Im Ratssaal der Gemeinde Livigno fand kürzlich die öffentliche Informationsveranstaltung zum Interreg-Projekt TRIP – Treni Retici in Progress und zur neuen Bahnverbindung zwischen Livigno und S-Chanf im Kanton Graubünden statt. Ziel des Abends war es, der Bevölkerung das Projekt in seiner Gesamtheit vorzustellen — Einführung, Partnerschaft, Ziele und erwartete Ergebnisse, laufende Tätigkeiten und nächste Schritte — sowie insbesondere die Arbeitsmethodik, mit der der Masterplan und die drei Machbarkeitsvorstudien des Projekts erarbeitet werden.
Dereinst sollen Livigno (I) und S-chanf GR mit einer Zugverbindung deutlich näher zusammenrücken. Diese Pläne wurden vergangene Woche an einer Informationsveranstaltung in Livigno genauer vorgestellt. Der Weg zu diesem Ziel ist allerdings noch weit. Keystone-SDA fasst den Stand der Dinge zusammen.
Das kann man vergessen, das wird nie was. Diese Interregprojekte erarbeiten gerne mal hochtrabende Pläne ohne jegliche Realisierungschance, weil sie überwiegend von Organisationen bearbeitete werden, die die Finanzierung nicht selbst aufstellen müssen. Da werden dann ganz tolle Vorteile für die Regionen vor Ort skizziert und dann gefordert, dass irgendjemand anders das finanzieren soll.
Im konkreten Fall geht es um einen 12 km langen Tunnel, nur dafür, dass Livigno besser an die Schweiz angebunden wird. Eine richtige Netzwirkung ist dadurch ja nicht gegeben, da es dort nur mit dem Bus weiter geht. Und auch mit dem Bus geht es eigentlich nur nach Bormio, alles andere erreicht man besser auf anderen Wegen.
Das ist ein bisschen vergleichbar mit den Projekten etwas weiter nördlich im Vinschgau, den Träumen von einem Tunnel unter dem Ofenpass und der Reschenbahn. Dort würde man zwar direkt Eisenbahnstrecken miteinander verbinden, aber der Aufwand steht auch in keinem Verhältnis zum eher lokalen Nutzen.