Ab Hauingen erreichten wir bei schönstem Wetter und Nebel im Rheintal binnen gut 1:40 h den Parkplatz an der Mauselaine, wo sich die "Front de Neige" von Gérardmer befindet. Schon die Anfahrt hier war interessant, denn während es auf der Elsässer Seite der Vogesen doch eher etwas abgeranzt aussieht, fühlt man sich im Stadtbild hier in den französischen Alpen - mit Chalets und hübschem Städtchen.
Den Parkplatz befuhr ich kurz nach 9 Uhr und da war dann auch tatsächlich noch eine Lücke in der zweiten Reihe vom Anfängerhang her frei - kurze Wege waren damit schonmal garantiert. Parken war kostenlos. Ski angeschnallt und ab zur Kasse, nur 2 Leute vor uns. Und man hat sogar ganz bereitwillig die KeyCard von La Bresse neu aufgeladen - sonst entgegnet man mir ja immer, das gänge nicht (auch wenn man dasselbe System nutzt). 63,50 Euro sollte der Spaß für uns beide für einen Tag kosten, bis gestern wäre der Preis günstiger gewesen, denn es es hätte zur Saisoneröffnung der Tarif "ouverture partielle" (Teilöffnung) gegolten. Das fand ich schon etwas kurios, da bei unserem Besuch exakt dieselben Lifte und Pisten geöffnet waren wie die Tage vorher - nur halt teurer.
Und schwupps, standen wir dann auch schon auf der Piste. Blick aufs schattige Anfängergelände mit 1SL "Petite Mauselaine", etwa weiter rechts befanden sich noch ein Förderband und der "abgetellerte" SSL "Tremplin" sowie der kurze Seillift "Pré Didier":
Für uns ging es gleich mit der gleichnamigen 6KSB (ein echter Doppelmayr!!!) hinauf auf den Grand Haut. Die Bahn lief super fix und man war nur so 3 bis 4 min unterwegs. Hier oben war man dann auch wieder in der Sonne:
Blick hinüber zum Hohneck, rechts unterhalb liegt das Skigebiet von La Bresse:
Pistenplan und Öffnungsinfo zu den wichtigsten Anlagen im Nachbarteilgebiet "Grouvelin", Pistenpläne gab's genug im Gebiet, von dem her war es besser aufgestellt als La Bresse-Hohneck:
Sonnig geht's zur Abfahrt "Souris" (Maus), die ersten Meter muss man schieben (zu anderen Abfahrten ging's ohne):
Die Lieblingsabfahrt aller Katzen dieser Welt ist grün markiert, hatte aber ein schon fieses Stückchen drin, an dem so mancher verzweifelte. Für uns war das freilich kein Problem, wir fuhren dann auch nur bis zum Bereich "Chaume Francis", wo 3 KSSL und eine 4SB starten und sich auch ein Restaurant befindet. Denn wir wollten weiter hinter auf die Tête de Grouvelin. Die 4er-Sesselbahn "Grouvelin" auf selbigen Berg war leider aus nicht bekannten Gründen ausser Betrieb (Edit: aus Personalmangel, so die Liftgesellschaft auf Anfrage), so blieb nur die Nutzung der Alternativanlage Doppel-KSSL "Chaume Francis" - eine Monsterkonstruktion mit ordentlich Steigung im mittleren Abschnitt:
Bei der Bergstation des Doppel-KSSL auf der Tête de Chaume Francis, einem kleinen Vorhügel der Tête de Grouvelin, entschieden wir uns dann für das Herüberfahren zum kurzen KSSL "Chaumes", der Horroranlage hier (siehe weiter unten). Nach vielleicht nicht einmal einer Minute waren wir dann oben, rechts die stehende 4SB:
Wir entschieden uns dann zur Abfahrt über die Piste "Ourson" (Teddybär) zu den KSSL "Les Hêtres", einer Doppelanlage, von der der rechte Lift ca. 100 m weiter nach unten führt als der linke:
Auf dem Bild hinterm Lift kann man das Berghotel "Auberge de Grouvelin" erkennen, es war aber verriegelt und verrammelt. Mittagessen würden wir hier später nicht bekommen...
Wir fuhren noch ne Runde auf der Teddybärpiste und arbeiteten uns dann wieder Richtung Tal vor. Hierzu kann man - so man "grün bleiben will" - von der Tête de Grouvelin die kurze Piste "Hibou" ("Eule", im Pistenplan blau, vor Ort grün markiert, aber mit gut Gefälle) runterfahren und dann mit einem Seillift wieder auf die Tête des Chaume Francis gelangen. Der Seillift schämte sich nicht, mir mitzuteilen, dass ich zu schwer bin. Der Motor so: "brrrrrrummmmm", ein Erwachsener vor mir immernoch "brrrrrrummmmm", ein zweiter und ein dritter Erwachsener - "brrrrrrummmmm", mein Sohn - "brrrrrrummmmm", dann ich - ... "wüüüüüürrrrrggggggg". nunja, also ging es nur noch gefühlt halb so schnell weiter...
Auf dem Vorgipfel angekommen startet dann die schöne Abfahrt "Ecureuil" (Eichhörnchen), die auch dasselbe fiese Stück bedient wie die "Souris". Man kann ja um die purzelnden Anfänger herumfahren...
Vorbei geht es an der verlockenden roten "Sanglier rouge" ([rote(s)] Wildschwein):
Schöne Eichhörnchenabfahrt, mit Bildergalerie:
Vom Eichhörnchen wechselten wir auf die Maus, welche im weiteren Verlauf dann doch recht schön und einfach zur Front de neige zurückführt. Hier war es kurz vor 11, Sohnemann gelüstete es nach einem Getränk. Da nicht herauszubekommen war, ob das Restaurant Chaume Francis auf hat (letzte Bewertung 6 Monate alt und sah vor Ort vorher zu aus), entschieden wir uns hier zum Mittag zu bleiben. Das "Self" sollte 11:30 Uhr öffnen, und zwar keine Minute früher. Angebot:
Nach dem Mittagessen (Schnipo bzw. Wienerle mit Pommes) ging's dann wieder rauf mit der 6KSB. Oben probierten wir direkt mal den Anfängerhang bei der Bergstation aus. An diesem befindet sich der kurze 1SL "Crête" - meine erste Anlage von "Top Lift Sweden":
Dann ging es über die grüne Talabfahrt "Renard" (Fuchs) wieder herunter. Diese wurde schön modelliert angelegt und ist nicht so "anspruchsvoll" wie die "Souris". Zudem war der Schnee hier komplett gut. Macht Spaß!
Ziel auf der "Fuchs" im Tal ist der Anfängerbereich:
Dann fuhren wir nochmal ne Runde bis zum hintersten Punkt, hier der Bereich "Chaume Francis" (leider etwas unscharf), links KSSL "Reinette", mittig die beiden "Chaume Francis"-KSSL und dahinter die 4SB "Grouvelin". Man sieht auch das hier schön sonnig gelegene Bergrestaurant "Chaume Francis".
Wir fuhren eine Runde am KSSL "Reinette", der trotz seiner kurzen Länger gleich 2 Kurven hat und super sanft anfuhr eine Runde und kehrten dann auf Kaffee/Schoggi in diesem (nun definitiv offenen...) Restaurant ein. Espresso kam 1,80, Leitungswasser war gratis aus bereitstehenden Karaffen zum Selberfüllen. Top (auch wenn die Karaffen zwischendurch nicht abgewaschen werden...).
Zum Essen hätte ich hier sogar meine geliebte Tartiflette bekommen...:
Nach dem zünftigen Einkehrschwung fuhren wir nochmal mit dem KSSL "Chaume Francis" rauf, nun mit dem linken. Dieser läuft erheblich sanfter an als der rechte, dafür wr die Trasse komplett vereist. Man kann eben nicht alles haben
Und schon standen wir wieder am Horrorlift "Chaumes". Erst später begriff ich, dass man den bei der Verbindung zu den "Hêtres"-Liften via Piste "Faon" (Rehkitz, nicht etwa Pfau
Nochmal oben an der Tête de Grouvelin, gleich 4 grüne Abfahrten führen hier zu den "Têtras"-Liften - mit immerhin bis zu 850 m Länge, wir fuhren sie fast alle - den schon bekannten Teddy, die Ameise ("Fourmi"), die Murmeltier ("Marmotte") - nur die "Faon" nicht, warum auch immer.
Blick Richtung Süden:
Die "Fourmi" bietet eine zweite "Pistengalerie":
Anschließend ging es für uns wieder ins Tal auf ein paar Fahrten auf der "Renard" und dem Anfängerhang. An letzterem füllte ich mein Karmakonto etwas auf, in dem ich gleich 4 kurz vor der Bergstation des 1SL gestürzte Kinder aufsammelte, irgendwie war denen kein anderer zu Hilfe gekommen und sie lagen halt so blöd auf der Schleppspur herum...
Wir hielten dann auch tatsächlich bis 16:30 Uhr durch bzw. mein Sohn tat dies (er war in La Bresse noch nach nur 3,5 h vollkommen fertig), und dann starteten wir die lange Rückfahrt nach Hause (die nun 2 h dauern sollte, da das Navi das so wollte....).
Fazit:
Gérardmer ist gut für Anfänger geeignet, die vielen, auch langen, grünen Pisten sind super. Auch für den Fortgeschrittenen gibt es gute Abfahrten - bis hin zu rot markierten Steilhängen. Preislich okay, schade dass die 4SB nicht lief. Insgesamt erinnert das Skigebiet mehr an eines in den Alpen als an eines im Mittelgebirge - bei La Bresse ist es genau andersherum. Das Essen schien mir verbesserungswürdig, aber das sagen die Bewertungen der Restaurants am Parkplatz bei Google ja auch. Ich komme auf jeden Fall wieder!