Provinzödnis in der Mittagszeit – wenigstens gab es vor Ort noch eine Metzgerei, bei der es wie in den 80ern zuging. Da wurde fröhlich getratscht, das Interieur war retro und die dicke Leberkässemmel mundete vorzüglich, auch wenn sie natürlich nicht mehr mit DM 1,50 zu Buche schlug
Die Leute waren herrlich entspannt – kein Vergleich zu den Terrorrentnern und Stressmuttis in München. Wobei letztere ja nicht zum Metzger gehen, sondern mit dem Lastenrad zum Biosupermarkt rasen, um mal weiter in die Klischeekerbe zu hauen
Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mit der Kamera auch einfach mal so durch irgendwelche Ortschaften ziehen – aber erst mal sind die Lifte dran. Mir gefallen jedenfalls solche Tristesse-Motive irgendwie...
In Nabburg gibt es lt. Skiresort einen Leinter – also nix wie hin mit 180 über die Landstraße
Leider war wieder der direkte Weg wegen einer aufgerissenen Straße gesperrt – in Deutschland müssen Ortsdurchfahrten ja einmal im Sommer erneuert werden. Aber das Navi schaffte es diesmal, mich durch ein paar verwinkelte Wohnstraßen zum Lift zu leiten. Vor Ort gab es einen Parkplatz ohne Verbotswarnungen und KEIN Anwohnerhaus mit neugierigen Stressern – so konnte man gemütlich zum Lift schlendern
Erinnerte mich ein wenig an den Brennberglift, der aber steiler wegzieht und viel zugewachsener ist. Aber auch hier in Nabburg – am Keilhauer Berg – ein durchaus netter Lift. Bei einer Wintersafari käme der mit auf die Liste!
Das Schicksal meinte es gut mir mir – die Trasse war gemäht. Sonst hätte ich mit meinen Bürotretern da nicht hinauf stapfen können.
Kein langweiliger Übungslift nur auf der grünen Wiese...
Ablegen? Klingt nach Geschirrrückgabe
Auch hier kein Mensch weit und breit – die Einsamkeit des LSAP-Streckenläufers
Danach ging es weiter westwärts nach Freudenberg, wo der Johannisberglift steht. Ich musste im Ort wenden, aber dann sah ich ihn schon und fand schnell mit dem Wagen zur Talstation. Leider begann es zu tröpfeln, aber das Wetter sollte sich danach noch einmal fangen, ehe sich am späteren Nachmittag die finale Regenfront ergießen sollte.
GENAU DANN, als ich aussteigen wollte, kam diese Rentnergruppe und blieb ewig stehen, um den Lift zu betrachten. Ab und an sahen sie zu mir hinüber, wie ich da im Auto neben den Glascontainern parkierte und wartete, dass der Regen nachließ. Man sah genau, wie der Blick erst einmal kritisch das Kennzeichen erfasste.
Doch genau als sie sich verzogen, hörte auch der Regen auf und ich machte mich auf die Liftepirsch. Zwar standen die Leute dann noch weiter hinten vor einem Haus herum, aber weder sie, noch der obligatorische Landwirt vom Gehöft neben der Talstation störte sich an meiner Liftbesichtigung.
Einigermaßen lange Dorflifttrasse, wenn auch recht flach.
Da oben schlug wieder die Einsamkeit des Lifttrassenläufers zu – dennoch respektierte ich den Weidezaun vor der zweiten Trassenhälfte. Aber ein Forstweg sollte mich schließlich direkt zur Umlenkung bringen und mich um einen Waldspaziergang bereichern.
Danach eilte ich talwärts, da nun die Wolken dunkler wurden und wieder Regentröpfeln einsetzte.
Nun ging es nach Rettenbach, wo es lt. Skiresort einen Lift an einer Schmalzlalm gibt. Das Navi schickte mich dazu erst einmal quer durch Schwandorf und weiter querfeldein durch die Landschaft. Mir gefiel sie dort oben – Hügel, nicht so verbaut wie um München...
Dank diesem Schild wusste ich, dass ich richtig war, denn irgendwie war ich an der Straßenadresse zwar gelandet, wusste aber danach erst einmal nicht weiter.
Der Regen setzte wieder ein und ich fuhr einen Berg hinauf, flankiert von einzelnen Häusern, die verstreut in der Landschaft standen. Leider war die Gastwirtschaft oben wohl auch längst „LSAP“, denn es gab kein weiteres Hinweisschild. Ich parkte einfach auf einer zuwachsenden Freifläche, die sich direkt am ehemaligen Liftausstieg befand. Nebenan in der ehemaligen Gastwirtschaft wohnen wohl welche, aber niemand kam heraus. Ich knipste eh nur schnell ein paar Bilder und machte mich dann gleich wieder vom Acker.
Schade um den Leitner – wohl schon länger kein Betrieb mehr in Anbetracht der zugewachsenen Trasse.
Einen Seillift hatten sie hier auch noch.
Hier stand wohl einst die Umlenkung.
Danach wurde es bitter. Ich kombinierte „messerscharf“, dass es ggf. noch ein Talstationshäusl geben könnte, wenn hier vermutlich nur die Umlenkung ihren Platz gehabt hatte. Also steuerte ich meinen Passat eine absolut einbahnige Strecke den steilen Berg hinunter. Aber überall standen dort Häuser herum – bei einem rauchte die Anwohnerin draußen und machte gleich mal den Hals lang, um zu sehen, wer da vorbeirollt. Nirgendwo die Möglichkeit, das Fahrzeug abzustellen. Natürlich dann dort, wo ich die TS vermutete wieder ein Anwohnerwachhaus.
In 10 Zügen musste ich dann auch noch wenden, da die Straße hinter jenem Haus anscheinend im Nirwana endete. Weiter oben hätte es bei einer Abzweigung auch noch die Möglichkeit gegeben, zur Lifttrasse zu gelangen – aber auch da wieder ein Wohnhaus und weit und breit kein Abstellplatz am Wegesrand.
Hätte ich meine Wanderschuhe und Regenklamotten dabei gehabt, hätte ich den Passat ganz oben auf einem gescheiten Parkplatz abgestellt und wäre durch den Wald zur Talstation gelaufen. Aber vielleicht ist da auch nichts mehr da – auf historischen Luftbildern ist nichts zu erkennen.
Dafür lief es dann im nahen Frauenzell (Brennberg) besser. Wenn auch hier erst einmal keine Entspannung aufkommen sollte. Ich fuhr eine enge Straße zur Bergstation hinauf, wo natürlich wieder gebaut werden musste (BRD = Baustellenrepublik Deutschland
Ich wollte nachsehen, wo man am besten den Passat am Wegesrand abstellen konnte. Natürlich war gleich mal wieder eine Stresserin hinter mir. Also weiterfahren, rechts ran, Stresserin vorbeilassen, in 20 Zügen wenden, zurück und wieder eine passende Stelle suchen. Ich entschied mich für eine Abzweigung, die in einen zugewachsenen Feldweg überging. Da fuhr bestimmt niemand, dachte ich mir fälschlicherweise.
Froh, dass es gerade nicht mehr regnete, ging ich zum Lift und knipste. An der Bergstation stand zwar das obligatorische Anwohnerhaus, aber es schien derzeit leer zu stehen.
Da kam ein Traktor vorbei getuckert und ich suchte schon nach einer Möglichkeit, ins nächste Versteck zu hechten. Doch ich weilte mitten auf der Wiese. Also knipste ich mit dem Handy weiter – ein Anblick, der vielleicht kein weiteres Aufsehen erregen würde. Da blieb der Traktor stehen. Ich wagte nicht, den Kopf zu wenden und tat weiter so, als habe es da am Lift die schönste Aussicht in der Oberpfalz. Da hupte der Traktor.
Ich setzte eine freundliche Miene auf und drehte mich zum Fahrer um. Doch zu meiner Überraschung wurde ich nicht angeschrien, sondern mit einem fröhlichen Servus! gegrüßt. Der Fahrer bat mich freundlich (sic!), meinen Passat ein Stück zur Seite zu fahren, da er den Feldweg benutzen wollte. Kein Wort, dass ich ggf. auf irgendeiner heiligen, verbotenen Wiese stand. So eilte ich zum Auto, parkte um und wir winkten uns zum Abschied ehrerbietig zu.
Erleichtert setzte ich die Lifterkundung fort.
Ein kurzer, steiler Schlepper... weiter links hinten wieder ein Gehöft, aber niemand draußen.
LSAP-Besichtigung bei leichtem Regen...
Hier war ich dann von oben und auch vom vorhin gezeigten Gehöft blickgeschützt...
Interessante Talstation... SEBA? (Ich bin da ganz vorsichtig mit meinem Herstellerhalbwissen
Der Rodellift am Blomberghaus oberhalb von Bad Tölz scheint gleicher Bauart zu sein.
SEBA deckt dir auch das Dach...
Hier hatte es ein dichtes Blätterdach und ich war kurzzeitig regengeschützt.
Aber dann ließ es wieder nach mit den nassen Tropfen... noch ein Abstecher zum Liftlerhäusl.
@Zottel – was für euer Wohnzimmer? Würde neben den Kurzbügel passen
„Seit 1629“ - ob die auch Seile für Galgen hergestellt haben? Man stelle sich vor, die würden heute noch damit werben... DER Shitstorm des dritten Quartals...
Danach ging es im Regen nach Regenstauf. Der Lift befindet sich irgendwo an einem Hügel oberhalb der Stadt. Das Navi schickte mich erst einmal auf eine Odyssee durch ein Wohngebiet – nach 40 mal abbiegen kam ich wieder auf die eigentliche Strecke. Wäre ich einfach auf der Hauptstraße geblieben und dann rechts abgebogen... nein, das ist ja viel zu einfach.
Nach endlosem Gekurve erreichte ich eine kleine Siedlung am Berg oben. Leider wieder das übliche Problem: wären hier keine Häuser gewesen, hätte ich den Passat einfach wo abgestellt und wäre zum Lift gelaufen. Also weiter zur Talstation.
Aber da standen auch Häuser an der Zufahrt und ich wollte die enge Straße nicht herunterkurven, um dann unten irgendwo im Regenmatsch wenden zu müssen.
Also wieder ins Dorf hinauf. ÜBERALL Parkverbot. An der Zufahrt zum Lift irgendeine Firma, wo LKW im Einsatz waren. Am Weg zum Lift waren schon die üblichen, gelben Verbotsschilder zu sehen. Aber ich hätte mangels Parkmöglichkeit eh nicht zum Lift (vermutlich ein Stemag) laufen können. Außerdem wurde der Regen nun stärker und es prasselte richtig herunter. So ließ ich es gut sein und fuhr nun final nach München zurück.