Die Beschreibung klingt ja sehr gewaltig, nur sind die meisten technischen "Besonderheiten" doch wohl auch bei den anderen U-SSBs anzutreffen.Eine runde Sache: Die neue LEITNER-Standseilbahn in St. Christina/Gröden (IT)
Das wohl bekannteste Ski-Karussel der Dolomiten, die Sella-Runde, ist ab 2004 komplett. Dann nämlich wird die neue, unterirdische LEITNER-Standseilbahn das letzte offene Teilstück der Runde schließen und den Zieleinlauf der Sasslong-Piste mit der Talstation der Kabinenbahn Col Raiser verbinden. Mit der Anlage setzt LEITNER neue Maßstäbe im Standseilbahnbau – vor allem, was die Sicherheitstechnik anbelangt.
Die Sella-Runden-Begeisterten werden sich freuen: Mit der neuen Bahn schließt sich auch das letzte, noch offene Teilstück zwischen dem Zieleinlauf der weltbekannten Sasslong und der Talstation der Col Raiser-Kabinenbahn. Die 1.200 Meter lange Standseilbahn von Ruacia nach Pramauron überwindet auf ihrer zweieinhalbminütigen Fahrt einen Höhenunterschied von 146 Metern und bringt die Fahrgäste von einer Talseite zur gegenüber-liegenden. Die Strecke ist - bis auf ihren Mittelteil, wo sich die Fahrbetriebsmittel auf zwei Gleisen kreuzen - einspurig. Zwei Fahrbetriebsmittel transportieren mit einer Geschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde stündlich 2.000 Fahrgäste in Fahrtrichtung. Die Wagen fassen in vier Abteilen bis zu 140 Personen, erfüllen neueste Komfortansprüche und berücksichtigen die Bedürfnisse behinderter Fahrgäste großzügig. Beispielgebend ist die Standseilbahn von St. Christina vor allem in ihren Sicherheitsstandards, die weltweit neue Maßstäbe setzen. Sie sind Früchte der jahrelangen Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei LEITNER und adaptierten innovative und bis ins Detail ausgeklügelte Technologien, welche die gesamte Anlage auf maximale Zuverlässigkeit ausrichten. So werden beide Stationen vollkommen abgeschottet, die Belüftung wird besonders leistungsfähig ausgeführt, Rauchmelder, Dauerbeleuchtung und kontinuierliche Audio- und Videoüberwachung zwischen Station und Fahrbetriebsmitteln sowie automatische Bahnsteigtüren sorgen beim Fahrgast für Rundum-Sicherheit in der gesamten Anlage. Auch andere Details der Standseilbahn fallen auf. So etwa die Seilwinde am Berg, die mit doppeltem Getriebe und Notantrieb ausgestattet ist und die hydraulische Spannung mit Belastungsgewicht im Tal. Die Standseilbahn selbst bewegt sich vollautomatisch. Fahrer an Bord sind nicht nötig, auch wenn nach Betriebsbeginn anfänglich Zugführer ihren Dienst in den Waggons tun werden. Die Auftraggeber der Gardeina Ronda hatten mit der neuen Standseilbahn nicht nur den Skigast im Auge, der das Sella-Ski-rondell nun komfortabel komplettieren kann. Für die Bevölkerung von St. Christina schafft die Bahn vor allem Erleichterung, in verkehrs- genauso wie in umweltpolitischer Hinsicht. Die Standseilbahn, die ausschließlich für den Winterbetrieb vorgesehen ist, wird die Sella-Run-den-Besucher ab der Skisaison 2004/2005 an ihr Wunschziel befördern.
Eine Frage an unsere Italien-Kenner: Warum wird die Anlage nur im Winter betrieben? Angesichts der immensen Bau- und Unterhaltungskosten (die ja auch im Sommer weiterlaufen), wie soll sich ein solches Projekt rechnen?
Pendolino