Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

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schwarzwaelder
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Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von schwarzwaelder »

Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran
Sonnenaufgang Stettiner Hütte.jpg
Nicht zuletzt die Wanderberichte von @Kerker haben mich vor einiger Zeit dazu ermutigt, selbst einmal eine Alpenüberquerung in Angriff zu nehmen. In 2022 war es dann soweit und ich startete meine erste Alpenüberquerung auf dem Klassiker von Oberstdorf bis Meran auf dem E5. Das Jahr darauf folgte dann die selbst geplante Tour vom Königssee bis in die Dolomiten zum Pragser Wildsee - in 13 Etappen ging es komplett ohne Bus oder Bahn über die Alpen.

Auch in 2024 sollte es wieder eine Alpenüberquerung "by fair means", also komplett zu Fuß, werden. Mit fast zwei Jahren Verspätung gehe ich dann auch endlich mal den Bericht an, bevor die Erinnerungen vollständig verblassen :lach:

Die Route habe ich mir mit Komoot selbst zusammengestellt indem ich einige Hütte und (Aussichts-)Punkte miteinander kombiniert habe. Das Ziel war Meran und da ein Teil des Stubaier Höhenwegs unbedingt mit dabei sein sollte, hat sich als Ausgangspunkt recht schnell das Städtchen Mittenwald als geignet herauskristallisiert. Die Hütten und Pensionen habe ich dann bereits Mitte Januar gebucht, so dass ich mich über ein halbes Jahr auf die Tour freuen durfte.

Durch das, im Hochgebirge, schneereiche Frühjahr/Frühsommer war ich ganz froh, dass die Tour erst Mitte August losging - waren doch zwei Übergänge auf über 3.000m (3.024m und 3.120m) vorgesehen. Dass die Tour mich sogar auf knapp 3.500m führen sollte wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht...


Tag 1: Freitag 16.08.2024 - Mittenwald – Solsteinhaus

Distanz: 20,5km / Höhenmeter auf: 1.190m / Höhenmeter ab: 270m

Am Freitag früh gegen 5 Uhr gings mit dem Auto aus dem Schwarzwald los in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Am dortigen Eisstadion kann man tatsächlich noch über mehrere Tage kostenlos parken - und das fast direkt am Bahnhof! Mit der Bahn ging es dann nach Mittenwald und somit zum offiziellen Startpunkt meiner Alpenüberquerung. Mit der Zugfahrt wuchs meine Vorfreude bereits ins Unermessliche - endlich wieder in den Alpen.
1_1 Zugfahrt.jpg
Nach einem kurzen Abstecher ins "Zentrum" von Mittenwald ging es um 9:45 Uhr endlich richtig los, die ersten paar Kilometer noch ganz sanft ansteigend an der jungen Inn entlang Richtung Österreich. Perfekt zum Einlaufen und warm werden. Zu entspannt sollte ich aber nicht gehen, da ab dem Mittag bereits Gewitter angekündigt waren.
1_2 Mittenwald.jpg
1_3.jpg
Ohne es so richtig zu bemerken habe ich nach kurzer Zeit bereits die deutsch-österreichische Grenze überschritten und biege kurz hinter Scharnitz ab ins Gießenbachtal.
1_4 Eingang ins Gießenbachtal.jpg
Der Forstweg in Richtung Eppzirler Alm ist kein Highlight, die herrliche Landschaft lässt diesen aber direkt vergessen.
1_5 Gießenbachtal.jpg
1_6 Blick auf die Eppzirler Scharte.jpg
Auch in diesem Tal wurde die letzten Wochen wohl von einem (oder mehreren) Unwetter heimgesucht. Zwei Bagger sind dabei das dutzende Meter breite Flussbett vom Schutt und Geröll zu befreien. Erst beim Berichte schreiben ist mir aufgefallen, dass ich davon gar keine Bilder gemacht habe.

An der Eppzirler Alm (1.459 Meter) angekommen überlege ich kurz, eine kleine Pause einzulegen. Aufgrund der drohenden Gewittergefahr verwerfe ich den Gedanken jedoch recht schnell wieder und mache mich auf den mühsamen Weg hoch zur Scharte.
1_7 Eppzirler Alm.jpg
Der Großteil des Weges windet sich durch das Schuttfeld nach oben.
1_8 Aufstieg Eppzirler Scharte.jpg
1_9 Rückblick.jpg
1_10 Rückblick 2.jpg
Auf der Scharte (2.104 Meter) angelangt öffnet sich der Blick in Richtung Großer Hundstein und ganz rechts in Richtung Inntal hinunter. Auch auf dieser Seite der Scharte schlängelt sich der Weg durch ein Schuttfeld, das ist allerdings so tief und steil, dass man einige Meter immer wieder „hinunterrutschen“ kann.
Rückblick zur Eppzirler Scharte.
1_11 Eppzirler Scharte Rückblick.jpg
Blick voraus Richtung Inntal
1_12 Pfad.jpg
Das Solsteinhaus (1.806 Meter) in Sicht
1_13 Solsteinhaus.jpg
Die Hütte scheint vollständig ausgebucht und da ich der letzte war, der von unserem Zimmer angekommen ist, blieb mir nur noch das undankbare Bett unter der Schräge.
1_14 Bett Solsteinhaus.jpg
Nachmittäglicher Ausblick von der Hüttenterasse mit der Stütze der Materialseibahn im Hintergrund.
1_15 Ausblick Solsteinhaus.jpg
Nachdem ich mich mit Knödel gestärkt hatte und die Sonne weiterhin schien, lief ich noch ein paar Meter um die Hütte herum und genoss den Blick auf die Eppzirler Scharte.
1_16 Entspannter Nachmittag am Solsteinhaus.jpg
Gegen 18 Uhr fing es dann doch noch an heftig zu gewittern
.

schwarzwaelder
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von schwarzwaelder »


Tag 2 Samstag 17.08.2024: Solsteinhaus - Götzens

Distanz: 24,2km / Höhenmeter auf: 540m / Höhemeter ab: 1.470m

Am nächsten Morgen hingen noch die Regenwolken der letzten Nacht in den Bergen. Es war schwülwarmes Wetter angesagt mit Regenschauern und der ganztägig hohen Wahrscheinlichkeit von Gewittern. Super!
Ich machte mich nach dem Frühstück recht schnell auf den Weg und lief über den Zirler Schützensteig in Richtung der neuen Magdeburger Hütte (1.633 Meter).
2.1 Rückblick zum Solsteinhaus.jpg
Das erste Highlight der Etappe wartete bereits nach wenigen Gehminuten, das sogenannte „Kaminl“. Eine mit Stahlseilen versicherte felsige Steilstufe, die es abzuklettern gilt. Der Fels war noch etwas rutschig, ansonsten aber gut gesichert und relativ unproblematisch.
2.3 Blick hoch ins Kaminl.jpg
2.4 da Kaminl von unten.jpg
2.2 Einstieg ins Kaminl.jpg
Der Zirler Schützensteig verläuft-teilweise seilgesichert- eindrucksvoll unter der steilen Flanke des Solsteins entlang.
2.5 Zirler Schützensteig.jpg
2.6 Zirler Schützensteig.jpg
Kurz vor der neuen Magdeburger Hütte endet er abrupt und geht in sanftes Wiesengelände über.
2.7 Almwiesen kurz vor der neuen Magdeburger Hütte.jpg
Die Hütte lasse ich links liegen, war ich doch erst ca. eine Stunde unterwegs. Mittlerweile ist es richtig dunstig geworden, ich komme ordentlich ins Schwitzen, obwohl der Weg ab hier anspruchslos und sanft absteigend verläuft.
2.8 schöner Waldweg im Dunst.jpg
Der anspruchslose Teil ist dann aber wieder schnell vorbei, als es in felsiges Gelände geht. Muren haben Teile des Steigs weggerissen und man musste sich durch die Tobel einen eigenen Übergang suchen. Auf den Bildern kommt es natürlich nicht so sehr rüber, aber dieser Wegabschnitt war echt nicht ohne und ich war heilfroh, als es wieder „grasiger“ wurde.
2.9 weggespülter Weg.jpg
2.10 weggespülter Weg.jpg
Ich wählte den Söldensteig in Richtung Rauschbrunnen. Bis auf das teilweise mannshohe, nasse Gras, konnte ich keine Schwierigkeiten feststellen und frage mich heute noch, weshalb dieser schwarz markiert ist.
2.11 Söldensteig.jpg
2.12 Erster Tiefblick Richtung Innsbruck.jpg
Am Rauschbrunnen (1.060 Meter) angekommen bietet sich ebenfalls ein toller Blick ins nahe Inntal.
2.13 Am Rauschbrunnen angekommen.jpg
2.14 Blick ins Inntal.jpg
Ab hier wurde es schlagartig voll auf den Wegen. Hatte ich bis hierher noch keinen einzigen Menschen getroffen, war hier gefühlt halb Innsbruck am Wandern, beim Trailrunning oder mountainbiken – klar es ist ja schließlich Samstag Mittag und das Wetter hat sich auch gebessert, schwül war es zwar immer noch aber dafür zeigte sich auch immer mehr die Sonne.
Nach kurzer Zeit war ich dann auch schon in Innsbruck und konnte die bunten Häuser in Richtung der wolkenverhangenen Nordkette fotografieren.
2.15 In Innsbruck.jpg
Hier war aber noch nicht das Ziel, das liegt etwas oberhalb von Innsbruck auf einem Plateau, genauer gesagt musste ich noch nach Götzens. Es ging zunächst einige Zeit an der Inn entlang bevor ich die Autobahnbrücke unterquerte und endlich wieder in der Natur war.

Über den schön angelegten Geroldsschluchtweg ging es noch einige Kilometer und Höhenmeter in Richtung Götzens wo ich eine Nacht in einem (ziemlich schäbigen) Hotel verbrachte. Kaum im Hotel angekommen ging ein Regenschauer nieder, der dauerte aber auch nicht lange.
2.16 Geroldsschluchtweg.jpg
2.16 Hotel Götzens.jpg
Ich war bereits um kurz vor halb 3 im Hotel und entschied mich nach einer kurzen Dusche und einer Pause mit dem Bus wieder zurück nach Innsbruck zu fahren. Die Bushaltestelle war wenige Meter vorm Hotel und in 15 Minuten war ich auch schon wieder in der „City“.
2.17 Wolken über Innsbruck.jpg
Die Altstadt hat mir richtig gut gefallen, es herrschte an diesem Samstag Abend eine richtig ausgelassene Stimmung und so ließ ich mich einige Zeit durch die Gassen treiben, ehe es wieder per Bus zurück nach Götzens ging.
Zuletzt geändert von schwarzwaelder am 10.06.2026 - 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
schwarzwaelder
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von schwarzwaelder »


Tag 3 Sonntag 18.08.2024: Götzens – Potsdamer Hütte

Distanz: 21,7km / Höhenmeter auf: 1.360m / Höhenmeter ab: 260m

Die Route an diesem Tag sollte über einen langen Gipfelgratweg mit spektakulärer Aussicht führen. Dieser Gratweg führt vom Salfeins Gipfel über den Grieskogel bis zum Schaflegerkogel, die Tour wird hier super beschrieben: https://www.bergwelten.com/t/w/43186

Leider befinden wir uns seit Tagen in einer sehr labilen Wetterlage, auch für heute war wieder erhöhte Gefahr für Starkniederschläge und Gewitter gemeldet – blöderweise nicht erst nachmittags oder abends sondern bereits am späten Vormittag… Super!
Ich hatte mir in dieser Nacht den Wecker auf 3:45 Uhr gestellt und wollte bei einem Blick aufs aktuellste Regenradar entscheiden, ob ich bereits nachts aufbreche um ein schönes Wetterfenster zu erwischen. Der Regen sollte aber bereits um 8 Uhr die Region erreichen – genau zu der Zeit wäre ich dann am ausgesetzten Grat.
Also weiterschlafen und mich mit der alternativen Route durchs Tal abfinden…

Der morgendliche Blick aus dem Hotelzimmer um kurz vor 7, immerhin ein paar Sonnenstrahlen…
3.1 Blick aus dem Hotelzimmer.jpg
Ich machte mich zügig auf den Weg und lief los durch die Ortschaften Axams und Grinzens in Richtung Sellrain.
3.2 Feldweg irgendwo zwischen Götzens und Axams.jpg
3.3 Rückblick nach Götzens.jpg
Endlich kam ich aus den Ortschaften raus und auf einen schönen Waldweg.
3.4 schöner Waldweg.jpg
Die Alternative zur Gratwanderung war der Weg durch das Fotschertal, in dessen Ende die Potsdamer Hütte liegt.
Als ich an der Abzweigung zum Salfeins-Gipfel ankam, überkam mich eine gewaltige Portion Übermut und ich trat doch den Weg zum Gipfel an - zu sehr hatte ich mich bei der Planung auf diese Gratwanderung gefreut. :oops:
3.5 Abzweig.jpg
3.6 Weg zum Salfeins.jpg
Ich hastete mich ca. eine halbe Stunde den steilen Waldweg hinauf, bis ich bei einer Verschnaufpause zur Vernunft kam und schließlich wieder umdrehte.
Selbst wenn ich vom Regen und Gewitter verschont würde, Ausblick gäbe es ja sowieso Null Komma Null, da jeder Berggipfel an diesem Tag im Nebel verschwand.

Es ging also statt über die Gipfel an einer langweiligen Teerstraße in Richtung Tanneben.
3.7 Straße nach Tanneben.jpg
Hier gab es einen schönen Blick ins Sellrain und dem Nebel in den Bergen.
3.8 Blick ins Sellrain.jpg
Ab der Ortschaft ging es hauptsächlich über eine langweilige Zufahrtsstraße in Richtung der Potsdamer Hütte.
3.9 Forstweg im Fotschertal.jpg
Diese bot aber immerhin etwas Abwechslung wenn man seinen Blick auf den nebenher verlaufenden Bach richtete.
3.10 Fotscherbach.jpg
Ca. 45 Minuten vor der Hütte gab es zwei Varianten: Rechts ging es über einen Steig zur Hütte, der linke Weg war ganz einfach die entsprechende Zufahrtsstraße – normalerweise ja ein No-Brainer und keinen Gedanken wert, dass ich den Steig wähle. Allerdings tröpfelte es bereits seit einiger Zeit und der Wind frischte unangenehm auf.
3.11 Abzweig zur Hütte.jpg
Da ich bereits im „Flow“ war und ich mir ausrechnete auf dem Fahrweg deutlich schneller voran zu kommen, entschied ich mich daher für die langweilige Variante. Schnellen Schrittes ging es also weiter.
Das trübe Wetter schlug mir allmählich aufs Gemüt, allerdings entstanden dadurch auch immer wieder stimmungsvolle Motive. Das Bild könnte genauso gut in den schottischen Highlands aufgenommen worden sein.
3.12 Schottische Highlands.jpg
Mit den Gedanken an die tollen Schottland-Reisen machte ich mich auf, die letzten Serpentinen in Richtung Hütte zu erklimmen.
Kurz vor der Hütte der Rückblick ins Tal, am Ende der Wiese befindet sich ungefähr der Abzweig zum Steig.
3.12 Rückblick ins Tal.jpg
Endlich an der Hütte angekommen. Das Timing war klasse, der tiefhängende Nebel ging die letzten Minuten nämlich immer mehr in leichten Nieselregen über. Im Laufe des Abends sollte der Regen dann immer stärker werden.
3.14 Potsdamer Hütte.jpg
Ich hatte Glück und musste mir das Vierer-Zimmer nur mit einem weiteren Pärchen teilen, so dass ich mich auf dem „Doppelbett“ ausbreiten durfte :D
3.15 Schlaflager Potsdamer Hütte.jpg
Die Hütte ist fantastisch, das ganze Personal ist super lieb und das Essen außergewöhnlich gut. Da ich keine Halbpension gebucht hatte konnte ich mir auf der Karte eine Kaspressknödel-Bowl aussuchen – das wahrscheinlich beste Knödelgericht, dass ich je auf einer Hütte (und damit auch jemals) gegessen habe.
3.16 Kaspressknödelbowl.jpg
Während ich diesen Bericht schreibe bekomme ich schon wieder Sehnsucht danach.
Ich verbrachte einen schönen Hüttenabend mit freundlichen Mitwanderern während es sich draußen einregnete. Das war auch die Vorhersage für den nächsten Tag – Regen Regen Regen. Aber, und das ist in den Bergen mit das Wichtigste: Ohne Gewittergefahr.
Zuletzt geändert von schwarzwaelder am 12.06.2026 - 08:04, insgesamt 1-mal geändert.
schwarzwaelder
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von schwarzwaelder »


Tag 4 Montag 19.08.2024: Potsdamer Hütte – Neue Regensburger Hütte

Distanz: 19,2km / Höhenmeter auf 1.310m / Höhenmeter ab: 1.030m

Da den ganzen Tag über stabile Verhältinsse (grau in grau :D ) vorhergesagt wurden, gab es morgens keine Eile los zu kommen. Nach einen leckeren Frühstück ging es bei nasskalten 9° und Nieselregen gegen halb 9 dann endlich los.
4.01 Start an der Hütte.jpg
Der Blick ins hintere Fotschertal:
4.02 Ausblick ins hinter Fotschertal.jpg
Die ersten paar Meter begleitete mich die nette Gruppe vom gestrigen Abend, die ihrerseits auf „kulinarischer Sellrain-Runde“ unterwegs waren.
4.03 Erste meter.jpg
Ich verabschiedete mich bald und bog dann links in Richtung der Wildkopfscharte die den Übergang in Richtung Seducker Hochalm darstellt. Der Fotscherbach wurde gequert:
4.04 Querung des Fotscher Bachs.jpg
Anschließend ging es unspektakulär in Richtung der Scharte. Aus der Ferne grüßt eine Kuh:
4.05 Eine Kuh im Nebel.jpg
Auf 2.599 Meter angelangt, leider auch hier ohne Aussicht. So macht auch der optionale kurze Abstecher zum Wildkopf (2.719 Meter) keinen Sinn, so dass ich direkt auf der anderen Talseite absteige.
4.06 Wildkopfscharte.jpg
Um 10:36 Uhr bin ich an der Seducker Hochalm (2.250 Meter) angelangt – auf eine Einkehr verzichte ich aber noch.
4.07 Seducker Hochalm im Nebel.jpg
Hier hab ich dann auch meine ersten Meter des Stubaier-Höhenwegs unter den Sohlen.
4.08 auf dem Weg zur Franz Senn Hütte.jpg
Auf dem Weg zur Franz Senn Hütte wird der Pfad anspruchsvoller. Hier muss es die letzten Wochen einige Starkregen und Muren gegeben haben, es wurden einige kleinere und größere Umleitungswege in den Hang geschlagen.
4.09 Weg zur Franz Senn Hütte.jpg
4.10 Weg zur Franz Senn Hütte 2.jpg
Auf diesem Abschnitt sieht man den Hangrutsch (in der Bildmitte) deutlich, der Weg wird oben rum umgeleitet.
4.11 Mure mit Umleitung.jpg
Die Hänge sind hier sehr steil und rutschig – volle Konzentration ist angesagt. Ein Abrutschen hätte fatale Folgen. Rückblick auf einen Teil des Höhenwegs, auch hier sieht man die Steilheit des Hanges deutlich.
4.12 Stubaier Höhenweg.jpg
Für einen kurzen Moment lichtet sich der Nebel etwas und der Blick ins Tal zur Oberissalm (1.772 Meter) wird frei.
4.13 Blick zur Oberissalm .jpg
Durch dieses Tal verläuft der Standard-Zustieg zur Franz-Senn-Hütte (2.147 Meter).
Diese taucht dann kurz danach unvermittelt im Nebel auf.
4.13 Franz-Senn-Hütte.jpg
Mittlerweile ist es 12:18 Uhr und es ist an der Zeit mich kurz aufzuwärmen. Die Regenkleidung hält dem feinen Nieselregen zwar stand – die Kälte kriecht trotzdem in jede Ritze.
Zu der Zeit bin ich der einzige Gast im großen Gastraum. Der Kaiserschmarrn konnte leider nicht überzeugen – satt bin ich natürlich trotzdem.
4.14 Franz-Senn-Hütte Kaiserschmarrn.jpg
Ich mache mich auf den Weg zur zweiten Hälfte der heutigen Etappe – es geht zur neuen Regensburger Hütte.
Ein kleiner Bach wird gequert:
4.15 Weg zur neuen Regensburger Hütte.jpg
Es müssen wieder einige Höhenmeter bezwungen werden, die Bilder werden weniger, zumal es auch immer nebliger wurde. Den 2.714 Meter hohen Schrimmenieder erreiche ich um 15.20 Uhr.
4.16 Schrimmennieder.jpg
Auch an diesem Übergang gäbe es mit einem kleinen Abstecher einen lohnenden Aussichtsgipfel zu besteigen (Das 2.829 Meter hohe Basslerjpoch).
Bei dem dichten Nebel wird auch hierauf verzichtet.

Eine Stunde später bin ich dann endlich am heutigen Ziel angelangt – die Neue Regensburger Hütte (2.286 Meter).
4.17 Neue Regensburger Hütte.jpg
2019 wurde die Hütte umfangreich modernisiert und ausgebaut. Ich bekomme Platz in einem modernen Zweierzimmer im neuen Teil der Hütte – ein richtiger Luxus.
4.18 Zweierzimmer neue Regensburger Hütte.jpg
Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Hütte ausschließlich vegetarische (und teilweise vegane) Speisen anbietet. Das Abendessen war echt lecker, nur der strenge Ablaufplan war etwas gewöhnungsbedürftig.

Es geht zeitig ins Bett - morgen steht ein Traumtag an :ja:
Zuletzt geändert von schwarzwaelder am 12.06.2026 - 08:49, insgesamt 1-mal geändert.
schwarzwaelder
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von schwarzwaelder »

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Beitrag von schwarzwaelder »

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Beitrag von schwarzwaelder »

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Beitrag von schwarzwaelder »

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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von pitiplatsch »

Bis jetzt ein toller Bericht, freue mich, wenn es weitergeht 👍💪👏👏👏
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2015/16: 5 Tage SHLF, 1 Tag Diedamskopf, 5 Tage Gröden
2016/17: 4 Tage Gröden, 1 (Traum)-Tag Warth/Lech, 4 Sulz-Tage KWT Ende März
2017/18: Januar 4 Tage Warth/Lech, Februar 5 Tage Alta Badia, März 4 Tage Ehrwald
2018/19: Jan.: 3 Tage Warth/Lech, Feb.: 5 Tage Kronplatz und rund um die Sella
2019/20: Jan. 3 Tage Allgäu, Vorarlberg, Feb.: 4 Tage SHLF, 5 Tage Sella Gebiet leider Corona zum Opfer gefallen
2021/22: Jan/Feb: 7 Tage Sella Gebiet, weitere 7 Tage Ende März, in Summe ~182.000 hm
2022/23: Jan 7 Tage La Villa, im März nochmal, weil es soooo schön ist
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von Kerker »

Schon jetzt ein ganz großes Dankeschön für den tollen Bericht!
Ich freue mich schon riesig auf die Fortsetzung!
Und dabei fällt mir gerade ein, dass mein Bericht der letztjährigen Tour auch noch aussteht, obwohl die diesjährige schon fast vor der Tür steht...
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von schwarzwaelder »

Vielen Dank für das Feedback :ja:

Die Tage 3+4 sind jetzt online - ich hoffe die folgenden Tage lassen nicht zu lange auf sich warten...

@Kerker wo gehts dieses Jahr hin? Und natürlich würden wir uns freuen, den letztjährigen Bericht zu lesen :wink:
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Re: Alpenüberquerung zu Fuß - In neun Tagen von Mittenwald nach Meran

Beitrag von Kerker »

Der Bericht vom letzten Jahr kommt auf jeden Fall noch!
Heuer geht es Ende Juli endlich auf Klettersteig-Tour in die Dolomiten: Oskar-Schuster-Steig, Rosszähne, Kesselkogel, Rotwand und Santnerpass stehen auf dem Programm :)
Ich freu mich schon auf deine nächsten Tage - Tag 3 und 4 waren ja nicht wirklich so wie man sich das wünscht...
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