markus hat geschrieben: 13.12.2024 - 09:35
7 grad plus machen dem Schnee um diese Jahreszeit überhaupt gar nichts so lange es nicht regnet.
Ich habe mich schon immer gefragt woran das liegt, dass zu unterschiedlichen Jahreszeiten und in unterschiedlichen Höhenlagen dieselbe Temperatur so unterschiedliche Auswirkung auf den Schnee hat.
Liegt das an der kurzen Sonnenscheindauer und dem flachen Winkel der Sonneneinstrahlung im Dezember/Januar? Oder ist es der Nachtfrost bzw ist entscheidend wie gut der Schnee immer wieder durchfriert?
Grüsse
markus hat geschrieben: 13.12.2024 - 09:35
7 grad plus machen dem Schnee um diese Jahreszeit überhaupt gar nichts so lange es nicht regnet.
Ich habe mich schon immer gefragt woran das liegt, dass zu unterschiedlichen Jahreszeiten und in unterschiedlichen Höhenlagen dieselbe Temperatur so unterschiedliche Auswirkung auf den Schnee hat.
Liegt das an der kurzen Sonnenscheindauer und dem flachen Winkel der Sonneneinstrahlung im Dezember/Januar? Oder ist es der Nachtfrost bzw ist entscheidend wie gut der Schnee immer wieder durchfriert?
Grüsse
Da haben mehrere Faktoren einen Einfluss. Einer ist sicherlich die Sonnenintensität und Dauer der Sonneneinstrahlung, im März/April sind die Tage deutlich länger als im Dezember/Januar und der Einstrahlwinkel der Sonne ist nicht so flach. Ein weiterer Faktor ist die Temperatur des Niederschlags, Regen lässt Schnee schneller hinwegtauen als nasse Flocken. Dann noch die Luftfeuchte und natürlich Wind, insbesondere Föhnwind. Bei Föhnwind sublimiert der Schnee (geht direkt vom gefrorenen in den gasförmigen Zustand über) in der trockenen warmen Luft.
Nachtfrost hat insofern einen Einfluss, dass er den Beginn der tageszeitlichen Schmelzphase hinauszögern kann. Bei Föhn gibts aber oft keinen Nachtfrost.
Insbesondere die sogenannte Taupunktemperatur hat einen massiven Einfluss auf die Schneequalität. Ist der Taupunkt unter 0 Grad Celsius so taut im Schatten der Schnee rein gar nicht auch wenn es z.b 7 Grad plus hat. Aufgrund der äußersten flachen Sonneneinstrahlung, passiert auch bei frontaler Sonneneinstrahlung rein gar nichts. Nachtfrost ist auch ganz besonders wichtig. Was wirklich richtig schlimm ist wenn es Beispielsweise auch nur 2 Grad plus hat, dafür es stark regnet und es dazu einen starken Wind gibt. Da kann man wirklich zuschauen wie der Schnee von Stunde zu Stunde weg schmilzt.
Viel lieber also 7 Grad plus und trockens Wetter als wie 3 Grad plus dafür Taupunkt über 0 Grad, da wird der Schnee dann feucht.
Die gute Nachricht ist doch, wenn ich das als Laie so sehe: Das Durchbrechen einer warmen Südwestdüse und damit das übliche Weinachtstauwetter erscheint auf absehbare Zeit ziemlich unwahrscheinlich (?).
Zumindest bis Weihnachten nicht wirklich. Ab Donnerstag wird es aber zunehmend interessant werden, ab dort gehen die Modelle ziemlich auseinander jedoch keines mit richtig extremen Tauwetter vor Weihnachten.
Es gibt gar nicht mal so wenige Läufe wo an Weihnachten punktuell Schnee in Deutschland liegen soll und es relativ kühle Temperaturen geben soll.
Insgesamt deuten sich ab Donnerstag bereits schon immer mehr NS an, es kommt wohl zu einer nachhaltigen Umstellung der Wetterlage in eine niederschlagsreichere Phase.
Rund um Weihnachten deutet sich eine Troglage an, die aber wirklich sehr unterschiedlich gesehen wird von den Modellen. Entscheidend wird wieder mal die Lage des Trogs sein.
Wir dürfen aber zumindest mal hoffen das es zu einer Bescherung ab/an Weihnachten von Frau Holle in größeren Mengen wie bisher kommt. Schaut gar nicht so schlecht aus...
Ich finde die Berichte und die Langzeitprognosen ebenfalls super spannend zu lesen, danke an u.a. snowflat für die tollen Analysen! Wieder einiges dazu gelernt!
Und in Richtung Weihnachten könnte es ja durchaus interessant werden, gerade in Nordösterreich... Drücke die Daumen Weiße Weihnachten und mal ein ordentlicher Schneefall wäre Balsam für die Seele.
Nach Weihnachten rappeln die Modelle komplett. Gestern war ein Lauf des GFS dabei mit extremen Tauwetter Regen und 10 Grad plus. Danach alle wieder deutlich harmloser. Heute ist in beiden Modellen wieder kein Tauwetter oder zumindest nicht starkes Tauwetter erkennbar. Bis Weihnachten dürfte es ab den mittleren Lagen fast alles als Schnee fallen.
Ab dem 1. Weihnachtsfeiertag ist es aktuell würfeln, von Weihnachtstauwetter bis Winterwonderland noch alles drin.
Daher zunächst Konzentration auf das davor: Donnerstag Abend eine Kaltfront mit Anfangs hoher SFG, dann sinkend bis in Tallagen. 10-20 cm, im Stau bis zu 30 cm. Samstag Zwischenhocheinfluss, Sonntag dann wieder Tiefdruckeinfluss, dabei bis zum 23. einiges an Neuschnee, im Stau über 50 cm, Schneefallgrenze zumindest unter 1000m.
Das schaut echt richtig gut aus. Das Weihnachtstauwetter scheint echt aus zu bleiben. Bis und an Weihnachten fällt verbreitet bis in tiefere Lagen ~800M.ü.M fast alles als Schnee. Einzig am 1 Weihnachtsfeiertag deutet sich mittlerweile eine höhere SFG an. Es wird in Summe aber ein deutlichen Zuwachs an Schnee geben.
Schwerpunkt eher die Nordweststaulagen, dort sind punktuell bis 1 Meter Neuschnee drinnen.
Und das beste: Danach deutet sich erst einmal ein paar trockene Tage an, was perfekt für den Schnee ist damit er kompakt wird sich setzen kann und dadurch auch länger liegen bleiben wird.
Insbesondere die ganzen Tallifte und nicht beschneiten Pisten werden doch noch fast pünktlich zur Hauptsaison öffnen können.
War jetzt an Weihnachten auch schon länger nicht mehr der Fall.
@carvster| Deine Euphorie hätten die Betreiber der Skilifte in den deutschen Mittelgebirgen auch gern, das Weihnachtsgeschäft macht dort bis zu 50% vom Jahresumsatz aus. Aber leider ist die Realität eine andere und von den kommenden Niederschlägen fallen wohl die meisten in flüssiger Form, die hohen Lagen einmal ausgenommen. Ein wenig Hoffnung bleibt noch, aber die Aussichten sind derzeit eher trist und wer nicht schon aus den vergangenen kalten Tagen genug Reserven anlegen konnte wird kommende Woche nix zusätzlich öffnen können.
odolmann hat geschrieben: 18.12.2024 - 15:00
@carvster| Deine Euphorie hätten die Betreiber der Skilifte in den deutschen Mittelgebirgen auch gern, das Weihnachtsgeschäft macht dort bis zu 50% vom Jahresumsatz aus. Aber leider ist die Realität eine andere und von den kommenden Niederschlägen fallen wohl die meisten in flüssiger Form, die hohen Lagen einmal ausgenommen. Ein wenig Hoffnung bleibt noch, aber die Aussichten sind derzeit eher trist und wer nicht schon aus den vergangenen kalten Tagen genug Reserven anlegen konnte wird kommende Woche nix zusätzlich öffnen können.
Ich muss auch dazu sagen, dass ich vermehrt immer die Nordalpen betrachte. Mittelgebirge betrachte ich de facto nie, da es einfach zu aufwendig wäre.
odolmann hat geschrieben: 18.12.2024 - 15:00
@carvster| Deine Euphorie hätten die Betreiber der Skilifte in den deutschen Mittelgebirgen auch gern, das Weihnachtsgeschäft macht dort bis zu 50% vom Jahresumsatz aus. Aber leider ist die Realität eine andere und von den kommenden Niederschlägen fallen wohl die meisten in flüssiger Form, die hohen Lagen einmal ausgenommen. Ein wenig Hoffnung bleibt noch, aber die Aussichten sind derzeit eher trist und wer nicht schon aus den vergangenen kalten Tagen genug Reserven anlegen konnte wird kommende Woche nix zusätzlich öffnen können.
Wahrscheinlich muss man dort mittelfristig auch einfach der Realität ins Auge sehen, dass die Zeit abläuft. Ich bin Ende der 90er zum Powdern von Muc im die Christlum, wenn in München mindestens 15cm gefallen sind. Dann war ich mir sicher, dass da ordentlich was geht. Mit diesem Indikator müsste man heutzutage den ganzen Winter daheim bleiben....
Die Kitzbüheler bspw. investieren ja auch nicht ohne Grund nur noch ab 1.200m aufwärts in neue (Wiederholer)-Bahnen.
Heute war wieder Katastrophe. Jetzt vor 20 Minuten noch 9 Grad Plus am Scheibelberg auf 1500 Meter. Wenn es jetzt nicht bald was tut dann wird es wieder sehr sehr schwer. Das Weihnachtstauwetter ist auf alle Fälle schon voll da, nur 5 Tage vorher halt.
don pipone hat geschrieben: 18.12.2024 - 16:50
Die Kitzbüheler bspw. investieren ja auch nicht ohne Grund nur noch ab 1.200m aufwärts in neue (Wiederholer)-Bahnen.
Die Kitzbüheler investieren nur > 1450 m Höhe in Wiederholerbahnen. Die Zahl haben sie irgendwann mal gewürfelt und dann begonnen bei zu ersetzenden Anlagen den Teil darunter einfach zu kappen
flamesoldier hat geschrieben: 18.12.2024 - 17:42
Die Kitzbüheler investieren nur > 1450 m Höhe in Wiederholerbahnen. Die Zahl haben sie irgendwann mal gewürfelt und dann begonnen bei zu ersetzenden Anlagen den Teil darunter einfach zu kappen
Können auch 1.450 m sein. So genau hatte ich das nicht mehr in Erinnerung. Klar ist, dass es zur Bestimmung der zukünftigen Schneelage keine exakte Wissenschaft gibt und die Zahl natürlich entsprechend "gewürfelt" ist. Trotzdem hat das schon eine gewisse Aussagekraft hinsichtlich der zukünftigen wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit von Skigebietsbetrieb in Mittelgebirgslagen.
Ja bei den Kitzbühelern sind es 1450 Meter für Wiederholungsanlagen. Stand jetzt nach wie vor wirklich gute Aussichten, der aktuelle GFS Lauf zeigt sogar verbreitet Schnee an Weihnachten in weiten Teilen Deutschlands. Das aussagekräftigere ICON sieht das leider nichts so.
Gestern wurde im Ö3 gesagt, zumindest in höher gelegenen Tälern könnte es für angezuckerte Weihnachten reichen. Es wird aber eine gute Schneedecke >30cm vorallem in wirklich höheren Tälern werden.
Der aktuelle ECMWF Lauf wäre ein Traum, verbreitet Dauerfrost mit richtig eisigen Temperaturen bis Silvester und trockener Witterung. Ist damit aber ein Ausreißer, zumindest mit den sehr kalten Temperaturen. Das Multimodell welches wirklich oft sehr gut liegt, sieht aber auch eine schöne kühle Lage ab den Weihnachtsfeiertagen.
Die Frage ist dann noch wie lange und wie weit hoch es am Sonntag anfangs im Warmluftsektor reinregnet. Momentan geistern Werte um 1000m durch die Prognosen.
Auch heute wird es im Vorfeld der Kaltfront ja zunächst weit hoch reinregnen und damit in tiefen/mittleren Lagen die dünne Grundlage an vielen Stellen zu großen Teilen wegnehmen.
ach und wenn es nach Weinachten nach dem - sicherlich auch medienwirksamen Stauereignis - tatsächlich Hochdruck gibt und es vorher noch bis in die großen Bevölkerungszentren etwas hinuntergeschneit hat, braucht man das Haus nicht mehr zum Skifahren verlassen - ausser in ganz abgelegenen Gebieten oder einzelnen ausgewählten Liften. Tagesausflügler-Ansturm par excellence plus Höchstsaison...
Ich lege mich jetzt schonmal fest: 27. - 29.12 Arlberg Karten-Limitierung!
Gleitweggleiter hat geschrieben: 19.12.2024 - 12:21
Die Frage ist dann noch wie lange und wie weit hoch es am Sonntag anfangs im Warmluftsektor reinregnet. Momentan geistern Werte um 1000m durch die Prognosen.
Auch heute wird es im Vorfeld der Kaltfront ja zunächst weit hoch reinregnen und damit in tiefen/mittleren Lagen die dünne Grundlage an vielen Stellen zu großen Teilen wegnehmen.
ach und wenn es nach Weinachten nach dem - sicherlich auch medienwirksamen Stauereignis - tatsächlich Hochdruck gibt und es vorher noch bis in die großen Bevölkerungszentren etwas hinuntergeschneit hat, braucht man das Haus nicht mehr zum Skifahren verlassen - ausser in ganz abgelegenen Gebieten oder einzelnen ausgewählten Liften. Tagesausflügler-Ansturm par excellence plus Höchstsaison...
Ich lege mich jetzt schonmal fest: 27. - 29.12 Arlberg Karten-Limitierung!
Regent schon weit hoch hoch heute und am Sonntag. Aber wenn man ehrlich ist liegt de facto auch einfach fast kein Schnee der wegschmilzen kann. Die Unterlage von den Pisten ist überwiegend alles komplett komprimierter Kunstschnee, dem wird der Regen nicht so viel ausmachen, insbesondere da es danach wieder kalt wird. Anders rum wäre es deutlich schlimmer, zuerst Schnee und dann Regen mit den Temperaturen von heute, dann würde es keine Schneezuwachs geben.
Gleitweggleiter hat geschrieben: 19.12.2024 - 12:21
Tagesausflügler-Ansturm par excellence plus Höchstsaison...
Ich lege mich jetzt schonmal fest: 27. - 29.12 Arlberg Karten-Limitierung!
Wenn das Wetter wirklich so kommt, kann das gut sein.
Der Neuschnee von mehr als einem halben Meter ab den mittleren Lagen ist gesetzt und das Hoch danach sehr wahrscheinlich. Die damit verbundenen wärmeren Temperaturen in höheren Lagen machen nicht viel kaputt.
So ein Traumszenario für die Weihnachtsferien gab es schon lange nicht mehr!