Mit dem erstmaligen Besitz des Magic Pass (P.S.: der neue ist schon gekauft
Morgens dann das Drama...Magic pass ist weg! Super. Aber irgendwie musste ich ja los. Nach einer Dreiviertelstunde erfolglosen Suchens entschied ich mich für die Rückfallebene: "zur Not kauf' ich halt 'nen Skipass". War aber dann gar nicht nötig, denn die KI sagte mir während der Fahrt schon, dass man gegen eine Gebühr von 20 CHF (!) an jeder Station den Magic Pass als Duplikat ausstellen lassen kann. Kostet aktuell allerdings dann real doch 40 CHF, die KI eben....
Nach gut 3 Stunden (statt 2 geplanten!) war ich dann jedenfalls im Skigebiet - danke Vordrängler am Zoll Rheinfelden, danke A1
Dort stand dann auch direkt ein Schild "caisse unique" mit Pfeil zum Lift "Pra Cornet", also Richtung La Lècherette. Die Info war schonmal ganz nett, denn zum Lift auf der anderen Seite hätte man weiter laufen müssen
Am Lift angekommen:
Ich fragte also den Liftmenschen nach dem Tickettausch. "Il n y a pas du caisse ici. Vous devez .... rüberfahren nach Lècherette und l'acheter lá"
Also gratis Lift fahren für's Erste. Die Auf- und Abfahrt war recht eisig - nicht von der Luft (es waren gefühlte +15 Grad), sondern von der Lifttrasse bzw. Piste her.
Oben angekommen:
Die Piste schien mir übrigens sehr gut zu sein, war aalglatt präpariert, halt eisig-rillig. Vom Gelände für mich perfekt:
Nett hier...Fernsicht allerdings durch Saharastaub leicht getrübt:
Unten angekommen am Lift "Les Eraisis" sagte die Dame an der Kasse mir dann auf mein Anliegen hin "Je ne fais pas ceci ..allez-vous nach Mosses zur grand caisse". Okaaaaaayyyyyy.... Sie sagte mir noch dass das kein Problem sei und 40 Franken koste und ich ja alternativ den lokalen Skipass zu 49 Franken kaufen könne. Na klar...
Beim Einsteigen in den Lift rief Sie mir noch zu, dass sie die anderen Lifte anrufe, damit sie mich mitfahren lassen
Der Lift hier ließ mich einen Anker erwarten - was bei mir kam war dann ein Teller. Erst später realisierte ich, dass hier die Folge Teller - Anker - Anker - Teller - Anker - Anker usw. herrscht. Von oben ging es dann wieder zum Parkplatz zurück, über diesen rüber, weitere 150 m schiebend zum Lift "L'Arsat", dessen Talstation sich hinter einer Baumreihe versteckte. Dort angekommen, wusste die Liftbetreuerin offenbar schon Bescheid und öffnete mir die Pforte - dritte gratis Liftfahrt des Tages!
Ich wählte den Zwischenausstieg (quasi einfaches Abbügeln auf einem querenden Weg), das oben sah sehr steil aus und auch war eine Lawine auf die Lifttrasse gerutscht (war trotzdem offen). Jedenfalls durfte ich nun meine dritte gratis Liftfahrt antreten. Dieser Lift ist ein reiner Langbügel-Tellerlift.
Nett hier - und menschenleer
Blick auf den Gegenhang des Gebietes "La Lècherette":
Skiweg Richtung Kasse - er führt zu einer schönen blauen Piste:
Ich lande schließlich beim KSSL "Dorchaux III" - keine Kasse! und "Fin de Piste". Super. Ich erläutere dem Menschen am Lift mein Problem und schon öffnet sich das Drehkreuz. Magie mit und ohne Magic Pass - wow, sind die hier locker drauf! TOP! Gratis Liftfahrt Nummer 4.
Der Lift, standesgemäß mit 2 Kurven wirkt sehr gut gewartet und hat nicht mal einen Katapultstart - so ein sanfter KSSL ist schon eher selten. Kenne ich sonst nur von Le Markstein oder langsam laufenden Anfängerliften.
Oben angekommen- auch hier schöne Genusspisten:
Was nun kommt, macht mich wortwörtlich fertig. Im "Gebietskern" von Les Mosses findet man: zwei große KSSL, zwei kleine SSL, ein großes Gebäude einer Skischule, einen Campingplatz, ein Skidepot, einen weiteren KSSL - aber keine Kasse. Okay, dass eine solche ab Piste ausgeschildert ist, ist auch selten.
Schließlich finde ich sie nach einigem Geschiebe am Zuweg zum Skigebiet - einer quasi ebenen, breiten Piste (?!). Ein Häuschen mit 3 Schaltern. Ich schnalle ab und lasse die Ski hier stehen. Mir den Wolf schwitzend laufe ich die 100 m hin. Immerhin klappt das Ausstellen des Duplikats mit Vorlage des Personalausweises tadellos. Also wieder zurück zu den Ski und - erstmal was Trinken! Da heute "Rucksacktag" ist kein Problem. Ich schiebe zum KSSL "Le Crettex". Auch dieser mega sanft, mit Kurve - und sehr lang. Aber dieses mal wenigstens "bezahlt"
Von oben geht's dann über die rote Piste "Les Parchets II" zur Talstation der KSSL "Les Parchets I+II". Es ist nun 11:05 Uhr. Der Bus nach Leysin ist gerade weg. Statt noch eine Runde zu fahren, entscheide ich mich ob meines Hitzeschocks für eine Pause am hiesigen Kiosk. Es gibt eines Café und ein Skiwasser (Mineral mit Grenadine-Sirup). Warum allerdings 0,3 l Mineral mit Sirup mit 2,50 CHF genauso viel kosten wie nur 0,2 l Mineral ohne Sirup, bleibt wohl das Geheimnis der netten Betreiberin.
Ich fahre dann mit dem 11:30-Bus Richtung Solepraz im Skigebiet Leysin, der Bus mag nicht zu verbergen, bei welchem Unternehmen er früher mal fuhr:
Angekommen in Solepraz, die Haltestelle hier sehr rudimentär, aber immerhin recht nah an der Piste - und die Verbindung per Bus erachte ich schon als sehr wertvoll, denn beide Gebiete für sich allein sind eher eintönig irgendwie:
Nur ein paar Meter aufsteigen, schon steht man auf der Abfahrt zur gleichnamigen 2SB. Ein paar Meter bergab, schon geht's auf selbige:
Leysin hat - das zeigt sich an mehreren Stellen - ein Faible für seltsame Zugänge zu den Liften. Hier geht man nicht etwa großräumig um die Talstation herum zum Einstieg, sondern eng irgendwie zwischen Mast und Umlenkscheibe "scharf rechts rum":
Der Städeli-Sessellift ist gemütlich, aber es gibt sicher langsamere. Und so kann man die sonnige Auffahrt genießen, über die steile schwarze Piste hier staunen und chillen. Oben angekommen, gibt's einen kurzen Skiweg, ehe ein Stück "richtige" Piste erreicht wird. Typisch schweizer Skigebiet würde ich sagen: irgendwie völlig unmodelliert in die Landschaft gezimmert. Richtig blau ist hier kaum eine blaue Piste - es wechseln sich steilere Hänge, Skiwege und kurze "normale" Pistenabschnitte ab.
Piste 18:
Blick nach oben, landschaftlich sehr reizvoll - genau das mag ich an den Waadtländer Alpen sehr:
Es gibt eine Wiederholung an der 2SB "Solepraz" und dann geht's zur 4KSB "Choulet". Deren Talstation ist auch schlecht platziert: auf einen eisigen, abgerutschten Hang folgt das Ende der Piste, dass ohne wirkliche Wartezone direkt in den Zugang zur Sesselbahn mündet. 50 m weiter oben wäre die Talstation erheblich besser platziert gewesen...
Oben angekommen, schön hier. Die Dents-du-midi grüßen, den Picknickraum erreicht man nur mit Aufstieg, er liegt abseits der Pisten:
Montblanc-Check:
Der Blick Richtung Les Diablerets kann auch überzeugen:
Ich mache noch 2 Fahrten an der 4KSB "Choulet" - nunja, gäbe es nicht nur die Wahl zwischen eisig-abgerutscht und nass-schwer-haufig, wäre das hier noch richtig geil.
4KSB "Choulet", links die völlig abgerutschte Zufahrt, die vor dem Drehkreuz abrupt endet:
Piste 15 (?) - für "blau" abschnittsweise doch recht steil:
...aber auch nett, im Bild auch 4KSB "Choulet":
Nun fahre ich weiter Richtung Westen und erreiche über die eigenwillige Piste 14 die Talstation des Berg-Tal-Berg-Liftes "Brion-Les Fers" bzw. "Brion-Tête d'Ai":
Eigenwillige Piste weil: zuerst normal, dann Skiweg steiler runter, dann Gegenanstieg-Pistenstück, dann normale, schmale Schweizpiste, dann zickzack den Hang runter zum Lift. Seltsam, aber irgendwie fetzig, und sogar ganz gut zu fahren trotz des weichen Schnees, wohl weil alle hier richtig "runterbügeln".
Ich fahre hinauf nach "Tête d'Ai". Ein Panoramalift at its best! Nach links eröffnet sich der Blick auf die Waadtländer Alpen, da Rhonetal und das Val D'Illiez" - super! Der Lift hat sogar noch eine Mittelstation zum Zwecke der Ablenkung um einen minimalen Winkel. Ging das echt nicht einfach gerade rauf zu bauen?
Oben angekommen, alles wirkt hochalpin, obwohl man nicht mal ganz auf 2000 m ist:
Auf der Mayen-Alp, die sich etwa bei der Umlenkstation der vorher genutzten 4KSB befindet, kehre ich in einer gemütlichen Alphütte zum MIttag ein:
Speisen und Getränke sind durchaus bezahlbar, man sitzt in der prallen Sonne - Frühlingsgefühle:
Älplermakkaroni - also mit Speck, Schinken, Käse, Sahne. Aber zugegebenermaßen dann doch etwas trocken. Aber immerhin frisch gemacht vom sympathischen Personal vor Ort. Im Nachhinein wäre der Älplerteller mit Käse, Wurst und Brot wohl besser gewesen, satt gemacht hat's aber allemal:
Bock@chill:
Obligatorisches Schweizerflaggenbild:
Im Anschluss wage ich die Talabfahrt nach Leysin, welche sich als gar nicht mal sooo blau herausstellt:
"Gar nicht mal so blau" bedeutet hier diese für mich typische "Schweizerpiste": wieder irgendwie in die Landschaft gebastelt, unmodelliert, mal sehr steil, mal sehr flach, aber vor allem relativ schmal. An diesem Tag kommen die unsäglichen nassen Haufen hinzu, dafür kann das Skigebiet aber nichts!
Blaue 10:
"Schweizerpiste":
Und da ich abschnittsweise wohl doch zu flott bin, verpasse ich einen Abzweig und bin dann auf einer schön zusammengeschobenen, roten Piste. Hier kann man nur noch Kurven um die Haufen fahren und dabei so vorsichtig wie möglich sein.
Auf dem letzten Stück Richtung Leysin geht's dann dank Skiweg aber recht gut:
Rechts oberhalb der Anfängerhang. Völlig deplatziert, die Skischüler müssen hierher hinauf steigen von der Talstation. Warum man in dieser Relation kein Förderband gebaut oder den Hang nicht woanders platziert hat, bleibt fraglich.
Der Zugang zur Gondel- und 4KSB in Leysin ist seltsam. Nicht nur dass die Piste kurz vorher eine enge 180-Grad-Kurve macht, nein man schiebt über matten durch die Station, drinnen teilt es sich in "Gondel" und "Sessel" (ohne Hinweisschild freilich) und dann geht's nochmal 180 Grad zum Sessel, seltsam. Aber wie war das nochmal mit dem Faible für eigenartige Einstiegssituationen?
Ich fahre mit der 4KSB "Leysin - Tête d'Ai" - sehr lange Bahn, aber recht flott unterwegs - hinauf und dann noch auf einen kleinen Abstecher Richtung Gebietsteil Berneuse:
Für den Teilgebietswechsel muss man - schieben, schieben, schieben, aufsteigen, schieben. Nunja. Ich erreiche die Talstation der 2SB "Chaux-de-mont". Flotte Anlage mit Förderband und zahlreichen Stürzen mit daraus resultierenden ständigen Stopps. Das hier überfordert die anwesenden Anfänger offenbar. Aber man muss zugeben, dass hier nebendran ist die einzige wirkliche blaue Piste im Gebiet (neben besagtem Anfängerhang im Tal): breit, flach und übersichtlich. Und wenn man beim Sessellift das Aussteigen nach der Hälfte vergisst, landet man oben an der schwarzen Abfahrt
Ganz zum Schluss geht es für mich mit der 4SB (auch mit Förderband, aber nicht so hektisch-dramatisch wie am 2er nebenan) auf die Berneuse. Die blaue Abfahrt, die in Frontalansicht mega steil wirkt, zeigt sich aus der Nähe als passabel, wenn auch unten wohl nicht ganz so einfach.
Vom Gipfel aus geht es für mich nun aber hinab mit der Gondelbahn nach Leysin. Die Option mit dem Zurück-Ski-Fahren zum letzten Pendelbus nach Solepraz in gut 35 min überzeugt mich nicht so ganz...mit GA ist es ja kein Problem, den vorhandenen Linienbus zurück nach Les Mosses zu nehmen.
Die Gondelbahn zeigt sich erstaunlich steil, aber aussichtsreich. Unten angekommen (die coole, gelbe "La Semeuse"-Gondel könnte es mal für die Jägerndorfer-Seilbahn geben):
Das Tal erreicht, habe ich gute 20 min bis der Bus fährt, es sind ca. 200 m zu Fuß zur Haltestelle:
Und es ist der bequemste Bus, den ich je hatte, Niederflurbus mit Reisebussitzen - WOW
Nach gut 45 min Fahrzeit (der Bus steht gute 10 min in Le Sepey für den Rundumanschluss mit der Bahn Aigle - Les Diablerets) erreiche ich wieder den Parkplatz L'Arsaz. Völlig unspektakulär geht's nun tatsächlich ohne nennenswerten Stau zurück nach Hause.
Fazit:
Weiß nicht...irgendwie schon cool, andererseits schon wieder zu speziell. Den Teil Les Mosses - La Lècherette fand ich super - da fehlen mir aber ein paar Sesselbahnen und Berggasthäuser (offenbar gibt's gebietsnah nur 2 oder 3 Imbisse) und es ist vergleichsweise klein (genügt aber vielleicht für einen Tag auch), das Gebiet Leysin ist relativ steil und an den Hang geklatscht und hat kaum eine gefällsmäßig gleichmäßige Abfahrt, es ist sehr "skiweglastig" oder alternativ eben steil. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass es bei guter Schneebeschaffenheit und um die 0 Grad richtig Spaß machen kann. Hinzu kommen in Leysin die eigenwillig platzierten Talstationen diverser Bahnen. Mal schauen, ob es mich noch mal her zieht.
Abschlussbild - Lawinenabgang auf Lifttrasse in Les Mosses: