Wildkogel | 21.12.2025 | Es wurde mal Zeit

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vovo
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Wildkogel | 21.12.2025 | Es wurde mal Zeit

Beitrag von vovo »

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Der Wildkogel ist ein Gebiet, das ich schon seit vielen Jahren einmal ansteuern wollte. Das Wetter hat dann immer nicht gepasst oder es fand sich noch irgendein Kleingebiet, das weiter oben auf der Prioritätenliste stand. Leider habe ich nicht schon vor 20 Jahren die Reise angetreten – da hätte es wenigstens noch den Frühmesserlift oder gar den Gensbichllift gegeben. Beide wurden dann durch eine KSB ersetzt und der Wildkogel geriet aus dem Fokus. Außer einem „Tallift gegenüber“ steht nichts Interessantes mehr dort herum, hatte sich fälschlicherweise gedanklich eingenistet.

Da die Schneelage vor Weihnachten 2025 eher mau war und die Kleingebiete mit Naturschnee und urigen Liften fast alle noch geschlossen hatten, suchte ich mir eines der größeren Areale heraus. Zwar hatte der „Tallift gegenüber“ - der Premislift - geschlossen, aber der scheint ja doch nicht so interessant zu sein. 400 m lt. Liftworld – ich fragte mich, warum ich mir das vor vielen Jahren mal extra dazu notiert hatte. Oder wurde der verkürzt? Auf den alten Googleearthbildern kann man noch mehr Wald erkennen, denn mittlerweile wurde da alles zur Piste ausgeholzt.

Da fand ich vorgestern Abend noch heraus, dass es früher weiter rechts noch einen alten Stemag stehen hatte – der 600 m lange Einödlift. Dieser ging schön durch den Wald und wurde leider abgebaut. Vor Ort fiel mir leider keine Schneise oder dergleichen mehr auf.
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Auf einem der Gondelbilder sieht man die Stelle, wo der Einödlift verlief (gelbe Punkte). Die roten Punkte – das ist der noch bestehende Premislift. Weiter links im Tal Richtung Brambach gibt es noch den Wennser Gletscherlift. Früher stand weiter vorne Richtung der Felbertauernstr. auch mal ein steiler SL. Da sind mir 2016 mal Stützen aufgefallen. Richtung Krimml hat es in den 80ern auch noch zahlreiche einzelne Lifte gegeben – die sind anscheinend alle weg. Siehe skimaps.org!


Wie immer vor Weihnachten war verkehrsmäßig wenig los und man kam recht schnell über die A 8, den Irschenberg und die Inntalautobahn voran. Ab Kiefersfelden hatte sich der Nebel endlich gelichtet und sie Sonne ließ einen noch mehr den Skitag herbei sehnen. Auf der Strecke nach nach St. Johann – vorbei am scheußlichen Stanglwirt – war auch nur mäßiger Verkehr. Ein paar Frühaufsteher bogen schon zur Brandstadlbahn ab.

Erst vor Kitzbühel kam wieder Verkehr auf und das übliche SUV-Arschloch setzte zum Kolonnenspringen an. Aber er schaffte es nicht mehr, vor dem Ortseingang ganz nach vorne zu kommen und musste bis zum Pass Thurn in der Kolonne mitfahren. Während der Idiot seinen Vordermann bedrängte, erfreute ich mich daran, dass der Kurzbügler in Jochberg noch stand. Der fehlt mir zwar noch – aber extra wegen dem noch mal in jenes Gebiet fahren? Dann lieber 100 km für einen urigen Dorflift in Oberösterrreich...

Im Pinzgau angekommen, befuhr ich nach dem Passieren von Mittersill Neuland, denn sonst bin ich da immer nur gerade aus Richtung Felbertauern gefahren – zuletzt im Dezember 2023, als es zum Dorfberglift ging und weiter nach Obertilliach mit Zwischenstopp am Kanterlift.

Im Tal kurz vorm Ziel – man sah schon die 2010 neu querfeldein gebaute Smaragdbahn – war alles zu Eis gefroren, da hier im Hochwinter wohl keine Sonne hinkommt. Könnte also Glättegefahr herrschen, aber das sahen nicht alle so. Vor mir fuhr ein NL-Schleicher und hinter mir ein NL-Drängler (im SUV natürlich – wie sollte es auch anders sein). Dann raste von ganz hinten ein Einheimischer heran und überholte uns alle, obwohl gerade Gegenverkehr kam. Der musste eine Vollbremsung auf der möglicherweise glatten Straße einlegen, sodass es sich gerade so noch einmal ausging. Irgendwie sind wir Menschen schon eine seltsame Spezies...solchen Rasern sollte lebenslang der Lappen eingezogen werden.
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Am Parkplatz bekam ein Landsmann von mir Ärger, weil der irgendwo an einem freien Platz geparkt hatte, anstatt dem Parkplatzführer und seinem rechts nach oben gestreckten Arm zu folgen, in dem er einen Stecken mit allerlei Stofffetzen dran hielt.. Schon kam der Parkplatzhirte herangeeilt und motzte. Der Betroffene, ein Rheinländer, nahm es wenigstens locker, entschuldigte sich und parkte schmunzelnd neben mir.

„Hier in Österreich wird man ja gleich mal sehr nett begrüßt!“, stellte er fest und wir unterhielten uns kurz – auch später wieder am Ende des Tages, als wir zurück zu unseren Autos kehrten. Ich musste da an einen Vorfall an der DSB Wagstätt anno 2011 denken, als der Parkplatz fast leer war und ich böser, böser Piefke einfach irgendwo meinen riesenhaften Renault Clio parkte, wo aber auch eine entsprechende Fläche eingezeichnet war. Der Sepp wartete, bis ich die Skischuhe angezogen hatte und befahl mir dann barsch, umzuparken, sonst ließe er mich abschleppen. Alle Autos müssten ORDENTLICH! nebeneinander geparkt werden. Ich tat ihm dann nicht den Gefallen, mich sichtbar zu ärgern.

War auf der Straße noch wenig los – an den Kassen herrschte dafür großer Andrang, da offenbar viele Familien aus einem deutschen Nachbarland angereist waren. Wie im Supermarkt am Vortag auch: Da wo wenig anstanden, stellte ich mich an und es dauerte dann eeeeewig, während es an der anderen Kasse viel schneller von statten ging.
Plötzlich hieß es, als der Familienvater die niederländischen Pässe vorlegte, er müsse keine Skipässe kaufen. (Vielleicht sind je deswegen immer recht viele Skifahrer aus den Niederlanden unterwegs? ;) )
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Schon interessant, wenn die Zubringerbahn nicht den Berg gerade hinauf geht, sondern quer rüber. Für den Talort sicher damals beim Bau 2010 eine enorme Aufwertung – früher hat man ja dann immer den Bus oder die Bahn zurück zur Wildkogelbahn gebraucht. Auch ich sparte mir so mit dem Auto ein paar Kilometer und kam noch in den Genuss einer langem Gondelfahrt.
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Viel künstlicher Schnee lag nicht mehr... aber die Talabfahrt war offen und ich fuhr sie dann am Ende des Tages auch noch, weil oben recht viele Leute anstanden.
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Oben sieht man den schmalen Schneestreifen, den man sich mit den Schlittenfahrern teilen muss. Das überraschte mich. Sonst werden Rodler und Skifahrer ja immer strikt getrennt. So wurde es dann am Abend ja auch an manchen Stellen etwas eng, als dann viele runter fuhren, um dem Anstehen an der Bergstation zu entgegen bzw. vielleicht eine der Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke anzusteuern.
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Die Bahn ist recht lang – 2,8 km immerhin allein die erste Sektion.
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Kurz vor der Bergstation. Bei dem Holzhaus links hinter den Skiern – kann es sein, dass dort die ehemalige Talstation der DSB Wildkogelscharte gestanden hat? Das war ja die Vorgängeranlage der 2. Sektion, die ursprünglich von hier aus parallel zur heutigen Strecke bis ganz hinauf führte. Wurde lt. Liftworld dann mal unten um 1/3 gekürzt, weil aufgrund der Südhanglage der Schnee oft nicht ausreichte.
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Dank der Kinder in der Gondel checkte ich, dass auch ich aussteigen musste. Zuerst dachte ich, die wollen ab hier rodeln – ich bleib doch eh sitzen und fahre ganz hinauf... bei der Weiterfahrt dann Appetitanreger durch Blick auf die Piste, die ich am Morgen (aber erst mal zum Braunkogellift!) auch drei Mal gefahren bin, als sie noch in sehr gutem Zustand war. Durch die sonnenexponierte Lage weichte alles auf und es bildeten sich Haufen. Erst als die wieder zum Ende hin anzogen, unternahm ich auf jener Prachtstrecke mit bestem Panorama noch ein paar Abfahrten (Bilder hiervon folgen).

Oben fällt dieser Berg auf – der Große Rettenstein, wie ich nun weiß. Vor Ort war ich noch ahnungslos – ich hatte mich vorab nur wegen der Lifte informiert.
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Der Braunkogellift, der letzte gescheite Schlepper oben im Gebiet (vom Premislift unten einmal abgesehen). Hersteller Wito und Baujahr 1990. Das wunderte mich. Zuerst dachte ich, dass der vielleicht 1990 einen noch älteren SL-Vorgänger durch Beibehaltung der alten Stützen ersetzt hat.

Am Abend daheim wieder in München ließ mir das keine Ruhe und es fand sich heraus, dass dies vorher der Ganserlift war und dann vermutlich bis 1988 dort gestanden hat, wo nun die 4KSB Ganzeralm steht bzw. etwas rechts daneben (lt. Austrianmaps). Die wurde 1995 erbaut und ersetzte eine 4SB, die gerade mal von 1988-1995 dort gestanden hat.
Sie wurde dann weiter links als Pfeifferköpflbahn aufgebaut und ersetzte dort einen Schlepplift. 2004 wurde besagte 4SB dann erneut abgebaut, in den Libanon exportiert und durch die jetzige 6KSB Pfeifferköpfl ersetzt. Irgendwie kurios... ich weiß das aber nur von Liftworld. (Dort fehlt aber der Ganserlift.)
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Im Braunkogelschlepper... unten an der Talstation herrschte die typische, gelassene Liftstimmung. 90Er-Jahre – dazu auch die entsprechende Technomusik am Morgen. Später wurde es leider schnulziger.
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Seitenblick zum Frühmesserexpress
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Wettergeschützte Bergstation – die anderen SL Frühmesser und Gensbichlalm hatten gescheite Gebäude als Bergstationen...
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Die steile Piste direkt neben dem Schlepplift war leider gesperrt, aber man brauchte nicht gleich rumschreien – hier waren weiter drüben auch beste Bedingungen und es war kaum was los. Die Leute fuhren natürlich alle zu den KSBen oder den EUBen und nutzten allenfalls noch die Tellerlifte oben.
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Fahrt zur Frühmesserbahn.
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Ich hätte es mir hier steiler vorgestellt. Aber dennoch eine schöne Abfahrt – landschaftlich 1A und gleich viel besser als ein vereister, schattiger Steilhang.
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Früher wusste ich beim Anblick des Pistenplans vom Wildkogel gar nicht, dass das Gebiet praktisch auf der anderen Seite liegt und man erst mit der Zubringerbahn bis zum Scheitelpunkt ganz hinauf gebracht wird. Ich bin immer davon ausgegangen, dass die Pisten sich einfach weiter oberhalb davon anschließen.
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Irgendeine KSB-Bergstation im Großraum Kitzbühel drüben...wenigstens bin ich da noch hin, als die DSB 2000er stand oder der Kurvenschlepper Moseralm neben der alten Klapper-DSB...
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Mit den neuen Bergstationen kenne ich mich da gar nicht so recht aus. Wobei die Sesselbahn Resterhöhe damals schon gestanden hat und Hanglalm gerade neu als KSB gebaut wurde (ging da der alte Schlepper nicht weiter runter?).
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Zoom – wo bleibt die Verbindungsbahn für das neue Ultra-Pisten-Km-Gebiet? ;) Dabei habe ich die letzten beiden Skitage wieder gemerkt, wie viel Spaß zwei, drei Stunden an einem urigen Einzellift machen. Da braucht es den ganzen Sch... gar nicht.
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Zwischen Wildkogelbergstation und Smaragdbahnbergstation... dachte an eine alte Liftstation, aber vermutlich täusche ich mich?
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Am Vormittag fuhr ich dann drei Mal bis zur Talstation der oberen Smaragdbahn II. Der Sonnenhang war herrlich zu fahren und hier war weniger los als an den Schattenhängen bei den KSBen.
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Der Ausblick auf das Tal ist etwas Besonderes – auch wenn man öfters in den Bergen unterwegs ist. Hier – das hat mir gleich so gut gefallen, dass ich erst einmal ewig mit der DSLR-Kamera hantierte anstatt Ski zu fahren.
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Das Wildkogelhaus, das einst eine urige Berghütte war und nun mehr so ein von außen recht kitschig anmutender Massentourismusstadl. Ich finde so was nicht sehr einladend. In 10 Jahren haben die bestimmt noch einen Anbau drangeklatscht – dann noch ein Spa und eine Disco. Vielleicht lässt sich dem Wildkogel ja auch noch in kleiner Golfplatz abgewinnen?

Früher, noch vor der 1989 errichteten DSB Wildkogelscharte (Vorgängerin der Smaragdbahn II) gab es hier anscheinend den Wildkogelhauslift unterhalb des besagten Gebäudes:

https://files.skimap.org/hpaefl8xzes073 ... gq8h3.webp
Link zum Plan aus Skimaps.org – man sieht auch im Tal unten den Einödlift links vom Premislift. Weiter links weitere einzelne Tallifte, von denen vermutlich kein einziger mehr steht.
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Zoom zum Alpenhauptkamm gegenüber...
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Ob es da auch mal einen SL gab?
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Kurz vor Erreichen der Talstation der 2. Sektion. Am Wildkogel gibt es an Steilstücken oft eine einfache Umfahrung. Das finde ich ganz angenehm. Zumal dann die ganzen Familien mit den Kindern lieber zur Sicherheit dort fuhren und die steileren Hänge eher weniger besucht waren.
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LSAP-Liftlerhütte? Befindet sich rechts der Smaragdbahn2-Trasse, etwas oberhalb der Talstation.

Fotos machte ich dann hier am Nachmittag wieder einige, als es schönes Abendlicht hatte und eine richtig schöne Stimmung herrschte.

Am Vormittag bei einer Bergfahrt mit der Smaragdbahn II hatte ich einmal drei etwas jüngere Mitfahrer, die sich über Todesfälle im Freundeskreis unterhielten. Die waren wohl alle in der Bergrettung tätig und anscheinend hatte es da unlängst einen erwischt. Das hörte sich sehr tragisch an und tat mir dann auch leid.
Ein Retter wurde wohl von einem panischen Urlauber, der an einem Steilhang festsaß, beim Bergungsversuch in den Tod gestoßen. Ein anderer wollte den Rucksack mit der teueren Fotoausrüstung des geretteten Lawinenopfers noch holen und stieg ein paar Meter weiter ab – da muss nochmal eine Lawine gekommen sein und den Retter mitgerissen haben. Ich kannte diese Menschen zwar nicht, aber das machte dann schon nachdenklich.

Da verzieh ich einem von ihnen seinen Fauxpas, in der Gondel die Musik laut laufen zu lassen. Wenigstens stellte er es nach kurzer Zeit leiser. Aber das hätte er gar nicht tun müssen – es lief Self Esteem von The Offspring und man hätte sich wehmütig an die 90er zurückerinnern können, wenn da nicht jene Bergrettungsunglücke während der Fahrt erzählt worden wären.

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Dann endlich zur Gensbichlalmbahn, die 2005 einen Kurzbügler auf gleicher Trasse ersetzt hat. Dessen Bergstationshäusl steht noch – der Antrieb befand sich davor – nicht im Gebäude.

Von dem alten Lift (1970-2005) gibt es noch Bilder auf Liftworld:

https://seilbahntechnik.net/de/lifts/2768/datas.htm

Im Forum hat der User Schifreak (seit 11 Jahren leider keine Beiträge mehr :( ) geschrieben, dass hier an der Bergstation des Schlepplifts in den 70ern immer ein Schäferhund gesessen habe, der nach jedem Bügel geschnappt hätte:

so sah der Gensbichlalmlift 1977 aus, als wir damals im Schilager waren ; -- werds nie vergessen, wir warn danach auch noch n paarmal in Neukirchen, da gabs an der Bergstation einen Schäferhund, der sprang jedem einzelnen Bügel nach ... , das war recht lustig. Sein Stammplatz, unter der Umlenkscheibe.

viewtopic.php?p=4837763#p4837763

Eine nette Anekdote...solche Lifterinnerungen gefallen mir - so wie die gegen die Holzwand schlagenden Bügel in der Talstation vom Reiteralmlift III oder der markante Heulsound des Antriebs der DSB Gasselhöhe.

Nun gibt es hier keinen Schlepplift mehr, dessen Bügel sich der Hund schnappen könnte. Aber wahrscheinlich war der Hund schon nicht mehr am Leben und längst „lsap“, als sie 2005 den Kurzbügler abgebaut haben. Ein Foto von diesem Bügelschnapper-Hund wäre mal noch interessant...
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Die rot markierten Stützen erinnern an die Sesselbahn am Feuerkogel...
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Die Piste hier war – obwohl schön in der Sonne gelegen – viel weniger besucht wie jene Eishänge auf der Nordseite. Dabei fand ich es hier viel angenehmer im leicht aufgeweichten Schnee zu fahren – dazu der beeindruckende Ausblick hinunter nach Neukirchen am Großvenediger.
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Der Premislift – also wenn der gelaufen wäre... aber man hätte mit dem Auto (oder gibt es da einen Bus?) hinfahren müssen.
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Im Telezoom scheinen die Skifahrer zwischen den Solarplatten durchzufahren.
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Dann die Talabfahrt – sie war ein Traum! Denn unten wurde der Schnee nicht wie zunächst befürchtet immer weicher, sondern immer fester. Das Tal ist so beschaffen, dass die im Hochwinter lange keine Sonne haben und so hielt sich die Festigkeit. Zu diesem Zeitpunkt war alles schon aufgetaut, aber noch herrlich zu fahren. Hätte man unten nicht den blöden Bimmelbus zurück zur Talstation gebraucht, wäre ich noch mal gefahren. Wirklich viel schöner als der Schlittenbahnslalom nach Bramberg runter.
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Frühlingsvortäuschung...
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Solche Seitenblicke ergeben immer eine schöne Stimmung...
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Am Ende heizt man über irgendwelche flachen Wege, unterbrochen von Straßenquerungen, wo man aufpassen, aber nicht abschnallen muss. Ganz bis zur Talstation vor geht es nicht – ich konnte im schattigen Neukirchen wenigstens einen Sonnenplatz ergattern, bis nach ca. 7 Minuten der Shuttlebus kam. Wenigstens stiegen in mein Abteil dann endlich mal junge Mittzwanziger und nicht die üblichen Ü 60 Gondelhechter.

Der Ort gefiel mir überhaupt nicht – überall scheußliche Gebäude. Getoppt wurde das Ganze von dieser Augentrauerweide. Schaut aus wie das Ferienhaus eines Oligarchen...
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Talstation der Wildkogelbahn, die 1991 eine 2KSB ersetzt hat und mittlerweile als Gondel-Oldtimer gelten darf. Eine wahnsinnig steile Trasse...die Bahn hatte ich gar nicht so auf dem Schirm.
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Es geht erst mal über die Häuser drüber – ich war froh, alleine eine Gondel ergattert zu haben. Da ist der Shuttlebus wieder gut. Man wartet noch und fotografiert – dann sind alle anderen eingestiegen und man kann mit seiner eigenen Gondel hochfahren. Auf den letzten Metern näherte sich dann natürlich wieder einer und wollte wahrscheinlich doch noch mitfahren, aber er überlegte es sich anders.
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Es geht nicht nur durch den Wald...
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Man passiert eine Siedlung am Berg oben...
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Während vorne rechts noch ein alter Bauernhof steht, hat dahinter schon die Verschandelung begonnen. Natürlich dann immer mit diesem kitschigen Dachaufsatz, von dem ich gar nicht weiß, wofür der gut sein soll, ob der überhaupt für etwas zu gebrauchen ist, wie man den bezeichnet und ob das nicht eher ein Kitschsymbol ist. Wenn sich ein Göppinger Immobilienmakler ein Ferienhaus hier gönnt, dann muss so was sicher rauf aufs Dach!

Auch das Gebäude links gefällt mir nicht – aber so scheußlich diese modernen Häuser auch sein mögen – innen lässt es sich bestimmt aushalten. Wobei ich ja alte Pensionen mit knarzenden Holztreppen und grünen Badfliesen auch was haben, solange es nicht heruntergekommen ist.
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Die lange Steilstrecke durch den Wald.
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Eine goldene Kabine gibt es hier...
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Interessante Mittelstation. Hier kann man im Gegensatz zur Smaragdbahn sitzen bleiben. Erinnert mich ein wenig an die Kaiserburgbahn. Früher stieg man hier aus der DSB bzw. 2KSB (ab 1976) aus und in einen ESL um, der ab den späten 70ern parallel von einer DSB begleitet wurde. So steht es zumindest im Forum beschrieben.
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In der Mittelstation stieg bei mir keiner zu. Das wunderte mich – ich machte auch Platz. Aber ich war dann trotzdem froh, auch auf der 2. Strecke alleine in der Kabine zu sein, ungestört knipsen zu können und nicht etwa wie eine Eule unter Singvögeln zu sitzen, wenn eine Gruppe zu einem steigt und man wie ein Fremdkörper ist.
Später habe ich dann auch mal die Abfahrt zur Mittelstation genommen. Das ist eine separate Strecke, die dort aufhört. Die Talabfahrt geht ganz außen herum und wurde, glaube ich, erst in späteren Jahren angelegt. Unterhalb der Mittelstation gibt es, glaube ich, auch noch eine Skiroute, die aber wegen des Schneemangels nicht geöffnet war.

Als ich dann an der Mittelstation auf eine Zustiegsgelegenheit wartete, machten die Leute extra keinen Platz. Auch den Leuten vor mir in der Reihe ging das so. Da wurde extra noch der Rucksack drapiert, böse geschaut oder sich ausgestreckt.
Bei welchen, die sich extra breit machten, kam danach deren Gepäck. Offensichtlich übernachteten sie irgendwo am Berg oben. Am liebsten hätte ich mir einen Spaß gemacht und das Gepäck ausgeladen, um endlich eine Gondel zu haben. Aber das hätte definitiv Ärger gegeben. Schließlich durfte ich bei einer Frau mitfahren, die keinen Rucksack dabei hatte, den sie in die Tür stellen konnte.
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Es geht immer weiter hinauf mit der Wildkogelbahn... der Ausblick ist beeindruckend. Vor 1966 musste man laufen, wenn man hier herauf wollte.
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Danach wieder mal zum Braunkogellift, dem ehemaligen Ganserlift...
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Fortsetzung folgt...
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Re: Wildkogel | 21.12.2025 | Es wurde mal Zeit

Beitrag von zonk »

Wo ist das Problem an Neukirchen Tal? Dann läuft man halt zurück.dauert 10 min,aber hält fit :wink:
Gleitweggleiter
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Re: Wildkogel | 21.12.2025 | Es wurde mal Zeit

Beitrag von Gleitweggleiter »

vovo hat geschrieben: 14.01.2026 - 22:18 (...)
Zoom – wo bleibt die Verbindungsbahn für das neue Ultra-Pisten-Km-Gebiet? ;) Dabei habe ich die letzten beiden Skitage wieder gemerkt, wie viel Spaß zwei, drei Stunden an einem urigen Einzellift machen. Da braucht es den ganzen Sch... gar nicht.
(...)
+1
vovo hat geschrieben: 14.01.2026 - 22:18
Bild
Die geschlossene kupierte Piste schaut nach einem lustigen Schneerestefahren aus - gerade wenn es auf der noch kompakt-gewalzten Unterlage leicht auffirnt!
2025/25: 6 Tage - 4x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron
2024/25: 18 Tage - 11x Kleinwalsertal, je 1x GO, Buron, Warth/Lech, St. Anton, Zugspitze, See, Hintertux
2023/24: 24 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 2x Zugspitze,Kappl/See, Fendels, Spitzingsee, je 1x Adelharz/Buron, Balderschwang, Hintertux
2022/23: 17 Tage - 13x Kleinwalsertal, je 1x Venet, Kampenwand, See, Hintertux
2021/22: 24 Tage - 19x Kleinwalsertal, 1x Bödele, 1x Kranzberg, 2x Kitzbühel, 1x See
2020/21: 5 Tage - 2x Samnaun, 3x Kleinwalsertal Spezial
2019/20: 8 Tage - 6x Kleinwalsertal, 1x Fendels, 1x Skijuwel
2018/19: 8 Tage - 4x Kleinwalsertal, 2x Hündle, 1x Venet, 1x Kitzbühel
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Daan!
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Re: Wildkogel | 21.12.2025 | Es wurde mal Zeit

Beitrag von Daan! »

vovo hat geschrieben: 14.01.2026 - 22:18 (...)
Zoom – wo bleibt die Verbindungsbahn für das neue Ultra-Pisten-Km-Gebiet? ;) Dabei habe ich die letzten beiden Skitage wieder gemerkt, wie viel Spaß zwei, drei Stunden an einem urigen Einzellift machen. Da braucht es den ganzen Sch... gar nicht.
(...)
Möglich mit eine Gondelbahn :wink:
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