Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Diskussionen rund um Alpinsport und Equipment: Kaufberatung für Ski und Schuhe, Materialtests, Servicetipps und Austausch zur Fahrtechnik.
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Seilbahnjunkie
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Re: Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Beitrag von Seilbahnjunkie »

Das entwertet die Weltmeistertitel noch mehr. Und rennen denen echt die Bewerber so die Bude ein, dass sie unbedingt noch mehr Termine brauchen um alle zu bedienen?

CrystalMountain
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Re: Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Beitrag von CrystalMountain »

Soweit ich weiß, gab es seit den 1990er Jahren immer so 2 bis 4 Bewerber je WM. Dabei haben sich die unterlegenen Kandidaten in der Regel erneut um die nächste WM beworben - und die dann meistens auch bekommen. Ein paar wenige haben nach ein oder zwei Versuchen aufgegeben, zuletzt Garmisch (2025 und 2027 unterlegen).

Eine Ausnahme ist Cortina, die sehr geduldig und beharrlich waren: Cortina hatte sich erstmals für die WM 2013 beworben, war aber auch für 2015, 2017 und 2019 gescheitert. Die WM 2021 hat Cortina dann schließlich bekommen, wobei es einmalig gar keinen Gegenkandidaten gab. Als "Dank" musste diese WM dann während Corona ohne Zuschauer durchgeführt werden...

Aktuell steht Grandvalira (Soldeu/El Tarter) / Andorra mit 3 erfolglosen Versuchen (2027, 2029 & 2031) mit leeren Händen da. Ob die einen weiteren Versuch wagen, weiß ich nicht. Vielleicht als "Entschädigung" gibt es dort ja jetzt regelmäßig Weltcuprennen.

So lautet der FIS-Vorstandsbeschluss zu zukünftigen Weltmeisterschaften:

https://www.fis-ski.com/inside-fis/news ... ng-in-thun
Zukunft der Weltmeisterschaften:
Nachdem ihm eine vorläufige Machbarkeitsstudie zum Thema Sportwert, Kalenderbewertung sowie kommerzielles und medienrechtliches Potenzial vorgelegt wurde, einigte sich der FIS-Rat auf das Konzept, die Häufigkeit der FIS-Weltmeisterschaften so zu erhöhen, dass sie ab 2032 nicht nur alle zwei Jahre in ungerade Jahren, sondern auch in geraden nicht-olympischen Jahren stattfinden können.
Es könnte aber bereits in der Saison 2027/28 eine "zusätzliche" WM geben - die wäre dann aber sehr kurzfristig zu organisieren:
Nach Erhalt einer detaillierten Bewertung ist der Rat auch offen dafür, die Machbarkeit zu prüfen, die Häufigkeit von Weltmeisterschaften mit einer Ausgabe bereits 2028 zu erhöhen.
Von 1948 bzw. 1950 bis 1982 hatte die FIS selber nur alle 4 Jahre eine "eigene" WM organisiert und stattdessen bei den Olympischen Winterspielen einfach auch WM-Medaillen vergeben - bis dahin war also jede zweite Saison ohne Großereignis. Den Skiweltcup gibt es seit dem Winter 1966/67. Erst viel später dann ist die FIS mit den WM's ab 1985 auf die ungeraden Jahre ausgewichen, sodass fortan nur noch jede vierte Saison ohne Großereignis auskommen musste. Jetzt wird diese letzte Lücke auch noch geschlossen...
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br403
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Re: Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Beitrag von br403 »

Geht ja gut los mit dem neuem Präsidenten. Ich halte da nichts von, ist aber nur meine Meinumg.
CrystalMountain
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Re: Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Beitrag von CrystalMountain »

Ich lese gerade, dass das noch gar nicht fix beschlossen wurde, und dass die nationalen Verbände - zumindest der ÖSV - nicht eingebunden waren:
Das FIS-Council unter der Führung von Neo-Präsident Alexander Ospelt und dem Tiroler Michael Huber als Mitglied veröffentlichte dementsprechende Pläne - offenbar ohne Rücksprache mit den nationalen Verbänden - nach einer Sitzung in der Schweiz am Donnerstag. Einen Council-Beschluss gab es hingegen nicht, dieser könnte frühestens nach den Herbst-Tagungen erfolgen.

Auf Grundlage einer vorläufigen Machbarkeitsstudie stimmte das Council der Weiterverfolgung des Konzepts jährlicher WM-Austragungen grundsätzlich aber zu.
https://www.laola1.at/de/red/winterspor ... -kritisch/
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SFL
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Re: Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Beitrag von SFL »

Aus sportlicher Sicht sicherlich kritisch zu sehen, da eine WM dann doch etwas an Stellenwert verliert. Zudem wie schon angesprochen wurde weniger Möglichkeiten, unregelmäßige oder neue Austragungsorte im Kalender zwischen den etablierten Orten unterzubringen. Aus Sicht von allgemeiner Medienpräsenz, ggf. erhöhter Nachwuchs- und Kaderförderung im jeweiligen Austragungsland sowie der Begeisterung für die Veranstaltung und die Sportart in der jeweiligen Region eher positiv zu sehen.

Unabhängig davon werden auf der Südhalbkugel weiter Rennen gefahren, nun standen die ersten Speedrennen am Programm - wieder mit sehr erfreulichen deutschen Ergebnissen :D
Zwei Siege von Felix Rösle in der Abfahrt, zwei Siege von Benno Brandis im Super G. Dabei u.a. Konkurrenz aus dem eigenen Lager (Jocher, Vogt) und weitere etablierte Weltcupfahrer (Zabystran, Bailet, Giezendanner, Moeller, Morse, Monsen, Read, Seger, Cater) besiegt. Ein erster Fingerzeig der beiden DSV-Juwele, dass es da weiter gut voran geht und in diesem Jahr die ersten Punkte im Weltcup geben könnte.
CrystalMountain
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Re: Alpiner Ski Weltcup 2026/2027

Beitrag von CrystalMountain »

Der ÖSV hat sich ausführlich zu den expansiven WM-Plänen der FIS geäußert und das Vorhaben klar abgelehnt:
„Die Präsidentenkonferenz des ÖSV hat sich bereits am 26. August nach intensiver Diskussion einstimmig gegen Weltmeisterschaften in jedem Nichtolympiajahr ausgesprochen“, so der Verband. Diese Position habe man FIS-Präsidenten Ospelt auch bereits vor dem Meeting in Thun mitgeteilt. Man habe zwar seine Bereitschaft erklärt, mit St. Anton eine WM 2028 zu prüfen, sei aber zu dem Schluss gekommen, „dass ein solches Modell aus sportlicher und strategischer Sicht nicht sinnvoll ist“. Man bewerbe sich aber trotzdem 2033 mit St. Anton für die Veranstaltung.

Eine jährliche WM würde laut ÖSV auch den Weltcup abwerten. „Wenn es in nahezu jeder Saison entweder Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften gibt, besteht die Gefahr, dass die Bedeutung einzelner Weltcup-Saisonen und Weltcup-Veranstaltungen geschwächt wird“, heißt es in der Aussendung. Auch für das Produkt WM sei eine jährliche Austragung kontraproduktiv: „Eine nahezu jährliche Austragung birgt aus ÖSV-Sicht die große Gefahr einer Inflationierung und damit einer schleichenden Entwertung des sportlichen Stellenwerts einer Weltmeisterschaft und eines WM-Titels.“

Weitere Kritikpunkte in der Aussendung:
  • Der Weltcup ist die zentrale jährliche Wettkampfserie unseres Sports und muss entsprechend stark positioniert bleiben.
  • Darüber hinaus würde ein zusätzlicher WM-Zyklus weitere Fixpunkte in einem bereits sehr anspruchsvollen internationalen Kalender schaffen.
  • Für die langfristige Entwicklung unseres Sports benötigen die FIS und die nationalen Verbände aber auch Flexibilität im Weltcup-Kalender – insbesondere um neue Austragungsorte zu entwickeln, neue Regionen und Märkte zu erschließen und innovative Formate zu ermöglichen.
  • Der ÖSV möchte daher die von der FIS angesprochenen Studien und Analysen zum Mehrwert zusätzlicher Weltmeisterschaften im Detail kennenlernen.
  • Für den ÖSV ist dabei entscheidend, nicht nur mögliche zusätzliche Erlöse oder mediale Effekte zu betrachten, sondern die Gesamtwirkung auf den Sport: auf Athletinnen und Athleten, Weltmeisterschaften, Weltcup, Veranstalter, Kalender, bestehende Austragungsorte und die langfristige Entwicklung neuer Märkte.
https://sport.orf.at/stories/3162047/


Auch vom DSV gibt es eine detaillierte Stellungnahme. Hier werden auch finanzielle Risiken für die Austragungsorte angeführt:
DSV warnt vor wirtschaftlichen Risiken
Vorsichtig äußert sich Schwarzbach beim Thema Finanzen. Zusätzliche Weltmeisterschaften könnten dem Weltverband zwar weitere Einnahmen verschaffen. Für die Ausrichter vor Ort stelle sich die Rechnung jedoch häufig deutlich komplizierter dar. "So ein Großereignis ist nicht die viel zitierte Cash Cow", sagt Schwarzbach.

Als Beispiel nennt der DSV die Nordische Ski-WM 2031 in Oberstdorf. Dort werde bereits heute mit spitzem Bleistift kalkuliert. Zusätzliche Erlöse auf Verbandsebene dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass Organisation und Durchführung großer Titelkämpfe erhebliche Kosten verursachen.

Schwarzbach verweist darauf, dass die wirtschaftlichen Interessen des Weltverbandes und die Realität der Ausrichter nicht immer deckungsgleich seien: "Man muss die wirtschaftliche Komponente differenziert betrachten."
https://www.br.de/nachrichten/sport/jed ... on,VUFxmhp
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