Le Grand Bornand heißt das Skigebiet und die diesem zu Füßen liegende Gemeinde unweit des Großraumes Genf südlich des Genfersees. Nächstes bekanntes Skigebiet ist das benachbarte La Clusaz, mit dem man auch einen zusätzlichen Verbundskipass anbietet. Le Grand Bornand selbst ist ein mittelgroßes Skigebiet, das neben der namensgebenden Gemeinde auch vom Weiler Chinaillon her erschlossen wird. Genau genommen ist das Skigebiet von Chinaillon her entstanden. Beide Orte sind durch eine Skibuslinie verbunden, innerorts verkehren jeweils weitere Linien.
Hier mal der Lageplan in der Winterkarte aus Mapy.cz (beim Pfeil war unsere Unterkunft):
Wir fanden ein Studio zu gut 300 Euro für 4 Nächte in Chinaillon via Airb'n'b. Genau genommen 2 km westlich von Chinaillon in einem Ortsteil, wo es außer den Ferienchalets nur eine Tankstelle und eine Möbel"fabrik" gibt. Und drei Skibushaltestellen, unsere keine 20 m vom Ausgang unseres Chalets entfernt.
Vor unsere Ankunft hatte es schon einen guten halben Meter Neuschnee gegeben, davon so um die 20 cm am selben Tag. Entsprechend zugeschneit war alles. Hier der ober Parkplatz bei unserem Chalet, einen weiteren gab es auf der anderen Seite:
Unser Studio, klein wie in Frankreich nicht unüblich, 1,40m Bett vor, dann links kleines Duschbad und WC, dann kleiner Wohnraum mit Sofa, Tisch und Küchenzeile und danach die Terrasse - das war's:
Praktisch war: wir hatten den Skiraum und den Müllraum gegenüber - also kein großes Gelaufe.
Nach dem Entladen gingen wir noch im Ort Chinaillon einkaufen. Vorher mussten noch Schneeketten angelegt werden, denn ohne kam man die paar Höhenmeter vom Chalet zur Hauptstraße nicht mehr rauf. Dies dauerte ca 50 min
Das Schlechtwetter mit starkem Schneefall zeigte sich auch im Ortszentrum:
Allerdings sind wir uns wohl einig, dass der Schnee dringend notwendig war.
Gegen 17 Uhr zeigt sich dann der Mont Lachat, mit knapp 2100 m höchster Punkt des Gebietes mal kurz (Blick von unserer Terrasse):
Nächster Tag, das Auto bleibt unter 25 cm Neuschnee stehen, wir nutzen den Skibus, der wie gesagt keine Minute Fußweg vom Chalet aus abfährt. Da die Busse Richtung Chinaillon voll sind, fahren wir talabwärts nach Le Grand Bornand zur Télécabine "Joyère", eine der Eiergondel-Reihe nachempfundene 4-er-EUB, welche im Dasein des modernen Nachbars in Form der EUB "Rosay" von den meisten ignoriert wird.
Mit dem Skibus angekommen an den Talstationen:
Reger Betrieb herrschte an diesem "inoffiziellen" Busbahnhof (es gibt auch einen richtigen im Ort).
Ich hole noch den Skipass für meinen Sohn am Terminal ab (klappt problemlos mit Buchungsnummer und Emailadresse) und dann geht's zur Gondel . Zu der von uns präferierten EUB will keiner (praktisch alle nehmen die modernere "Rosay", entsprechend können wir praktisch durchgehen.
Talstation EUB "Joyère", ok ganz leer ist es nicht, aber man sitzt allein in den Gondeln:
Blick rüber zur EUB "Rosay", auch hier eigentlich wenig los, maximal 5 min Wartezeit:
Blick auf beide EUB, diese entfernen sich bergaufwärts immer weiter voneinander. Unter der linken Bahn kommt die Talabfahrt "L'envers" hinab:
Oben angekommen, Sicht besser als befürchtet, aber kein Fernblick:
Hier oben ist ein eigener, kleinerer Skigebietsteil, der wenig frequentiert ist. Eine 4er-Sesselbahn (Neu diese Saison, vorher war es eine DSB), ein Tellerlift und ein KSSL bringen den Skifahrer zu kürzeren, leichten Abfahrten.
Die Ausschilderung erweist sich als hervorragend, ein Display beim Sessellift gibt Öffnungszeiten und Pistenzustände ("bereits präpariert", "gesperrt" oder "in Vorbereitung") im Durchlauf an - praktisch. Und es zeigt auch: die Pisten und Lifte sind meist bis 17:00, teilweise bis 17:30 Uhr und vereinzelt sogar bis 18 Uhr (!!!) offen. Der Grund wohl: die zahlreichen Skihütten im Gebiet bieten eine gelassene Form des Aprés Ski mit Crêpes und Co ab 15:30 Uhr an. Zudem liegen einzelne Unterkünfte an den Abfahrten. Also hier nix mit "16 Uhr ist Schluss" - tip top!
Nach ein paar Fahrten - nur auf "grün", mein Sohn traut sich nicht mehr, kehren wir auf Café und Schoggi ein. Gemütliche Hütten mit noch bezahlbaren Preisen erwarten einen, teils mehrere nebeneinander:
Nach dem Hüttenbesuch zeigt sich kurz die Sonne, aber nicht dauerhaft (Bereich der Bergstation der EUB "Rosay"):
Das ist die Hütte in der wir waren von außen, da ist auch das Essen durchaus preiswert (Tipp für fast alle Hütten: Tisch zum Mittagessen morgens reservieren):
Wir fahren die grüne Traumpiste "Serpentine" hinab nach Chinaillon zur 6KSB "Charmieux". Diese ist die Hauptanlage im Gebiet und bedient alles von grün bis schwarz in der unteren Etage des Skigebietes. Es ist zudem die einzige Anlage mit nennenswerten Wartezeiten von 5 bis 10 min. Sie schaufelt aber ordentlich was weg und läuft mit High Speed, Personal im Tal wie am Berg "sortiert" die Skifahrer. Absolut effiziente Massenabfertigung. Respekt!
Oben angekommen, links die eben benutzte 6KSB, in der Mitte der steile KSSL "Le Stade" und rechts (nicht im Bild) kommt noch die 4SB "Chatelet" rauf, die man - ohne jegliche Wartezeit - gut als Bypass zur 6KSB nutzen kann, wenn man weiß wo man abbiegen muss.
Selber Ort, rechts 4SB "Chatelet", darüber 6KSB "La Floria", die wie auch die "Le Lachat" oberhalb von Rosay auf die oberste Etage des Gebiets führt:
Wir fahren die lange, schöne grüne Abfahrt "Le Lac" hinab, gleichzeitig Verbindung in den Skigebietssektor "Maroly", die vorletzte Ecke des Gesamtgebiets.
Im Talstationsbereich des Sektors "Maroly", hier die 3SB "Les Terres Rouges" samt roter und blauer Abfahrt parallel zur SB:
Nebenan starten noch die 6KSB "Le Maroly" und die 4SB "La Tolar":
Oben angekommen:
Wir kehren zum Mittagessen ein im "Les Terres Rouges", es gibt Tartiflette:
Blick über die blau "Les Tarines" hinab, wir wählen aber die grüne "Les Myrtilles":
...aber nicht, ohne einen Abstecher zum KSSL-Doppel "Le Prarian" zu machen, die uns nochmal rauf bringen, hinten noch der KSSL "L'Almet":
Brutale, Doppel-Katapult-Schnellfahr-Anlage "Le Prarian I+II", rechts Piste "Le Perce neige":
Wieder unten bei der Drehscheibe "Maroly", es klart langsam auf:
Dito - und trotz Ferien kann man bei den Liften einfach durchgehen:
Im Anschluss arbeiten wir uns über diverse grüne Pisten und den Spaßpark "Defi Mom" zurück zur EUB "Joyère":
Sehr schöne Anlage, im Übrigen werden einem hier sowohl im Tal als auch am Berg die Ski abgenommen und in die Gondel gesteckt bzw. umgekehrt - super Service!
Als wir unsere Unterkunft erreichen, zeigt uns das Wetter den Mittelfinger und es reißt völlig auf, so nach dem Motto "Wärt Ihr mal bis 18 Uhr geblieben!"
Wir erledigen noch ein paar Einkäufe - aber 14 km entfernt bei Intermarché, was die Preise um ca. 70 Prozent senkt.
Im weiteren Urlaubsverlauf sind wir wieder auf den selben grünen Pisten und nochmal im Spaßpark unterwegs. Auch KSSL musste nochmal gefahren werden, hier der KSSL "La Cote"^, kurz , aber mit Kurve und fliegender Umlekscheibe:
6KSB "Charmieux mal ohne Riesenschlange:
Hier und da riss es nochmal auf, hier der Picknickplatz bei der Bergstation EUB "Joyère":
Sollte man sich ob des tiefen Risses durch den Klo-Boden Sorgen machen?
EUB "Joyère".
Die Aravis-Kette zeigt sich nun:
Dort befindet sich auch das Skigebiet von La Clusaz:
Blick über den Bereich "Rosay", mittig die Bergstation der gleichnamigen EUB, auch sichtbar die Talstation der 6KSB "Le Lachat":
Blick zum Mont Lachat (rechts) und zum Gipfel "La Floria" (links):
Blick nach Chinaillon:
Alte Original-Eiergondel im Ort Le Grand Bornand - man kann sie öffnen und schließen und sich hineinsetzen:
Auf der Rückreise besuchen wir noch die "irgendwie-auch-Eiergondelbahnen", also 6er back2back-EUB in Saint-Jean d'Aulps und Abondance, hier erstere (leider nur 1 Bild gemacht):
Jene in Abondance:
Skigebiet scheint auch nett zu sein, aber halt nur KSSL:
Fazit:
ALTE BAHNEN FETZEN!
Zum Skigebiet Le Grand Bornand ist zu sagen, es ist ein Traum. Auch wenn ich keine blauen oder gar roten Pisten gefahren bin und das Wetter nicht so dolle war: das SKigebiet ist schön! Und abwechslungsreich, es gibt eben alles von flach bis unpräapriert und steil. bestens gepflegte Pisten und Anlagen. Trotz Ferien nicht überfüllt (wegen Wetter?). Nur der Skibus auf unser Linie A hat nicht so gut funktioniert. Der mangelte an Kapazität. Die Gastronomie im Skigebiet ist zwar nicht allzu vielfältig, aber reichlich vorhanden, was wohl für bezahlbare Preise sorgt.
Es ist also wieder ein Gebiet, wo ich nochmal alleinhin will um ich auszutoben