Im Herbst 2010 hat sich ein besonderes Lied über verschiedene Kanäle in die Ohren vieler deutschsprachiger Skifahrer geschlichen. Ein Song auf Vorarlberg Mundart beschreibt humorvoll eine längere Wanderung von Mellau bis nach Schoppernau. Außer Vorarlberg dürften ziemlich wenige den Songtext verstehen - vlt. war das genau das Erfolgskonzept der Band Holstuonarmusigbigbandclub.
Vo Mello bis ge Schoppornou bean i gloufo
D' Füaß himmor weh tau
Vo Mello bis ge Schoppornou bean i gloufo
D' Füaß himmor weh tau
Weh tau, weh tau, weh tau
D' Füaß himmor weh tau
Weh tau, weh tau, weh tau
D' Füaß himmor weh tau
Wer es nochmal anhören möchte, kann gerne das offizielle Musikvideo während des Berichtslesens laufen lassen:
Warum ich das Lied im Bericht so mitnehme? Ja genauso hat es sich an dem Tag irgendwie angefühlt. Ich bin zwar nicht gelaufen, aber habe mit meinen Skiern und öffentlichen Verkehrsmitteln eine doch beachtliche Strecke zurückgelegt. Die Fahrstrecke vom Hochtannbergpass beträgt 31 Kilometer. Von Lech am Arlberg bis nach Mellau sind es knapp 40km Luftlinie. Mit dem Auto wäre das ja alles kein Problem, aber geht das denn wirklich so, wie ich es geplant hatte, mit Skiliften und Skibus?
Ja, es geht - wenngleich ich sofort sagen muss: Da darf gar nichts schief laufen.
Die erste Schlegelkopfbahn geht um 9:00 Uhr.
Der erste Auenfeldjet um 09:15 Uhr.
Der Bus am Hochtannbergpass kommt um 09:37 Uhr.
Es darf also nicht mal zu einer längeren Verzögerung bei den Liften kommen! Verfahren sollte man sich natürlich auch nicht und zurückkommen muss man dann auch noch irgendwie. Ich denke, dass nicht viele Menschen großen Spaß an einer derartigen Akiton hätten - ich aber natürlich schon!
Ab ins Abenteuer vo Mellau bis ge Schoppernau!
^^ Start mit der Schlegelkopfbahn um Punkt 09:00 Uhr.
^^ Das Kriegerhorn lasse ich aus - nehme stattdessen die Petersbodenbahn um 1 Minute Abfahrtszeit zu gewinnen. Außerdem haben sie im Kriegerhorn noch keine Personen reingelassen...
^^ Rasch runter zum Auenfeldjet, der wirklich erst um 09:15 startet. Das Drehkreuz war noch nicht mal freigeschalten - 1 Minute wieder verloren...
^^ Im Sonnejet - aufgenommen um 09:28 Uhr. Als ich oben ankam, war es bereits 09:34 Uhr. Das wird knapp!
^^ Das Wetter war natürlich trüber als vorhergesagt...das Foto wird übrigens während dem Abfahren gemacht.
^^ 09:37 Uhr - ich sehe den Bus einfahren und bin rechtzeitig da. Etappe 1 ist geschafft. Da darf aber echt gar nichts schief gehen, weil die Busse sehr pünktlich kommen.
^^ Glücklich!
^^ In Mellau kommt man direkt beim Spar an und kann dort noch einen Kaffee holen. Denn: Der Bus zur Mellaubahn kommt aus Bezau!
^^ Jetzt geht es aber gleich los. Durch die Buszeiten kann man auf die 3 Stundenkarte für 11-14 Uhr warten.
^^ Auf gehts in das Skiebiet Mellau-Damüls.
^^ Öffnungsstatus. Suttis ist zu. Die Sesselbahn Ragaz auch. Es war halt einfach nicht sehr schneereich in diesem Dezember/Jänner 2026.
^^ Die Mellaubahn kommt unterhalb der wichtigen Verbindungsbahn Gipfelbahn an. Also muss man die 8er Sesselbahn Roßstelle noch zusätzlich nehmen. Hätte man beim Neubau wohl auch anders lösen können?
^^ Das Wetter - naja - der Schnee auch naja. Hmm..es zählt das Abenteuer!
^^ Weil ich nicht wusste, ob ich später noch Zeit dafür finden würde, bin ich schnell noch die 6er KSB Wildgunten abgefahren, die scheinbar erst ihren 2. Betriebstag hatte...
^^ Blick nach rechts mit der kämpfenden Sonne. Ich dachte eigentlich, dass sei dort oben eine Hütte...
^^ Suttisbahn garagiert. Hier würde auch die Talabfahrt nach Mellau starten. Wohl selten geöffnet?
^^ Blick über den wolkenverhangenen Bregenzerwald.
^^ Und der Zoom zur Gipfelbahn. Das schaut schon recht imposant aus.
^^ Wenn halt die Schneeanlage in Vorarlberg fehlt, geht nicht mal ein Wiesenhang Mitte Jänner.
^^ Jetzt bin ich oben am Grat mit Blick Richtung Damüls. Schaut schön aus, aber die Bodensicht...
^^ ... war wirklich schlecht. Hier ist übrigens eine Abfahrt als Rot und Blau gekennzeichnet. Dürfte es auch nicht zuoft geben?
^^ Schmal, wenig Schnee und keine Bodensicht. Man rutscht halt so runter.
^^ Hier im Verbindungskessel zwischen Hohe Wacht und Eisenkopf.
^^ Und jetzt ist sie endlich da: Die Mittagsspitze 2.095m - der Landmarkmountain in Mellau Damüls. Das Licht leider immer noch nicht gut.
^^ Gleich mal hin zur neuen 6KSB Hohes Licht, die gerade so fertig wurde für die Skisaison 2025/26.
^^ Die Trasse. Das muss vorher schon eine zache Angelegenheit gewesen sein. Wobei: Die Bahn ist ja eigentlich redundant.
^^ Die höchste Bahn im Skigebiet - Ragaz - ist auch Mitte Jänner noch nicht geöffnet. Auch in Mellau - Damüls fehlt es an der schlagfertigen Beschneiungsanlage.
^^ Bergstation Hohes Licht.
^^ Von hier oben hat man dann wirklich den kompletten Blick über ganz Vorarlberg, mit Bregenzer Wald und sogar Bodenseeblick.
^^ Auf der anderen Seite sieht man das Skigebiet. Geradeaus wäre Faschina.
^^ Vom hohen Licht hat man die besten Pisten des Gebiets zur Auswahl. Ich wähle die äußerste Variante Spitzgrätli.
^^ Unten kommt man im Kessel an. Dort dürfte es öfters zu Wartezeiten kommen. Von dort geht es weiter in den anderen Skigebietsrand mit der 6KSB Sunnegg.
^^ Es wird blauer und die Mittagsspitze damit imposanter.
^^ Ein wichtiger Zubringer von Damüls: 6KSB Oberdamüls.
^^ Diese führt auch an zahlreichen Hotels vorbei. Das hat jetzt wieder Stil - Ski-In & Ski-Out wie man es eben kennt und schätzt.
^^ Rechts der Blick Richtung Damülser Mittagsspitze, davor der Versuch, Schnee zu finden.
^^ Der Bereich an der 4SB Furka gefällt mir besonders gut.
^^ Die fixe 4er Sesselbahn ist jetzt wirklich der äußerste Bereich des zusammenhängeden Skigebiets. Will man Faschina auch noch erleben, braucht es nochmal einen Bus. Das könnte sogar funktionieren, ich habe aber die regelmäßige Skibusverbindung nicht ganz verstanden und wollte es dann nicht riskieren, deswegen nicht mehr zurück zu kommen...
^^ Auch alte Lifte haben was.
^^ Der Bereich ist sehr sonnig aber auch sehr entspannend.
^^ Wunderbares Hochalmgelände hinter der 6KSB Sunnegg.
^^ Von Oberdamüls führt ein Ziehweg zur wichtigen Verbindung Uga-Express.
^^ Die Bahn, die wohl die größten Wartezeiten meistens hat. Habe da schon einiges gesehen.
^^ Und jetzt ist sie frei: Die Damülser Mittagsspitze. Ein freistehender Berg ist einfach immer ein Hingucker.
^^ Ich fahre nochmal Richtung Liftkarusell Sunnegg/Hasenbühel hinab. Daneben die alte 2er Sesselbahn Walisgaden, die gernerell für den Snowpark genutzt wird.
^^ Hier wäre eigentlich eine geniale schwarze Skiroute.
^^ Blick auf die versteuten Höfe in Damüls. Schönes Almgelände.
^^ Auch hier fehlt wohl eine Abfahrt.
^^ Liftkreuzung zweier 6KSBs: Hasenbühel und Hohes Licht.
^^ Und: Die Wolken kommen wieder.
^^ Ich denke, hier fahren die meisten Gäste: Hohes Licht Richtung Uga und Damüls.
^^ Alte aufgelassen Talstation der ehemaligen DSB Hohes Licht.
^^ Jetzt geht es zurück mit der 6KSB Hohe Wacht, die ohen Bubbles ausgeführt ist. Da kann es sicher des öfteren mal ziehen...
^^ Schneeweise Winterlandschaft im Übergangsbereich.
^^ Und nochmal der Bodenseeblick von hier oben. Das hat schon was. Strahlend blau wahrscheinlich unglaublich kitschig!
^^ Ciao, ciao Damüls! Es war mir eine Ehre, dich endlich kennengelernt zu haben!
^^ Der Grat - da hat man die Verbindungsbahn auch gut hingezimmert. Schon cool.
^^ Zurück Richtung Mellau...
^^ ... braucht man sogar einen Tunnel. Da steht man in Vorarlberg drauf.
^^ Ins Tal fahre ich letztendlich mit der Gondel, wenngleich ich mir sicher war, dass es auf der gesperrten Abfahrt gegangen wäre. Aber ja - mit dem Zeitdruck im Rücken, lieber nichts riskieren...
^^ Sondern lieber rechtzeitig den 1. Skibus zurück Richtung Mellau Dorf nehmen.
^^ Und dann stehe ich da und warte auf die Rückfahrt. Dieser Bus hatte dann wirklich 7 Minuten Verspätung. Muss es wirklich nochmal knapp werden?
^^ 2 Skipässe für ein Abenteuer. Once in a lifetime. Ich bin mir sicher, das machen nicht zu viele...
^^ Und dann bin ich zurück am Salober - rechtzeitig. Ist das Wetter oben wirklich immer besser?
^^ Er hat es getan und auch geschafft: Die Skisafari Lech - Mellau Damüls - Lech klappt echt an einem Tag.
^^ Zurück in Lech geht sich sogar noch eine Fahrt aufs Kriegerhorn mit Einkehr in der Balmalp aus. Es tut gut, zurück zu sein.
^^ 17:00 Uhr - glück es geschafft zu haben.
^^ Insgesamt waren es 8.200 Tiefenmeter, 60km auf Skiern und genauso viel im Bus. Was ein geiles Abenteuer!
Fazit:
Ich bin froh, dass ich dieses Abenteuer so durchziehen konnte. Vor allem beim morgendlichen Skigebietswechsel war ich mir nicht sicher, ob es denn wirklich klappen wird. Hat man den ersten Skibus mal erreicht, kann man sich erst mal entspannen. Besonders cool ist schon die Reise an sich - dass der Skibus dich dazwischen befördert, du dann alles abfährst und dann rechtzeitig zurück bist. Ehrlich gesagt ist das Zurückkommen zeittechnisch kein Problem - nur das hinkommen.
Besser wäre es noch gewesen, wenn das Wetter so gewesen wäre wie vorhergesagt - nämlich 7 Sonnenstunden mit blauen Himmel und natürlich, wenn ich @Snowworld-Warth getroffen hätte, der aber an dem Tag nicht vor Ort war. Tja...also nochmal?