Viele Parkplätze sind unter den Gewinnern des Greenpeace-Negativpreises – auch der Tirol-Sieger. Die Umwelt-NGO will jetzt mit den Verursachern über eine Begrünung sprechen.
Der siegreiche Tiroler „Betonschatz“ ist für Greenpeace der Parkplatz des Skizentrums Hochzillertal in Kaltenbach. Rund 25.000 Quadratmeter Fläche seien dort laut der Umweltschutzorganisation durch Asphaltierung versiegelt worden. Der Parkplatz werde hauptsächlich in der Wintersaison verwendet, über weite Teile des Jahres bliebe die Fläche ungenutzt.
Der Parkplatz ist in der Skihauptsaison oft überbelegt, es kam immer wieder zu Problemen. Vergangenes Jahr wurde vom Gemeinderat ein weiteres Parkhaus mit rund 420 Stellplätzen genehmigt. Von Anrainern und mehreren Gemeinderäten hagelte es dafür heftige Kritik.
Man kann ihnen nicht vorwerfen, dass das wirklich ein Schandfleck ist. Schaut unglaublich hässlich aus und ist in der Art und Weise nicht nachhaltig gebaut worden...
Stimmt rein zahlenmäßig betrachtet natürlich, aber das Relativieren macht's auch nicht besser. Man hätte die Blechlawinen ja auch unterirdisch unterbringen können oder Parkhäuser komplett begrünen, PV dran usw.
Blöde Frage am Rande: Aus diesen Kreisen wird doch stets behauptet, der Wintertourismus sei am Ende, im Sommertourismus läge die Zukunft. Ergo wäre jede Investition in Lifte und Beschneiung rausgeworfenes Geld.
Wieso ist dieser Parkplatz dann im Winter voll und im Sommer leer? Merken die überhaupt noch, wenn sie sich selbst widersprechen?
Heute wäre das in dieser Form kaum mehr zu genehmigen. Wobei, im Zillertal ...
Das Problem ist ja nicht mal an sicher der Flächenbedarf, sondern diese riesige homogene Asphaltfläche. Wohin da wohl das Oberflächenwasser hin versickert wird ...
NeusserGletscher hat geschrieben: 12.09.2025 - 15:53
Blöde Frage am Rande: Aus diesen Kreisen wird doch stets behauptet, der Wintertourismus sei am Ende, im Sommertourismus läge die Zukunft. Ergo wäre jede Investition in Lifte und Beschneiung rausgeworfenes Geld.
Wieso ist dieser Parkplatz dann im Winter voll und im Sommer leer? Merken die überhaupt noch, wenn sie sich selbst widersprechen?
Wer soll denn da im Sommer parken? Die Bahnen laufen ja nicht, weil man die Leute lieber mit dem Auto rauffahren lässt.
Natürlich eine Verschwendung. Aber da war wahrscheinlich das Bauland noch billiger.
Ich versteh halt nicht, warum der Schultz die Flächen nicht besser verwerten will. Das ist doch die perfekte Lage für ein oder sogar mehrere Hotels. Stattdessen baut er jetzt neben der Tankstelle in Uderns.
NeusserGletscher hat geschrieben: 12.09.2025 - 15:53
Blöde Frage am Rande: Aus diesen Kreisen wird doch stets behauptet, der Wintertourismus sei am Ende, im Sommertourismus läge die Zukunft. Ergo wäre jede Investition in Lifte und Beschneiung rausgeworfenes Geld.
In der Höhenlage wird man mit kräftiger Beschneiung schon noch ein paar Jährchen durchhalten.
Andererseits bin ich ganz froh über diese - wahrlich nicht schönen - Asphaltparkplatz, im vergleich zu den matschplätze fie es andernorts oft gibt/gab (z.B. bisher der Parkplatz an der Waldbahn Fiss/Serfaus)
Die haben ca. 10.000 Tonnen Asphalt verbaut.
Zum Vergleich: ein neues Windrad braucht bis zu 5000 Tonnen Beton als Fundament.
1 Hektar Solarpark ca. 2000 Tonnen.
Beide Vergleichskandidaten haben nach dem Bau aber einen großen Nutzen. Der Parkplatz wird eher einseitig und nicht mal ganzjährig genutzt. Energie liefert er auch nicht. Insofern finde ich diese Vergleiche nicht sonderlich zielführend. Man sollte vielmehr die Betreiber dazu a halten, Parkplätze möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Offenes Pflaster, viele Bäume usw
Eine Augenweide ist der Parkplatz unbestrittenerweise nicht.
Andererseits dürfte die Versiegelung der Böden hauptsächlich im urbanen Bereich ein grosses Problem sein. Man müsste also auch das Verhältnis der versiegelten Fläche zum unbebauten Umland berücksichtigen.
TPD hat geschrieben: 14.09.2025 - 09:19
Eine Augenweide ist der Parkplatz unbestrittenerweise nicht.
Andererseits dürfte die Versiegelung der Böden hauptsächlich im urbanen Bereich ein grosses Problem sein. Man müsste also auch das Verhältnis der versiegelten Fläche zum unbebauten Umland berücksichtigen.
Ich denke grad in Gegenden, die durch ihre Geographie für Überschwemmungen prädestiniert sind (gerade in Alpentälern gibt es ja tendenziell so schon sehr wenig Fläche, wo Wasser versickern kann...der Großteil sind ja Hänge, wo das Wasser einfach abfließt), ist Bodenversiegelung problematischer als beispielsweise in Städten. Noch dazu haben die allermeisten Städte auch deutlich größere Kanalisationen, die mit großen Wassermengen leichter klarkommen dürften, als ein kleineres Dorf irgendwo in den Bergen.
Bei der Bodenversiegelung geht es ja nicht nur um den Wasserabfluss, sondern auch um die Speicherung der Wärme.
Und da dürfte dieser Parkplatz das kleinere Problem sein, als ein asphaltierter Platz in einer Stadt.
TPD hat geschrieben: 14.09.2025 - 17:32
Bei der Bodenversiegelung geht es ja nicht nur um den Wasserabfluss, sondern auch um die Speicherung der Wärme.
Und da dürfte dieser Parkplatz das kleinere Problem sein, als ein asphaltierter Platz in einer Stadt.
Gerade der Wasserabfluss ist aber in Tälern relevant. Weil da jede weitere Fläche, wo kein Wasser versickern kann, bei der eh schon stark begrenzten Fläche sehr starke Auswirkungen im Fall von starken Regenfällen hat.
Der Effekt auf die Umgebungstemperatur wird gerade hier bei der Wahl der Parkplätze eine denk ich nur sehr untergeordnete Rolle gespielt haben....
MarcB96 hat geschrieben: 15.09.2025 - 18:24
Gerade der Wasserabfluss ist aber in Tälern relevant.
In den Bergen versickert doch sowieso wenig Wasser im Vergleich zum Flachland. Durch das natürlich vorhandene Gestein mit wenig bis gar keiner sickerfähigen Bodenauflage kommt das Wasser nicht wirklich durch, was bleibt ihm denn anderes als sich am tiefsten Punkt, also dem Tal zu sammeln und von dort abzufließen? Deswegen haben Starkniederschläge da ja auch immer solch besonders heftige Auswirkungen. Ob da die Flächenversiegelung durch ein paar Parkplätze soviel Einfluss hat? Ich meine Alternativen zum Asphalt gäbe es ja, wenn man keinen dreckigen Schotterplatz haben will wären zum Beispiel Gittersteine eine Option.
Mit einer öffentlichen Abstimmung und Jurybewertung wurden die grauesten Betonwüsten ermittelt. Der Parkplatz Ski-Optimal im Hochzillertal landet in Tirol am ersten Platz. Im Rahmen der Vorstellung der Bundesländer fordert Greenpeace eine Begrünungsoffensive von Bund, Ländern und Gemeinden.