So, meine diesjährige Obersaxen-Woche ist Geschichte. Was bleibt: ein verhaltener Start am Sonntag mit schlechtem Wetter und noch mieserem Schnee. Was danach folgte, war jedoch grosse Klasse. Ab Montag hatten wir eine Super-Woche. Dem traumhaften Wetter und den kalten Nächten sei Dank. Erst am Freitag Nachmittag kippte der Schnee etwas. Ansonsten hatten wir von Montag bis Freitag eine starke Woche, mit zum Glück vergleichsweise bescheidenem Andrang.
Und wir hatten riesiges Glück. Denn bis knapp zwei Wochen vor unserer Ankunft lag kaum Schnee im Gebiet, es waren nur gerade 11 von 45 Pisten offen. Der grosse Schnee von Mitte Februar hat unsere diesjährigen Obersaxen-Ferien gerettet. Insofern: Mächtig Glück gehabt!
Das Skigebiet, hat es denn mal Schnee, ist und bleibt gut. Aber ich bleibe dabei: Ohne das wunderschöne Teilgebiet Sasolas und mit dem völlig kastrierten Valata/Mundaun-Sektor muss ich nach wie vor starke Abzüge geben. Auf die bekannten Mängel und die teilweise wirklich besorgniserregende Gleichgültigkeit bzw. den Nicht-Service von Dienstleistungen, die in anderen Gebieten völlig selbstverständlich sind, hier aber nicht, gehe ich dann an anderer Stelle ein.
Zu den Pluspunkten in diesem Jahr zähle ich:
- wenig Andrang
- Top-Wetter
- grösstenteils gute bis sehr gute Schneeverhältnisse trotz frühlingshafter Wärme. Diese Beurteilung trifft allerdings ausschliesslich auf die Periode Montag bis Freitag zu. Am ersten Tag war der Schnee mies, da es viel zu warm und es auch in der Nacht zuvor Plusgrade bis weit über 2000 Meter gegeben hatte. Von Sonntag auf Montag wurde dann in den Nächten endlich kalt.
Nicht gut:
- Die Verbindung zwischen dem Piz Mundaun-Sektor und Misanenga-Untermatt/Stein. Nur die Verbindung Vogeltobel war offen - und schlecht präpariert.
- Die Verbindung zwischen Stein und Wali. Die schwarze Piste war zuerst geschlossen, und die rote war an vielen Stellen eine Zumutung mit viel Dreck und aperen Stellen. Immerhin ging die schwarze dann auf.
Zudem schlecht:
Bei Valata an der Talstation war es dieses Jahr teilweise wirklich trostlos. Nicht nur wurde die Talabfahrt, obwohl genügend Schnee lag, nur gerade einmal (vom Sonntag auf den Montag) frisch präpariert, danach nie mehr. Das sagt schon viel. Und noch erbärmlicher wurde es ganz unten bei der Talstation in Valata. Da brachten sie es doch tatsächlich fertig, dass der kümmerliche Schnee bei der Zufahrt zu den Drehkreuzen kein einziges Mal durch einen Mitarbeiter mit Schnee nachversorgt wurde. Und so kam es, dass man dann vergangenen Freitag (6. März 2026) unten bei den Drehkreuzen sich durch Schlamm und schlammverschmierte Gummimatten durchschieben musste.
Just ein solches Beispiel zeigt meiner Meinung nach gut auf, wo der Wurm steckt. Kundenservice, für einen Tageskartenpreis von mittlerweile 67 Franken, wäre ein solcher schon zu erwarten, scheint hier immer wieder ein Fremdwort zu sein. Wohlverstanden: Das Personal ist freundlich. Aber das alleine reicht einfach nicht. Valata ist ein Einstiegspunkt ins Skigebiet - so eine schlechte Visitenkarte schreckt einfach nur ab. Habe ich selber diese Woche als Ohrenzeuge mitbekommen, als zwei Skifahrer, die wohl zum ersten Mal in Obersaxen Skifahren waren, sich über die mässige Präparation unterhielten. Ich bin also nicht der einzige, dem das auffällt;-)
Sonstige News: Ich habe mich in der letzten Woche in Obersaxen etwas umgehört: ein Pisten-Patroulleur hat mir bestätigt, dass die Waldrodungen im Gebiet Valata-Cuolm Sura wie erwartet mit dem Neubau der EUB (Ersatz Ultra-lahme WSO-Sesselbahn) zusammenhängen. Auf meine Frage, wann denn die neue Anlage komme, konnte oder wollte er keine konkreten Angaben machen. Wird wohl frühestens 2027/28, so meine Einschätzung.
Zudem soll auf die nächste Saison die wichtige Verbindungsachse Wali-Stein mit einer Beschneiungsanlage ausgestattet sein.
Bericht wird wie üblich von Zeit zu Zeit ergänzt.