Die Tour über diese beiden recht ruhigen Gipfel verläuft zwar großteils über deutsches Gebiet, jedoch mit dem Start in Riezlern, sodass ich es mal Österreich zuordne.
Gehtechnisch geht die Runde nicht über T3 hinaus, es sind aber schon teilweise recht rustikale Steige, die stellenweise nur schwach oder, wie im Gattertal, auch gar nicht markiert sind und hier ist es kurzzeiitig auch mal weglos, bis sich der Steig herausprägt. Das gleiche gilt für den optionalen Abstecher zum Gatterkopf. Grundlegende Bergerfahrungen, Orientierungssinn und entsprechende Fähigkeiten sind damit schon erforderlich. Als Feierabendtour mit 100 Schülern ungeeignet.
Frappierend ist einmal mehr die Schneelage im Vergleich zu anderen Gebieten der Nordalpen. Nordseitig ging es schon bei 1600m los, südseitig etwa ab 1800m. Oben am Ifen wird es sicher noch 1-2 Meter haben; das Maximum im Frühjahr waren gut 4 Meter.
Der Aufstieg erfolgt auf dem Wanderweg durchs Mahdtal, hier mit Blick zum giftigen Torkopf
Hier kann es mit 10.000 DM teuer werden. Während das Routenkonzept im Winter anscheinend gut funktioniert und von allen Seiten angenommen wird (da auch praktisch alle sinnvollen Routen möglich und alle Gipfel besteigbar sind), ist im Sommer das ganze Gebiet vom Ifen bis speziell rüber nach Silbratsgfäll für Konflikte zwischen Jägern und Bergsteigern bekannt. Wie wohl einmalig in Westösterreich werden hier Bergsteiger außerhalb jeglicher Schutzzonen, also trotz der insoweit eindeutigen Rechtslage, durch Jäger bedrängt und belästigt. Besonders spannend wird es, wenn das sogar auf bayerischem Territorium geschiet, wo das freie Betretungsrecht (außerhalb markierter, zeitlich und/oder örtlich begrenzter Schutzzonen) bekanntermaßen sogar Verfassungsrang hat. Einige Begegnungen mit Jägern in Tirol zeigen, dass es auch ganz anders geht.
Jedenfalls geht es über ausgedehnte Sommerschneefelder bis kurz vor den Windecksattel und dann rechts zum langgezogenen Plateau der Unteren Gottesackerwand, die nordseitig abbricht. Hier werden die Markierungen weniger und in den Schneefeldern ist die Route nicht immer ganz klar.
Kurzer Abstecher zum „Ostgipfel“ (wohl 1848m), der schöne Ausblicke und vor allem Tiefblicke bietet. Dahinter der etwas höhere Westgipfel, der aber offenbar komplett überwuchert ist - zumindest konnte ich keinen sinnvollen Zugang finden.
Der Abstieg in den Sattel vor dem Gatterkopf wird zunehmend feucht. In einer steilen Querung ist auch ein Seil angebracht, das man aber eher bei stärkerer Nässe braucht (bis T3). Die Schneefelder hören rechtzeitig auf, sonst würde es hier kritisch werden.
Aus dem Sattel weglos zur Südwestabdachung des Gatterkopfes, wo sich bald ein Steig zum Gipfel herausbildet (T3).
Auch auf dem Gatterkopf überzeugen eher die Tief- als die Weitblicke
Abstieg aus dem Sattel nach Osten ins Gattertal, wo sich bald ein alter unmarkierter Steig herausprägt, zunächst auf der Nordseite, später auf der Südseite des Baches. Hier braucht es etwas Erfahrung und Orientierungssinn; wenn auch technisch nur bis T3. Wo der Bach tobelartig eingeschnitten wird, gab es eine unangenehme abgerutschte Stelle, die aber oberhalb im Wald umgehbar war. Generell hier sehr matschig.
Am Ende des Gattertales mit Blick zum Fellhorn
Nach der Tour in Riezlern. So ruhig ist es hier im Winter selten.