Gewaltiger Felssturz in Tirol nahe der Zugspitze

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snowflat
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Gewaltiger Felssturz in Tirol nahe der Zugspitze

Beitrag von snowflat »

Im Vordergrund des Video müsste die Piste am Gamskarlift zu erkennen sein:
Spektakuläres Naturschauspiel am Samstagabend im Tiroler Außerfern: Im Wettersteingebirge bei Ehrwald nahe der Zugspitze ereignete sich ein massiver Felssturz, der auf Video festgehalten wurde. Verletzt wurde keiner.
Gegen 18.15 Uhr lösten sich in rund 2700 Meter Höhe Felsmassen zwischen dem Sonnenspitzl und Schneefernerkopf (2874 m) Richtung Norden. Der Knall des Abbruchs war bis in den Ehrwalder Talkessel zu hören.
Gewaltiger Felssturz in Tirol nahe der Zugspitze
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
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snowflat
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Re: Gewaltiger Felssturz in Tirol nahe der Zugspitze

Beitrag von snowflat »

Samstagabend hat sich in Ehrwald (Bezirk Reutte) ein massiver Felssturz ereignet. Dabei lösten sich mehrere Tonnen Gestein und donnerten knapp 1.000 Meter talwärts. Für Experten ist dies ein weiteres Anzeichen für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Berglandschaft.
Quelle: Frage der Sicherheit nach massivem Felssturz
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Harzwinter
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Re: Gewaltiger Felssturz in Tirol nahe der Zugspitze

Beitrag von Harzwinter »

Ein Fachmann nimmt Stellung zum Felssturzereignis an der Tiroler Zugspitzflanke:
Tiroler Landesgeologe Thomas Figl hat geschrieben: Geologe geht nicht von schmelzendem Permafrost als Ursache aus
Aufgrund der Höhe und Lage geht der Geologe allerdings nicht davon aus, dass schmelzender Permafrost den Felssturz am Samstag verursacht hat. "Das ist schlicht und einfach der Schwerkraft geschuldet", so Figl. Ob solche Vorfälle an dieser Stelle häufiger geworden sind, konnte der Experte hingegen weder bestätigen noch verneinen. Figl betonte aber auch, dass es sich insgesamt wohl um ein vergleichsweise kleines Ereignis handle. Nach seiner ersten Schätzung hätten sich nicht mehr als 100 Kubikmeter Stein von der betroffenen Felswand gelöst. In der Vergangenheit sei es schon zu größeren Felsstürzen gekommen, die weniger Beachtung gefunden hätten.
Die Höhe der Abbruchstelle schätze ich auf max. 2500 m, und auf dieser Höhe dürfte es auf einer südseitig ausgerichteten Bergflanke schon sehr lange keinen Permafrost im Fels mehr geben. Man darf eines nicht außer Acht lassen: Die Form eines jeden, aber auch wirklich jeden felsigen Berges im Hochgebirge wurde über die Jahrtausende unter anderem von Felsstürzen wie diesem als Komponente der Erosion gestaltet. Das ist im Hochgebirge normal, und der große Schuttfächer im Ehrwalder Gamskar ist sicherlich nicht nur durch herabfallende einzelne Steine entstanden. Im Gegensatz zur Zeit vor der flächendeckenden Einführung von Smartphones und digitalen Medien wurden solche Ereignisse früher jedoch weder bildlich festgehalten noch wurde verlässlich darüber berichtet, selbst wenn es sich um ein prägnantes Ereignis handelte, das von einer großen Anzahl Personen wahrgenommen wurde wie dieses.

Mit dem Zitat und meinem Statement möchte ich weder die nachgewiesene, allgemeine Klimaerwärmung in Frage stellen noch deren Einfluss auf das Ansteigen der Permafrostgrenze, wodurch es im bisherigen Permafrostbereich in der Tat künftig häufiger zu Felsstürzen größerer Dimension kommen wird, siehe Fluchthorn in der Silvretta. Aber auch das ist über die Jahrtausende und ihre Kalt- und Warmzeiten in den Hochgebirgen der Erde immer wieder vorgekommen und hat die Berge zu ihrem heutigen Aussehen geformt.

Quelle: https://www.br.de/nachrichten/deutschla ... er,UKgV3i8
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