Gondelabsturz in Engelberg

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Ram-Brand
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Ram-Brand »

Mir wurde berichtet, dass es einen Nachrüstsatz für die DT Klemme gibt.
Wie hier auch einige schon geschrieben haben.

Dieser wird bei Bahnen verwendet, die halt zu starker Querpendelung neigen.
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NeusserGletscher
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von NeusserGletscher »

Ram-Brand hat geschrieben: 20.03.2026 - 20:06 Mir wurde berichtet, dass es einen Nachrüstsatz für die DT Klemme gibt.
Wie hier auch einige schon geschrieben haben.

Dieser wird bei Bahnen verwendet, die halt zu starker Querpendelung neigen.
Bei Bahnen, die statistisch weniger häufig quer pendeln, fährt dann weiter das Risiko mit? :nein: Vielleicht sollte DM seine Strategie doch noch einmal überdenken.
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GMD
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von GMD »

Auch wenn dieses Unglück sehr tragisch ist, es zeigt einmal mehr, wie unrealistisch die meisten Menschen Risiken einschätzen. Viele dieser Zeitgenossen, die jetzt das Gefühl haben, Seilbahnen sind unsicher oder, noch schlimmer, den Betreiber bzw. dessen Mitarbeiter vorverurteilen, setzen sich wohl ohne Bedenken in ein Auto. Ich war heute als Beifahrer auf einer längeren Autofahrt unterwegs. Tja, und was soll ich sagen? Wenn man so sieht, was viele auf den Strassen so produzieren, müsste man sich eigentlich auch fragen, warum es da nicht viel strenger gehandhabt wird! Da werden erlaubte Höchstgeschwindigkeiten sehr grosszügig ausgelegt oder gar gefühlt ignoriert, fährt der vor einem einem zu langsam wird halt gedrängelt, Mindestabstände massiv unterschritten, Verkehrsregeln missachtet etc. Oder in anderen Worten: Es existiert latent eine sehr hohe Unfallgefahr! Aber eben, das ist unser tägliches Leben, da verdrängen wir das (rein statistisch um ein vielfaches) höhere Risiko sehr erfolgreich!
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NeusserGletscher
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von NeusserGletscher »

Wenn Du grad in der Gondel sitzt, deren Klemme wegen eines nicht durchgeführten Upgrades und einer unerwartet auftretenden Windbö gegen die Rollenbatterie knallt und vom Seil gehoben wird, dann hilt es Dir wenig, wenn Du bei der Fahrt ins Skigebiet statistisch ein viel höheres Risiko hattest.
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Mr400Liter
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Mr400Liter »

Gibt es Bilder von diesem Nachrüstsatz im Einsatz? Diese „Raketenspitzen“ am Ende der Hüllen für die Torsionsstäbe hätte ich noch nie an einer Bahn gesehen.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Franken_Lorenz »

Hat jemand zu der von euch genannten Situation an der Einlaufseite der Stütze mal ein Foto / eine Zeichnung? Ich kenn mich zwar so grob aus, aber die ganzen Begriffe die hier bisher gefallen sind, sowie der technische Aufbau, sind mir dann doch eher weniger bekannt.
Mit fränkischen Gruß
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GMD
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von GMD »

NeusserGletscher hat geschrieben: 20.03.2026 - 21:48 Wenn Du grad in der Gondel sitzt, deren Klemme wegen eines nicht durchgeführten Upgrades und einer unerwartet auftretenden Windbö gegen die Rollenbatterie knallt und vom Seil gehoben wird, dann hilt es Dir wenig, wenn Du bei der Fahrt ins Skigebiet statistisch ein viel höheres Risiko hattest.
Das ist nicht mein Punkt. Sondern dass wir uns tagtäglich viel höheren Risiken aussetzen ohne Angst zu haben. Sowie dass dieses tragische Unglück kein Grund ist, das ganze System grundsätzlich anzuzweifeln. Wie das einige nun tun. In den Kommentarspalten der Medien könnte der Eindruck entstehen, viele Leute halten Seilbahnen nun für das Gefährlichste das es gibt. Es fehlt an Differenzierung.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von DaDani10 »

Ich finde es generell fahrlässig, dass da keine 2-3S Gondelbahn im Einsatz ist. Und wieso bei dem Wind nicht die PB statt der EUB fuhrBrauch ich glaub ich gar nicht erwähnen...

Aber wie kann sowas bewilligt werden, dass man auf so einem ausgesetzten Grat (vorallem genau am Grat) eine 8er Gondel ohne besondere Windmaßnahmen baut....

Leider musste durch diese Blödheit (sorry für den Ausdruck) eine Person sterben. Sowas verstehe ich einfach nicht.

Mein aufrichtiges Beileid!
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von NeusserGletscher »

GMD hat geschrieben: 20.03.2026 - 22:56
NeusserGletscher hat geschrieben: 20.03.2026 - 21:48 Wenn Du grad in der Gondel sitzt, deren Klemme wegen eines nicht durchgeführten Upgrades und einer unerwartet auftretenden Windbö gegen die Rollenbatterie knallt und vom Seil gehoben wird, dann hilt es Dir wenig, wenn Du bei der Fahrt ins Skigebiet statistisch ein viel höheres Risiko hattest.
Das ist nicht mein Punkt. Sondern dass wir uns tagtäglich viel höheren Risiken aussetzen ohne Angst zu haben. Sowie dass dieses tragische Unglück kein Grund ist, das ganze System grundsätzlich anzuzweifeln. Wie das einige nun tun. In den Kommentarspalten der Medien könnte der Eindruck entstehen, viele Leute halten Seilbahnen nun für das Gefährlichste das es gibt. Es fehlt an Differenzierung.
Ach so hast Du das gemeint. Ist aber zutiefst menschlich. Das ist bei einem Flugzeugabsturz nicht anders, da erlangt ein Absturz auch mehr Aufmerksamkeit als 100 PKW Unfälle. Wenn sich dann noch im Nachgang heraus stellt, dass wie bei der 737 Max eine Fehlkonstuktion mehrfach Maschinen in Notlage oder zum Absturz gebracht hat, können sie halt aber gleich auch sämtliche Statistiken zur Sicherheit beim Fliegen neu schreiben.

Statistiken zur Sicherheit von Verkehrsmitteln bilden halt überwiegend die Vergangenheit ab. Wenn sich dann grundlegend etwas ändert, etwa die Beurteilung zu Einseil-Umlaufbahnen in windexponierter Lage, Druck des Managements auf den Betriebsleiter oder die Einschätzung zur Sicherheit einer Klemme (wird schon nichts passieren), dann sind solche Statistiken ganz schnell Makulatur.
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GMD
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von GMD »

Dasselbe gilt aber auch im erwähnten Strassenverkehr. Jeden Tag treffen unzählige Verkehrsteilnehmer dumme Entscheidungen, sehr häufig auch aus Egoismus bzw. Eigennutz: "Ach nee, wegen dem Traktor da vorne will ich doch nicht bremsen! Da kommt zwar Gegenverkehr, aber der ist noch weit weg, das passt schon!". "Die Warnlampe am Bahnübergang blinkt zwar schon rot, aber die Schranke ist noch oben. Also latsche ich da noch rüber, will doch nicht ewig lange hier rumstehen!" etc, etc.
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Harzwinter
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Harzwinter »

Mr400Liter hat geschrieben: 20.03.2026 - 21:56 Gibt es Bilder von diesem Nachrüstsatz im Einsatz? Diese „Raketenspitzen“ am Ende der Hüllen für die Torsionsstäbe hätte ich noch nie an einer Bahn gesehen.
Bislang ist mir ein entsprechendes Foto ausschließlich im gleichen Topic des Nachbarforums bekannt.
Meine Google Bildersuche nach "Doppelmayr DT Klemme Nachrüstung" o.ä. blieb erfolglos.
Franken_Lorenz hat geschrieben: 20.03.2026 - 22:49 Hat jemand zu der von euch genannten Situation an der Einlaufseite der Stütze mal ein Foto / eine Zeichnung? Ich kenn mich zwar so grob aus, aber die ganzen Begriffe die hier bisher gefallen sind, sowie der technische Aufbau, sind mir dann doch eher weniger bekannt.
Hier siehst Du den Schließ- und Öffnungsmechanismus einer DT 108-Klemme ... und bei 3:15 die Überfahrt über eine Stütze mit Seilfängern. Was bei der Überfahrt so nah an den Seilfängern vorbeibewegt wird, ist das Rohr mit den Torsionsfedern drin, das bei Frontansicht mit dem blauen Kunststoffdeckel verschlossen ist. Darauf würde der DM-Nachrüstsatz in Form eines Kegels montiert.
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Mr400Liter
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Mr400Liter »

GMD hat geschrieben: 20.03.2026 - 23:50 Dasselbe gilt aber auch im erwähnten Strassenverkehr. Jeden Tag treffen unzählige Verkehrsteilnehmer dumme Entscheidungen, sehr häufig auch aus Egoismus bzw. Eigennutz: "Ach nee, wegen dem Traktor da vorne will ich doch nicht bremsen! Da kommt zwar Gegenverkehr, aber der ist noch weit weg, das passt schon!". "Die Warnlampe am Bahnübergang blinkt zwar schon rot, aber die Schranke ist noch oben. Also latsche ich da noch rüber, will doch nicht ewig lange hier rumstehen!" etc, etc.
.

Und vermutlich ist die Wahrscheinlichkeit noch größer, während der Gondelfahrt an einem medizinischen Problem zu sterben als durch einen Gondelabsturz aufgrund der „mangelhaften“ Passierfähigkeit der DT108 in extremen, die Auslegung überschreitenden Situationen.

Ich mein, wie viele Bahnen fahren mit der DT. Das ist so ziemlich die Standardklemme. Und wie viele Stürme und Starkwindsituationen haben die Klemmen schon problemlos überstanden…

Trotzdem: an dem Tag hätte man locker mit der viel windstabileren PB fahren können. Da frag ich mich, warum das nicht gemacht wurde.
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Kris
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Kris »

in der Tat scheint die Front der Hülse der Torsionsstäbe modifiziert worden zu sein irgendwann. Die Frontseite wurde leicht kegelförmig ausgepragt. Das finde ich interessant. Denn es zeigt doch, dass DM sich da Gedanken hat machen müssen. Dennoch ist der Konus nicht so spitz, als dass dies als Eingeständnis gewertet werden könnte, dass es hier Handlungsbedarf hatte.

Ob der somit eher flache Kegelmantel tatsächlich wirkungsvoll ist?

https://www.ropewaygrips.ch/dt-klemme/
>> Die unaufhaltsame Industrialisierung des Skiraums führt zu Banalisierung und somit zum Verlust der magischen Skisportfreude<<
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von NeusserGletscher »

Beim Fliegen ist es wie bei Gondelbahnen. Du lieferst Dich einem Verkehrsmittel aus, sitzt in einer Blechbüchse und hoffst, dass der Pilot an diesem Tag ausgeschlafen ist, alle Fluglotsen den Überblick behalten oder die Mitarbeiter / Konstrukteure / Wartungstechniker einen ordentlichen Job machen oder gemacht haben.

Beim Auto oder Fahrrad hat man wenigstens das Gefühl, durch eigene Entscheidungen den Verlauf seiner Fahrt zu beeinflussen. Das führt halt oft zu einer verzerrten Einschätzung der Sicherheit der Transportmittel. Auch, wenn objektiv betrachtet Seilbahnen oder Eisenbahnen sicherer sind.
Mr400Liter hat geschrieben: 21.03.2026 - 07:07 Trotzdem: an dem Tag hätte man locker mit der viel windstabileren PB fahren können. Da frag ich mich, warum das nicht gemacht wurde.
Vielleicht sind sie von dem plötzlich auftretenden Wind überrascht worden. Vielleicht hat sich das Leerfahren um wenige Minuten mit der einen zu starken Bö überschnitten. Das wird hoffentlich dann im Untersuchungsbericht stehen.
Harzwinter hat geschrieben: 21.03.2026 - 00:15 Was bei der Überfahrt so nah an den Seilfängern vorbeibewegt wird, ist das Rohr mit den Torsionsfedern drin, das bei Frontansicht mit dem blauen Kunststoffdeckel verschlossen ist. Darauf würde der DM-Nachrüstsatz in Form eines Kegels montiert.
Ich frage mich, wieso der Zylinder nicht von vorne herein mit einer abweisenden Spitze versehen wurde. Dann müsste DM jetzt auch nichts nachrüsten. Das ist doch eigentlich mechanisches Basiswissen, dass Bauteile so konstruiert werden, dass sie auch bei irregulären Betriebszuständen aneinander vorbei gleiten. Stw. fail safe. Und es hätte vermutlich bei dem Systempreis einer kompletten Bahn das ganze, wenn überhaupt, nur unwesentlich verteuert.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von WalliserFan »

Wenn man die Bilder auf Ropewaygrips.net anschaut sieht man, dass die Hülse im Normalfall bestimmt nicht ganz nah an den Seilfänger vorbeibewegen. Bei Grösseren Schwenkungen konnte es ja sein, aber dass hätte halt auch mit andere Klemmen passieren können.
Vermütlich muss man die Betriebsablaufe überprüfen, damit so ein unglückliches Geschehen, nicht nochmal in der Schweiz und anderswo passiert
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Fungiert der Zylinder bei Sesselbahnen nicht auch als Abstandhalter im Bahnhof? Da ist so eine Spitze natürlich nicht optimal.
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WalliserFan
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von WalliserFan »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 21.03.2026 - 10:29 Fungiert der Zylinder bei Sesselbahnen nicht auch als Abstandhalter im Bahnhof? Da ist so eine Spitze natürlich nicht optimal.
Das habe ich mir auch gedacht

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Harzwinter
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Harzwinter »

Kris hat geschrieben: 21.03.2026 - 09:41 in der Tat scheint die Front der Hülse der Torsionsstäbe modifiziert worden zu sein irgendwann. Die Frontseite wurde leicht kegelförmig ausgepragt. Das finde ich interessant. Denn es zeigt doch, dass DM sich da Gedanken hat machen müssen. Dennoch ist der Konus nicht so spitz, als dass dies als Eingeständnis gewertet werden könnte, dass es hier Handlungsbedarf hatte.
Ob der somit eher flache Kegelmantel tatsächlich wirkungsvoll ist?
https://www.ropewaygrips.ch/dt-klemme/
Die Frage ist, seit wann DM die Modifikation / Revision / Nachrüstung angeboten hat und ob sich ihre Verfügbarkeit noch mit der Auslieferung der nicht revisionierten Bauweise überschnitten hat ... oder ob die Torsionsstabhülsen gegen Produktionseinstellung der DT-Klemme um 2016 herum nur noch modifiziert / revisioniert ausgeliefert wurden. Baubeginn der 8EUB Engelberg-Trübsee war 2014, Inbetriebnahme 2015.
Die Bauform des Kegels / Konus dürfte insofern eine Wirkung haben, als verschiedene Formgebungen sicherlich von DM unter Laborbedingungen getestet wurden. Wie wirkungsvoll die Bauform unter verschiedenen Feldbedingungen ist, werden wir nicht herausfinden. Wer weiß ... vielleicht hat die Modifikation ja sogar schon Unfälle verhindert. Verhinderte Unfälle bleiben für die Öffentlichkeit unbemerkt.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Drahtseil »

Seilbahnjunkie hat geschrieben: 21.03.2026 - 10:29 Fungiert der Zylinder bei Sesselbahnen nicht auch als Abstandhalter im Bahnhof? Da ist so eine Spitze natürlich nicht optimal.
Nein, in der Regel liegen die Reibbleche bzw. daran montierte Puffen aneinander an. Wie viel Platz dann zwischen den Torsionsfedern bzw. deren Gehäuse ist und ob dort noch ein nachgerüsteter Konus dazwischenpasst hängt natürlich stark von eingesetzten FBM ab.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von jojo2 »

PXL_20260321_110022194.jpg
Hier mal ein Bild von so einer nachgerüsteten Spitze
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Ram-Brand
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Ram-Brand »

Man kann nicht alles konstruktiv abdecken.
Irgendwann ist die Grenze auch erreicht.

Die Klemmen sind schon so aufgebaut, das sie in den meisten Situationen über die Rollen kommen.

Für Querpendelfreiheit, Passierbarkeit im Fangschuh bei Seilentgleisung.
Selbst das eine offene Klemme nicht sofort runter fällt, sondern auf dem Seil entlang rutscht. Könnte man dazu zählen.

Und das andere Klemmen auch bei Wind sich an einer Stütze verhängen, hat man auch in der Vergangenheit gesehen. Wüßte jetzt nicht dad dort auch etwas nachgerüstet wurde.
Da ist aber damals keiner zu Tode gekommen.
Und für die ganz genauen, die gleich mit einem Einwand kommen: ein FBM ist auch nicht damals runter gefallen.

Siehe
https://www.mz.de/panorama/hochzillerta ... rt-1509295


Kurze Ergänzung:
Vielleicht sollte man an Stützen in exponierter Lage wieder Anweisen montieren. Wenn diese lang genug ausgeprägt sind können diese vielleicht so etwas verhindern.

Die alte Fleckalmbahn hatte z.b. solche Abweiser.
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von ralleycorse »

Der Winkel der Spitze ist schon ganz schön stumpf.
Ob der im Zweifel wirklich hilft? Über diesen stumpfen Winkel muss das ganze FBM im Falle des Falles zurückgedreht werden (entgegen dem Wind).
Ist das realistisch? Oder wird dann eher das Seil angehoben (mit dem Risiko einer Seilentgleisung)?
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Pilatus »

Alte Gondelbahnen hatten solche Abweiser wie auf dem Foto. Wieso wird das nicht mehr verbaut?
DSC02580.JPG
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Michi99 »

Windfenster hat geschrieben: 19.03.2026 - 18:37 Sehr traurig, wahrscheinlich an der Rollenbatterie "eingefädelt" und vom Seil gerissen, aber das ist reine Spekulation. Alles Gute den Hinterbliebenen.
Dieser Artikel scheint das (zumindest teilweise) zu bestätigen: https://www.tt.com/artikel/30930233/une ... er-schweiz
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Re: Gondelabsturz in Engelberg

Beitrag von Kamikatze »

Ram-Brand hat geschrieben: 21.03.2026 - 13:08
Siehe
https://www.mz.de/panorama/hochzillerta ... rt-1509295
Anderer Klemmentyp und es ist trotz des ja sehr brutal aussehenden Gondelsalats keine Gondel abgestürzt. Gut, in so einer Situation kann man schlecht abschätzen, wo einfach Glück im Spiel war und wo das ganze konstruktiv abgefangen wurde.

Natürlich kann man nicht alles konstruktiv abdecken. Aber wenn es ggf. andere Konstruktionsarten gibt, die in so einem Fall nicht anfällig sind, sollte man es abdecken. Zumindest solange das nicht andere große Nachteile mit sich bringt.

Und der Vergleich mit dem Auto hinkt. Erstens - ja, genau deswegen fahre ich oftmals lieber Zug. So viel dazu. Zweitens: Es geht vor allem um die Frage, ob ein Unfall hätte verhindert werden können - ob das grobe Fahrlässig keit bei Betrieb oder Konstruktion war oder nicht. Am Ende des Tages sind Flugzeuge (aber auch Seilbahnen) so sicher, weil man draus gelernt hat. Und eben nicht nur ständig Ausreden gefunden hat.
Winter da!

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