Der Lift war sicher nicht auf dem ersten Platz der Hypeschlepper, die man unbedingt noch fahren will, da es ja nur ein kleiner Tellerlift ist. Eigentlich wollte ich wegen dem Anfängerhügel mal mit meinem Sohn dorthin, doch der hatte an jenem Sonntag „keine Lust“ aufs Skifahren.
Ich selbst hatte ursprünglich vor, am Vortag weit in den Süden vorzustoßen, etwa zur Weinebene oder zu anderen weit entfernten Gebieten. Auch der Kreischberg wurde anvisiert. Doch die Wetterwarnungen und Schneefallmeldungen für den nördlichen Teil der Alpen inklusive dem Vorland nahm ich ernst. Es kam dann auch ordentlich was runter. Die zahlreichen Verkehrsmeldungen und Webcambilder von der Tauernautobahn sprachen eher dafür, dass es die richtige Entscheidung war, in München zu bleiben.
Wo aber statt dessen hin? Etliche Einzellifte in der näheren Umgebung waren trotz Neuschnee noch immer außer Betrieb. Ich schlief dann erst einmal aus und stellte am späten Vormittag erfreut fest, dass der Tellerlift in Roßhaupten endlich mal lief. Die haben dort keine Beschneiung und dementsprechend waren Skitage in den letzten Jahren so selten wie totale Sonnenfinsternisse in Deutschland
Ich nahm bei der Anreise die B 17, obwohl Roßhaupten an der B 16 liegt. So kam ich aber am Skilift Ilgen vorbei – leider lief der noch nicht, wie ich bei einem Halt neben der Fahrbahn sehen konnte. Dort hatte es vor einem Bauernhof die perfekte Parkfläche, so dass man erst das Auto stoppen und dann nach den Bügeln spähen konnte. In diesem Bereich ist die B 17 eine kurvige Landstraße – kein Vergleich zur Autobahn nördlich von Landsberg.
Weiter südlich dann noch Halblech passiert, doch da regte sich auch kein Kurzbügel. In Buching wäre die DSB gelaufen – das wäre noch ein Ziel für die 2. Nachmittagshälfte gewesen, doch ich sollte drei Stunden in Roßhaupten meinen Spaß haben...
So fuhr ich quer am nördlichen Rand des Forggensees hinüber – am Parkplatz vorm Lift drehten natürlich wieder die Räder durch, aber wie schon die Tage zuvor in Eschach schaffte ich es, den Passat in die Lücke zu bekommen. Weiter vor wäre das Auto nicht mehr gekommen – nur zurück wg. einer leichten Hangneigung. Natürlich rauschte SOFORT ein Bus an und parkte GENAU hinter mir. So entschied ich mich da schon, bis zum Liftschluss zu bleiben, denn der Hang wirkte besser als in meiner Erinnerung.
Geht doch – sofort erfasste einen übrigens eine totale Gelassenheit, denn die Menschen vor Ort hatten alle ihren Spaß. Niemand stresste, niemand hatte ein Problem, die Kinder johlten und die Frau an der Kasse war total freundlich. Man muss 8,50 für die Halbtageskarte zahlen – KEIN Kommafehler
Dazu irgendeine 80er-Musik, die sich aber leider nicht hielt, denn kurze Zeit später kam wieder das übliche Radiogedudel.
Netter Liftplan – mit Liebe zum Detail...
Das gibt immer extra Punkte auf der Skala, wenn man noch solche alten Karten an den Arm bekommt und nicht durch so nervige Piepsschranken durchgehen muss.
Der Lift – nichts Besonderes an sich, aber es sollte sich erweisen, dass auf der ganz rechten Seite noch unverspurte Tiefschneehänge waren. Die Kinder fuhren meistens links auf der gewalzten Piste oder auch rechts, aber im Tiefschneebereich war fast nichts los.
Im Lift
Wäre was fürs Rateforum gewesen – Motiv
An die Umlenkung konnte ich mich noch erinnern – 2010 war ich hier bei einer Rundfahrt der diversen Einzellifte in der Umgebung.
Idyllischer Blick...
Zuerst fuhr ich noch zwei, drei Mal auf der anderen Seite, ehe ich hier den Tiefschneebereich entdeckte...
Im Hintergrund der Auerberg – da müsste es oben noch einen Seillift mit Haken dran geben. In einer alten Karte ist bei Stötten noch ein Lift eingezeichnet – da habe ich aber nie was herausfinden können. Evtl. auch bloß ein Seillift.
Der Liftler oben hatte noch seinen Weihnachtsbaum vorm Häusl stehen.
Allgäuidylle hinterm Lift...
Hier sieht man in der Mitte die offizielle Piste...
Aber ich hielt mich lieber weiter hinten bei meinem Freund, dem Tiefschnee...
Das untere Stück ist sehr flach und man muss etwa ab der Tanne oben Schuss fahren.
Ganz hinten kurz vorm Kuhzaun
Das hat sich richtig Spaß gemacht – vor allem weil da sonst keiner fuhr.
Zum Schluss auch mal wieder ab und an auf der anderen Seite des Tellerlifts gefahren.
Gegen 16 Uhr leerte sich der Hang zusehend, da die Kinder offenbar müde wurden und langsam auch die Kälte wieder zunahm. Auch war der lästige VW-Bus hinter meinem Auto weg. Unten an der Talstation war aber noch gut was los – viele Einheimische standen zusammen, tranken Bier, Kaffee oder Glühwein und unterhielten sich.
Im Häusl an der Talstation hätte man wahrscheinlich auch noch Suppe oder Kuchen bekommen. Draußen hatte der Wirt einen Ofen angeschürt, damit sich die Leute wärmen konnten. Im breitesten Dialekt gab er etwas zum Besten und ich freute mich, jene fast-heimatlichen Klänge mal wieder zu hören.
Ein paar der Anwesenden blickte auf, als ich mit den Skiern an ihnen vorbei zu meinem Auto fuhr – wahrscheinlich fiel ich mit dem M-Kennzeichen dort auf. Sonst hatten alle OAL wie auch ich einst bei meinem ersten Auto. Zwei Tage später sollte ich dann am Hagenberglift deswegen auch angesprochen werden... aber freundlich, entspannt und gleich in ein nettes Gespräch übergehend.
Über die B 16 anstatt der B 17 ging es dann zurück...