Ich hatte den Brennberglift gedanklich immer dem Fichtelgebirge zugeordnet, doch dann stellte ich fest, dass er im Nürnberger Hinterland bei Hersbruck verläuft – einer Gegend namens Fränkischem Jura, die ich bislang noch gar nicht kannte.
Zum ersten Mal ging meine Fahrt von München aus zum Skifahren über die A 9 Richtung Norden.
Es fehlt mir jetzt nur noch die A 8 Richtung Stuttgart, wenn es irgendwann mal mit einer Tour in den Schwarzwald oder die Schwäbische Alb klappen sollte. Die A 92 habe ich mal vor ein paar Jahren benutzt, als es in den Böhmerwald zum Hochficht ging und im gleichen Winter suchte ich auch den Schlepplift Hanslmühle bei Moosburg auf, der mittlerweile schon gar nicht mehr läuft. Die A 94 / B 12 ist sowieso eine gute Route, um nach Oberösterreich oder die östliche Steiermark zu gelangen.
In München herrschte gutes Wetter, aber später wurde es auf den A 9 recht grau, neblig und dazu viel Verkehr. Zwischen Ingolstadt bis hin zum Altmühltal gab es sogar Nieselregen. Vor Nürnberg wurde es wieder besser und nur der Hochnebel trübte.
Die Gegend um Hersbruck war neu für mich. Ich fand es dort richtig schön – ein wenig wurde ich an den Thüringer Wald erinnert. Die Ortschaften wirken noch recht ursprünglich, aber auch ein wenig altbacken, was mir aber besser gefällt als überall diese modernen Hässlichbauten mit ihren schwarzen Dächern und lieblosen Gärten. Ein leerstehendes Tanzlokal hätte noch ein gutes Motiv abgegeben, aber ich wollte zum Leitner-Kurzbügler.
Vor Ort in Etzelwang ist alles perfekt ausgeschildert und die enge Straße war gut geräumt. Ich fürchtete Gegenverkehr, doch am Rückweg merkte ich, dass es sich um eine Einbahnstrasse handelt.Wie immer, wenn ich auf einen schneebedeckten Parkplatz fahre, kommen Kinder angelaufen. Ich habe immer eine Angst, auf der glatten oder durchgeweichten Oberfläche nicht mehr bremsen zu können.
Ein freundlicher Vater am Auto neben mir sprach mich wegen meines M-Kennzeichen an („Wäre es zum Skifahren nicht in die andere Richtung nach Süden gegangen?“) und wir unterhielten uns ganz nett. Ich bekam dann wieder mal mit, dass auch bei anderen Leuten die Kinder wg. zu engen Skischuhen motzen und alles ein ewiges Gewurstel ist, bis man überhaupt zu Lift kommt.
Der Liftler in Aktion – ein sehr freundlicher seiner Zunft übrigens. Kein nerviges Gefrage, wenn man fotografiert und immer gut drauf. Er meinte lediglich, ich sei ja groß genug, selbst den Bügel zu pflücken, dann könne er Pause machen. Er war ja gut mit den vielen jüngeren Skifahrern in Beschlag genommen, denn es herrschte Hochbetrieb.
Mein erster fränkischer Liftler, wie mir im Verlauf des Vormittags einfiel. Der zweite fränkische Lifter war sein Kollege am Ausstieg. Er forderte ein paar Kinder auf, „no a Stückla weider weg“ zu fahren
Auch war ich bislang noch in in Franken Ski gefahren – eine weitere Premiere...
Der Lift verschwindet bald nach dem Einstieg in einem dichten Bergwald.
Keiner schaute gerade her
Anfang im Lift allein, später aufgrund des Andrangs fuhr ich bis auf wenige Ausnahmen nur noch mit anderen Leuten hoch.
Mitten durch den fränkischen Wald hindurch... dazu Leitner und kurze Bügel
Blick zurück
Jedes Mal eine schöne Auffahrt – vor allem im unteren Bereich, wo der Lift noch ein bisserl steiler ist – oben verläuft er dann eher flach.
Ultrasteiler Abschnitt
Hier wird es flacher
Der Ausstieg mitten im Wald. Der eigentliche Brennberg wäre erst links oberhalb erreicht gewesen. Da gab es früher eine Schanze und jetzt wohl noch eine Piste – leider hat man da nicht noch so einen Leitner hingestellt. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau – allein schon dieser Lift in dieser Lage ist eine Wucht. Zuhause sollte ich feststellen, dass es früher noch ein paar weitere Schlepper in der erweiterten Gegend gab, die leider schon LSAP sind. Den oberen Hang und ehemaligen Schanzenbereich habe ich leider vergessen, zu fotografieren.
Der Bügel...
Mitten im Wald steht die Umlenkung – dahinter muss man zur längeren Abfahrt robben.
Falls wen die Bügel interessieren...
Hinter der Umlenkung – eine kleine Aufwärmübung und man erreicht eine schöne Waldabfahrt.
Frankenski...
Wieder am Lift und gleich mal das Tele rausgeholt...
Einmal ging der Lift kaputt, aber nach ca. 20 min bekamen sie es wieder hin. Eine ältere Frau erzählte mir bei einer Mitfahrt, dass auch schon zwei Wochen zuvor ein Mechaniker hätte anrücken müssen, um den Lift zu reparieren. Sie sei froh, dass er noch liefe – so müsse man nicht weit fahren, wenn man im Nürnberger Umland wohne.
Mein erster Mitfahrer war noch ein Jugendlicher, der hierzu vom Liftler verdonnert wurde. Der junge Mann wirkte unsicher ob der bald ausgefahrenen Lifttrasse, aber wir schafften es ohne Sturz.
Einmal begleitete mich ein Osteuropäer auf der Fahrt mit dem Brennberglift. Der andere stand erst seinen vierten Tag auf Skieren, meisterte alles gut und war sehr freundlich. Wir siezten uns sogar höflich.
Einmal fuhr dann ein älterer Herr mit. Er erzählte mir, dass er mit dem Zug angereist und vom Bahnhof zum Lift gelaufen sei. Er fahre nun im hohen Alter kein Auto mehr und sei auch schon mit der Bahn bis zum Zugspitzgletscher gereist – von seinen Wohnsitz in Nürnberg aus.
Dann fuhr eine Mutter mit, die wie ein Maschinengewehr redete, war aber dennoch sehr freundlich war.
Schließlich auch mal der typische, ältere Meckerdeutsche schlechthin. Der Lift sei schlecht, die Schlepptrasse sei viel zu schwierig und überall gab es für den Mann nur Probleme. Beim nächsten Mal Anstehen glotzte er mich muffig an und schien dem grauen, beschissenen Samstag so gar nichts Positives abgewinnen zu können
Die andere Seite links vom Ausstieg. Da gibt es zwei Varianten, die sich unten wieder treffen. Die flachere (geradeaus und erst danach links) hat rechts noch eine zusätzliche Umfahrung für Anfänger und Kleinkinder. Ich wählte bis auf ein- oder zwei Male die steile Piste näher am Lift – hier die Piste Nr. 2 ganz links.
Geht doch
Hier laufen die beiden Pisten links vom Ausstieg wieder gemeinsam zurück zur Talstation.
Einmal legte ich noch einen Leberkässemmelstopp für 2,50 EUR ein. Zuerst wollte eigentlich einen Kaffee danach trinken, aber ich war noch ausreichend fit. So fuhr ich dann lieber nach Osternohe zum zweiten Liftziel des Tages.
Bei der Abfahrt vom winterlich bedeckten Parkplatz des Brennberglifts kam natürlich dann gleich ein Auto angeschossen und wollte unbedingt auf mich zuhalten. Ich hatte keine Möglichkeit, auszuweichen, da alles vollgeparkt war. Wenigstens verstand die Frau, dass ich mich nicht wie Pumuckl auflösen konnte und fuhr wieder zurück, sodass ich die Straße erreichen konnte.
Auf dem engen Weg mussten Spaziergänger in die Schneehaufen ausweichen, damit ich vorbeirollen konnte, so eng ging es zu. Hinter einer Kurve kam eine Kräuterhexe mit Riesengepäck (?) – gerade noch vorbei, ohne übers Auto klettern zu müssen. Irgendwie eine skurrile Aktion und die Frau war mir wenigstens nicht böse, dass ich genau zum falschen Moment jene Engstelle mit meinem nervigen Passat passierte. Dann endlich eine schöne Fahrt über abgelegene Kaffstrecken durch die herrliche Winterlandschaft. In Osternohe war der Hang unten etwas braun, aber ich sah Skifahrer runterkurven. So steuerte ich den Parkplatz oben am steilen Schlossberg an.
Der Parkplatz war etwas glatt, aber gut geräumt. Auch andere Skifahrer – allerdings Langläufer, wie mir dann bewusst wurde, packten ihre Sachen aus und starteten ins freitagnachmittägliche Wintervergnügen. Ich war noch guter Dinge...
Dann Schock: Lift steht! Am 31.1. kein Betrieb lt. Homepage! Am Vorabend war der Lift in Osternohe noch in Betrieb gewesen und ich Depp hatte mich vor der Abfahrt in Etzelwang blind darauf verlassen, ohne noch einmal nachzusehen. Es lag ja auch genug Schnee herum, aber lt. den Betreibern sei wg. dem Tauwetter der Parkplatz viel zu vereist und gefährlich. Gut, der war nicht ohne und am Rückweg kam einer nicht mehr weg, sodass welche anschieben mussten. Aber man hätte ja auch im Dorf parkieren können, oder? Denn Schnee lag genug – das hätte locker für einen Ganztagsbetrieb am WOCHENENDE gereicht. Aber gut – das macht ja auch viel Arbeit und da bleibt man lieber daheim und wundert sich, warum man rote Zahlen schreibt
So wurde es nix mit dem längsten Schlepper Mittelfrankens, den sie hier 1984 noch hingebaut hatten. 700 Meter lang immerhin...
Auch die beiden Hohensteinlifte in der Nähe waren nicht an. Scheibenkleister! Hätte ich von Neumarkter Gegend gewusst, hätte ich dort noch die beiden Lifte oder zumindest einen hiervon besucht. Aber die entdeckte ich erst am Abend daheim in München vorm Laptop.
Wer begeht denn schon Lifte?
Da kommt er flach herauf – in der unteren Hälfte geht es steil durch einen Laubwald hindurch. Ich wollte schon zum Wagen zurück, doch dann entschied ich mich für eine Abfahrt, um danach wieder hoch zulaufen.
Schönes Trassenstück....
Hier fuhr ich auf der Trasse – das letzte Stück wählte ich aber die Piste, zu der ich erst im Tiefschnee kurven musste. So aber wenigstens noch ein wenig Fahrspass in Osternohe, wenn mir schon kein Liftspass vergönnt war.
Mittendrin war die Piste leider braun und nicht mehr rot. Das kam wahrscheinlich noch als Schliessgrund hinzu. Die Beschneiung vor Ort wird offenbar nicht genutzt.
Schöner Lift für ein Hügelland – den wäre ich wirklich gerne gefahren.
Unbeobachtet an der Talstation...
Hier kamen dann Leute heraus, aber mich trafen nur finsterere Blicke. So fragte ich gar nicht erst nach einer Sonderfahrt. Wäre wahrscheinlich eh nicht möglich gewesen, aber versuchen kann man es ja immer, wenn man jemanden am Lift antrifft. Wenigstens motzte keiner. Ein Tourengeher war dann auch noch unterwegs und stieg den Hang hinauf. Unterhalb von ihm lief ich dann mit meinen Alpinski auf der Schulter empor. Ich holte den Tourengeher nicht mehr ein.
Aber wenigstens endlich mal am Brennberglift gewesen! Für diesen netten Leitner hatte sich die weite Anfahrt gelohnt. Aber klar – für liftmäßig normal tickende Leute wäre des ein Quatsch „dort hinauf“ zu fahren anstatt in ein gescheites Skigebiet...
Über die endlose A 9 (verläuft am Hang im Hintergrund gegenüber des Osternoher Lifts) ging es dann nach München zurück – nun mehr wettermäßig besser als noch bei der Hinfahrt.