Die Bergbahnen Verbier zeigen es ja bestens, dass es möglich ist bereits Vollbetrieb anzubieten. Wobei die Betonung auf "voll" und weniger auf Betrieb liegen sollte, weil die nicht wenigen Besucher sich im Gebiet kaum verteilen können. Der Greppon-Blanc und Tracouet-Sektor würden dass Gebiet schon sehr stark entlasten.
Selbst Combatzeline hat man am Montag nach dem Wochenende, als Sparmassnahme wieder geschlossen. In meiner Rangliste der Lieblingsskigebiete sind die 4 Vallées damit erstmal aus den Top 3 raus und dass obwohl die anderen 2 Bergbahnen einen guten Job gemacht haben. Es scheint wohl in diesem Gebiet zuviel verlangt, dass alle am selben Strang ziehen.
Doch nun genug des Negativen. Ich hatte in den Vier Tagen sehr viel Spass, vorallem weil es trotz des kastrierten Gebiets nicht möglich ist, das gesamte Angebot an einem Tag voll auszukosten. Auch das Wetter war insgesamt auf meiner Seite. Sonne pur am Montag und Dienstag, mal Sonne und mal bewölkt am Sonntag und lediglich am Samstag Nebel und Schneefall.
Jeden Tag startete ich in Siviez und gehörte immer zu den ersten auf den Pisten. Zweimal startete ich am Plan du Fou, einmal am Combatzeline und einmal gings direkt nach Verbier.
Nun lasse ich die Bilder von den verschiedenen Tagen sprechen und werde Zuletzt noch ein Fazit ziehen.
Am Plan du Fou ist die Piste bis auf einige Eisplatten immer in gutem Zustand gewesen.
Hier hatte ich am ersten Tag einen Sturz. Dieser letzte Hang taugt eigentlich immer um ans Seitenlage-Limit zu gehen. Darüber hinaus sollte man aber nicht, egal wie spaßig es gerade ist
Die blaue Piste von Tortin nach Siviez war teilweise sehr eisig. Dafür dass es eine Ideale Piste für Anfänger ist, hätte man hier ruhig etwas trockeneren Schnee beschneien dürfen.
Die Kabinenbahn Chassoure ist wohl in meiner Top 10 der Seilbahnen drin. Steile, flache, niedrige und hohe Trassierung, alles dabei.
Blick auf den "Mur de Chassoure" obwohl es nur wenig Schnee hat, hatte ich in allen Tagen nur einmal Steinkontakt. Toll das man die Route geöffnet hat!
Nachdem man von der Berstation der Kabinenbahn die präparierte Piste abfährt, kommt man in den "Lac des Vaux"-Kessel. Eine, mit ca. 600 Meter Streckenlänge, kurze 4KSB von Leitner erschliesst hier einige durchaus lohnenswerte Abfahrten.
Auch das "Vallon d'arbi" beginnt hier.
Durch ein völlig unberührtes Hochtal führt die unpräparierte Skiroute bis nach la Tzoumaz.
Wenn man alleine unterwegs ist, lohnt es sich mal kurz anzuhalten und zu lauschen. Man hört nämlich meistens genau gar nichts. Kein Geschrei, kein Antrieb einer Seilbahn und keine carvenden Skikanten. In welchem Grossgebiet gibt's sowas sonst?!
Unten muss man zwingend die 8KBK la Tzoumaz-Savoleyeres nehmen um ins Hauptgebiet zurückzukommen.
Auch der Sektor "Tzoumaz" ist jedoch einen Aufenthalt wert. Wie hier auf einer der zahlreichen Pistenvarianten auf der Nordseite.
Auch die Südseite ist mit einigen Pisten und Anlagen erschlossen. Die 2SBF "la Tournelle" und der Schlepplift "le Sud" erschliessen kurze aber durchaus schöne Pisten.
Mittendrin ist dabei immer noch die lebende Legende. Die von Giovanola gebaute Kabinenbahn "Verbier-Savoleyeres" dient aber nur als Zubringer.
Meine Lieblingspiste in diesem Teilgebiet befindet sich (von oben gesehen) rechts der 8KBK und führt durchgehend als rote Piste bis ins Tal. Die geniale Trassierung, die schöne Hangneigung, geringe Frequentierung und der Tiefblick ins Rhonetal tragen dazu bei, dass mir die Piste so zusagt. Als nächstes geht's wieder in den Hauptsektor. Die Reise dorthin ist aufgrund der Geschlossenen Carefour-Piste ein weiteres Mal nicht wirklich typisch für ein Grosskigebiet. Genau darum gefällt Sie mir so.
Zuerst geht's über eine beschneite und planierte Piste bis zur Bergstation des Skilift "les Esserts". Dort muss man eine Strasse überqueren und die Piste entlang des Übungskilifts fahren. Anschliessend muss man ein weiteres mal die Strasse überqueren....
Bevor man über einen nicht präparierten, aber als blaue Piste ausgewiesenen Weg, mitten durch die Chalets von Verbier fährt.
Einfach nur genial. Viel zu schnell kommt die Talstation des KSSL "le Rouge" in Sicht.
Hier habe ich immer noch eine Wiederholungsfahrt eingelegt.
Von der Bergstation des "le Rouge" kommt man mittels Handschuhfresser mehr oder weniger bequem zur KSB/B Mayentzet, aus welcher dieses Foto stammt.
Leider waren die Pisten in Verbier täglich bereits am frühen Nachmittag abgefahren und zudem überfüllt.
Am besten ging es noch im Sektor "la Chaux" der immer etwas leerer als die "combe a Medran" ist.
Unzählige Pistenvarianten und ein Funpark werden hier durch eine 6KSB mit 180° Einstieg und eine 6/8er Kombibahn erschlossen.
Ebenfalls auf der Alpe de Chaux startet die PB Jumbo zum Col des Gentianes. Von hier aus ging ich zweimal auf den Mont-Fort und einige Male mehr auf die Piste "Gentianes-la Chaux".
Nachdem ich bis ganz nach oben auf 3330 Meter hochgefahren bin, folgt der Blick aus dem "Teleski du Glacier" zurück auf die Buckelpiste. Zuoberst musste man einige Meter über den blanken Gletscher fahren, bevor die herrlich pulvrigen Buckel begonnen haben.
Als nächstes folgt der Sprung auf den alten 3er Sesselift "Lac 2". Da die Skiroute Gentianes-Tortin noch zu war, gings über die Piste Gentianes-Chaux, die Kombibahn Chaux-express und die 6KSB/B Attelas, wieder in den "Lac des Vaux" Kessel.
Einige Bilder von der "Combe a Medran" und "Mayentzet" wollte ich euch nicht vorenthalten.
Bevor es über die "Mur de Chassoure" zurück nach Siviez ging.
Blick auf die tolle 4KSB/B von vonRoll und die dazugehörige Piste.
An zwei von vier Tagen gings von hier aus mit dem Auto nach "Mayens de Sion" von wo aus die Kabinenbahn "Piste de l'Ours" startet. Hier war zwar weniger los als in Siviez, aber trotzdem mehr als erwartet, sodass sich der Fahrspass an beiden Tagen wegen den abgefahrenen Skipisten in Grenzen hielt.
Die Piste an der Kombibahn "la matze" zählte zu den besseren. Ansonsten waren die Pisten im Gebiet von Thyon eher eisig.
Die "Piste de l'ours" war auch in Ordnung. Die Mittelstation war auch geöffnet, was sonst nur selten der Fall ist.
Veysonnaz war noch fleissig am Beschneien.
Allerdings war das auch nötig, denn wie auch in Siviez wurde bei der Grundbeschneiung eher auf Quantität und nicht auf Qualität beschneit.
Blick auf das Gebiet von Thyon, mit dem höchsten Punkt "l'Etherolla".
Irgendwann endete der Skitag mit einer letzten Abfahrt auf der "Piste de l'Ours".
Fazit:
Ich hatte in den vier Tagen viel Spass in diesem tollen Skigebiet. Es ist und bleibt meiner Meinung nach das mit Abstand beste Skigebiet der Schweiz, wenn alles geöffnet ist. Dass ich in allen Tagen nichtmal den Abstecher nach Bruson machte, spricht für sich.
Vorallem der Sektor "la Tzoumaz" begeisterte mich auch dieses mal wieder. Wohl zum letzten Mal genoss ich diesen Sektor mit seinen eher leeren Pisten. Mit der neuen Verbindungsbahn wird es hier mit der Ruhe definitiv vorbei sein.
Damit wären wir leider auch schon beim grössten Negativpunkt:
Die 4Vallées sind mittlerweile das Vollste Skigebiet der Westschweiz. Sollte man sich in Nendaz und Veysonnaz nächstes Jahr wieder dazu entscheiden die Sektoren "Greppon Blanc" und "Tracout" erst am Wochenende vor Weihnachten zu öffnen, werde ich mir eher den MagicPass zulegen und die Ruhe in den kleineren Skigbieten umso mehr schätzen.
Trotzdem gebe ich 7/10 Punkte für alle Tage.