Auch in 2024 sollte es wieder eine Alpenüberquerung "by fair means", also komplett zu Fuß, werden. Mit fast zwei Jahren Verspätung gehe ich dann auch endlich mal den Bericht an, bevor die Erinnerungen vollständig verblassen
Die Route habe ich mir mit Komoot selbst zusammengestellt indem ich einige Hütte und (Aussichts-)Punkte miteinander kombiniert habe. Das Ziel war Meran und da ein Teil des Stubaier Höhenwegs unbedingt mit dabei sein sollte, hat sich als Ausgangspunkt recht schnell das Städtchen Mittenwald als geignet herauskristallisiert. Die Hütten und Pensionen habe ich dann bereits Mitte Januar gebucht, so dass ich mich über ein halbes Jahr auf die Tour freuen durfte.
Durch das, im Hochgebirge, schneereiche Frühjahr/Frühsommer war ich ganz froh, dass die Tour erst Mitte August losging - waren doch zwei Übergänge auf über 3.000m (3.024m und 3.120m) vorgesehen. Dass die Tour mich sogar auf knapp 3.500m führen sollte wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht...
Tag 1: Freitag 16.08.2024 - Mittenwald – Solsteinhaus
Distanz: 20,5km / Höhenmeter auf: 1.190m / Höhenmeter ab: 270m
Am Freitag früh gegen 5 Uhr gings mit dem Auto aus dem Schwarzwald los in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Am dortigen Eisstadion kann man tatsächlich noch über mehrere Tage kostenlos parken - und das fast direkt am Bahnhof! Mit der Bahn ging es dann nach Mittenwald und somit zum offiziellen Startpunkt meiner Alpenüberquerung. Mit der Zugfahrt wuchs meine Vorfreude bereits ins Unermessliche - endlich wieder in den Alpen. Nach einem kurzen Abstecher ins "Zentrum" von Mittenwald ging es um 9:45 Uhr endlich richtig los, die ersten paar Kilometer noch ganz sanft ansteigend an der jungen Inn entlang Richtung Österreich. Perfekt zum Einlaufen und warm werden. Zu entspannt sollte ich aber nicht gehen, da ab dem Mittag bereits Gewitter angekündigt waren. Ohne es so richtig zu bemerken habe ich nach kurzer Zeit bereits die deutsch-österreichische Grenze überschritten und biege kurz hinter Scharnitz ab ins Gießenbachtal. Der Forstweg in Richtung Eppzirler Alm ist kein Highlight, die herrliche Landschaft lässt diesen aber direkt vergessen. Auch in diesem Tal wurde die letzten Wochen wohl von einem (oder mehreren) Unwetter heimgesucht. Zwei Bagger sind dabei das dutzende Meter breite Flussbett vom Schutt und Geröll zu befreien. Erst beim Berichte schreiben ist mir aufgefallen, dass ich davon gar keine Bilder gemacht habe.
An der Eppzirler Alm (1.459 Meter) angekommen überlege ich kurz, eine kleine Pause einzulegen. Aufgrund der drohenden Gewittergefahr verwerfe ich den Gedanken jedoch recht schnell wieder und mache mich auf den mühsamen Weg hoch zur Scharte. Der Großteil des Weges windet sich durch das Schuttfeld nach oben. Auf der Scharte (2.104 Meter) angelangt öffnet sich der Blick in Richtung Großer Hundstein und ganz rechts in Richtung Inntal hinunter. Auch auf dieser Seite der Scharte schlängelt sich der Weg durch ein Schuttfeld, das ist allerdings so tief und steil, dass man einige Meter immer wieder „hinunterrutschen“ kann.
Rückblick zur Eppzirler Scharte. Blick voraus Richtung Inntal Das Solsteinhaus (1.806 Meter) in Sicht Die Hütte scheint vollständig ausgebucht und da ich der letzte war, der von unserem Zimmer angekommen ist, blieb mir nur noch das undankbare Bett unter der Schräge. Nachmittäglicher Ausblick von der Hüttenterasse mit der Stütze der Materialseibahn im Hintergrund. Nachdem ich mich mit Knödel gestärkt hatte und die Sonne weiterhin schien, lief ich noch ein paar Meter um die Hütte herum und genoss den Blick auf die Eppzirler Scharte. Gegen 18 Uhr fing es dann doch noch an heftig zu gewittern
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