Blöderweise erwische ich genau die Eisheiligen mit Schnee, Regen, tiefhängenden Wolken und Temperaturen unter 5°C. Die Wirtin meiner Unterkunft erzählt, dass es ungewöhnlich kalt ist für die Eisheiligen. Aber ich bin eigentlich recht gut ausgestattet und lasse mir daher die Laune nicht verderben.
Tag 1: Buchenegger Wasserfälle und Hündle
Strecke: 12,6km Anstieg: 610hm reine Gehzeit: 2:30h Von meiner Unterkunft in Weißach gehe ich direkt los in Richtung Buchenegger Wasserfälle, bei kalter Temperatur und Regen.
Direkt erfolgt ein erster kurzer Aufstieg nach Ifen (nicht der Berg unweit im Kleinwalsertal, sondern der Name des Weilers bei Oberstaufen
Tag 2: Zwischen Imberg und Hochhäderich
Strecke: 13km Anstieg: 421hm reine Gehzeit: 2:45h Zwischen den Nagelfluhketten Kojen-Schichtkamm und Hochgratkette befindet sich ein schönes Hochtal bzw. -ebene. Mit der Imbergbahn in Steibis fahre ich nach oben und laufe auf ziemlich gleichbleibender Höhe unterhalb des Kojen-Kammes Richtung Westen, Richtung Österreich. Hier sammelt man nur ein paar Höhenmeter und hat die ganze Zeit einen guten Ausblick. Nach einiger Strecke sieht man den Hochhäderich mit seinem Skigebiet, dort will ich erstmal hinlaufen.
Irgendwann überquere ich dann die Grenze, hier steht ein amüsantes Schild bezüglich Zoll. Am Ende des Hochtals, bevor es bergab geht, laufe ich dann nach Süden durch ein Hochmoor und komme am Almhotel Hochhäderich an. Ab hier laufe ich aufwärts durch das Skigebiet zur Gehrenalpe, diese liegt auf einem Sattel am Ausläufer des Hochhäderichs. Hier hat man Aussicht bis zum Bodensee und nach Süden über das Balderschwangertal bis zu den Gottesackerwänden. Hier genieße ich etwas die halbwegs gute Aussicht und gehe dann Richtung Alpe Hörmoos, wo ich einkehre. Hier gibt es eine Schnapsbrennerei mit eigenem Anbau. Probiert habe ich leider keinen Schnaps oder Likör. Direkt nebenan ist auch ein See, es ist hier wirklich schön. Den ganzen Vormittag hat das Wetter gehalten und es ist trocken geblieben, es war "nur" recht kalt mit 2-4°C. Während meiner Einkehr haut es dann richtig runter, und zwar schneit es auch teilweise! Eigentlich war der andauernde Schauer etwas später gemeldet, da er aber anhält mache ich mich doch auf den direkten Rückweg Richtung Imbergbahn. Nach 45 Minuten Dauer-Nässe komme ich dann wieder an der Gondel an und beende den Tag.
Tag 3: Gelbhansekopf in Balderschwang & 2000-jährige Eiche
Strecke: 12,2km Anstieg: 597hm reine Gehzeit: 2:40h Das Balderschwangertal kenne ich noch gar nicht und nutze die Gelegenheit, gleich auch mal das Skigebiet dort etwas anzuschauen. Vielleicht ja was für den Winter? Heute schaue ich allerdings erstmal den Sommer dort an.
Ich gehe vom Ort Balderschwang auf den Gelbhansekopf. Zuerst geht es ein paar Minuten an der Bolgenach entlang und dann fängt der Aufstieg an über einen steilen Steig in Richtung Köpfle Alpe. Der Steig endet auf halber Höhe unterhalb der Alpe. An der Köpfle Alpe geht es vorbei, aber kaum flacher als auf dem Steig. Oben angekommen steht man direkt auf dem Gipfel des Gelbhansekopfes. Hier ist die Bergstation eines Schleppers und ein Sendemast von Vodafone. Unweit ist die Bergstation eines 4er-Sessel. Der Gipfelbereich ist nämlich eher ein Gipfelplateu, sonst hätte all das keinen Platz. Zum Gipfelkreuz geht es dann ein paar Meter bergab einen breiten Weg, das Kreuz ist außerhalb des Waldes an einem Vorsprung. Von dort hat man eine schöne Rundumsicht, auf Feuerstätterkopf nebenan, über das Tal hinüber nach Norden und im Süden sieht man Ifen/Gottesackerwände und großen Widderstein. Lohnt sich auf jeden Fall. Im Gipfelbreich halte ich mich dann noch etwas auf und laufe ein paar Meter Richtung Hochschelpen, allerdings ist der schmale Pfad noch voller Schnee. Zu viel, wie sich herausstellt, daher laufe ich nicht weiter und steige wieder ab. Ab der Köple Alpe laufe ich dann einen anderen Weg, den breiten Fahrweg über die Höfle Alp.
Beim Herunterlaufen schaue ich mir noch die Skipisten an. Ich denke mir, dass ich im Winter es vielleicht doch mal versuchen werde. Ein kleines, aber feines Skigebiet. Trotzdem groß genug, um einen Tag hier zu verbringen, da auch am Hochschelpen und Richtung Riedeberger Horn Lifte vorhanden sind. Auch wenn ich jetzt wieder unten bin, bin ich noch nicht fertig. Auf der anderen Talseite wartet noch ein Highlight. Nur 20 Minuten Fußweg entfernt von Balderschwang steht der mutmaßlich älteste Baum in Deutschland. Mit wahrscheinlich 2000 Jahren Alter steht dort eine zwei-stämmige Eibe. Dort hat man auch eine großartige Aussicht über das Tal.
Tag 4: Hochgrat mit interessanter Beförderung
Den letzten Tag begehe ich etwas anders als die Tage zuvor. Ich will zwar hoch hinaus auf den Hochgrat, doch die Art und Weise mit einer 53-Jahre alten Kleingondel von PHB aus Köln ist definitiv auch ein Highlight.
Ich hab zwar nicht viel Ahnung von Seilbahntechnik, dennoch aber Interesse, das ich mir immer wieder Seilbahnen aller Art anschaue, wenn ich in den Bergen unterwegs bin. Der Hersteller PHB ist mir bisher nicht untergekommen. Nach der Fahrt als Highlight ist das Panorama über die Allgäuer Alpen und Bregenzerwald genauso schön. Gleichzeitig ist das das Ende meiner Erkundung der Nagelfluhketten. Definitiv ein toller Urlaub trotz des Wetters.