Anfahrt: Leogang - Saalfelden - Maria Alm - Abergbahn in 0:17 h
Wetter: Sonnig, -6°C bis 0°C
Schnee: Westhänge bis in Gipfellagen schneefrei, Nord- und Osthänge oberhalb ca. 1400 m ca. 10 cm Altschnee, geöffnete Pisten 20-30 cm Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Alle außer nicht benötigte oder nicht ans Hauptgebiet angeschlossene Schlepplifte
Pisten: Alle Hauptpisten der "Königstour" sowie Anbindung Hinterthal geöffnet
Wartezeit: keine
Gefallen: Neues Skigebiet kennengelernt, kaum Verbindungsziehwege, vorwiegend längere Abfahrten
Nicht gefallen: Skigebiet im Dezember wegen vorwiegender Nord- und Ostausrichtung erwartungsgemäß viel im Schatten, Abfahrten teils schneemangelbedingt geschlossen
Bewertung: 4,5 von 6 Punkten
Den sonnigen, letzten Skitag unseres Weihnachts-Kurzskiurlaubs in Leogang verbrachten Frau Harzwinter und ich mit einem Tagesausflug ins nahe Maria Alm im Skigebiet Hochkönig. Für uns war es der Erstbesuch; Freunde hatten hier bereits Familienskiurlaube verbracht. Wie auch in Saalbach / Hinterglemm / Leogang / Fieberbrunn fand Skifahren an Weihnachten 2025 im Skigebiet Hochkönig ausschließlich auf Maschinenschnee statt. Die Pistenteams hatten die Hauptabfahrten der "Königstour" gut beschneit und im Rahmen des Machbaren präpariert. Teils waren die Pisten hart, nur wenige frequentierte Steilhänge waren aufgeschoben / bucklig.
Wir verzichteten zunächst auf Maria Alms Hausskigebiet Natrun und starteten an der Abergbahn. Hier war keinerlei Andrang zu verzeichnen ... damit war uns ein entspannter, guter Skitag relativ sicher.
Wie schon der Blick auf die topografische Karte erkennen lässt, verfügt das Skigebiet Hochkönig vorwiegend über Nord- und Osthänge. Erwartungsgemäß waren darum an den kürzesten Tagen des Jahres mit dem niedrigsten Sonnenstand viele Pistenabschnitte im Bergschatten. Einen Wiederholungsbesuch würden wir deshalb eher ab Februar erwägen. Da sich das Skigebiet über mehrere benachbarte Buckel und Täler hinzieht, gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, es in West- oder Ostrichtung per "Königstour" zu befahren, also von einem Ende zum anderen und wieder zurück. Einzige Ausnahme ist die Anschlussabfahrt nach Hinterthal. Kein Nachteil ohne Vorteil: Das ständige Auf und Ab Tal - Berg - nächstes Tal usw. erspart dem Skigast lästiges Traversieren über Ziehwege. Man befährt ständig längere Abfahrten, was sehr angenehm ist.
Statt im stark frequentierten Berggasthaus "Steinbockalm" auf dem Gabühel kehrten wir für die Mittagspause einen Berg weiter östlich in der Bürglalm an der Wastlhöhe ein. Was für ein Glücksgriff! Hier handelt es sich nicht um ein modernes Bergrestaurant, sondern tatsächlich noch um ein (erweitertes) altes Almgebäude, angeschlossen durch einen der beiden letzten Schlepplifte im Hauptbeschäftigungsgebiet. Da viele Skigäste nicht Schlepplift fahren können oder wollen, bleibt es auf der Bürglalm wohltuend leer. Und die Weiterfahrt mit dem Doppelmayr-Gitterportalstützenschlepper Wastlhöhe aus den späten 1960er Jahren war für mich natürlich eines der Tageshighlights.
Der Skitag am Hochkönig war auch unser Rückreisetag nach Baden. Entsprechend hatten wir ein leicht eingeschränktes Zeitkontingent. Unsere West-Ost-Durchquerung des Skigebiets zogen wir nicht bis Mühlbach durch. Angesichts der komplett im Schatten liegenden Abfahrt vom Schneeberg und der gesperrten Hauptabfahrt von dort nach Mühlbach drehten wir schon an der Talstation der EUB King's Corner an der Zapflalm um und fuhren die "Königstour" zurück zur Abergbahn. Eine gute Entscheidung, denn abgesehen von der Abfahrt der EUB Sinalcobahn wurden die Pisten nachmittags immer schattiger. Eigentlich wollten wir irgendwo im Aberggebiet noch für einen Kaffee oder Kakao einkehren, aber auch hier war nur noch Schatten angesagt. Darum fuhren wir von der Talstation der Abergbahn ungeplant in die entgegengesetzte Richtung mit der EUB Sonnbergbahn (die nicht umsonst so heißt) auf den Hügel namens Natrun über Maria Alm, der auch im Hochwinter bis fast 16 Uhr in der Sonne bleibt. Leider gibt an der Sonnbergbahn nur eine einzige, sehr große Einkehr namens Toms Hütte ... damit muss man halt leben, wenn man den Skitag in der Sonne beenden will. Für uns war die Hütte o.k.. Mit der Abfahrt zur Talstation Abergbahn beendeten wir nicht nur den Skitag, sondern auch unseren Weihnachts-Kurzurlaub in Leogang.
Fazit: Das Skigebiet Maria Alm sieht uns gern wieder, aber erst ab Februar und eher für einen Kurz- als einen Wochen-Skiurlaub.
34 Fotos:
Start in Maria Alm mit der EUB Abergbahn. Auch hier ist es sehr grün. Gegenüber der weiße Streifen der Abfahrt der EUB Sonnbergbahn.
Weiter mit der KSB Abergalm. Der Aberg-Nordhang liegt im Hochwinter meist im Schatten, darum hält sich hier der Schnee.
Über die Schwarzeckalmabfahrt hinunter zur EUB Sinalcobahn.
Rauf mit der EUB Sinalcobahn auf den Gabühel.
Großes Bergrestaurant Steinbockalm auf dem Gabühel. Standen die Holzbauten früher wirklich auf dem Berg, oder wurden sie hierher versetzt?
Weiter Blick vom Gabühel in Richtung Hohe Tauern.
Die Familienabfahrt hinunter ...
... nach Hinterthal ...
... und mit der KSB Hochmaisbahn wieder hinauf auf den Gabühel, ...
... wo neben allerhand unansehnlichem Sommer-Entertainment auch diese nette Kapelle vor dem Hochkönig steht.
Die Gabühelabfahrt hinunter nach Dienten ...
... und mit der KSB Bürglalm auf den nächsten Berg.
Die wunderschön gelegene, unverfälschte, leere Bürglalm wurde unsere frühe Mittagseinkehr.
Standesgemäß ging es mit dem letzten verbliebenen Schlepplift im Beschäftigungsgebiet, dem SCHL Wastlhöhe, ganz hinauf ...
... und auf der anderen Seite die Zachhofalmabfahrt hinunter.
Mit der schmucklosen KSB Dachegg ging es weiter nach Osten auf den nächsten Buckel ...
... und von diesem die King's Corner-Abfahrt hinunter in Richtung Mühlbach.
Wir hätten noch einen Buckel weiterfahren können, nämlich auf den Schneeberg. Dessen KSB und Abfahrt lagen aber komplett im Schatten, darauf hatten wir keine Lust. Und die schwarze Ostabfahrt vom Schneeberg nach Mühlbach war sowieso schneemangelbedingt gesperrt. Also beendeten wir mit der King's Corner-Abfahrt unsere "Königstour" am Hochkönig und kehrten um.
Mit der EUB King's Cab wieder hinauf auf den namenlosen Skibuckel.
Zoom von der Bergstation EUB King's Cab zum Kitzsteinhorn.
Die Dacheggabfahrt hinunter ...
... und mit der KSB Zachhofalm hinauf auf die Wastlhöhe.
Panorama der Hohen Tauern von der Wastlhöhe. Großglockner, Großes Wiesbachhorn, Hoher Tenn, Hocheiser, Kitzsteinhorn.
Großes Wiesbachhorn im Zoom ... für mich der vielleicht eindrucksvollste Tauernberg.
Neben dem Schlepplift, der links unterhalb im Wald verborgen ist, ging es die leichte Abfahrt der Wastlhöhe hinab.
Hinunter über die Bürglalmabfahrt nach Dienten ...
... und auf der anderen Seite mit der EUB Gabühel hinauf auf ebendiesen Skibuckel.
Weiter zurück in Richtung Maria Alm über die Hintermoosabfahrt an der EUB Sinalcobahn entlang ...
... und mit der KSB Schwarzeckalm wieder hinauf in Richtung Aberg. Wir überlegten, oben auf dem Aberg-Langeck auf einen Kakao einzukehren, wussten aber nicht, ob das Gasthaus Bergstadl noch in der Sonne lag oder im Schatten des Vorbuckels.
Also nahmen wir stattdessen die Abergabfahrt ...
... und fuhren auf der anderen Seite mit der EUB Sonnberg auf den Natrun, wo uns die Nachmittagssonne gewiss war.
Nicht nur uns - mehreren hundert anderen Skigästen im riesigen Berggasthaus Tom's Hütte auch.
Egal, es war die würdige, schöne Abschlusseinkehr unseres Ski-Kurzurlaubs über Weihnachten.
Finale Schwünge über die Sonnbergabfahrt zurück zum Auto an der Talstation der Abergbahn. 4:10 h später waren wir wieder zuhause in Ettlingen.