Rosskogel, 2649 m, vom Rangger Köpfl
Viel Platz, toller Schnee und herrliche Aussicht – Skifahrerherz, was begehrst Du mehr?
Unseren diesjährigen Skiurlaub in der Faschingswoche verbrachten wir wie in 2024 im Hochpustertal (fünf Übernachtungen, sechs Skitage). Da wir am Anreisetag noch Skifahren wollten, überlegten wir uns für beide möglichen Anfahrtsrouten (Brenner, Felbertauern) geeignete Skiziele, die den Fähigkeiten von K2 angemessen waren (Leistungsklasse „Winklmoosalm“ bzw. „Lenggries-Draxlhang“) und auch Halbtagestickets anbieten. Auf der Felbertauernroute wäre das etwa St. Johann in Tirol gewesen. Und für die Brenner-Route brachte uns Kaldinis jüngster Bericht auf das Rangger Köpfl: kleiner Umweg zwar, aber sicherlich nicht überlaufen, auf der 2. Sektion eine wunderbar sanfte Steigung, perfekt als leichte Steigerung zu den oben genannten Klassikern für Skianfänger.
Schon bei der Anfahrt auf der Inntalautobahn erkennt man das Skigebiet Rangger Köpfl sofort
Nach gut 1 Std. 50 min problemloser Fahrt (Sonntag!) erreichten wir Oberperfuss gegen 8.30 Uhr. Der Parkplatz füllte sich rasch, laut den Kennzeichen aber quasi alles Einheimische.
Das Wetter war ein Traum: Blauer Himmel, aber nicht zu warm, in den Nächten davor hatte es wohl oberhalb 1500-1600 m etwas Neuschnee gegeben, so dass eine spätwinterliche Stimmung aufkam. Die Schneeverhältnisse waren sehr gut: Griffig, gut präpariert, oben pulvrig, weiter unten firnig, dann sulzig, aber nicht zu extrem.
Das Skigebiet ist schnell erklärt: drei Sektionen von 835 m bis auf 1930 m. Dier ersten beiden Sektionen 8-EUBs, davon die erste in Nordostausrichtung, die beiden oberen Sektionen direkt östlich orientiert.
Talstation 8-EUB Peter Anich I in Oberperfuss auf 835 m. Ersetzte 2007 eine DSB aus dem Jahr 1973
Die Talabfahrt ist zwar beschneit, aber vmtl aus Kostengründen wird diese nur mehr bis zur Talstation des SL Egghof durchgeführt, so dass die eigentliche und durchaus steile Abfahrt sich als komplett aper präsentiert und die zahlreichen Tourengeher (am 2.3. war offenbar eine Art Rennen o.ä.) auch bis zur ersten Mittelstation Stiglreith hinauffahren. An dr Witterung scheint die fehlende Beschneiung nicht zu liegen, denn die ähnlich tief hinunterführenden Abfahrten in Mutters und Götzens sind allesamt offen. Das Kostenargument kann ich nachvollziehen, finde es aber schade: schließlich hat man ja vor Jahren sicherlich auch Einiges in die Einrichtung der Beschneiung auf der 1. Sektion investiert, oder? Ich vermute, dass das Rangger Köpfl mit dieser Aufgabe der Talabfahrt aus Kostengründen nicht lange allein bleiben wird…
Sinnbild der Auswirkungen des Klimawandels auf den Skitourismus? Ehemalige beschneite Talabfahrt nach Oberperfuss an der 1. Sektion, heute Skiroute 2. Klimawandel hin oder her, eine Beschneiung gäbe es, aber die ist wohl zu teuer geworden…
8-EUB Peter Anich II Bergstation auf 1650 m
Start der blauen 5 an der Bergstation der 8-EUB Peter Anich II. Im Bild ein typischer Gast des Rangger Köpfls: ein Tourengeher
In der 8-EUB Peter Anich II, Baujahr 2017. Oben erkennt man sehr gut die neue Kombibahn und ihre im Vergleich zum Vorgänger-SL, dessen Stützen teilweise noch stehen, versetzte Trasse. Rechts und unterhalb der Sektion II die blaue Piste 5, der Hauptgrund unseres heutigen Besuchs hier
Piste 5 blau in ihrem oberen Bereich. Hinten oben bereits die 3. Sektion
8-EUB Peter Anich II und Piste 5 – wie man sieht, nicht übertrieben breit
Piste 5 kurz vor der ersten Mittelstation Stieglreith auf 1360 m
Mittelstation Stieglreith
Bergstation der 8-EUB Peter Anich I auf Stieglreith. Links außen der SL Egghof
Auf der dritten Sektion fährt seit dieser Saison 2024/25 eine brandneue Kombi-Bahn aus 6-KSB und 8-EUB bis zur weiten, breiten Gipfelkuppe des Rangger Köpfls.
Kombibahn Peter Anich III im Zoom aus der 2. Sektion. Man sieht, die rote 2/3 geht direkt am Lift entlang hinunter, weiter oben bieten südlich die 1 bzw. nördlich die 4 Abwechslung – beider waren aber an diesem Tag offiziell geschlossen…
Talstation Kombibahn Peter Anich III. Sehr schön, dass man hier nicht immer abschnallen muss
Bis zur Talstation des SL Egghof ergeben sich damit immerhin mehr als 600 Hm sehr aussichtsreiche Abfahrten.
Piste 7 (rot) am SL Egghof – ein DM-Kurzbügler von 1973. Kaum etwas los, wunderbarer Pistenfirn. Sehr schön, dass es so etwas noch gibt!
Talstation SL Egghof und Blick die rote 7 hinunter in Richtung Inntal. Hier endet nun das Skigebiet Rangger Köpfl auf ca 1245 m Höhe
Überhaupt ist das Panorama und die damit einhergehende Stimmung ein wesentlicher Pluspunkt des Gebietes. Man blickt direkt von Westen auf Innsbruck (insbesondere dessen markanten Flughafen), im Norden auf die Seefelder Senke, im Nordosten auf die Nordkette mit den beiden Solsteinen, im Südosten auf die Kalkkögel und weiter hinüber zum Patscherkofl und die westliche Tuxer Alpen.
Vom Weiß ins Grüne, ein immer reizvoller Kontrast. Hinten die Start- und Landebahn des Innsbrucker Flughafens, links die Trasse der Karwendelbahn
Innsbruck von Westen, vom Rangger Köpfl. Tolle Stadt, tolle Leute, tolle Zeit dort gehabt, große Dankbarkeit
Im Westen der Nordkette – der Große (Bildmitte) und der Kleine Solstein (rechts). Ja, stimmt schon, der „Kleine“ ist fast 100 Hm höher und deutlich anspruchsvoller zu besteigen. Schon 25 Jahre her, mein Besuch…
Die Solsteine von etwas weiter unten, vermutlich 1. Mittelstation Stieglreith
Kalkkögel
Die Skischneisen des Patscherkofels, links oberhalb davon der Glungezer, rechts oberhalb das Kreuzjoch (?) – im Sommer 2009 alles erwandert auf dem Weg nach Hintertux über die Wattener Lizum…
Rosskogel, 2649 m, dominiert im Westen die Aussicht vom Rangger Köpfl
Abfahrtsstart ganz oben am Rangger Köpfl – ich will jetzt nicht übertreiben, vielleicht spricht auch die Vorfreude aus mir, aber ein bisschen kronplatzartig ist es hier oben schon; ein bisschen zumindest
Abfahrt 3 (rot) an der 3. Sektion des Rangger Köpfls – sehr breit, sehr schön, wenig Leute auf der Piste, obwohl insgesamt nicht so wenig los war und wir an den Sektionen 2 und 3 auch immer wieder ein wenig warten mussten
Am Tag unseres Besuches war neben der Talabfahrt auch die blaue Piste 1 und die rote 4 im Gipfelbereich geschlossen, beide offenbar nicht (komplett?) beschneit.
Pistenplan und Öffnungsstatus Rangger Köpfl am 02.03.2025
Gipfelbereich Rangger Köpfl am Rand der roten 3. Hier würde es zur roten 4 etwas nach Norden gehen, aber heute nicht präpariert/offen
Insbesondere eine blaue Abfahrt wäre für K2 im Gipfelbereich natürlich toll gewesen, denn er hatte zu diesem Zeitpunkt noch ein Selbstvertrauensproblem mit etwas steileren Passagen trotz recht sicheren Pflugbogens, das sich im steileren Schlussabschnitt oberhalb der zweiten Mittelstation sowie auf der Egghofpiste sofort bemerkbar machte. So blieb er v.a. auf der blauen 5 und gewöhnte sich weiter an die längeren Skier (90 cm nun) und sammelte fleißig Höhenmeter und Skipraxis. Immerhin bietet die 2. Sektion 287 Hm, also fast drei Mal Wegscheider Tallifte.
Am Südrand der breiten Gipfelkuppe des Rangger Köpfls öffnet sich dieser Blick auf eine weite Hochalm; im Hintergrund der Rosskogel. Die Bergbahnen verkürzen den zahlreichen Tourengehern natürlich auch die Routen
…und der Blick in die Gegenrichtung
…zur Bergstation der neuen Kombibahn
Bergstation neue Kombibahn 8-EUB/6-KSB Peter Anich III von der Nordseite
Mittags kehrten wir dann am Sulzstich ein und fuhren danach mit der Gondel ins Tal, was ohne jede Hektik möglich war, denn trotz Halbtageskarte (38 Euro für Erwachsene) kann man die finale Talfahrt bis zum Ende der Betriebszeit antreten – sehr fair und sicherlich ein Plus für die Hüttenwirte.
Nach einem Tankstopp kurz vor der Autobahn ging es dann auf der A12 West zur Brennerautobahn und staufrei, aber meist auf 80 oder gar 60 beschränkt hinauf zur Staatsgrenze und weiter problemlos ins Pustertal. Einkaufen in Bruneck bei Eurospar und dann wie letztes Jahr zum wunderschönen Haubenthal.
Fazit: ein sehr schöner, entspannter Auftakt zu unseren Faschingsferien; neues, kleines, aber feines Tiroler Skigebiet kennengelernt (Danke vielmals für die Inspiration an kaldini!), das für uns alle zum richtigen Einfahren in die Saison (ja, ich weiß, spät aber nie), v.a. aber für K2 genau richtig war. Ob wir nochmals kommen werden? Sag niemals nie – vermutlich nicht extra deswegen fast zwei Stunden aus München, aber auf der Durchreise, so wie heute? Wieso nicht? Und auf den Rosskogel im Sommer wandern wollte ich schon lange.
Verlauf zum Mitschreiben:
1. 8-EUB Anich I: 512 Hm => Talabfahrt trotz Beschneiung komplett aper; wird nicht mehr beschneit, nur mehr Route, schade.
2. 8-EUB Anich II: 287 Hm (auf 1,6 km Länge, also gut flach)
3. 8-EUB Anich II
4. SL Egghof: 142 Hm Schöner DM-Tellerlift. Laut Liftwart noch 80 cm Schnee auf der Piste, trotzdem einige Löcher in der Lifttrasse.
5. 8-EUB Anich II
6. 8-EUB/6-KSB Anich III: 330 Hm (ganz neu, Baujahr 2024): einmal mit K2, dann die nächsten Male immer mit K1 alleine; oben breite Gipfelkuppe, dem Kronplatz nicht unähnlich
7. SL Egghof
8. 8-EUB Anich II
9. 8-EUB/6-KSB Anich III:
10. SL Egghof
11. 8-EUB Anich II
12. 8-EUB/6-KSB Anich III => Mittagessen am Sulzstich (Fritattensuppe, Pommes, Spaghetti Bolognese)
13. Talfahrt 8-EUB Anich I