Nein, man kann auch mal alleine was unternehmen und einen schönen Tag bzw. ein paar schöne Stunden erleben – insbesondere wenn man seinem Hobby nachgeht und sich eben für Schlepplifte interessiert. Die Mainstreamler werden das nie kapieren, ihre Urlaube weiterhin auf Mallorca oder im Zillertal verbringen und nie jenen Erkundungstrieb ausleben, durch eine unbekannte Gegend zu fahren, um irgendwo im letzten Kaff oder Tal einen Einzellift oder ein Kleinstskigebiet zu besuchen.
So ging es an jenem Samstag erst mal bei Hochnebel ewig über die A 94 Richtung Osten – mein überaus dummes VW-Navi drehte wie immer durch, weil es mich noch in Dorfen wieder zur A 8 in den Stau schicken wollte und die neue Isentaltrasse noch gar nicht kannte
Aber auf der Salzburger Autobahn hatte es ohnehin gekracht, so dass die Wahl auf die sehr leere A 94 die Richtige war. Mich erstaunte, dass auf der Neubaustrecke auf über 10 Km schon der Fahrbahnbelag völlig im Eimer ist. Überall Löcher und eine aufgeplatzte Teerdecke. Zwischenzeitlich befürchtete ich schon, am Passat sei wieder was kaputt, doch das Geräusch verschwand, als der Belag wechselte. Auf der verbliebenen B12-Strecke musste man dann hinter den LKW schleichen, doch gleich nach Braunau verließ ich die Hauptroute, um auf einer Landstraße Richtung Süden zu zockeln.
Es dauerte aber, bis sich eine schöne Landschaftsidylle einstellte, denn erst einmal passierte man eine ziemlich verbaute Gegend mit tristen Ortschaften, wo entweder 70er-Jahre Gewerbegebietstristesse herrschte oder scheußliche Neubauwohnhäuser in die Landschaft geklatscht worden waren. Nicht mal ein Waldparkplatz zum mal schnell rechts ranfahren fand sich...
Aber nach dem Wechsel auf die B1 besserte sich die Lage, wenn auch leider der Hochnebel nicht weichen wollte. Ich erreichte schließlich St. Georgen. Aber um zum Kronberglift zu gelangen, musste noch die Ortschaft und einige Wohngebiete passiert werden.
Aber gleich nach dem Ausststeigen aus dem Auto wurde man von der Anti-Stress-Atmosphäre vor Ort eingefangen. Die Vorfreude auf den alten Ex-Swoboda wurde gesteigert, da der Lift vor Ort länger ausschaute wie vermutet. Ich zog mir die Ski am Auto an und fuhr durch die Obstbaumwiese zum Lift hinüber. Eine Frau vorm angrenzenden Gasthaus sprach mich gleich mal freundlich an, als ich da angefahren kam – in Tirol oder Oberbayern hätte man hier vermutlich erst einmal einen Anschiss bekommen, warum man mitten durch die Wiese fahre. Hier aber ein freundliches Kurzgespräch. Kein „Wo will der Münchner denn hin?“ wie mal einst anderswo.
Das Gezockel hier her hatte sich bei diesem Anblick als lohnenswert erwiesen
Es war sehr viel los – aber klar an einem Samstag im Hochwinter. Irgendwo in der Nähe hat es lt. Bergfex noch einen Lift, der aber eher langweilig aussieht. Aber ich denke, dass nach dem vielen Absterben der Einzellifte die verbliebenen Schlepper dann bei ausreichend Schneefall umso mehr Besucher verzeichnen. Aber egal, ich war ja nicht zum Skifahren hier
Die Skizwerge benutzten zum großen Teil nur die untere Pistenhälfte – oben sollte weniger los sein.
Leider glotzte der Mann direkt in die Linse – ich wollte das Motiv ohne dieses extra Herschauen hinbekommen. So was regt mich dann immer auf, denn das merkt man meistens erst daheim beim Bilderbearbeiten.
Im Lift – später fuhr eine Mutter mit, deren Kinder hier übten. Wir hatten gleich ein nettes Gespräch und die Frau wirkte so angenehm anders als die stressigen Spielplatzmamas hier in München.
Seitenblick – in dem gelben Haus befindet sich eine Gastwirtschaft. Über Mittag verschwanden dorthin alle Kinder zu Schnitzel und Pommes. Beim Anstehen an der Talstation wurde dort schon voller Vorfreude gesprochen – die Väter freuten sich wahrscheinlich auf eine Halbe dazu und irgendwie ist da die Welt noch in Ordnung bzw. so wie man sie selbst kennt.
Der Lift geht noch immer weiter – der wirkt beim Fahren viel länger wie zunächst angenommen. Für einen einfachen Dorflift ganz nett. Bis 13 Uhr fuhr ich dann auch hier.
Schöne, alte Stützen – müsste doch Swoboda sein? So zumindest jene Lift-Spezln, denen ich gleich mal Bilder schickte. Auf den Stützenschildern stand de Pretis und lt. Internet habe man den Anfang der 60er Jahre errichteten Lift auch mal umgebaut – auf Langbügel ohnehin...
Die trübe Wetterstimmung hielt an, aber solange man nicht friert, finde ich das auch schön.
Da hinten wäre noch eine 2. Sektion schön gewesen, aber da verläuft auch eine Landstraße. Jene Hütte da vorne wäre die passende Talstation gewesen...
Die Umlenkung steht ganz weit hinten... in der Skiwelt gab (gibt?) es irgendwo einen Lift, da ist zwischen Ausstiegt und Umlenkung erst mal noch eine Schlucht...
Die Piste am Kronberglift...vom See war nix zu sehen.
In der Mittagszeit musste man dann teilweise gar nicht mehr anstehen und als der Liftler sein Schnitzel verdrückte, sprang einer der Skilehrer ein und sorgte dafür, dass die Kinder zu ihren Bügeln kamen und sich der Pfropfen in der Schlange löste.
Um 13 Uhr lief mein Halbtagesticket ab und ich begab mich via Obstbaumwiese zurück zum Auto, um meine Reise gen Norden anzutreten, wo bei Ried nahe der Ortschaft Eberschwang noch ein feiner Kurzbügler läuft...
Wieder gefühlt endloses Gezockel über die Landstraßen. Natürlich wieder Traktoren und Schleicher vor einem und SUV-Stresser hinter der Heckklappe (genau in dem Bereich, wo es über enge Kurven durch einen Bergwald ging)... aber eine sehr schöne Gegend. Öfter mal wäre ich gerne rechts ran gefahren, um zu fotografieren.
In Eberschwang wieder die typische Situation – man will links abbiegen und GENAU in dem Moment kommen endlos viele Autos erst auf der einen, dann auf der anderen Seite. Dann kommt ganz zum Schluss noch ein Schlumpf im uralten Kleinwagen, um dann doch wieder langsam zu fahren und man kann wieder nicht abbiegen. Wenigstens wollten die nicht alle zum Lift.
Man muss noch weiter in die Prärie hinein fahren, eine urige Bauernhofsiedlung passieren und da stand dann auf einmal ein Mann mit gelber Leuchtweste am Straßenrand. Er winkte mir und bedeutete, ich solle anhalten. Ich dachte zuerst an eine Polizeikontrolle, doch es war jemand vom Lift, der den Leuten die Abzweigung wies – eine steile Straße den Berg hinunter und drüben wieder hinauf, wo ganz versteckt im Wald oben der Marienberglift seine Runden dreht. Gott sei Dank war die Straße schneefrei, denn am Rückweg wäre das Steilstück sicher recht spaßig geworden.
Es war viel los – trotz des trüben Wetters und einem unangenehmen Wind, der hier im Gegensatz zur Gegend am Attersee blies. Eigentlich hätte ich hier schon beim ersten Schneefall im November Skifahren wollen und hatte mich bereits mit dem Forumskollegen becks7 verabredet – leider spielte der alte Passat nicht mit und musste wieder zur Reparatur. Aber dank dem Kollegen war ich überhaupt erst auf diese Gegend gestoßen...
Es gab kein Zeitticket, also wählte ich eines für 10 Fahrten aus. Das sollte sich dann auch als passend erweisen. Zwar hat der Lift durchgehend bis in die Abendstunden auf, aber bei dem kalten Wind und der anstehenden 2-Stunden-Heimfahrt reichte mir das.
Die Kamerafahrt ohne Handschuhe, um die Knipse bedienen zu können – aber alle Finger blieben dran. Bei der DSB Reckmoos-Nord zu Fieberbrunn habe ich 2010 fast schon befürchtet, die Finger ließen sich nicht mehr bewegen, denn die war sehr lang und nicht kuppelbar.
600 m lang lt. Infotafel...ich kannte den Lift schon von Videos und Bildern des Forumskollegen.
Den roten Kurzbügel an der orangen Stange erwischte ich nie
Hier oben war es megaungemütlich... da blies der kalte Wind so richtig.
Schöne, trübe Stimmung – so eine Hütte mit Ofen und wärmendem Feuer wäre noch was gewesen, doch später die warmwasserbeheizte Wohnung in der Großstadt sollte auch angenehm sein.
Skifahren in Eberschwang...
Hier gibt es zwei Abfahrten, was gleich mal für etwas Abwechslung sorgte.
Hier die andere außen herum...
Hier hätte man noch einkehren können, doch irgendwie wirkte das nicht so einladen. Das Gebäude links assoziierte eine Sesselbahnbergstation irgendwie...
Einmal noch das Hinweisschild auf der Rückseite der Talstation geknipst – der Liftler schaute gerade nicht her
Gegen 16 Uhr wurde es düsterer, was aber der fröhlichen Stimmung vor Ort nichts anhaben konnte.
Eine Frau lieh sich noch meinen Skistock, um aus ihrem Ski herauszukommen – sie hatte keine dabei, da sie ihrem Kleinen das Bretteln beibrachte.
Nach 10 Fahrten gab ich die Karte zurück und freute mich aufs warme Auto. Nun galt es, querfeldein nach Braunau zu zockeln. Ich wollte noch in Eberschwang oder ein Kaff weiter tanken, doch an den Zapfsäulen stand ein komischer Typ herum, der irgendwie mein Bauchgefühl animierte, lieber weiter zu fahren. So wurde ich später günstig fündig, doch natürlich sollte es kurz vor der Grenze noch billiger sein... Unterbrochen von einem Nickerchen bei Mühldorf ging es dann in der Dunkelheit zurück nach München.