INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Diskussionen zu Wetter und Klima in den Alpen: Analysen zur aktuellen Wetterlage, Prognosen, Klimawandel und Gletscherschmelze.
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Stani
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Re: INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Beitrag von Stani »

Kreon100 hat geschrieben: 27.02.2026 - 07:03 Also ich kann nur für die Ostalpen sprechen. Dort war es denn ganzen Januar ungewöhnlich kalt. Dezember war auch eiskalt, es fehlte halt der Niederschlag. In Hamburg auch extrem kalt wie seit über 10 Jahren nicht mehr und viel Schnee.

Jetzt dieser Wärmeeinbruch ist schon heftig.
Salzburg:
Einigermaßen kalt war im Dezember aber nur die ersten Tage (aber nicht vergessen wir den November,, der verlief teilweise wirklich eiskalt mit -18 C rund um 20.11 in Zell am See) bzw danach am Ende, dazwischen zumindest oben auf den Bergen alles andere als eiskalt. Andere Geschichte sind die Täler, dank Inversion lagen dort die Temperaturen oft zw -7 und -10 C

Oktober: öfters Wintereinbruch im Hochgebirge, tolle Verhältnisse auf den Gletschern
November: knappe 10-12 Tage recht winterliches Intermezzo mit Neuschnee aber vor allem sehr kalt (gut für die Beschneiung)
Dezember: super sonnig, aber oft Höhenwarm
Januar: teilweise sehr kalt aber bis auf Anfang Januar super sonnig und trocken
Februar: recht gemischt, aber eher auf der milderen Seite, zweite Hälfte sehr schneereich, 10x Freeridetage hintereinander hat schon was

Mir kam vor, dass im Dezember und Januar fast überall in Europa geschneit hat, unzwar teilweise enorme Mengen, nur in Österreich war Frau Holle recht sparsam (wie gesagt bis auf letzteres).

Wetter/Schnee/Pistentechnist ist die bisherige Saison wesentlich besser als die letzten zwei Winter, mal schauen was der März bringt, hoffentlich wird ab Mitte des Monats wieder mal winterlich

Tauernfreund23
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Re: INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Beitrag von Tauernfreund23 »

@markus

Du hast mich zum Lachen gebracht :)
Gleitweggleiter
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Re: INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Beitrag von Gleitweggleiter »

Gleitweggleiter hat geschrieben: 25.02.2026 - 11:54 Das klingt doch vielversprechend!

Blog des LWD Tirol
Wenn das Hochdruckwetter bestehen bleibt, dann erwarten uns in wenigen Tagen nach klaren Nächten bereits Tage mit richtigen Firnbedingungen und einem tageszeitlichen Gang der Lawinengefahr. Damit öffnen sich endlich richtige Optionen, um an Südhängen gute Abfahrten genießen und gleichzeitig dem heimtückischen Altschneeproblem konsequent aus dem Weg gehen zu können
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(auch wenn der Deckel nur gerade so trägt..)
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Re: INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Beitrag von Kreon100 »

Also ich kann frisch berichten aus Gastein. Angekommen in Tal gegen Mittag, von der Wärme fast erschlagen worden. Man wusste gar nicht, was man anziehen soll, am liebsten T-Shirt und kurze Hose.

Ich hatte mich auf eine echte Sulz Schlacht eingestellt (was ich ja liebe) aber weit gefehlt oben auf 2.000 Meter beste Verhältnisse auf den Pisten. Richtig stumpfer, gepresster Pulverschnee, bis weit unter die Mittelstation. Also das ist wirklich mal genau umgesetzt, was oben in dem Modell so schön erklärt wurde. Das wird eine perfekte Ski Woche. :ja:
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Re: INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Beitrag von don pipone »

Jetzt gibts erstmal wochenlang Omega-Hoch.

Schneenachschubmäßig wars das wohl so ziemlich für den Winter. Wenigstens ist schönes Wetter und Strahlungsnächte/Sonneschein bringen Harsch und Firn. Aber ein deep-pow Winter für die Geschichtsbücher wird das zumindest in den Kitzbühlern nimmer.....
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snowflat
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Re: INFO / Diskussion zum aktuellen Wetter

Beitrag von snowflat »

Es ist schon der 1. März und die Skisaison ist noch voll im Gange, aber der meteorologische Winter 2025/26 ist vorbei – und er war für Deutschland betrachtet einer der abwechslungsreichsten der letzten Jahre. Daher mal High-Level ein Recap zum diesjährigen Winter zusammengeschrieben.

Zu Beginn verlief der Dezember noch recht unscheinbar: Die Wetterlagen waren schon noch festgefahren und mild, von echtem Winterwetter fehlte dort noch jede Spur.

Erst zu Weihnachten kam dann die Wende: Ein starkes Hoch über Skandinavien sorgte für sonnige, frostige Feiertage mit eisigem Ostwind – die kältesten Weihnachten seit 15 Jahren. Zumindest die Temperatur passte zum Feste, Schnee hatte der Weihnachtsmann oder das Christkind (je nachdem) nicht im Gepäck dabei. Aber so what ... immerhin nicht die wärmsten Weihnachten und der Winter könnte ja doch noch etwas bringen.

Denn richtig winterlich wurde es dann "schon" zum Jahreswechsel. Anfang Januar gelangte unter Tiefdruckeinfluss polare Kaltluft nach Deutschland, begleitet von Sturm und wiederholten Schneefällen. Am 5. Januar lag fast im ganzen Land eine geschlossene Schneedecke, ausgenommen einige Regionen wie der Rhein oder die Leipziger Tieflandsbucht. Besonders im Norden, etwa rund um Elbe und Wesermündung, gab es teilweise 10–20 cm Schnee. Ich erinnere mich noch an diverse Bilder und Videos auf Social Media mit Snowboardern in Hamburg :)

Doch das sollte keine Eintagsfliege ... oder besser Eintagsschneemann gewesen sein. Auch wenn die Vermutung nahe lag, dass so ein Flachlandwintereinbruch schnell wieder Geschichte ist. Ein weiteres kräftiges Wintertief namens "Elli" brachte zum 9. Januar im Norden dann massiven Schneefall, starke Verwehungen und Schneechaos. Auch hier gab es in den Medien eindrucksvolle Bilder von blockierten Autobahnen, meterhohen Schneeverwehungen und Autos, die von Ihren Besitzern aus Verzweiflung dem Schicksal von Wind und Wetter überlassen wurden. Die Lage war schon außergewöhnlich im hohen Norden: Hamburg entwickelte sich zur „Hauptstadt des Winters“, und selbst auf Helgoland lag Schnee – das kommt wirklich sehr sehr selten vor und zeugt von der Geschichte dieses Winters.

Dann dachte man ... okay, denn zur Monatsmitte taute vieles wieder ab, bevor Ende Januar erneut kalte Luft aus Osten einsickerte. Das brachte nochmals kräftige Schneefälle, diesmal jedoch der Hotspot in Franken, Ost-Baden-Württemberg, Thüringen und Hessen. Ich erinnere mich noch, als ich beruflich Bilder aus Nürnberg bekommen habe, mit dem Vermerk "hier geht nichts mehr" 8O .Gleichzeitig erlebte unsere Bundeshauptstadt die erste von zwei schweren Eisregenlagen – mit dickem Eispanzer, spiegelglatten Straßen und Stillstand im Straßenbahnverkehr.

Der Februar war geprägt von starken Kontrasten: Im Osten und Nordosten hielt sich arktische Luft mit Frost und Dauerfrost, im Westen blieb es vergleichsweise mild. Anfang Februar folgte eine weitere gravierende Eisregenlage im Osten, die mehrere Tage anhielt und das öffentliche Leben zeitweise lahmlegte.
Die anhaltende Kälte ließ Seen und sogar Teile der Ostsee zufrieren – ein seltenes Ereignis, auch hier entstanden eindrucksvolle Bilder und zeugten von einem Naturschauspiel welches zuletzt vor vielen Jahren in ähnlicher Form zu beobachten war. Durch starken Ostwind türmte sich das Meereis mancherorts meterhoch und so wurde die Ostsee im Winter zu einem wahren Publikumsmagnet. Aber auch die Binnengewässer wurden zu einem wahren Eiserlebnis. Die Müritz war nach vielen vielen Jahren komplett zugefroren (hier gab es dazu ja auch Diskussionen :lol: ) und an vielen Stellen musste der Binnenschiffsverkehr eingestellt werden, weil selbst die Eisbrecher nicht mehr in der Lage waren, die Schifffahrtswege freizuhalten.

Ende Februar - und somit noch sehr präsent - kam jedoch schlagartig überall die Milderung, teils mit neuen Temperaturrekorden von über 20 Grad. Und auch der Eisschrank der Nation bekam eine deutliche Milderung, wodurch das Eis auf Flüssen, Seen und Ostsee schnell wieder verschwand. Die Spuren des Winter verflüssigten sich wieder, als ob nichts gewesen wäre. Aber was bleibt vom Winter?

Insgesamt zeigte er sich mit großen regionale Unterschieden: Während der Nordosten deutlich zu kalt ausfiel, blieb es im Südwesten spürbar zu mild. In den Alpen war in tieferen Lagen kaum Winter zu spüren. Trotz seiner Besonderheiten war der Winter 2025/26 im historischen Vergleich kein Extremwinter – frühere Winter, etwa 1928/29, die Kriegsjahre oder 1962/63, waren wesentlich härter. Nur kennt diese Winter keiner von uns und wir sind eher mit der milden Variante groß geworden, daher auch vielfach die Schlagzeilen, die eher den Klicks diesen sollen und die "Mimimi-Fraktion" bedienen. Aber eines wird in Erinnerung bleiben: Es war ein sehr variabler, interessantes Winter – und es bleibt spannend, wann uns wieder ein ähnlich außergewöhnlicher Winter beglückt, dann hoffentlich auch mit Würdigung der alpinen Regionen, die diesen Winter etwas zu kurz gekommen sind.
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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