2015 ermöglichte mir der damalige Betriebsleiter unter anderem folgendes Video, was nun einen historischen Wert bekam:
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Den Kurzbügler am Spielberg konnte ich an dem Tag auch filmen, der ist ja bekanntlich schon seit einigen Jahren abgebaut.
Heute ging es um 6:30 mit meinem Fahrer los, welcher mit einem passenden Transportwagen vorfuhr. Die Fahrt war unkompliziert, bis auf eine Pinkelpause an der A1 gab es keine Unterbrechungen. Das Wetter war ironischerweise für einen Skitag angerichtet, daher schmerzte der Blick auf die Liftleiche namens Spielbergalmbahn besonders. Wir waren überpünktlich dort, hinter uns eine Familie aus München, die einen Sessel als Oldie-Hollywoodschaukel wollte. Im Gespräch fand ich heraus, dass sie nie zum Skifahren da waren. Fand den Grund interessant, weshalb sie herkamen. Ist es doch ein ganz anderer als der meinige mit Skifahren und den damit verbundenen Erinnerungen an die DSB. Wir wurden sehr herzlich empfangen und es wurde uns ermöglicht, gleich unseren Sessel zu holen, obwohl es noch nicht 9:30 Uhr war. Sparte uns super viel Zeit und war gleich erledigt. Die Sessel lagen auf einer riesigen Wiese, zu der wir vom Kollegen hingeführt wurden. Ich suchte meine Sesselnummer und wies meinen Fahrer ein, sodass er mit dem Wagen passend zufuhr, damit wir den Sessel möglichst direkt ins Auto heben konnten. Nun zu den Bildern.
Ankunft am Parkplatz. Von Skibetrieb fehlt jede Spur. Kein Schnee, keine Sessel am Seil. Sieht somit ganz klar eher nach LSAP aus.
Die Imbissstube am ehemaligen Parkplatz. Hier wurden die Sessel bezahlt, Glühwein ausgeschenkt, getratscht usw.
Nun wurde uns angeboten, dass wir direkt unseren Sessel holen konnten. Also folgten wir, um nach wenigen Metern auf einer Wiese zu sein, wo sie alle in Reihe und Glied aufgelegt waren.
Ein sehr trauriges Motiv, der gefallene Sessel mit Berg im Hintergrund.
Nochmals zum Parkplatz zurück, ich wollte die Talstation ein letztes Mal aufsuchen. Hier der Blick auf die ehemalige Piste. Da kam man einst per Ski herunter.
Zum Vergleich: Die fast idente Perspektive aus dem Jahr 2015.
Hier am Weg zur Talstation. Ich zückte gedanklich meine Liftkarte für das Drehkreuz.
Da fährt nie wieder ein Sessel hinauf bzw. hinunter.
Zoom die Trasse hinauf. Wäre Zeit gewesen, hätte ich mich vermutlich auf den Weg zur Bergstation gemacht. Leider musste ich es mit diesem Blick nach oben belassen. Bis zu der kleinen Waldschneise ist es ca. 1 km, danach folgte die (ehemalige) Mittelstation, welche selbst bei meinem Erstbesuch 2012 bereits nicht mehr in der Form in Betrieb war. Lediglich der Rösselsprung bei den Stützen erinnerte daran.
Die Einstiegsstütze.
Talstation von außen betrachtet.
Antriebsscheibe
Abspannung im Tal. Am Berg hatte es lediglich eine starre Umlenkung.
Talstation von innen.
Liftlerstube an der Talstation mit Trasse im Spiegelbild.
Blick von der Talstation zum Parkplatz. Im Januar 2015 war da alles randvoll.
Mein Sessel ist verladen, wir fahren wieder nach Hause.
War von euch heute sonst noch jemand vor Ort, um einen Sessel mitzunehmen? Ich empfand es als interessant, wie sehr man dem Eigentümer die Trauer wegen Lift und die Freude über alle Leute, die heute einen Sessel mitnahmen, ansah. Als wir uns wieder am Weg ins Tal machten, kamen zig Kastenwägen etc. hochgefahren. Wir wussten natürlich mit großer Wahrscheinlichkeit, was die alle taten. Fand es jedenfalls sehr schön und traurig zugleich, diesen Moment erleben zu dürfen. Danke auch an meinen Fahrer Jami sowie Andi, falls ihr das lest.