Hallo Zusammen
Ich hätte eine Allgemeine Frage zum Thema "Kantengripp" bezogen auf die Seitenkanten/Belagskante.
Manche behaupten das man alle 300.000hm ca den Belag Planschleifen/Belagsschliff durchführen muss, um einen ordentlichen Kantengripp zu erzeugen. Auch wenn die Seitenkanten perfekt präpariert ist, bekommt man anscheinend keinen guten Gripp mehr zusammen ohne Planschliff/Belagsschliff.
Stimmen eure Erfahrungen mit dieser Aussage überein?
Belagskante/Seitenkante Kantengripp
- don pipone
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Re: Belagskante/Seitenkante Kantengripp
Ich habe mal chat gpt für Dich befragt. Der sagt das:
"Die Frage, ob ein Belagschliff/Planschliff regelmäßig durchgeführt werden muss, um den Kantengriff zu optimieren, ist in der Tat eine wichtige und oft diskutierte im Bereich Ski- und Snowboardwartung. Ich erkläre gerne, warum das sinnvoll sein kann und welche Faktoren eine Rolle spielen.
Hintergrund: Kantenpräparierung und Belagschliff
Kantengripp und Belagsebene:
Die Seitenkanten eines Skis oder Snowboards liefern den Griff auf hartem Untergrund (z. B. Eis).
Dieser Griff ist dann optimal, wenn die Kanten präzise geschliffen sind und das gesamte Laufflächenprofil (Belag + Kanten) eine flache Ebene bildet. Wenn der Belag uneben ist oder „ausgehöhlt“ (z. B. durch Verschleiß), können die Kanten ihren Grip auf der Piste nicht voll entfalten, auch wenn sie perfekt geschliffen sind.
Wellen und Unebenheiten im Belag:
Durch Abnutzung, Temperaturschwankungen, und wiederholtes Kanten- und Belagpräparieren kann der Belag mit der Zeit uneben werden.
Besonders die häufig genutzten Kantenbereiche (z. B. unter der Bindung) verschleißen stärker, wodurch es zu einem "hohlen" oder konvexen Belagprofil kommen kann.
In solchen Fällen reicht der Kantenkontakt nicht aus, und der Ski/Snowboard verliert an Grip, insbesondere auf hartem Untergrund.
Wie ein Planschliff hilft:
Ein Planschliff bringt die gesamte Belagsfläche wieder in eine ebene oder leicht konkave Form. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kanten optimalen Kontakt zur Piste haben.
Nach einem Planschliff ist der Kantengripp daher spürbar besser, weil die Kanten wieder sauber in das Schnee- oder Eisprofil greifen können.
Ist ein Planschliff alle 300.000 Höhenmeter nötig?
Diese Zahl kann als Richtwert dienen, hängt aber von mehreren Faktoren ab:
Fahrstil: Aggressives Fahren auf harten Pisten führt zu schnellerem Verschleiß.
Pistenverhältnisse: Eisige Bedingungen beanspruchen die Kanten stärker.
Wartungshistorie: Häufiges Nachschleifen der Seitenkanten ohne Belagschliff kann dazu führen, dass der Belag mit der Zeit uneben wird.
Sichtbare Abnutzung: Ein Indikator ist, wenn der Belag sichtbar hohl (konkav) wird oder der Kantengripp trotz gutem Kantenschliff spürbar nachlässt.
Fazit
Ja, ein Planschliff kann notwendig sein, um den Kantengripp zu optimieren, insbesondere wenn der Belag uneben geworden ist. Die pauschale Angabe von 300.000 Höhenmetern ist ein Richtwert, der je nach Nutzung, Pflege und Bedingungen variieren kann. Eine einfache Sichtprüfung oder das Feedback beim Fahren (schlechter Gripp trotz präparierter Kanten) kann Hinweise geben, wann ein Planschliff angebracht ist.
Wenn du regelmäßig auf hartem Untergrund fährst und Wert auf maximalen Kantengripp legst, ist es sinnvoll, den Belag in regelmäßigen Abständen planen zu lassen."
"Die Frage, ob ein Belagschliff/Planschliff regelmäßig durchgeführt werden muss, um den Kantengriff zu optimieren, ist in der Tat eine wichtige und oft diskutierte im Bereich Ski- und Snowboardwartung. Ich erkläre gerne, warum das sinnvoll sein kann und welche Faktoren eine Rolle spielen.
Hintergrund: Kantenpräparierung und Belagschliff
Kantengripp und Belagsebene:
Die Seitenkanten eines Skis oder Snowboards liefern den Griff auf hartem Untergrund (z. B. Eis).
Dieser Griff ist dann optimal, wenn die Kanten präzise geschliffen sind und das gesamte Laufflächenprofil (Belag + Kanten) eine flache Ebene bildet. Wenn der Belag uneben ist oder „ausgehöhlt“ (z. B. durch Verschleiß), können die Kanten ihren Grip auf der Piste nicht voll entfalten, auch wenn sie perfekt geschliffen sind.
Wellen und Unebenheiten im Belag:
Durch Abnutzung, Temperaturschwankungen, und wiederholtes Kanten- und Belagpräparieren kann der Belag mit der Zeit uneben werden.
Besonders die häufig genutzten Kantenbereiche (z. B. unter der Bindung) verschleißen stärker, wodurch es zu einem "hohlen" oder konvexen Belagprofil kommen kann.
In solchen Fällen reicht der Kantenkontakt nicht aus, und der Ski/Snowboard verliert an Grip, insbesondere auf hartem Untergrund.
Wie ein Planschliff hilft:
Ein Planschliff bringt die gesamte Belagsfläche wieder in eine ebene oder leicht konkave Form. Dadurch wird sichergestellt, dass die Kanten optimalen Kontakt zur Piste haben.
Nach einem Planschliff ist der Kantengripp daher spürbar besser, weil die Kanten wieder sauber in das Schnee- oder Eisprofil greifen können.
Ist ein Planschliff alle 300.000 Höhenmeter nötig?
Diese Zahl kann als Richtwert dienen, hängt aber von mehreren Faktoren ab:
Fahrstil: Aggressives Fahren auf harten Pisten führt zu schnellerem Verschleiß.
Pistenverhältnisse: Eisige Bedingungen beanspruchen die Kanten stärker.
Wartungshistorie: Häufiges Nachschleifen der Seitenkanten ohne Belagschliff kann dazu führen, dass der Belag mit der Zeit uneben wird.
Sichtbare Abnutzung: Ein Indikator ist, wenn der Belag sichtbar hohl (konkav) wird oder der Kantengripp trotz gutem Kantenschliff spürbar nachlässt.
Fazit
Ja, ein Planschliff kann notwendig sein, um den Kantengripp zu optimieren, insbesondere wenn der Belag uneben geworden ist. Die pauschale Angabe von 300.000 Höhenmetern ist ein Richtwert, der je nach Nutzung, Pflege und Bedingungen variieren kann. Eine einfache Sichtprüfung oder das Feedback beim Fahren (schlechter Gripp trotz präparierter Kanten) kann Hinweise geben, wann ein Planschliff angebracht ist.
Wenn du regelmäßig auf hartem Untergrund fährst und Wert auf maximalen Kantengripp legst, ist es sinnvoll, den Belag in regelmäßigen Abständen planen zu lassen."
- don pipone
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Re: Belagskante/Seitenkante Kantengripp
Ich persönlich, als jemand mit (früher) ca. 60 Skitagen/a und sicher nicht dem schlechtesten Fahrkönnen, halte übertriebene Skipflege für völlig unnötig. Und das wäre jetzt so ein Beispiel dafür.
An meinem allday Pistenski (ein twin tip mit 96er Mittelbreite - gekauft im Frühjahr 23) habe ich jetzt mal den ersten Kantenservice machen lassen. Und der ist bis dato trotzdem tadellos gefahren. An eisigen Stellen muss man halt kurz driften - dafür ackert er aber auch mit Mach3 durch die Sulz-Buckel ohne dass man ständig einem möglichen Verschneider entgegen wirken muss.
Ich bin ja eh der Meinung, dass Champions auf Kack-Material in Kack-Bedingungen gemacht werden - und nicht auf perfekt präparierten Material auf frisch gewalzter Piste.
An meinem allday Pistenski (ein twin tip mit 96er Mittelbreite - gekauft im Frühjahr 23) habe ich jetzt mal den ersten Kantenservice machen lassen. Und der ist bis dato trotzdem tadellos gefahren. An eisigen Stellen muss man halt kurz driften - dafür ackert er aber auch mit Mach3 durch die Sulz-Buckel ohne dass man ständig einem möglichen Verschneider entgegen wirken muss.
Ich bin ja eh der Meinung, dass Champions auf Kack-Material in Kack-Bedingungen gemacht werden - und nicht auf perfekt präparierten Material auf frisch gewalzter Piste.
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Re: Belagskante/Seitenkante Kantengripp
Weiß nicht. Ich zähle meine Höhenmeter nicht. Aber eigentlich gibt es zwei harte Kriterien. Wenn die Kante trotz guter Präparation nicht mehr wie gewohnt greift und / oder das Haarlineal den Daumen senkt, dann ist halt eine Grundpräparation nötig. Ich versuche, diese Intervalle so weit wie möglich zu strecken, weil es halt jedes Mal ein riesen Aufwand für meinen Service ist, meine Bretter mit dem Spezialprogramm zu schleifen. Ich bin da halt auch auf seine Gutmütigkeit und sein Engagement angewiesen.
Die Frage ist halt, welche Parameter überhaupt für den Kantengriff relevant sind. Es gibt da notwendige und hineichende Parameter. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand führt ein zu großer Abstand der Spitze der Kante zum Planum zu einer erheblichen Verschlechterung des Kantengriffs. Unabhängig davon, wie gut die Kante präpariert wurde. Die korrekte Ausführung des Basiswinkels ist demnach ein notwendiger Parameter.
Mögliche Ursachen für eine fehlerhafte Ausführung beim Basiswinkel sind:
- zu stark hängend geschliffen (zu großer Winkel, zu tief in den Belag geschliffen)
- Abnutzung
- Ski konvex verzogen
Ein abgenutzter Belag vergrößert wie auch ein konvex verzogener Ski den Abstand der Spitze der Kante zum Planum. Umgekehrt führt ein konkav (hohl) verzogener Ski dazu, dass die Kanten immer auf dem Schnee aufliegen. So ein Ski ist dann sehr anstrenged zu fahren, weil er nur noch dem Radius folgen möchte und sich praktisch gar nicht mehr driften lässt.
Warum überhaupt wenige Mikrometer hier eine so große Rolle spielen, konnte mir bislang niemand plausibell erklären. Es gibt da verschiedene Ansätze:
- Aufkantwinkel
- Timing
- Wahrscheinlichkeit, dass die Kante greift (bei einem konkav verzogenem Ski ist die Wahrscheinlichkeit 1, bei einem konvex verzogenem Ski 0)
Im Prinzip reden wir hier ja von einer Fase. Eine Fase verhindert bei mechanischen Vorgängen, dass aufeinander gleitende Werkstücke verkanten. Die Kunst bei der Kantenpräparation besteht darin, hier das richtige Mittelmaß zwischen Grip und Driftfähigkeit zu finden. Höchst wahrscheinlich spielt da auch der Aufbau des Ski und das Gewicht des Fahrers eine Rolle. Und selbstverständlich auch die Anwendung. Die Anforderungen an den Grip sind bei einem SL andere als bei einem GS oder einem Off-Pist Ski.
Long Story short:
Ich zähle nicht die Höhenmeter sondern richte mich nach der Abnutzung des Belags und dem Verhalten des Ski.
Die Frage ist halt, welche Parameter überhaupt für den Kantengriff relevant sind. Es gibt da notwendige und hineichende Parameter. Nach meinem jetzigen Kenntnisstand führt ein zu großer Abstand der Spitze der Kante zum Planum zu einer erheblichen Verschlechterung des Kantengriffs. Unabhängig davon, wie gut die Kante präpariert wurde. Die korrekte Ausführung des Basiswinkels ist demnach ein notwendiger Parameter.
Mögliche Ursachen für eine fehlerhafte Ausführung beim Basiswinkel sind:
- zu stark hängend geschliffen (zu großer Winkel, zu tief in den Belag geschliffen)
- Abnutzung
- Ski konvex verzogen
Ein abgenutzter Belag vergrößert wie auch ein konvex verzogener Ski den Abstand der Spitze der Kante zum Planum. Umgekehrt führt ein konkav (hohl) verzogener Ski dazu, dass die Kanten immer auf dem Schnee aufliegen. So ein Ski ist dann sehr anstrenged zu fahren, weil er nur noch dem Radius folgen möchte und sich praktisch gar nicht mehr driften lässt.
Warum überhaupt wenige Mikrometer hier eine so große Rolle spielen, konnte mir bislang niemand plausibell erklären. Es gibt da verschiedene Ansätze:
- Aufkantwinkel
- Timing
- Wahrscheinlichkeit, dass die Kante greift (bei einem konkav verzogenem Ski ist die Wahrscheinlichkeit 1, bei einem konvex verzogenem Ski 0)
Im Prinzip reden wir hier ja von einer Fase. Eine Fase verhindert bei mechanischen Vorgängen, dass aufeinander gleitende Werkstücke verkanten. Die Kunst bei der Kantenpräparation besteht darin, hier das richtige Mittelmaß zwischen Grip und Driftfähigkeit zu finden. Höchst wahrscheinlich spielt da auch der Aufbau des Ski und das Gewicht des Fahrers eine Rolle. Und selbstverständlich auch die Anwendung. Die Anforderungen an den Grip sind bei einem SL andere als bei einem GS oder einem Off-Pist Ski.
Long Story short:
Ich zähle nicht die Höhenmeter sondern richte mich nach der Abnutzung des Belags und dem Verhalten des Ski.
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen