Die große Klima-Diskussion

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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Reginleif hat geschrieben: 19.12.2024 - 22:48 Wer legt fest dass uns an den Menschen nach uns was liegen muss? Wer hat festgelegt dass wir für diesen Planeten und unsere Zukunft eine Verantwortung haben? Warum sollten wir die haben? ....
Richtig und auch wenn ich trotzdem schon seit Jahrzehnten aus Verschwendungsabneigung ressourcensparend lebe, befürworte ich absolut ein möglichst rasches Aussterben der Menschheit. Wenn man sieht was die menschliche Rasse seit ihrer Existenz mit dem Planeten, dessen anderen Bewohnern und nicht zuletzt an sich selbst nicht aus Überlebensinstinkt sondern rein egoismusgetrieben angerichtet hat, kann man nur zu einer solchen Überzeugung kommen.
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kaldini
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von kaldini »

IronDome hat geschrieben: 19.12.2024 - 22:35 In Europa sinken die CO2-Emissionen ja auch stetig, das ist positiv zu sehen, aber ich halte es für unrealistisch, sie auf 0 zu bringen. In China steigen die Emissionen leider stetig. Es wäre sehr wichtig, dass es hier eine Umkehrung gibt.

Hinsichtlich der Wintersportbranche, vielleicht wäre hier geschicktes Framing bzw. Marketing sinnvoll. Also warum Skifahren auch Spaß machen kann, wenn die Wälder drum herum nicht weiß sind, etc.
auch in China steigen die Emissionen nicht mehr: https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 57415.html
ja, dort werden noch neue Kohlekraftwerke gebaut, aber auch alte Anlagen abgeschaltet und sehr viel in Wind- und Solarenergieerzeugung investiert.
Petz hat geschrieben: 20.12.2024 - 02:20
Reginleif hat geschrieben: 19.12.2024 - 22:48 Wer legt fest dass uns an den Menschen nach uns was liegen muss? Wer hat festgelegt dass wir für diesen Planeten und unsere Zukunft eine Verantwortung haben? Warum sollten wir die haben? ....
Richtig und auch wenn ich trotzdem schon seit Jahrzehnten aus Verschwendungsabneigung ressourcensparend lebe, befürworte ich absolut ein möglichst rasches Aussterben der Menschheit. Wenn man sieht was die menschliche Rasse seit ihrer Existenz mit dem Planeten, dessen anderen Bewohnern und nicht zuletzt an sich selbst nicht aus Überlebensinstinkt sondern rein egoismusgetrieben angerichtet hat, kann man nur zu einer solchen Überzeugung kommen.
bei allen Spezies auf der Welt ist das Allerwichtigste: die Art erhalten. Und dazu gehört nicht der Spaß dabei ;-) habt ihr Familie? Kinder? Allein schon für unsere Nachfahren sollte es uns ein Anliegen sein, ihnen den Planeten in einem guten Zustand zu hinterlassen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Reginleif »

gelöscht
Zuletzt geändert von Reginleif am 02.09.2025 - 17:53, insgesamt 2-mal geändert.
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
Saison 21/22: Skitage 6: 1x Ofterschwanger Horn, 1x Ischgl, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Nauders, 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Sölden
Saison 19/20: Skitage 9: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Kappl, 1x See, 1x Nauders, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Diedamskopf, 1x Fellhorn/Kanzelwand
Saison 18/19: Skitage 16: 2x Hochgurgl/Obergurgl, 3x Davos, 1x Hochzeiger, 2x Sölden, 2x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Thaler Höhe, 1x Arlberg, 1x Iberg, 1x Oberjoch, 1x Brandnertal, 1x Pitztaler Gletscher
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von noisi »

Mag ja sein, dass einige so denken, dürfen sie auch.
Die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten, auch in unseren Ländern hat selbst Kinder. Ich unterstelle mal, dass es dieseen Menschen durchaus ein Anliegen ist, ihrem Nachwuchs eine lebenswerte Welt zu hinterlassen
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von IronDome »

kaldini hat geschrieben: 20.12.2024 - 07:12 auch in China steigen die Emissionen nicht mehr: https://www.handelsblatt.com/unternehme ... 57415.html
Die Überschrift des verlinkten Artikels ist irreführend. China plant, spätestens 2030 den CO2-Peak erreicht zu haben. Erstens bedeutet das, dass die Emissionen aktuell weiter steigen. Zweitens ist es nicht mehr als eine Planung.
Zuletzt geändert von IronDome am 20.12.2024 - 09:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Reginleif »

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Zuletzt geändert von Reginleif am 02.09.2025 - 17:52, insgesamt 1-mal geändert.
Saison 22/23: Skitage 7: 1x Hochgurgl/Obergurgl, 1x Pitztaler Gletscher, 1x Serfaus-Fiss-Ladis, 1x Sölden, 1x Hintertuxer Gletscher, 1x See, 1x Ischgl
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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Reginleif hat geschrieben: 20.12.2024 - 09:47 Unsere Debatte zum Klimawandeln basiert aber darauf ans Gewissen zu appellieren. Vielleicht geht das einfach nicht. Vielleicht brauchen wir einen anderen Ansatz. Was das sein könnte weiß ich aber auch nicht.
Meiner Meinung nach würde das nur funktionieren wenn man eine weltweite Vereinbarung über Co2 - Abgaben schafft und eine ganz klare Kostenperspektive bietet.
Wenn den Leuten ein verbindlicher Fahrplan präsentiert wird wie sich Kosten bei Co2 - relevanten Dingen in den nächsten zwei Jahrzehnten entwickeln werden kann jeder planen wann und was er ändern muß um nicht wirtschaftlich unterzugehen.

Aber nachdem eine weltweite Vereinbarung Illusion ist und sich etliche Regierungen schon aus prinzipiellen Gründen nie daran halten würden, weil sie das als Teil ihrer hybriden Kriegsführung ansehen, sehe ich den Gedanken als obsolet an.

@ noisi ; ich habe mich ganz bewusst unter anderem deshalb gegen Kinder entschieden weil ich schon vor Jahrzehnten in die von Egomanie und Blick auf persönliche Vorteile fokussierte Welt keine setzen wollte.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Bocky »

IronDome hat geschrieben: 19.12.2024 - 23:05 Das wird nicht passieren. Zum einen möge man sich anschauen, wie viele Menschen freiwillig in Las Vegas wohnen. Ich glaube nicht, dass es hierzulande in den nächsten Jahrhunderten so heiß wird wie dort. Zum anderen gibt es Gleichgewichtsbewegungen. Wenn das Leben in vielen Bereichen wirklich deutlich schwieriger ist als aktuell, werden die Menschen ihr Verhalten irgendwann anpassen, notfalls durch niedrigere Geburtenraten. Das Leben ist halt aktuell alles in allem nicht großartig schlechter, teilweise sogar im Gegenteil. Viele finden es gut, wenn es im Winter etwas wärmer ist und man weniger heizen muss.
Ist es nicht so, dass solche Städte wie Las Vegas erst künstlich bewohnbar gemacht werden müssen? Die Klimaanlagen laufen dort doch bestimmt 24Std volle Pulle.
Der Großteil der Regionen die vom Klimawandel heute und in Zukunft besonders hat betroffen sind, trägt ja selber eher im geringem Maße zum Pro-Kopf CO2 Ausstoß bei und hat weniger Mitspracherecht als die mächtigen Industrieländer,
wenn es darum geht Maßnahmen wie z.b. finanziellen Ausgleich zu beschließen.

Dass Leute in unseren Breitengraden den nächsten Sommer herbeisehnen obwohl der Winteranfang noch gar nicht stattgefunden hat, kann ich zwar objektiv verstehen aber persönlich absolut nicht.
Es gibt nichts gesünderes, schöneres und abwechslungsreicheres als 4 vollständige Jahreszeiten in einem Kontinentaleuropa.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Nach Medienberichten haben die Grünen ihre Parteizentrale in Berlin für 5 Millionen Euro saniert. Nicht nur energetisch, aber ein privater Hausbesitzer würde ja auch energetische mit anderen Maßnahmen kombinieren, wenn er die Heiztechnik umkrempelt. Es geht so um 2.400 Quadratmeter Nutzfläche, also Kosten von über 2.000 Euro / qm.

Wenn jemand ein Haus mit 150 qm hat, dann reden wir überschlägig von Kosten in Höhe von 300.000 Euro. Hier ist es nicht mehr eine Frage von Moral oder CO2-Bepreisung, so eine Summe muss man erst einmal aufbringen, finanzieren und bis zur Rente nach Möglichkeit abzahlen. Hier geht es um die nackte Existenz.

Für Mieter sieht es auch nicht besser aus. Schreibt man die Investition linear über 30 Jahre ab, dann reden wir über Kosten von 5,56 Euro pro Monat und Quadratmeter. Plus Kapitalkosten, plus Gewinn. Hier müsste die Miete mindestens um 8-9 Euro steigen, damit es sich für einen Hauseigentümer rechnet. Da schreien aber dann schon bestimmte Kreise "Mietwucher".

Anhand dieser Zahlen sieht man, wie weit die Vorstellungen so mancher Vertreter der "Dekarbonisierung um jeden Preis" von der Realität und Wirtschaftlichkeit entfernt sind.

Wie sagt der Volksmund? Erst kommt das Fressen, dann die Moral.

Wenn man sich in Europa umschaut, dann hat Deutschland von den meisten westlichen Staaten die höchsten CO2 Emissionen pro Kilowattstunde Strom. Lediglich Länder wie Polen setzen noch mehr CO2 frei. Und dabei nutzen nicht einmal alle Länder Kernenergie. Dänemark setzt beispielsweise auf Wind und steuerbaren Strom aus Biomasse, die Schweiz und Österreich nutzen Wasserkraft zur Deckung als grundlastfähige Energiequellen. Aber mit Ausnahme von Luxemburg und den Niederlanden hat kein anderes Land nördlich der Alpen so sehr auf PV gesetzt. Dafür sind die Länder mit den niedrigeren Emissionen weitgehend aus der Verstromung der Kohle ausgestiegen. Hierzulande wird die Energiewende gerne als Erfolg verkauft. Wenn ich auf die Kosten schaue und dann die deutsche Energiepolitik mit anderen europäischen Ländern vergleiche, dann habe ich daran bestimmte Zweifel. Vielleicht sollte man einfach mal schauen, was unsere Nachbarn besser machen als Deutschland?
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Jan Tenner
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Jan Tenner »

NeusserGletscher hat geschrieben: 20.12.2024 - 13:25 Nach Medienberichten haben die Grünen ihre Parteizentrale in Berlin für 5 Millionen Euro saniert. Nicht nur energetisch, aber ein privater Hausbesitzer würde ja auch energetische mit anderen Maßnahmen kombinieren, wenn er die Heiztechnik umkrempelt. Es geht so um 2.400 Quadratmeter Nutzfläche, also Kosten von über 2.000 Euro / qm.

Wenn jemand ein Haus mit 150 qm hat, dann reden wir überschlägig von Kosten in Höhe von 300.000 Euro. Hier ist es nicht mehr eine Frage von Moral oder CO2-Bepreisung, so eine Summe muss man erst einmal aufbringen, finanzieren und bis zur Rente nach Möglichkeit abzahlen. Hier geht es um die nackte Existenz.
Die Mondlandung, erfolgt mit einem Verbrennungsmotor, hat inflationsbereinigt 164 Mrd. Dollar gekostet. Für eine Strecke von 384.400km.
Für eine jährliche Fahrleistung von 10.000km mit einem Verbrennungsmotor müsste ein durchschnittlicher Privathaushalt demnach gut 4,25 Mrd. Euro aufwenden. Das werden die wenigsten aufbringen können. Leute mit Verbrenner fahren zu lassen, lässt die Leute also um ihre nackte Existenz kämpfen!

Dein Analogiebeispiel steht meinem in puncto Schwachsinn überhaupt nichts nach. Wenn du nicht ernsthaft diskutieren kannst, dann lass es doch bitte!
Es gibt vom Frauenhofer ISE reale Feldtests, ob und zu welchem Grad zB Wärmepumpen in Bestands- oder gar Altbauten wirtschaftlich betrieben werden können, ohne oder mit moderaten (zB Heizkörper austauschen) Sarnierungen. Darauf aufbauend gibt es auch Schätzungen/Berechnungen, wie viele Wohnhäuser das betreffen könnte. Argumentiere doch bitte mit solchen Zahlen/Größen und nicht mit alarmistischen Schwachsinnsvergleichen! Du könntest ja zB mal kundtun, wie viele Wohnhäuser es deiner Meinung nach in Deutschland gibt (auch gerne im Verhältnis zu allen Wohnhäusern), die einen Sanierungsbedarf von 300.000€ haben, um sie auf eine klimafreundlichere Heiztechnik umrüsten zu können?
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Jan Tenner hat geschrieben: 20.12.2024 - 14:34 Dein Analogiebeispiel steht meinem in puncto Schwachsinn überhaupt nichts nach. Wenn du nicht ernsthaft diskutieren kannst, dann lass es doch bitte!
Wenn Du ohne Pöbeleien nicht posten kannst, dann lass es doch bitte!
Jan Tenner hat geschrieben: 20.12.2024 - 14:34 Es gibt vom Frauenhofer ISE reale Feldtests, ob und zu welchem Grad zB Wärmepumpen in Bestands- oder gar Altbauten wirtschaftlich betrieben werden können, ohne oder mit moderaten (zB Heizkörper austauschen) Sarnierungen. Darauf aufbauend gibt es auch Schätzungen/Berechnungen, wie viele Wohnhäuser das betreffen könnte. Argumentiere doch bitte mit solchen Zahlen/Größen und nicht mit alarmistischen Schwachsinnsvergleichen! Du könntest ja zB mal kundtun, wie viele Wohnhäuser es deiner Meinung nach in Deutschland gibt (auch gerne im Verhältnis zu allen Wohnhäusern), die einen Sanierungsbedarf von 300.000€ haben, um sie auf eine klimafreundlichere Heiztechnik umrüsten zu können?
Die Sanierungskosten habe ich aus den Medienberichten zur Sanierung der Parteizentrale der Grünen errechnet. Wenn Du das als Schwachsinn bezeichnest, dann musst Du das mit den Grünen ausmachen. Ich glaube nicht einmal, dass sie dort eine Luxussanierung betrieben haben. Bei den Kosten liegen sie zwischen dem zweiten und dritten Drittel, was typischerweise für eine umfassende Sanierung veranschlagt wird.

Ca. 60% des Wohngebäudebestandes in Deutschland wurde bis 1977 errichtet (Quelle: destatis 2023). Abzüglich der bereits sanierten Objekte und zuzüglich der 25%, die zwischen 1978 und 2001 errichtet wurde, besteht da bei der Mehrzahl der Gebäude ein erheblicher Sanierungsbedarf.

In Altbauten liegen die mittleren Jahresarbeitszahlen von Luft-Wärmepumpen zwischen 2,4 und 2,7. Da Wärmestrom derzeit doppelt so teuer ist wie Erdgas, rechnet sich der Mehraufwand für eine Luft-WP derzeit nicht. Mein Nachbar hat auf die ganze Förderung verzichtet, eine nicht förderungsfähige WP selbst eingebaut (er hat einen Kälteschein) und heizt damit vor allem in der Übergangszeit, wenn eine WP den höchsten Wirkungsgrad hat. So halten sich die Kosten in Grenzen und der Nutzen ist rechnerisch auch belegbar. Ich denke, das ist eine Lösung, mit der ich mich anfreunden kann. Zumal abseits der Monate November bis Januar auch genügend Strom aus Sonne und Wind im Netz sein dürfte, was aktuell grad nicht immer der Fall ist.
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Petz
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

NeusserGletscher hat geschrieben: 20.12.2024 - 13:25Wenn jemand ein Haus mit 150 qm hat, dann reden wir überschlägig von Kosten in Höhe von 300.000 Euro. Hier ist es nicht mehr eine Frage von Moral oder CO2-Bepreisung, so eine Summe muss man erst einmal aufbringen, finanzieren und bis zur Rente nach Möglichkeit abzahlen. Hier geht es um die nackte Existenz.
Das kommt sehr drauf an welche Ansprüche man an eine Sanierung stellt. Ich verwende eine Luft-Luft-Wärmepumpe die 90 qm Wohnnutzfläche temperiert und die mich vor 5 Jahren bei Selbstinstallation etwa € 2500,- kostete. Die gebraucht angeschaffte Vorgängeranlage wurde aufgrund undicht gewordener Lötstellen im Außenteil ausgemustert. Stromanbieter liefert schon seit langem nur 100% Ökostrom an Privathaushalte.
Das Gebäude ist Bj. 1982 und eine thermische Sanierung tu ich mir sicher nicht mehr an; dafür müssten außerdem Bauvorschriften geändert werden denn meine Haushälfte wurde vom Vorbesitzer offensichtlich exakt nach der Grundstücksgröße geplant was dazu führt, das ich die Gebäudekubatur baurechtlich nicht durch eine Zusatzisolierung erweitern könnte da die Bebauungsdichte überschritten würde.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von NeusserGletscher »

Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten. :D In Deutschland sind Bauvorschriften Ländersache. In den meisten Fällen wird aber eine nachträglich aufgebrachte Dämmung nicht auf die Grundflächenzahl angerechnet und auch der Nachbar muss ggf. eine Überbauung bis zu einem gewissen Grad hinnehmen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Und ohne dafür Werbung machen zu wollen sondern nur als Beispiel ist der nächste Innovationsschub im Anrollen; solche Luft-Wasser Wärmepumpen können aufgrund der hohen, noch wirtschaftlichen erreichbaren Sekundärtemperaturen einen bestehenden Heizwasserkreislauf weiternutzen was bis dato nur bei Fußbodenheizungen möglich war.:

https://lambda-wp.at/luft-waermepumpen/
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von kaldini »

heute morgen habe ich mir den ersten Teil des Plusminus Podcasts zu Wärmepumpen angehört: https://www.ardaudiothek.de/episode/plu ... /14003043/
Kernthemen: Auch aufgrund der Förderungen sind in Deutschland Wärmepumpen signifikant teurer als in anderen Ländern. Es wird mal ein vergleichbares Haus in Deutschland und Frankreich verglichen: neue Gastherme 10.000 Euro, Wärmepumpe Frankreich 10.000, Wärmepumpe Deutschland 30.000 minus 15.000 Förderung und ganz extrem eine Wärmepumpe in Großbritannien nach Abzug der Förderung grad mal 600 Euro.
In Deutschland ist halt die Tendenz, da die Förderung prozentual auf die Gesamtkosten gerechnet wird, es recht teuer anzusetzen, da man dann ja auch mehr zurück bekommt. Frankreich und Großbritannien haben einkommensabhängige Förderungen, die auch noch fix sind, dadurch sind dort die Preise anders (nein, ich will hier natürlich nicht sagen, dass die Hersteller bzw. Handwerkermeister sich Geld vom Staat zusätzlich holen wollen).
Aber auch die Bürokratie und fehlende Mitarbeiter für den Einbau sind wohl Mitschuld an den Preisen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

kaldini hat geschrieben: 21.12.2024 - 09:17 Wärmepumpe Deutschland 30.000 minus 15.000 Förderung
Man darf sich ja durchaus mal fragen wie diese Mondpreise von Wärmepumpen zu rechtfertigen sind die von den Herstellern aufgerufen werden. Es werden gängige kältetechnische Komponenten verwendet die es seit Jahrzehnten gibt und die erprobt sind, man hat hier das Rad nicht neu erfunden. Selbst wenn ich vergoldete Plattenwärmetauscher einbaue, wie kommt man bitte auf 30 000 Euro?
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Wooly »

Spezialwidde hat geschrieben: 27.12.2024 - 17:48
kaldini hat geschrieben: 21.12.2024 - 09:17 Wärmepumpe Deutschland 30.000 minus 15.000 Förderung
Man darf sich ja durchaus mal fragen wie diese Mondpreise von Wärmepumpen zu rechtfertigen sind die von den Herstellern aufgerufen werden. Es werden gängige kältetechnische Komponenten verwendet die es seit Jahrzehnten gibt und die erprobt sind, man hat hier das Rad nicht neu erfunden. Selbst wenn ich vergoldete Plattenwärmetauscher einbaue, wie kommt man bitte auf 30 000 Euro?
Unser Ex-Finanzminister würde auf die Frage klar antwortet, dass das der Markt schon regelt ... aber es ist wohl nicht so einfach mit einer simplen Google Suche getan.

Hier mal wie ich finde ein paar schöne Infos:

https://www.youtube.com/watch?v=cs0z5A18nNw


Mein Bruder in London kam bei der Planung übrigens bei sehr ähnlichen Preisen heraus wie in Deutschland. Woher sind denn die Zahlen aus England/Frankreich?

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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

Danke für das Video, trotzdem kranke Welt, vor Allem die Wucherpreise für das Kleinmaterial. Ein paarSchläuche, ein bisschen Blech für die Konsole und ein paar Gummipuffer hunderte Euro... Nee dann würde ich mir doch lieber eine VRF Klimaanlage ins Haus holen und dazu noch nen Warmwasserspeicher mit eigener Huckepackwärmepumpe. Dann kann ich im Sommer sogar kühlen, das ist ja bei den immer brutaleren Sommern auch kein Kuxus mehr. Die kosten ja erstaunlicherweise nicht die Welt. Von mir aus noch ein Kamin oder Pelletofen für die ganz kalten Tage, der Kamin wird ja frei wenn die alte Heizung rausfliegt.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Spezialwidde hat geschrieben: 27.12.2024 - 22:02Nee dann würde ich mir doch lieber eine VRF Klimaanlage ins Haus holen.
Leider wird das wieder mal gerade dort wo hohe Wirkungsgrade erzielbar wären durch Vorschriften blockiert. Im Falle einer Erdwärmepumpe mit höchstem Wirkungsgrad beim Heizbetrieb bekommt man keine Genehmigung für VRF - Anlagen weil ja im Falle eines Leitungslecks nebst dem sowieso an die Oberfläche steigenden Kältemittel ein Teil der geringen, im System zirkulierenden Ölmenge ins Grundwasser gelangen könnte. Energetisch macht es einen großen Wirkungsgradunterschied ob man primärseitig mit Winteraussenluftminustemperaturen oder jenen Plusgraden arbeiten kann die eine im Garten tief verbuddelte kältemitteldurchströmte Kupfererdspirale bringt. ich hatte ja nicht umsonst vor Jahrzehnten noch zwei meiner damaligen Bagger am Grundstück stehen... :tongue: ;D :mrgreen:
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

Petz hat geschrieben: 27.12.2024 - 23:34
Spezialwidde hat geschrieben: 27.12.2024 - 22:02Nee dann würde ich mir doch lieber eine VRF Klimaanlage ins Haus holen.
Leider wird das wieder mal gerade dort wo hohe Wirkungsgrade erzielbar wären durch Vorschriften blockiert. Im Falle einer Erdwärmepumpe mit höchstem Wirkungsgrad beim Heizbetrieb bekommt man keine Genehmigung für VRF - Anlagen weil ja im Falle eines Leitungslecks nebst dem sowieso an die Oberfläche steigenden Kältemittel ein Teil der geringen, im System zirkulierenden Ölmenge ins Grundwasser gelangen könnte. Energetisch macht es einen großen Wirkungsgradunterschied ob man primärseitig mit Winteraussenluftminustemperaturen oder jenen Plusgraden arbeiten kann die eine im Garten tief verbuddelte kältemitteldurchströmte Kupfererdspirale bringt. ich hatte ja nicht umsonst vor Jahrzehnten noch zwei meiner damaligen Bagger am Grundstück stehen... :tongue: ;D :mrgreen:
VRF-Anlagen sind eigentlich immer Luft/Luftwärmepumpen. Ich glaube du meinst direktverdampfende Erdanlagen. Das kommt ja gar nicht in die Tüte weil deren Installation ja die Kosten ins Unermessliche treibt. Ich hab ehrlichgesagt noch nichts anderes als Erd- Wasserwärmepumpen gesehen,Erd-VRF ist mir gänzlich unbekannt. Die werden auch so so weit ich weiß gut wie gar nicht mehr eingesetzt, alleine schon wegen der großen Kältemittelfüllmenge. VRF zeichnen sich ja dadurch aus dass sie diverse Heiz/Kühlstellen gleichzeitig versorgen können. Man ersetzt also Heizkörper durch Klimatruhen. Mitunter kann sogar ein Raum gekühlt, zb unterm sonnenbeschienenen Dachgeschoss und mit dieser Wärme ein Raum im Keller geheizt werden. Ich halte es übrigens für falsch die Wärmepumpe auf den größtmöglichen Heizfall auszulegen. Zumindest dann wenn ein Altbau nachgerüstet werden soll, im Neubau ists natürlich was anderes. Dann dümpelt sie die meiste Zeit im Jahr im gedrosselten Teillastbetrieb, das ist eigentlich das was die Leistungszahl drückt. Für die 10 Tage Winter die bei uns noch übrig bleiben tuts dann der Holzofen.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Nicht ganz denn wenn der gesamte Temperaturwandelvorgang nur mit dem Kältemittel durchgeführt wird und wie in meinem Fall erst nachgelagert in den Heizwasserkreislauf übertragen wird, ist das für mich deshalb auch eine VRF weil der Wärmetauscher/Sammler im Gebäude liegt und dessen Verlustwärme zur Gänze ebenfalls der Gebäudetemperierung zugutekommt.
Im Heizbetrieb ist die nötige Füllmenge auch nicht übermäßig groß weil der lange Erdspiralenleitungsteil durch expandiertes Kältemittel in gasförmigem Zustand durchflossen wird und nur Baueinheit Wärmetauscher/Sammler verflüssigt befüllt sind.

Die üblichen Erdwärmepumpen arbeiten ja mit einer Solelösung im Erdleitungskreislauf und Kältemittelwärmetauscher vor der eigentlichen Wärmepumpe.
Petz setzt seine Aktivitäten mit Ende Juni 2020 stark zurück. Ich bleibe aber bis auf weiteres in Ausnahmefällen und per PN für Fragen, Hilfe beim Modellbau etc. noch aktiv.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

Petz hat geschrieben: 28.12.2024 - 09:33 ist das für mich deshalb auch eine VRF weil der Wärmetauscher/Sammler im Gebäude liegt und dessen Verlustwärme zur Gänze ebenfalls der Gebäudetemperierung zugutekommt.
Mag für dich vielleicht so sein, ist aber technisch gesehen nunmal keine, VRF bedeutet variabler Kältemittelfluss innerhalb einer kältetechnisch verzweigten Anlage. Das ist eine Erdwärmepumpe nunmal nicht. Natürlich ist der Massen/Volumenstrom vareabel aber das ist bei jeder Kälteanlage innerhalb ihrer regelungstechnischen grenzen der Fall. Sogar beim einfachen Kompressorkühlschrank.
Petz hat geschrieben: 28.12.2024 - 09:33 Im Heizbetrieb ist die nötige Füllmenge auch nicht übermäßig groß weil der lange Erdspiralenleitungsteil durch expandiertes Kältemittel in gasförmigem Zustand durchflossen wird und nur Baueinheit Wärmetauscher/Sammler verflüssigt befüllt sind.
Um die Verdampferschlangen auch flächenmäßig auch ausnutzen zu können befindet sich das Kältemittel zu mindestens 2/3 der Rohrlänge im Nassdampfbereich um Energie durch Phasenübergang einsammeln zu können. Gasförmig wäre das nicht ansatzweise möglich. Also bleiben wir bei der großen Füllmenge.
Petz hat geschrieben: 28.12.2024 - 09:33 Die üblichen Erdwärmepumpen arbeiten ja mit einer Solelösung im Erdleitungskreislauf und Kältemittelwärmetauscher vor der eigentlichen Wärmepumpe.
Und was meinst du warum man das so löst? Genau: Um die Kältemittelfüllmenge innerhalb der kompakten Wärmetauscher der Wärmepumpe im Vergleich zur direkt verdampfenden Variante geringer halten zu können. Außerdem ist der Ölumlauf in einem weitläufigen Verdampfer ein echtes Problem. Da nimmt man dann auch Einbußen in der Leistungszahl in Kauf. Und warum das Ganze? Es gibt bei der Füllmenge, je nach Art der vom Kyotoprotokoll erfassten fluorierten Kältemittel, Massengrenzen, ab denen besondere wiederkehrende und teure Prüfvorschriften gelten, diese Grenzen sind nur mit Soleanlagen einhaltbar. Das würde den Betrieb einer Wärmepumpe für den Privatman absolut unrentabel machen. Außerdem verkauft es sich auch irgendwie schlecht ein CO2 Äquivalent im Gegenwert von 10 000Litern Heizöl in der Anlage spazieren zu haben. Diese Treibhauspotenzialgrenzen gab es früher in der Form nicht weshalb man in der Anfangszeit von Wärmepumpen durchaus Direktverdampfer gebaut hat. Aber da durfte man auch noch R134a in Druckdosen kaufen und durch Fußballtröten tonnenweise in die Luft blasen. Dafür würde man heute wohl gesteinigt...
Zuletzt geändert von maba04 am 31.12.2024 - 11:51, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat korrigiert.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Che »

NeusserGletscher hat geschrieben: 20.12.2024 - 18:10
In Altbauten liegen die mittleren Jahresarbeitszahlen von Luft-Wärmepumpen zwischen 2,4 und 2,7. Da Wärmestrom derzeit doppelt so teuer ist wie Erdgas, rechnet sich der Mehraufwand für eine Luft-WP derzeit nicht.
Nunja, also ich heize 269qm Fachwerkhaus mit Innendämmung aus 2002 bzw. zur Hälfte aus 1986. Luft-Luft-Wärmepumpe, Wandradiatoren habe ich beibehalten, da ich schlicht herausgefunden habe, dass auch bei meiner alten Ölheizung 48 Grad Vorlauf ausgereicht hatten.
JAZ liegt nach 2 Wintern bei 4,8 - also ich kann nicht meckern. Zum Glück war ich noch knapp vor der Ukrainekrise dran, durch die Ersparnisse sollte ich die Kosten nach rund 7-8 Jahren drin haben und die alte Heizung wäre ohnehin irgendwann mal dran gewesen, was ja auch wieder Kosten bedeutet hätte.

Die Vorurteile dass Wärmepumpen im Altbau oder mit Wandradiatoren nicht ordentlich funktionieren kann ich also nicht im Geringsten bestätigen, wobei man natürlich sicherlich jedes Haus individuell betrachten muss. Der beste Tipp ist denke ich jedoch immer die Vorlauftemperatur zu senken, damit geht man auf Nummer sicher.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Spezialwidde »

Che hat geschrieben: 30.12.2024 - 17:13 wobei man natürlich sicherlich jedes Haus individuell betrachten muss.
Genau das ist der entscheidende Satz der eigentlich alles sagt. Früher hat man einfach einen überdimensionierten Heizkessel installiert und so jedes Haus in jedem Fall warm gekrigt, Öl und Gas hat ja nichts gekostet, fertig war die Kiste. Da wurde nicht groß geplant sondern einfach großzügig ausgelegt. Das ist in den Köpfen vieler Heizungsbauer auch noch so drin. Heute muss man ganz individuell für jedes Gebäude einen Umrüstplan erstellen. Genaue Bestandsaufnahme des aktuell verbauten Heizsystems und dann eine sinnvolle Lösung erarbeiten. Manchmal kommt man da auf ganz erstaunliche Resultate, zum Beispiel können uralte gusseiserne Großflächenheizkörper mitunter problemlos weiterbetrieben werden während der Nachbar seine recht neuen aber zu kleinen Flachheizkörper tauschen lassen muss.
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Re: Die große Klima-Diskussion

Beitrag von Petz »

Spezialwidde hat geschrieben: 29.12.2024 - 11:09 Natürlich ist der Massen/Volumenstrom vareabel aber das ist bei jeder Kälteanlage innerhalb ihrer regelungstechnischen grenzen der Fall. Sogar beim einfachen Kompressorkühlschrank.
Zumindest hat sich bei mir noch kein Kühlschrank vorgestellt der über ein variabel temperaturgesteuertes Expansionsventil verfügte - auch keine Autoklima mit einem solchen und ich hab im Lauf der Zeit doch etliche im Bekanntenkreis ausgemusterte Kühlschränke zerlegt um entweder meinen Kältemittelvorrat aufzufüllen und/oder weil ich den noch funktionierenden Kompressor für andere Zwecke brauchte.
Spezialwidde hat geschrieben: 29.12.2024 - 11:09 Um die Verdampferschlangen auch flächenmäßig ausnutzen zu können befindet sich das Kältemittel zu mindestens 2/3 der Rohrlänge im Nassdampfbereich um Energie durch Phasenübergang einsammeln zu können. Gasförmig wäre das nicht ansatzweise möglich. Also bleiben wir bei der großen Füllmenge.
Ich hatte als Verdampfer einfach eine 50 m lange 10 mm Kupferleitung möglichst tief im Erdreich verbuddelt und mit dem Sammler/Wasserwärmetauscher eine Gesamtfüllmenge von etwa 5 Kg - viel ist bei mir was anderes... :wink:
Spezialwidde hat geschrieben: 29.12.2024 - 11:09 Die üblichen Erdwärmepumpen arbeiten ja mit einer Solelösung im Erdleitungskreislauf und Kältemittelwärmetauscher vor der eigentlichen Wärmepumpe.
Und was meinst du warum man das so löst? Genau: Um die Kältemittelfüllmenge innerhalb der kompakten Wärmetauscher der Wärmepumpe im Vergleich zur direkt verdampfenden Variante geringer halten zu können. [/quote]Es macht natürlich nen Unterschied ob man sich als Anlageninstallateur an Vorschriften halten muß oder sie so wie ich damals unter Verwendung von Kompressor und Wasserwärmetauscher/Sammler einer ausgeschiedenen Supermarktkühlraumanlage selber nach Lust und Laune zusammenstellte. Die lief übrigens fast 15 Jahre lang klaglos bis der durchgerostete Wärmetauscher ihr Leben beendete und ich dann auf die erste gebrauchte Luft/Luft WP umstieg.

Edit: Meine Heizkörper waren auch noch gute alte Gußeisenmonster die allesamt vom Schrottplatz kamen... ;D
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