Wiriehorn & Heiligenschwendi, 9. Dezember 2023
Anfang Dezember 2023 hatte es bis zum Ufer des Thunersees geschneit. Ich hatte erst vor kurzem meinen Fahrerlaubnis bekommen, also wollte ich ein bisschen fahren. Es war also die perfekte Gelegenheit. Außerdem war für die nächsten Tage Regen angesagt, sodass die guten Schneeverhältnisse in den Voralpen sicher nicht lange anhalten würden (und tatsächlich regnete es am Tag nach meinem Besuch in Strömen und alles schmolz leider...).
Die Temperaturen hatten sich im Vergleich zum ersten Dezemberwochenende bereits erwärmt, sodass am 9. Dezember einige kleinere Skigebiete leider bereits geschlossen waren. Es blieb vor allem das Wiriehorn, wo alles geöffnet war.
Ich überquerte also den Lötscherg und fuhr dann die hübsche Straße hinauf nach Riedli, zur Talstation des Sessellifts. Am Parkplatz waren ziemlich viele Leute.
Das Skigebiet ist im MagicPass, eine gute Sache.
Es lag wenig Schnee, aber alles war schön weiß. Man muss dazu sagen, dass die Höhe des unteren Teils der Pisten nicht sehr hoch ist: knapp 1000 Meter.
Die rote Piste unter dem Sessellift war frisch präpariert und streckte ihre Arme nach mir aus!
Der Sessellift, der übrigens sehr modern ist, im Gegensatz zu dem, was man in solch kleinen Gebieten finden könnte.
Ab der Bergstation des Sessellifts lag ziemlich viel Schnee im Skigebiet.
Ich ging direkt bis zum Gipfel des Doppellifts Tubelfärich, Habeggers klassischer Skilift. Es war ungefähr 9:20 Uhr und das Wetter war immer noch schön. Alle Pisten waren präpariert. Der Schnee war hart, aber mit meinen neuen Skiern war es gut. Ich fuhr alle möglichen Pisten vom SLE Tubelfärrich aus und fuhr dann nach Riedli hinunter. Die Piste in Riedli war genial: harter Schnee, aber perfekt präpariert, starkes Gefälle. Eine sehr technische Piste, top.
Ich fuhr auch ein oder zwei Pisten auf der 2-SLE Habegger Schwarzenberg, die eine blaue Piste bietet.
Nachdem ich einige Pisten im Hauptskigebiet befahren hatte, musste ich nun das Highlight des Skigebiets entdecken: den 2-SLE Homad, ein "Habegger-Monster".
Leider hatte sich der Himmel verschleiert und die Sicht war nicht mehr so gut. Zum Skifahren war es ganz ok, aber für die Fotos war es weniger gut.
Um zum Skilift zu gelangen, war es schon ein kleines Abenteuer auf einer kurvigen Piste.
Der Skilift ist im erste Teil sehr steil. Danach ist die Steigung nicht mehr so stark. Sehr schöner Aufstieg, inmitten der verschneiten Voralpenlandschaft, mit Blick auf den Thunersee.
Von der Spitze dieses wunderschönen Vintage-Skilifts auf 1860 m Höhe gibt es zwei schwarze Pisten (recht und link). Die südlich des Skilifts war geschlossen und nicht präpariert. Diejenige nördlich des Skilifts war es hingegen, und der Schnee dort war wunderbar! Pulverig, weich, super! Eindeutig die beste Piste des Tages, wegen der Länge, dem Gefälle, dem Panorama und der Schneequalität. Die meisten Skifahrer waren übrigens in Homad, wie mir scheint. Der Freeride war im oberen Teil auch ziemlich gut.
Die Rückkehr zum Skigebiet erfolgte über eine Piste am Hang, die zur Talabfahrt führte. Ich fuhr also zurück zum Skigebiet und kehrte dann erneut zum Homad zurück. Die Aussicht von dort ist wirklich großartig.
Gegen Mittag war ich bereits mehrmals alle Pisten des Skigebiets abgefahren. Das Wiriehorn lohnt sich wirklich und ist sehr interessant: abwechslungsreiche, gut präparierte und ziemlich viele Pisten. Mit schönen Habegger-Liften. Aber ich dachte, es wäre schön, einen anderen kleinen Berner Skilift zu entdecken. Ich kaufte etwas zu essen in dem schönen Selbstbedienungsladen am Riedli-Parkplatz und fuhr dann mit dem Auto zurück. Ich hatte nicht viel Auswahl, da mehrere Skilifte geschlossen waren. Also entschied ich mich (überraschend) für Heiligenschwendi. Es ging mir vor allem um den Spaß am Fahren und darum, einen neuen Skilift zu entdecken. Nicht so sehr wegen des Skifahrens.
Ich fuhr also durch Thun und wechselte den Hang. Die kleine Straße, die nach Heiligenschwendi hinauf führt, ist sehr schön.
Um zum Skilift zu gelangen, muss man am kleinen "Pass" zwischen Heiligenschwendi und Goldiwil parken. Es waren nicht viele Leute da, eigentlich nur drei Kinder, die Ski fuhren. Ich denke, der Kassierer war wohl sehr erstaunt, als er hörte, dass ein Welsch ein Ticket kaufte
Der Skilift "Hubelweid" ist eine alte Baco-Anlage aus dem Jahr 1959 (ältester noch in Betrieb befindlicher Baco-Skilift in der Schweiz). Er ist sehr kurz, aber ziemlich steil. Ein Sturm hatte 2009 einen Mast zerstört, der aber von den Zurbrügg Seilbahnen originalgetreu wieder aufgebaut wurde.
Es ist schon komisch, dass hier ein Skilift gebaut wurde. Die blaue Piste führt um den Hügel herum nach unten. Sie ist kurz, aber überraschenderweise sehr schön zum Skifahren. Die rote Piste ist wirklich kurz und führt direkt neben dem Skilift hinunter.
Es ist verständlich, dass die anderen Skilifte in der Region geschlossen sind: Es gab keinen Schnee mehr. Nur 5-10 Zentimeter. Und doch war es in Hubelweid offen, sogar frisch präpariert! Der Schnee war weich, aber es machte Spaß. Und was soll's, ich war ja zum Entdecken da und nicht für die sportliche Leistung.
Die Aussicht von der Spitze des 1-SLE ist eigentlich großartig. Man sieht den Eiger, den Mönch, die Jungfrau, die Bluemlisalp, den Thunersee und so weiter. Wirklich sehr schön. Auf der anderen Seite reicht der Blick bis ins Emmental.
Nach etwa zehn Pisten, als es anfing zu regnen, stieg ich wieder ins Auto. Ich bin von der Heiligenschwendi-Seite hinaufgegangen und von der Goldiwil-Seite wieder heruntergekommen.
Über den Lötschberg geht es zurück ins Wallis. Leider regnete es auch im Wallis, bis auf 2000 Meter über Meer.
Ein wunderschöner, etwas besonderer Tag im Kanton Bern. Wenn ihr in der Gegend seid, kann ich den Heiligenschwendi-Skilift wegen seines wunderbaren Vintage-Flairs empfehlen. Das Wiriehorn lohnt sich auf jeden Fall.