahrten an der Lärchfilzen Bahn, öffnete dann endlich auch Reckmoos Nord. Der Drang nach Saalbach mit Reckmoos Nord ist deutlich spürbar. Alle Skifahrer im Gebiet fuhren hier hoch. Hat man die alte Berg-Tal-Berg DSB Reckmoos echt erst im Jahr 2011 ersetzt?

^^ Erster Blick Richtung Saalbach und die Pisten im Bereich Reckmoos Süd.

^^ Die Reckmoos Süd ist ja eigentlich fotogener als die Reckmoos Nord.

^^ Die (modellierte) Abfahrt Reckmoos Süd präsentierte sich gegen halb 10 in herrlichen aufgefirnten Zustand. Am Rand konnte man wunderbar im gemütlichen Kurzschwung ins Tal schwingen. Mir gefiel das so gut, dass ich die Abfahrt doch nochmal wiederholen musste.

^^ Blick auf die Pisten am fixgeklemmten Hochhörndl 4er. Sehen auch lecker aus. Bin ich aber nicht gefahren. Von daher muss ich mich korrigieren: 2 Hauptanlagen im Gebiet Fieberbrunn hab ich links liegen lassen müssen.

^^ Nochmal die geniale Reckmoos Süd. Sehr lecker und mit 600 Höhenmetern zur Tirol S Bahn auch ordentlich lang.

^^ Kurzer Check der Verbindungsbahn TirolS. Typischer, unsinniger Marketingname...

^^ Hach ja - hier also für mich das erste Mal seit 15 Jahren wieder der Blick Richtung Saalbach Hinterglemm. Schon toll, wie groß das Gebiet erschlossen ist.

^^ Den Sunliner auf der Saalbacher Seite nahm ich noch mit. Dahinter der Zwölferkogel. Das musste ich heute leider alles sein lassen.

^^ Nochmal der Blick Richtung Taleingang. Alles erschlossen und mit der Schmittenhöhe bald noch größer. Ein Traum für Pistenskifahrer.

^^ Oben angekommen erreicht auch der Reiter-Ost 6er den Reiterkogel. Bei meinem letzten Besuch im Jahr 2005 sah es hier noch anders aus. Schon Wahnsinn, wie die Saalbacher ihr Gebiet verbindungstechnisch optimiert haben.

^^ Blick auf den Reckmoos Südhang. In schneereichen Wintern wie diesen kein Problem, in anderen dank der starken Schneianlage wohl auch nicht. Trotzdem würde mir es mit einem weißen Band viel weniger gefallen! Interessant auch der Steinbruch rechts im Hang.

^^ Zurück an der Verbindungsbahn mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen. Die Verbindungsabfahrt F14 ist ein kompletter Nordhang, der auch relativ steil und eng ist. Hier hatten einige Skifahrer Probleme - es musste auch schon um 10 Uhr der Heli kommen, weil es eine Verletzung gab. Viele Skifahrer waren für den Füllegrad zu schnell unterwegs. Grenzwertig. Als Verbindungspiste ähnlich schwer wie die Flexenbahn/Trittkopf-Abfahrt.

^^ Zurück gehts mit Umsteigen in die Reckmoos Süd.

^^ Hier jetzt endlich die Abfahrt an der Reckmoos Nord. Der steile Nordhang gefiel mir natürlich. Kann mir schon vorstellen, dass es hier an Powdertagen ordentlich Spaß gibt.

^^ Letztes Foto mit der Expo Bahn Doischberg. Pünktlich um 10:33 Uhr war ich am Auto, um den Termin um 14 Uhr in Lech noch zu erreichen.
Fazit:
Das Fieberbrunner Skigebiet konnte mich durchaus überzeugen. Mir gefällt sowohl die Landschaft mit der moderaten Hügellandschaft als auch der alpine Charakter mit Abfahrten am Reckmoos Nord. Für einen Urlaub ist das Skigebiet ansich natürlich zu klein, von daher war die Verbindung mit Saalbach die richtige Entscheidung. Etwas schade ist natürlich, dass Fieberbrunn jetzt wie so ein großes Eingangstor zum großen "Skicircus" Saalbach Hinterglemm gentutzt wird und so das Skigebiet an sich wohl oftmals links liegen gelassen wird. Auf der anderen Seite hat Fieberbrunn dadurch trotzdem die gewünschte Frequenz und wird im bzgl. Erstzutritten ins Skigebiet ordentlich abcashen. Die GUBs Streuböden und Lärchfilzkogel mögen zwar fotografisch einiges hergeben, gehören aber durch moderne KSBs ersetzt. Dann schafft man vlt. auch in Fieberbrunn mehr Skifahrer zu halten. Lärchfilzen 4er als einzige schnelle Beschäftigungsanlage ist hier zu wenig.
Zur Verbindung:
Wie ich oben schon geschrieben habe, finde ich den Namen grenzwertig. Ansonsten macht die Verbindung, so wie sie gebaut wurde, vollkommen Sinn. Beide Hänge sind natürlich als rote Abfahrt relativ steil, das bringen so Verbindungsgeschichten aber halt mit sich. Die Piste von Saalbach Richtung Tirol S dürfte um einiges breiter sein - hier passiert wie auch bei uns am Trittkopf wohl nicht selten ein Unfall. Saalbach an sich kann ich in diesem Bericht nicht beurteilen. Allein der Ausblick vom Reiterkogel in das komplett erschlossene Tal lässt mich aber sicher bald mal auf große Skicircus Safari gehen.
Alles in allem also ein durchaus positiver Skivormittag in Fieberbrunn mit Wiederholungsgefahr!
Und jetzt will ich mal hören, ob alle mit so einem (positiven) Bericht gerechnet hätten?