Anfahrt Teil 1: Freitag, 6.2. ab Hamburg-Innenstadt bis Motel Riedener Wald (A7), ca. 500 km in vier Stunden mit Audi A6, Ankunft 19:30 Uhr, DZ ohne Fr. 65 € - na ja, aber wir wollten nicht die ganze Strecke am Stück am Samstag fahren.
Anfahrt Teil 2: Hab schon wieder vergessen, wann wir genau losgefahren sind, aber das letzte Stück zog sich. Irgendjemand warnte hier kürzlich, bloß nicht am Samstag durch Moena zu fahren, haben wir blöderweise doch gemacht, weil "das Navigationssystem" (das bin ich) versagt hat und wir über Auer/Ora gefahren sind, Ankunft in Campitello dann so um 18 Uhr, Fahrzeit für die ca. 600 km vermutlich so um die neun Stunden.
Gebucht: Albergo Primula über Neckermann, lt. Katalog 150 m von der Talstation Col Rodella, waren dann zu Fuß eher 250 m. Die Skier haben wir am Sonntagabend ins Depot an der Talstation gestellt (12 Tage 30 €). Pension preislich über Neckermann genau so teuer wie Direktbuchung (www.albergoprimula.it), ist okay gewesen für den Preis. Schön: Reisebetreuung kam am selben Abend ins Haus und kümmerte sich um den Skipass (Geld kassiert, Swatches mitgenommen, waren am nächsten Morgen aufgeladen an der Rezeption), also morgens wenigstens da kein Anstehen (s. u.)...
1. Skitag, 8.2.:
Stellt euch einen megagebrauchten Skitag vor, dann habt ihr unseren
Ankunft Talstation PB Col Rodella um 10:10 Uhr, 45 min Warten (okay, ein bisschen spät da, aber erster Urlaubstag, und, wie gesagt - wir waren ja im Urlaub und nicht auf der Flucht...). Bisschen am Sella-Joch rumgerutscht zum Einfahren, dann runter bis Plan de Gralba, einige Wartezeit an der Piz Sella-PB (sonst nirgends). Insgesamt sehr windig, Schnee ziemlich hart, einige Eisplatten. Dann die 3-Tre Richtung Canazei gefahren, die Auffahrt mit der EUB Pradel-Rodela (sonst 10 min) dauerte wg. Wind ca. 1 Stunde. Oben stellte sich heraus, dass die beiden SBs zur Bergstation Col Rodella (Salei und Rodella des Alpes) wg. des Winds außer Betrieb waren. Also wieder 3-Tre und dann runter nach Canazei in den Ort, wo natürlich an dem schmalen Stück ab der Brücke ein Megastau war. Da hat mir jemand von hinten die Ski verdreht, habe eine schöne Grätsche gemacht, linkes Knie verdreht (danach zwei Tage mit Schmerzen gefahren), durch den halben Ort zur Skibus-Haltestelle Pecol gestapft (danach drei Tage steinharte Waden), in den dritten Bus reingekommen.
Es konnte also nur besser werden. Keine Angst, die weiteren Tage werde ich nicht so ausführlich beschreiben, aber dieser hier war es wert...
9.2. - 12.2.:
Diese Tage waren geprägt vom eisigen Starkwind. Die Sella Ronda war entweder ganz geschlossen oder es wurde abgeraten, in andere Täler zu wechseln. Daran haben wir uns meistens gehalten, da teilweise einige SBs auch abgestellt waren (z. B. Norei-5 Dita, Cavazes-Grohmann). Also überwiegend zwischen Sella-Joch und Wolkenstein gefahren oder rüber zum Belvedere einschließlich der Pisten jenseits des Pordoi-Pass. Pisten hart bis eisig, vereinzelt Steine, am Sella-Joch nachmittags auch Grasstellen. Einen Tag haben wir versucht, die Dantercepies zu fahren, die lange Warteschlange an der Talstation war schon ein schlechtes Zeichen und als wir dann sahen, wie langsam die EUB fuhr (teilweise auch Stillstand), sind wir wieder umgekehrt. An diesem Tag waren wir auch auf der Ciampinoi (rote Variante) - eigentlich schön, aber relativ steinig.
13.2.:
Endlich mal kein Wind, also ab ins Edelweißtal, hier der totale Pistenkontrast (Sulzschnee, vor allem weiter unten). Auf dem Rückweg überall längere Wartezeiten (Citta dei Sassi 15 min).
14.2. (Samstag):
juhu, zum ersten Mal keine Wartezeit an der Talstation Col Rodella
Da wir ja so früh auf dem Berg waren, haben wir die Sella Ronda orange gemacht, so, wie es auf den Plänen empfohlen wird, mit einer kleinen Extra-Einlage, der sehr schönen Abfahrt am Boe in Corvara. Der Zustand der Abfahrt an der Porta Vescovo war allerdings für mein Können hart an der Grenze, um 14 Uhr schon sehr ausgefahren, also Buckel und dazwischen sehr hart (teilweise Steine). Aber immerhin sturzfrei durchgekommen
15.2.:
Weil es so schön war, gleich die grüne Sella Ronda angeschlossen. Immer mal so um die 5 min Wartezeit (Sass Bece) gewartet, 2 Std. ein bisschen das Skigebiet Alta Badia erkundet (sehr schön blau
Es wird ja immer gesagt, dass Sella Ronda grün oder orange sich im Anspruch nicht viel geben, aber für unsere Begriffe ist die grüne doch um einiges leichter. Mag aber an der Porta Vescovo gelegen haben, die sicher vormittags besser zu fahren ist.
16.2.:
Einen ruhigen Tag vor dem geplanten Endspurt eingelegt, also gibt es nichts zu berichten, außer dass wir an unserer Lieblingshütte Friedrich August (Nähe Col Rodella) eine halbe Stunde einem neugeborenen Galloway-Kälbchen beim Kampf um die ersten Schritte durch den Schnee bis zu seiner Mama zugesehen haben. Sehr schöne, urige Hütte mit Bedienung, riesigen leckeren Pizzen (7,50 - 9 €) und wie gesagt einer ganzen Galloway-Herde, die auch im Winter draußen ist, na ja, gibt demzufolge auch "Highlander-Gulasch".
17.2.:
Eigentlich wollten wir noch mal auf die grüne Runde, aber nachdem wir in Campitello schon 1 Std. gewartet hatten und dann die Schlange am Sass Bece gesehen haben, abgebrochen und wieder zurück. Wollten dann nach der Pizza-Pause in der Lieblingshütte mal zu den leichten Pisten in der Gegend Piz Seteur, um ein bisschen "schön" fahren zu üben (sprich, versuchen, zu carven, was wir eigentlich noch nicht können...). Da wir uns immer ärgern über die Leute, die trotz Warteschlangen die SBs nicht "füllen", sind mein Freund und ich getrennt eingestiegen. War wohl ein Fehler - der "Herr", der am 4SB Cavazes-Grohmann neben mir ganz rechts saß, meinte, unmittelbar nach dem Ausstiegen nach links fahren zu müssen. Na ja, irgendwie wurde ich eingeklemmt, verdreht, geschmissen. Wie auch immer, die letzten drei geplanten Tage bis zum 20.2. fanden nicht mehr statt. Der Arzt in Vigo meinte, es wäre nicht so schlimm, nur ein Stückchen Knochen am Schienbeinkopf wäre rausgebrochen, aber das müsse operiert werden und wir sollten mal besser den Urlaub abbrechen, damit das zu Hause bald gemacht wird. Hier hat sich dann herausgestellt, dass an dem rausgebrochenen Knochen das Kreuzband hängt, Innen- und Außenband sowie Meniskus auch etwas abbekommen haben. Morgen geht´s ins Krankenhaus, Montag ist Op.
Was also noch gefehlt hätte, wären die Porta Vescovo mal vormittags zu fahren, wenigstens eine schwarze Piste (irgendeine...) und der geplante Ausflug am letzten Tag zur Marmolada. Lagazuoi hatten wir uns ziemlich schnell abgeschminkt aufgrund der Wartesituation in Campitello. Na ja, man muss ja auch noch Pläne haben, dann eben nächstes Jahr
Fazit: 4 von 6 möglichen Sternen. Je ein Abzug für Talstation Campitello, den Starkwind in der ersten Woche und die dadurch bedingten nicht so tollen Pistenverhältnisse und den Rüpel, der übrigens natürlich abgehauen ist. Dafür wieder ein Bonusstern dafür, dass ich noch nie so gut Ski gefahren bin wie in diesem Urlaub (nur ein einziger "eigener" Sturz und der war endlich mal ein "richtiger" - kein Umfaller durch Belastungsfehler, sondern Verschneiden im Schuss - "ganzstolzbin").
Ein ganz paar Bilder gibt es auch. Vielleicht habe ich morgen noch den Nerv, die hier einzustellen, bevor ich die Krankenhaustasche packe. Jetzt muss ich erst mal wieder das Bein hochlegen...
Viel Spaß noch diesen Winter und bleibt gesund!
Azzurra