Söllereck - Westegg | September 2022 | Dem Hobby auf der Spur

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Zottel
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Söllereck - Westegg | September 2022 | Dem Hobby auf der Spur

Beitrag von Zottel »

Söllereck - Westegg | September 2022 | Dem Hobby auf der Spur

Das Söllereck gehört zu den Skigebieten, in denen ich vor einigen Jahren das Skifahren lernte. Treffpunkt morgens an der Ersten Skischule Oberstdorf, dort ab in den Bus und hinauf Richtung Kornau. Der Erinnerung nach fuhren wir zuallererst an diesen Endloskreiseln, später meist am Wanneköpflelift, der noch einen eigenen Skipass hatte, und irgendwann auch an der Von Roll-KSB.

Noch Jahre später war ich in den Oberstdorf-Urlauben mindestens einmal am Söllereck, allein schon wegen dem Höllwieslift. Aber auch in diversen Sommerurlauben starteten wir von der Bergstation Wanderungen: Mal rüber zum Königssee, mal rüber nach Riezlern. Sogar die Jahrtausendwende 99/00 erlebte ich oben im Berghaus am Söller. Und so kann ich sagen, dass mich das Söllereck in meinem Skifahrer- und sonstigen Lifte-Hobbies ziemlich geprägt hat.

Inzwischen hat das Gebiet ein ganz neues Gesicht und irgendwie zog es mich dennoch im Herbst 2022 wieder dorthin. Zwei Jahre zuvor hatte man die Söllereckbahn ein zweites Mal neu gebaut. Die 6-EUB, die 1997 die gute alte VR-101 auf gleicher Trasse ersetzt hatte, ist nun eine 10-EUB. Und nicht nur das: Man hat die Anlage um ein paar hundert Meter nach unten verlängert. Sie ist nun von der Bushaltestelle direkt erreichbar.
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Von der Straße aus guckt man der Anlage etwas unanständig direkt unter die Haube.
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Früher musste man diese ersten hundert Meter erst noch zu Fuß bergauf meistern, über die leicht geschwungene Straße. Das war zu jeder Jahreszeit ein Graus: In den Winterferien bist du in den Skischuhen auf den Eisplatten gerutscht, in den Osterferien im Schneematsch - die Skier auf den Schultern. In den letzten Jahren gab es dann immerhin ein Förderband die Wiese hinauf zur damaligen Talstation und eine Piste hinunter zum Parkplatz.
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Und so ist es jetzt: Mit dem Fahrstuhl gehts in die Station, nach 3 Stützen ist man schon an der Mittelstation, der ehemaligen Talstation angelangt.
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An dem Tag dürfte ich den Altersschnitt der Fahrgäste in etwa halbiert haben.
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Links nochmal die Aufwärmstrecke aus den Skischultagen. War man oben angelangt, hatte man sich das Skifahren verdient. Vorher hieß es aber erst noch an der Kasse anstehen und die steilen Steintreppen hinauf zum Einstieg bewältigen, so man denn schon mit der Von Roll fahren durfte.
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Die Fahrt mit den Vorgängern war nicht nur spaßig. In den offenen Sesseln hat man im Winter gefroren, da konnten auch die Decken nichts helfen, die man mit Glück über die Beine gelegt bekam. Und in den Swoboda-Gondeln des Nachfolgers war es eng wie in einer Sardinenbüchse.
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Rückblick auf die Knickstation. Beim Vorgänger hatte man noch die Gebäude von 1950 weiterverwendet.
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Oben gibt es noch den kurzen Ochsenhöflelift. Erschließt eine spaßige kurze Piste.
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Die oberen zwei Drittel der Hauptabfahrt sind ideales Anfängergelände. Ein Stück Winklmoosalm im Allgäu. Links der Ochsenhöflelift und rechts...
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...der heimliche Champion im Gebiet: Der Höllwieslift. Mit 2 Kilometern Länge der längste Schlepper Deutschlands. Führt vom Talboden bis hier hinauf und bedient zwei der besten Pisten des Allgäus. Aber wie das immer ist: Die Besten sind entweder vergeben oder stillgelegt, so wie hier.
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Eine Etage weiter oben hat man leider den kultigen Schrattenwang-Dreieckslift (Heuss, 1960: https://seilbahntechnik.net/de/lifts/5735/datas.htm) durch eine KSB ersetzt.
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Die schmucklose Bergstation der 10-EUB.
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Und die neue Schrattenwangbahn
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Aber es gibt weiterhin eine urige Konstante hier oben: Die Alpe Schrattenwang. Die Schinkenplatte ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss. Den alten Hüttenwirt Kalli (https://www.delcampe.net/de/sammlerobje ... 62859.html) gibts leider nicht mehr. Wer kennt ihn noch? Seine Tochter führt den Betrieb weiter. Bei einem Oberstdorf-Urlaub ist ein Besuch hier oben für mich seit Kindheitstagen ein Muss.
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An der Alpe startet der schöne einfache Wanderweg rüber nach Riezlern. Schnell hat man die Grenze ins Kleinwalsertal erreicht.
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Es folgt eine leichte Wanderung über einen Schotterweg, meist mit leichtem Gefälle (nein, für eine Pisten-Verbindung nach Riezlern ist es nicht geeignet). Unterwegs wird der Blick frei auf das schöne Umland.
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Der neue (weil modernisierte) Ifen kommt in Sicht
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Im Allgäu war ganz schön Sauwetter angesagt. Zum Glück blieb es hier in den Bergen trocken.
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Hier zu sehen der Parsenn-Sektor mit den Liften in der Heubergmulde, darüber das Walmendingerhorn.
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Es folgt der Wechsel in einen weiteren Bereich dieser Region, der mich in frühen Tagen stark geprägt hat: Das ehemalige Skigebiet Westegg in Riezlern. Standesgemäß hat dieses Lsap hier im Forum sein eigenes Topic, das ich sehr empfehlen kann (viewtopic.php?p=57106#p57106). Stimmen die dort angegebenen Daten, müsste ich die Lifte bei mehreren Sommerwanderungen gerade noch so in den letzten Betriebsjahren erlebt haben. In meiner Erinnerung habe ich sie aber irgendwie seit jeher als geschlossene Lifte abgespeichert und sie dürften zu den ersten Lsaps gehören, die ich in den Folgejahren immer mal wieder begutachtete. Irgendwann fehlten die Seile, dann Stützen und dann alles. Oder gibt es nicht doch noch ein Überbleibsel?

Bevor man die ehemaligen Skihänge erreicht, passiert man diese klassische MSB. Ich kann nicht sagen, wie oft ich diese Station in den vergangenen Jahrzehnten von außen schon inspiziert habe.
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Ist ja auch eine formschöne Anlage
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Ohnehin hat es hier eine ganze Reihe solcher Bähnlis.
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Dieses Konstrukt wird gleich noch relevant
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Hier stehe ich an der Abbügelstelle des oberen Lifts. Dieser kam etwas rechts der Bildmitte zwischen den Gebäuden hinauf.
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Die Anordnung der Lifte und Piste war denkbar schlecht: Sektion 1 irre steil mit schwarzen Pisten, Sektion 2 flach wie die Po-Ebene. Naja, nicht ganz, aber doch eher ein reiner Anfängerhang. Der war für Anfänger allerdings dank der Topographie am unteren Lift unerreichbar.
Chasseral hat geschrieben: 29.12.2003 - 22:25 SL Westegg 1: Länge ca. 350m, HD 150m!! (ja, war ziemlich steil)
SL Westegg 2: Länge ca. 450m, HD 120m

Westegg 1 ging ungefähr von 1080NN bis 1230NN und Westegg2 von 1220NN bis 1340NN.
Chasseral hat die Anlagen 2005 noch eingefangen. Das war die Ausstiegsstütze:
Chasseral hat geschrieben: 08.11.2005 - 20:52 Bild
^^ Stütze 10 – sie ist die letzte Stütze vor der Bergstation. Direkt dahinter befindet sich der Ausstieg.
Und das die Trasse:
Chasseral hat geschrieben: 08.11.2005 - 20:52 Bild
^^ Stütze 9
Hier bin ich schon fast an der Talstation des oberen Lifts, dessen Abbügelstelle und Umlenkstation genau in Bildmitte standen (Geländeaufschüttung erkennbar).
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Hier eine Zwischenstation einer der MSBen.
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Als Teil einer MSB hat Stütze 5 der unteren Sektion überlebt. Ist jetzt keine Sensation, da dem Forum lange bekannt. Aber mich hat es irgendwie gefreut, da ich diese Doppelstütze noch aus Kindheitstagen in Erinnerung hatte.
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Da hatte Sektion 1 den Ausstieg.
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Und da Sektion 2 den Einstieg.
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Sah seinerzeit so aus:
Chasseral hat geschrieben: 08.11.2005 - 20:52 Bild
^^ Talstation Westegg2. Der hat noch sein Seil.
Nochmal der gesamte Trassenverlauf Sektion 2.
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Chasseral hat geschrieben: 08.11.2005 - 20:52 Bild
^^ Talstation Westegg2 mit der 2. Stütze. Die Stütze ist als Stütze 7 bezeichnet, da die Nummerierung über beide Sektionen durchläuft.
Die Wachmannschaft war mit Fressen beschäftigt und ließ mich gewähren.
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Ziemlich wuchtig
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Blick auf die selektive Trasse der ersten Sektion. Hatte man die überlebt, konnte man sich oben im flachen zweiten Lift erholen.
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Auch nach gut 25 Jahren ist die Trasse einwandfrei erkennbar.
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Dürfte ein krasser Wettkampfhang gewesen sein.
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Hier mal im Seitenprofil
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Den untersten Teil der Schleppertrasse hat man als Rampe aufgeschüttet, um da überhaupt den Hang hinaufzukommen.
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Trasse in der Totalen. Von der Talstation ist bis auf den Stromkasten nichts mehr da.
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Sah mal so aus:
Chasseral hat geschrieben: 08.11.2005 - 20:52 Bild
^^ Talstation Westegg1 im Januar 2004. Das Seil war noch aufgezogen; einer der letzten Tage im Leben dieses Skiliftes, an dem er sein Seil hatte. Ziemlich steil die Piste – ist schwarz.
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Und wie in den 1990ern ging es dann mit dem Bus zurück nach Oberstdorf. Endhaltestelle Dampfbierbrauerei - so schließt sich der Kreis.
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Re: Söllereck - Westegg | September 2022 | Dem Hobby auf der Spur

Beitrag von vovo »

Endlich mal wieder ein interessanter Bericht - danke! Das Söllereck kenne ich auch schon von klein auf. An einem regnerischen Sommertag 1990 oder 1991 sind wir da mit der alten vonRoll hinauf und ich habe natürlich nach den Schleppern Ausschau gehalten, die auf dem Pistenplan an der Talstation abgebildet waren. So Kurvenlifte wie den Schrattenwanglift kannte ich bis dato gar nicht. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich gewundert habe, dass da eine Stütze direkt am Ausgang aus der Bergstation der Sesselbahn stand. Vom Höllwieslift sah man nur die Bergstation. Später an jenem Tag bin ich sogar noch zu einer Fahrt mit der DSB an der Skiflugschanze gekommen, weil ich meine Gruppe verloren hatte. War damals ein Ministrantenausflug :wink:
Von 1999-2000 habe ich in Kornau gewohnt (viiiele Höllwiesliftfahren :wink: ) - da haben wir uns ja knapp verpasst, wenn du den Jahreswechsel 99 auf 2000 am Söllereck oben verbracht hast. Ich bin in jener Nacht aber woanders feiern gewesen.

Die Westegglifte standen 1999 noch, waren aber nicht mehr aufgebügelt. 2021 bin ich da mal hochgelaufen, da man ja noch eine Stütze gelassen hat. Leider habe ich an jenem Tag vor drei Jahren bei vielen LSAPs im Kleinwalsertal nix mehr vorfinden können. Außer der Rodellift Richtung Ifen - der stand damals noch. Auch noch so ein unveröffentlichter Bericht auf Halde :naja:
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